Beeilung

Leute – Ihr müsst Euch beeilen,
ich warne Euch mit diesen Zeilen:
Das Dolce Vita hat ein Ende,
der Chef ist wieder im Gelände.

Entsorgt die Plumeaus im Büro,
die Nachttischlämpchen sowieso,
vergesst auch die Pantoffeln nicht,
ansonsten folgt das Strafgericht.

Die Spuren auf der Schreibtischplatte,
vom Schuhwerk – deckt mit einer Matte,
dann fällt das im Moment nicht auf,
zwei Aktenstapel obendrauf.

Das TV schnell fortgebracht,
die DVDs aus mancher Nacht,
nach dem Besäufnis – nehmt sie schon,
schickt sie zurück – zu amazon.

Die Reste vom gekühlten Sekt,
schüttet sie am besten weg,
und den Geruch nach Alkohol,
vertreiben wir mit Stimorol.

Stellt Euch vor den nächsten Spiegel,
die Haare nett, und fein gestriegelt,
und übt ein konzentriert Gesicht,
damit er uns bloß nicht erwischt.

Dann probt ein unentwegtes Stöhnen,
bezüglich Arbeit, Stress und Löhnen,
schminkt Euch blass – mit ein paar Falten,
seid vor Eifer kaum zu halten.

Beseitigt Hack und Zwiebelduft,
die Fenster auf – dass gute Luft,
den Raum entlüftet – denn es gilt,
gut geprobt – wird’s halb so wild.

Heut Abend landet schon der Flieger,
unser großer Boss kommt wieder,
und schafft Ihr´s nicht – und falls Ihr wankt,
meldet Ihr Euch einfach krank.

Die Prügel – die bekäme ich,
doch keine Sorge – dies Gedicht,
lösche ich, gleich 1-2-3,
im Verteiler - nichts dabei.

Braucht Ihr noch Rat – so ruft mich an,
ich schaue, wo ich helfen kann,
wir haben nicht mehr sehr viel Zeit,
strengt Euch an – seid nur gescheit.

Die Girlanden noch entsorgen,
oh Gott – es wird jetzt so schnell morgen,
Lippenstift an den Tapeten,
ich fürchte, da hilft nur noch – Beten.    08.02.2012
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Sonntagmorgen

Schönen guten Sonntagmorgen,
eben gerade wach geworden,
läuft mein Fässchen wieder über,
wär ich still - wär Euch das lieber?

Die Luft so kalt, der Himmel blau,
friedlich sitzt gar meine Frau,
bei Kaffee - dort am Frühstückstisch,
und ich - nun ich, entspanne mich.

Träume was der Tag wohl bringt,
ob, was ich anpack auch gelingt,
vom Schmökern eines guten Buches,
und der Last des steten Fluches.

Heut Abend gegen 17 - 30,
begebe ich mich still und fleißig,
vorn in meine Kemenate,
zieh den Fußballgott zu Rate.

Doch der sagt: "Besehen bei Licht,
bei diesem Club verzweifele ich.
Bitt mich um Frieden in der Welt,
das ist's, was eher einfach fällt."

Nun gut - dann ist das einfach so,
ich mache mich mit Worten froh,
und genieße heut die Stille,
ich entspanne mich, ich chille.

Werde unseren Hund gleich schleifen,
mit ihr durch weite Felder streifen,
und wird der Kopf dann kühl und leer,
fällt das Schweigen nicht so schwer.

Sonntagmorgen - einfach gammeln,
sich für die neue Woche sammeln,
ach, fiel's doch leicht - das Still-zu-sein,
bei mir steht da ein klares Nein.

Ein weiser Mann meint unlängst grade,
dass ich einen Rappel habe,
dass ich fast drei Leben lebe,
nicht, dass ich mich überhebe.

Ohne WWW - Ihr Lieben,
wäre ich ganz still geblieben,
was also kann ich wohl dafür,
wenn ich die Sucht des Schreibens spür?

Das iPad früh schon auf dem Schoß,
aufgeklappt - schon geht es los,
das ist der Fluch der EDV,
ich bin schon eine arme Sau.

Ich bin jetzt still - habt keine Sorgen,
ich wünsch Euch einen tollen Morgen,
und gleich 3 Punkte - ach, Ihr ahnt,
dann reim ich wieder - seid gewarnt.    05.02.2012
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Zapfen

In dicke Decken eingehüllt,
da es zu überstehen gilt,
eine weitere kalte Nacht,
das ist es, was mir Sorgen macht.

Ich wies stumm auf das Thermometer.
Sie sagt: "Gejammert wird erst später,
wenn Du auf dem Strohsack liegst,
kurz bevor im Schlaf Du wiegst.

Denn dann höre ich das nicht,
zieh jetzt nicht so ein Gesicht.
Es gibt heut ein Decke mehr,
Danke mir - erst hinterher."

Ich hab den Hinweis kurz gewagt,
auf die minus - 15 Grad,
und das Metall an meinem Arm,
das sei nun auch nicht wirklich warm.

Dazu beängstigt Sorge mich,
dass mir vielleicht der Zapfen bricht,
in solch furchtbar eis'ger Nacht,
geht das schneller als gedacht.

Dort wo die Decke rutschen könnte,
dort steht der Super-Gau am Ende,
blau gefroren - bei Bewegung,
zerspringt er - meine Überlegung.

Mein Herzblatt meint nur: "Kokolores!
Jetzt sei still - ich lehr Dich Mores.
Du benimmst Dich - jetzt verschwind,
wie ein nervend dummes Kind.

Du bist einfach ne Mimose,
denk an die Jungs in kurzen Hosen,
die Du vergötterst - denn ich mein:
Hörst Du sie jammern? Sicher, nein."

Mein Hinweis, dass sie sich bewegen,
in der Kälte alles geben,
(na ja - nicht alle - gebt schon Ruh),
den Einwand ließ sie gar nicht zu.

Dann drückt sie mir noch ganz galant,
zwei Scheite Holz schnell in die Hand,
sie wolle ja kein Unmensch sein,
es schläft sich gut - in Feuers Schein.

Ich solle meine Kräfte bündeln,
und im Keller bloß nicht zündeln,
zwei Schwefelhölzer gibt's vorab,
klappt es nicht - na, Pech gehabt.

Dazu mit einem feinen Lächeln,
aus Feinripp dicke Unterwäsche:
"Sie soll verhindern - Schütze Dich,
dass bei Frost der Zapfen bricht."   04.02.2012
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Öl

Der eine meint, ich hätte Stil,
dem nächsten schreibe ich zu viel,
und ein Dritter meint lakonisch,
meine Worte ziehn wie Honig.

Dem einen geht's nicht tief genug,
ein weiterer wird selten klug,
aus dem, was mir im Hirn entspringt,
das ist bei mir - naturbedingt.

Denn wie oftmals schon berichtet,
wird hier im Akkord gedichtet,
und dass mein Hirn bei Poesie,
mechanisch läuft - ab morgens früh.

Feinste Rädchen, Muttern, Schrauben,
müssen täglich daran glauben,
bis die Mechanik quietscht und schleift,
ab dann ist sie fürs Ölen reif.

Ich lege mich kurz auf die Seite,
zieh das Ohr fein in die Weite,
und die Liebste hilft mir gern,
schüttet's Öl - frisch und gewärmt.

Ein Korken auf das Ohr gepresst,
damit es sich verhindern lässt,
dass das Öl zum Ausgang rinnt,
nur wer Ideen hat, gewinnt.

Das Haupt von links nach rechts bewegt,
auf dass der feine Film sich legt,
auf jedes Schräubchen, das Getriebe,
die Liebste hilft mir - ist das Liebe?

Ich fragte nach - hätt ich's gelassen...,
sie meint nur knapp: "Ist das zu fassen?
Ich hab mit Liebe nichts im Sinn,
ich mach das - weil ich clever bin.

Denn mach ich's nicht - und wird's versäumt,
find ich kaum Schlaf - hab schlecht geträumt,
weil das Quietschen in der Nacht,
mich aus dem Keller - kirre macht.

Drum bewahr ich gute Miene,
und nehme von der Nähmaschine,
das Fläschchen mit dem guten Stoff,
öle ständig, öle oft.

Und sei, mein Lieber, guten Mutes,
denn ist's zu Ende - nun, dann tut es,
auch ein guter Pflanzensaft,
was ich anpack - ist geschafft."

Das ist perfekt - das ist mein Lohn,
kostenlose Inspektion,
damit ich Euch schön nerven kann,
das neue Jahr - fängt grad mal an.  27.01.2012
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Elbtunnel

Den Antrag stellte ich schon schriftlich,
denn meine Liebste - sie wird giftig,
wenn man nicht die Form einhält,
so ist das halt, in meiner Welt.

Auch wenn's ja für den Job nur ist,
schlimm wird es - wenn man(n)'s vergisst,
und einfach auf die Reise geht,
dann ist alles gleich zu spät.

Doch da ich's weiß, hielt ich die Form,
vermied den Ärger und den Zorn,
und fuhr heut Morgen auf nach Kiel,
gut vorgesorgt - wird es zum Spiel.

Probleme gab es wirklich keine,
jedoch vermisste ich die Leine,
nach den ersten Metern schon,
ich singe Euch ein Lied davon.

Nach hundert Kilometern gar,
ward die Freiheit zu Gefahr,
denn meinen Wurzeln so beraubt,
spürt ich Ängste - oh, mir graut.

Etwas weiter - grad bei Münster,
wünschte ich, es wäre finster,
wie in meinem Kellerraum,
gut behütet - banger Traum.

Auf der Höhe Osnabrück,
sehnte ich mich jäh zurück,
unsagbar schlimm ward es in Bremen,
muss ich mich nun deshalb schämen?

Selbst noch in Hamburg an der Elbe,
war das Gefühl partout dasselbe,
dann fuhr ich in den Tunnel ein,
und plötzlich war es - wie Daheim.

Kalt und dunkel, fahles Licht,
Freude zog auf mein Gesicht.
Ich hielt an und rief: "Hurra!
Ich bin Zuhaus, mein Traum ist wahr."

Hinter mir ein Stau - so endlos,
die ersten Stimmen: Na, der pennt bloß!"
Doch selbst ein Blaulicht auf dem Dach,
hat mich zum Wanken nicht gebracht.

Jetzt sitze ich im weißen Jäckchen,
still vergnügt in einem Eckchen,
verborgen vor entsetzten Blicken,
und die Arme - auf dem Rücken.

Wartend - bin ich falsch gepolt?
Ob die Liebste mich bald holt?
Nur Zuhause bin ich friedlich,
irgendwie - ist das doch niedlich.  24.01.2012
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Tiefflug

Auf der Bahn heut - ungelogen,
wie im Sturzflug tief geflogen,
doch für mich war´s gar nicht teuer,
denn - ich saß ja nicht am Steuer.

Im Rausche der Geschwindigkeit,
überholten wir die Zeit,
und kamen an - oh ganz bestimmt,
bevor wir noch gestartet sind.

Ein Sog so wie ein Hurrikan,
ohne Aber, ohne Wenn
und mit dem Tempo - auf die Dauer,
bricht man den Schall mitsamt der Mauer.

Die Felgen glühen, selbst die Reifen,
und auch der letzte muss begreifen:
Ignoranz - die schadet nur,
flüchtet von der linken Spur.

Das Auto, es hat Hitzekacheln,
die mit Sensoren drüber wachen,
dass uns bitte nichts geschieht,
dass man im Schnellflug noch verglüht.

Wir sind bereits im Blick der NASA,
denn beim Sparen - in der Phase,
wird das Equipment nicht genutzt,
so genießt man deren Schutz.

Ich denke - und ich überlege:
Würden wir mit Flügeln schweben?
Frage an die Wissenschaft,
dafür fehlt mir die Geisteskraft.

Nevada räumt die Wüste frei,
wir landen gegen kurz nach 3,
die Bremsen wurden schon verstärkt,
auf geht's nun - und frisch ans Werk.

Der Bremsfallschirm ist angeleint,
es ist ja gar nicht bös gemeint,
doch nimmt uns die Verzögerung,
den Überschuss und damit Schwung.

Der Blitzer blitzt - doch trotz des Lichts,
sieht man auf dem Foto nichts,
denn der geballte Feuerschweif,
ist für Bilder noch nicht reif.

Wie ein Ritt auf dem Kometen,
wir werden uns wohl kaum verspäten,
und ich bleibe stets dabei:
Tempo ist nicht Hexerei.

Am Ende will ich Euch beruhigen.
das war Fahren - und nicht Fliegen,
ich hatte trotz gedämpfter Eile,
bei der Fahrt kurz Langeweile.  23.01.2012
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Nummerngirl

Ein Nummerngirl – das bin ich nicht,
denn genau besehen – bei Licht,
ist das wirklich nicht mein Stil,
irgendwie – ist was zu viel.

Das begreift auch der Kollege,
und steht letztlich nun im Regen,
da im Film – zur Sicherheit,
niemand auf die Tafel schreibt.

Niemand, der sie tänzelnd hält,
sich nackig vor die Linse stellt,
niemand, der die Szenen weist,
und das Objektiv umkreist.

Der Regisseur war heute da,
und ich witterte Gefahr,
machte mich schnell aus dem Staube.
Mich übersehen? Mir fehlt der Glaube.

Denn erst zuletzt – weit in der Fremde,
lotste man mich ganz behände,
tanzend auf die große Bühne,
ohne Schuld – und ohne Sühne.

Und nun auf Zelluloid gebannt?
Nein, da streikt mir der Verstand.
Und ich bitte zu bedenken,
mich nicht zu foppen – oder kränken.

Stellt Euch vor – ich im Tankini,
schon der Gedanke – nein, er schien nie,
ach so grausam, ach so wild,
wie beim Denken – an dies Bild.

Und so wird´s – und zwar zu Recht,
heut Abend dem Kollegen schlecht,
liest er diesen öden Reim,
das Leben – es kann grausam sein.

Ich tänzele von rechts nach links,
mein Hüfthalter, er strahlt und blinkt,
ich tänzele von links nach rechts,
dem guten Mann – wird´s wieder schlecht.

Auch wenn ich ihn nun jetzt nicht sehe,
stell ich´s mir vor – ich muss gestehen,
wie er ganz grün, der Blick so krank,
durch die gute Stube wankt.

So frag ich Dich, oh Alexander,
bist Du gut noch beieinander?
Oder heißt´s – oh Gottes Güte,
für Dich ab jetzt – das Bett zu hüten?

Das Wochenende – nimm´s nicht schwer,
läuft´s Dir jetzt zwar hinterher,
doch am Montagmorgen schon,
geht’s wieder gut – mein armer Sohn.   20.01.2012
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Marmelade

Wenn meine Frau, von Zeit zu Zeit,
mir doch einmal gesonnen bleibt,
gibt sie mir auch schon mal frei,
von Samstagfrüh – bis kurz nach 2.

Dann steckt sie mir 10 Euro zu,
meint: „Gib nicht alles aus im Nu.
Hab viel Spaß auf Deinem Trip,
und bring noch – Marmelade mit.

Dafür wird das Geld schon reichen,
sieh es an als böses Zeichen,
denn hast Du alles ausgegeben,
wirst Du das nicht überleben.

Ich geb Dir eine Warnung auf:
Bring mir die – so achte drauf,
ohne Obst darin – am Stück,
sonst schicke ich Dich prompt zurück.“

Einen Knicks hab ich gemacht,
und bei mir ganz still gedacht:
„Hält die Liebste mich für dumm?“
Na – das nehm ich ihr nicht krumm.

Die Stunden habe ich genossen,
hurra, was mag die Welt wohl kosten,
mit 10 Euro war ich König,
scheint es Euch vielleicht auch wenig.

Knapp, ganz knapp vorm Ladenschluss,
ward mir letztlich dann bewusst,
dass ich eine Weisung habe:
Oh, mein Gott – die Marmelade.

Ich hab mir fix ein Glas geschnappt,
kurz bezahlt – dann schnellstens ab,
und draußen erst – ich arme Haut,
bewusst mal auf das Glas geschaut.

Stückchen leuchten mir entgegen,
kein Problem – für Dich, für jeden,
doch meine Frau, sie mordet mich,
und das – ganz ehrlich – mag ich nicht.

Schnell umgedreht – der Laden schließt,
meine Lage – mehr als mies,
doch bin ich wohl – an manchen Tagen,
mehr und mehr – der Herr der Lage.

Das Glas ganz fix kurz aufgeschraubt,
die Früchte einmal gut gekaut,
auf dass sie nicht mehr sichtbar sind,
nur wer wagt – der auch gewinnt.

Jetzt schmiert sie sich ein Butterbrot,
erfährt sie es – so bin ich tot,
wie schön – und dort schließt sich der Kreis,
wenn man(n) sich stets zu helfen weiß.    19.01.2012
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Nussknacker

Fast in meiner Jahre Blüte,
stoße ich bei der Visite,
unseres Haushalts – das tut weh,
auf einen Knacker – ach, oh je.

Mein Herzblatt meint, ihr fehlt die Kraft,
mich zu ertragen – sei geschafft,
daher hat sie ihn grad erstanden,
um jetzt einen Coup zu landen.

Ich geh ihr manchmal auf den Sack,
drum wird bei Bedarf geknackt,
eingespannt von zarter Hand,
die Reaktion – macht sie gespannt.

Ein wenig Druck – wenn´s ihr beliebt,
dann etwas mehr – wenn´s Gründe gibt,
wenn ich mal wieder lästig bin,
meint sie nur: „So leg Dich hin.“

Dann greift sie eine Walnuss sich,
hält sie mir vor das Gesicht,
einmal in der Schale noch,
und nach dem Knacken – dann mit Loch.

Mir tritt der Schweiß auf mein Gesicht,
ich versuch´s – entspanne mich,
doch am Ende – kaum perplex,
siegt dann schnell der Fluchtreflex.

Dann bin ich schnell – so wie der Blitz,
ich bin schnell – das ist kein Witz,
hinter mit, da qualmt die Spur,
aus lauter Angst vor der Tortur.

Da meint sie grinsend: „So nimm´s leicht,
jetzt habe ich mein Ziel erreicht,
solltest Du Dich bockig zeigen,
zeig ich zum Schrank – was dann folgt: Schweigen.

Wie gut, dass in der Nachbarschaft,
ich auf diesen Hinweis traf,
dort sind sie – grad zur Weihnachtszeit,
stief und staatz fein aufgereiht.

Jeden Tag geh ich vorbei,
morgens früh – und kurz nach 3,
und dachte mir – so ganz behände,
dass ich sie mal zweckentfremde.“

Seitdem – ganz ehrlich – zittere ich,
die Angst fließt ein, in das Gedicht,
schon der Gedanke spornt mich an,
brav zu sein – bin auch nur Mann.

Ach hätte ich doch den Kamin,
den ich schon so lang verdien,
ein kurzer Stupser – er läg drin,
wäre das nicht ein Gewinn?    19.02.2012
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Sense

Im Keller – neben einer Trense,
hängt auch eine alte Sense,
schartig – ziemlich rostig gar,
ist sie Symbol für die Gefahr.

Denn die Liebste meinte kürzlich,
kurz und knapp – und das bestürzt mich,
die Klingen für die Nassrasur,
unterwirft sie der Zensur.

Im Hinblick auf die Inflation,
heißt es Sparen – heute schon,
statt Rasierschaum gibt es Seife,
die aus Kern – falls ich begreife.

Und mittels Sense – fein geschliffen,
kann ich die Rasur umschiffen,
außerdem – das seh ich ein,
muss es allzu glatt nicht sein.

Doch es gilt sich vorzusehen,
sie könne mein Problem verstehen,
damit sie mein Geschrei nicht stört,
wird das einfach überhört.

Die Kellertür wird abgedichtet,
auf Komfort komplett verzichtet,
und schabe ich erst meine Haut,
hört sie Musik – und zwar sehr laut.

Zur Vermeidung all des Blutes,
sei ich einfach guten Mutes,
sie schenkt mir etwas Klopapier:
„Das stillt die Blutung – glaub es mir.“

Vorsichtig – das soll ich bleiben,
wer Vorsicht übt, der muss nicht leiden,
bei dem bleibt auch die Gurgel dicht:
„Rasier Er sich – bei Dämmerung nicht!“

Statt Wundgel – für die ganz Bequemen,
gibt’s Alkohol – muss sie erwähnen,
dass er zu Anfang etwas brennt?
Womit sie´s Kind beim Namen nennt.

Doch will ich schließlich ja nicht hetzen,
ich schleif die Sense – denn verletzen,
will ich weder mich, noch sie,
irgendwie stimmt die Chemie.

Sie liebt mich – oh, das weiß ich gut,
es zu sagen, fehlt der Mut,
doch sorgt sie sich – ja, ich verstehe,
darum – wie ich zur Arbeit gehe.

Heut Abend werde ich´s versuchen,
die Klinik gilt es schon zu buchen,
vielleicht fehlt ja nach der Rasur,
von mir postwendend jede Spur.  19.01.2012
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Navigation

Unter meiner Motorhaube,
sitzt ne Dame - wie ich glaube,
der das letzte Wort gehört,
was am Ende manchmal stört.

Sie gibt mir eine Wegbeschreibung,
doch da ich oftmals kritisch bleibe,
nutz ich meinen eigenen Sinn,
und hoffe dann, sie nimmt es hin.

Durchzusetzen - eine Lust,
doch irgendwie hab ich gewusst:
Wenn das bei meiner Frau nicht klappt,
mach ich auch beim Navi schlapp.

Sie weist mich an, nach rechts zu fahren,
doch kann sie sich das schließlich sparen,
wenn ich steif und fest und still,
in die andere Richtung will.

Erst versucht sie's noch im Guten,
verändert die geplanten Routen,
schlägt mir neue Wege vor,
und meint sogar, ich sei ganz Ohr.

Dann fordert sie mich auf, zu wenden,
auf dem Highway, im Gelände,
den Verkehrsfluss unterdessen,
straft sie höhnisch mit Vergessen.

Im Moment noch völlig friedlich,
ihre Stimme klingt fast niedlich,
wird sie schließlich rabiat,
Ignoranz bringt sie in Fahrt.

Plötzlich raunt des Navis Stimme:
"Sieh Dich vor - denn wie auch immer,
versteh ich nicht ein Quäntchen Spaß,
dreh jetzt um - und ab aufs Gas.

Glaub mir, ich kann nicklig werden,
und mich wie ein Weib gebärden,
auch wir keinen Keller haben,
werde ich den notfalls graben.

Dreh jetzt bei - sonst schweige ich,
und ich ignoriere Dich,
für heute, morgen, alle Zeit,
bald schon hast Du mich so weit."

Ich beginn zu überlegen,
Ruhe ist ja manchmal Segen,
doch wenn es auch verlockend klingt,
glaub ich nicht, dass das gelingt.

Denn vielleicht beim nächsten Mal,
steh ich allein - das wär fatal,
so ist's nicht arg, wenn sie mal zickt,
sie bringt mich stets sehr gut zurück.  18.01.2012
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Mundraub

Ich hab mein Tageswerk vollbracht,
erhoffe eine ruhige Nacht,
ohne Kummer – ohne Sorgen,
bereit für einen neuen Morgen.

Ich öffnete die Wohnungstür,
mit Vorsicht, da ich immer spür,
wenn dicke Luft das Haus umgibt,
was prompt den Schweiß der Panik trieb.

So hielt ich ein, der Schlüssel steckt,
noch hatte sie mich nicht entdeckt,
und ich sinnierte still für mich:
Wobei hat sie mich heut erwischt?

Hab ich gekrümelt? Eher nein!
Was könnte es denn sonst noch sein?
Hab ich die Küche gar versaut?
Mir war´s nicht wohl in meiner Haut.

Auch wenn ich nichts verbrochen habe,
hab ich leider doch die Gabe,
dass ich auf der Nasenspitze,
auch in trauter Unschuld schwitze.

So ging ich endlich doch hinein,
so schlimm würd´s hoffentlich nicht sein,
da sah ich meine holde Braut,
wie sie Vergeltung heischend schaut.

An diesem Blick kann man erfrieren,
dieser Blick – er spaltet Türen,
dieser Blick – ist offensichtlich,
Unheilkündend – und zwar richtig.

Doch scheinbar hatte ich heut Glück,
knapp vorbei – ist auch ein Stück,
denn nunmehr traf es unseren Hund,
na, das hat sicher seinen Grund:

Die Liebste kochte sich ein Mahl,
und gab dem Haushund keine Wahl,
sie drehte sich kurz einmal um,
ja, mein Herz – das war wohl dumm.

Denn schneller als das Mahl bereitet,
war es schließlich umgeleitet,
die Lefzen einmal kurz geleckt,
ein Happs – und schon war´s Essen weg.

Da lag sie nun – ganz tief geduckt,
erleichtert habe ich geguckt,
weil´s heute einmal mich nicht traf,
den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.

Der Hund ist satt – mein Herzblatt nicht,
ich bleib still, bin nicht erpicht,
dass mich nun ihr Blick ereilt,
sonst hab ich – Lunas Los geteilt.  16.01.2012
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Riegel

Die Liebste fährt nach Dänemark,
der Fakt alleine ist schon stark,
denn sie lässt mich hier im Stich,
und weiß genau – ich fürchte mich.

Allein zu sein ist mir ein Gräuel,
jedes Mal und stets aufs Neue,
ich zieh das Plumeau übers Haupt,
auch wenn mir das – den Atem raubt.

Ich hör des Nachts stets leise Schritte,
zähl die Perlen – mit der Bitte:
Schütze mich, oh Rosenkranz,
nicht ein bisschen – sondern ganz.

Die Furcht, sie macht mich komatös,
ob sie wohl auch den Riegel löst,
den vor meiner Kellertür,
falls nicht – so bleibe ich halt hier.

Kann nicht zur Arbeit – das tät weh,
und verpasse – den FC,
zum Heimspiel mit dem HSV,
Schuld daran hätt – meine Frau.

Die Gedanken – nicht zu fassen,
sprechen: Ob ich was verpasse,
das sei mal dahingestellt,
denn der Verein – er hat kein Geld.

Gerüchte, die seit Wochen kreisen,
um am Ende zu beweisen:
Da tut sich nichts – zu keiner Zeit,
ich glaub nicht dran, es tut mir leid.

Also wär das mit dem Riegel,
nicht so schlimm – ich bin flexibel.
Und hocke ich dort ganz allein,
reich ich vorher Urlaub ein.

Damit´s nicht heißt – nicht zu verhehlen,
ich würde unentschuldigt fehlen,
und werde schließlich abgemahnt,
da mein Chef – den Grund nicht ahnt.

Denn meine Frau tut immer friedlich,
gibt sich gar dabei fast niedlich,
deshalb traut ihr das niemand zu,
nur ich erfahre es im Nu.

Ich gebe schon mal das Mandat,
ansonsten hab ich den Salat,
und sammle nur die Scherben auf,
die Liebste nimmt das wohl in kauf.

Mach ich mir ganz umsonst jetzt Sorgen?
Vielleicht löst sie am Freitagmorgen,
ja den Riegel – und sie spricht:
„Ich bin jetzt fort – ich liebe Dich…“!?!    14.01.2012
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Freitag der 13.

Heute Morgen früh im Bettchen,
als mörderisch der Wecker schellt,
verkriech ich scheu mich wie ein Frettchen,
ganz grau und trüb ist meine Welt.

Heute ist der Tag der Tage,
der mir ganz und gar nicht schmeckt.
Warum? Das ist doch keine Frage:
Die 13 ist's die mich erschreckt.

Zwar stehe ich ganz fest im Leben,
und Aberglauben kenn ich nicht,
Ängste wird es drum nicht geben,
...doch blass und fahl ist mein Gesicht.

Ich kenne alle Tricks und Kniffe,
und wende ab den Bösen Blick,
Leitern, die ich gern umschiffe,
bis heute hatt ich damit Glück.

Hände niemals überkreuzen,
wenn man sich fröhlich nett begrüßt,
und zur Abwehr Finger spreizen,
wenn mein Weib umgarnt mich süß.

Vorsicht, so heißt meine Mutter,
und nicht nur die des Porzellans,
ich geb dem Unglück niemals Futter,
bin nicht verrückt – mein lieber Schwan.

Jedoch nun heut – was soll ich machen,
ich muss ja aus dem Bett heraus,
es warten auf mich tausend Sachen,
von Früh bis Spät im Tageslauf.

Mit Rüstung kann ich mich nicht schützen,
ich stelle mich drum so dem Tag,
vor Angst siehst Du mich jetzt schon schwitzen,
ich warte auf den ersten Schlag.

Was kann mir alles nur passieren:
Der Finger bricht im Nasenloch,
beim Kühlschrank öffnen jäh erfrieren,
na siehst Du wohl – ich wusst es doch.

Am Hähnchenbein muss ich ersticken,
vielleicht fall ich vom Trimm-Dich-Rad,
zerschlag mir dabei Bauch und Rücken,
da hab ich dann schon den Salat.

Beim Spaziergang darin treten,
was der Hund dort hinterließ,
verrenken sich beim Unkraut jäten,
oh weih, sind die Gedanken mies.

Ich könnte in den Gully fallen,
sagt nicht, ich sei dazu zu dick,
wenn des Unglücks Nebel wallen,
steck ich drin – ein gutes Stück.

Die Finger könnte ich mir brechen,
beim Flug auf meiner Tastatur,
einen Krampf beim dummen Lächeln,
Gefahr winkt heut rund um die Uhr.

Ich könnt noch Stunden weiter heulen,
jedoch nun bin ich wieder brav,
sonst rufe ich herbei die Beulen,
und bin dann noch das schwarze Schaf.

Und nun wird sich ganz schnell verkrochen,
unterm Schreibtisch im Büro,
ich mein, ich hab schon was gerochen,
bei Angst – da riecht das manchmal so..... 13.01.2012
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Gürzenich

Einsam weile ich Zuhaus,
weiß nicht ein – und weiß nicht aus,
weil Herr Tix, mich alten Mann,
im Gürzenich nicht dulden kann.

Kollegen, die sich glücklich wähnen,
gingen heute – unter Tränen,
reichten mir ein Taschentuch:
„Für Dich ist dort kein Platz gebucht!

Wir werden feiern, werden schunkeln,
vom Nachmittag bis hin zum Dunkeln,
und dass Du nun nicht bei uns bist,
das macht nichts – weil…man Dich vergisst.

Aus den Augen, aus dem Sinn,
nimm es einfach so jetzt hin,
wir heben auf Dich kurz das Glas,
einmal Prost – und dann…das war´s.“

Wie schön hätt ich dort singen können,
die Tränen, wie sie haltlos rennen,
einen ganzen Bottich voll,
Ihr feiert Dur – ich leide Moll.

Kein Wein, kein Schnittchen und kein Bierchen,
kein Karneval – und kein Pläsierchen,
jedoch in meinem großen Mut,
sag ich still: „So macht´s nur gut!“

Im Frack – die Hose, weit, mit Schlag,
jeder so, wie er es mag,
wunderschön und ausstaffiert,
derweil – bleib ich alleine hier.

Ein Seufzer aus dem tiefsten Grund,
zu feiern ist ja so gesund,
weil es auch der Seele schmeckt,
doch Jammern – das hat keinen Zweck.

Bläck Fööss, Räuber und de Höhner,
mitzuschunkeln – das wär schöner,
dazu noch eine Büttenrede,
Mann das wär´s doch – alter Schwede.

Doch ich bleib Der-nicht-zu-Fasser,
der Schändlich-ganz-allein-Gelasser,
der Strampelnd-tief-in-Tränen-Schwimmer,
der Niemand-hat-ihn-lieb-Herr-Wimmer.

Der Das-fünfte-Rad-am-Wagen,
der Ich-kriege-es-am-Magen,
der Der-mit-den-Silben-Tänzer,
der Heut-diese-Sitzung-Schwänzer,

Der Herrn-Tix-grad-etwas-Fopper,
der Sich-auf-die-Schenkel-Klopper,
der Euch-sehr-viel-Spaß-heut-Wünscher,
der Von-den-Kollegen-Lyncher….   12.01.2012
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Telefonanschluss

Ich habe jetzt – man glaubt es kaum,
den Hauch eines erfüllten Traums,
denn im Keller, wo ich wohn,
hat´s ab heut ein Telefon.

Ich kam heut früh am Abend heim,
wie schön kann doch das Leben sein,
wenn man sich nach dem Strohsack sehnt,
irgendwie – bin ich verwöhnt.

Ein kleiner Kanten trockenes Brot,
ein Krüglein Wasser, das sie bot,
ein Streichholzbrief zur neuen Kerze.
Ich meinte baff: „Sag, machst Du Scherze?

Dieses Sorgen kenn ich nicht,
warum, mein Herz, verwöhnst Du mich?
Und gar dazu ein neues Buch?“
Ich schnäuzte in mein Taschentuch.

Die Augen füllten sich mit Tränen,
muss ich mich nun derer schämen?
Ich sah sie an – der Blick verschwommen,
und hab sie in den Arm genommen.

Manchmal wird mir meine Welt,
einfach auf den Kopf gestellt,
und manchmal denke ich mir fast:
Sie und Ich - mein Gott, das passt.

Wenn sie mir ihre Liebe zeigt,
dann bin ich endlich gar geneigt,
zu glauben – hier bei uns Daheim,
könnt´s wie im 7. Himmel sein.

Da säuselt sie: „Statt Babyphon,
gibt’s nun dort unten Telefon,
doch dass Du mir das nicht vergisst:
Nur, dass Du stets erreichbar bist.

Das Zahlenfeld, es hat ein Schloss,
und setzt am Rahmen auch schon Rost,
doch war´s dafür, mein hehrer Prinz,
mehr als billig – Ömesöns.

Und schlummerst Du, dort im Gewölbe,
ist´s für mich nicht mehr dasselbe,
kein Klingeln stört den Schönheitsschlaf,
ich sprech von meinem – dummes Schaf.“

Wie mein Herz doch an ihr hängt,
nie ward ich so reich beschenkt,
und das auch noch bar jeder Pflicht,
ich glaube fast – sie liebt nur mich.

Nun gut, ich will nicht übertreiben,
immer auf dem Teppich bleiben,
und so warte ich gebannt,
aufs erste Klingeln – bin gespannt.  10.01.2012
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Fließend Wasser

Wie die Liebe doch bereichert,
unser Dasein arg erleichtert,
wie sie uns den Rücken stärkt,
das hab ich heut erneut bemerkt.

Mein Chef, er sprach mir ins Gewissen,
er wolle mich am Platz nicht missen,
und daher sei es mehr als wichtig,
ich sei geleert - und das auch richtig.

Es kann nicht sein, der Stuhl verwaist,
und die Arbeitskraft "verreist",
da man auf einer Sitzung weilt,
die dich des Morgens früh ereilt.

Das hab ich meiner Frau gesagt,
die meint zu mir, jetzt heut am Tag,
sie biete mir - das sind Gefühle,
ab jetzt nun eine Wasserspüle.

Ich sah sie an, ich fasst es nicht,
im Keller gibt es zwar kein Licht,
aber ihrer Liebe dank,
hab ich nun das Glück getankt.

Ich sprach: "Bekomm ich einen Schlüssel?
Für den Gang des nachts zur Schüssel?"
Da sieht sie mich entgeistert an,
reicht einen Spaten: "Nun fang an.

Der Boden ist aus Lehm gestampft,
so schlimm wird er wohl nicht, Dein Kampf,
grabe nur - so grabe tief,
während ich hier friedlich schlief.

Und wenn Du wirklich fleißig bist,
erreichst Du schon in kurzer Frist,
das Wasser, das im Boden fließt,
das Nass, das sich für Dich ergießt.

Dazu aus Blech noch einen Eimer,
so wird's Problem im Grunde kleiner,
doch denk daran, was sich gehört:
Am Morgen wird er noch entleert."

Ich fühlte nichts als Dankbarkeit,
die Liebste schönt mir meine Zeit,
macht sich ständig um mich Sorgen,
an jedem frühen neuen Morgen.

Ich nahm den Spaten, ich fing an,
und nach Stunden, irgendwann,
durchbrach ich dann die harte Kruste.
Ob die Liebste davon wusste?

Hab ich vielleicht zu viel erwartet?
Erst wird einmal übernachtet.
Und wenn ich dann erwachen werde,
grabe ich mich in die Erde.      08.12.2012
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Kamasutra

Dank des Buches Kamasutra,
wird auch solch ein lahmer Puter,
so wie ich, ganz plötzlich jung,
erfüllt vom neu gewonnenen Schwung.

Die Liebste warnt vorm Herzinfarkt,
ich schau sie an, entgegne: "Quark",
und steck die Nase schnell, erneut,
in das Buch - wie das erfreut.

Ich rücke meine Brille gerade,
nichts zu sehen, das wär schade,
ich seh mir die Verrenkung an,
und denke nur: Oh, lieber Mann.

Mich plagt ja schon der Hexenschuss,
wenn ich mich seitlich kratzen muss,
weil die trockene Haut dort juckt,
die sich im Alter kräftig schuppt.

Des Nachts ist schon der Wadenkrampf,
mein Wegbegleiter, steter Kampf,
wenn ich mich unter meiner Decke,
aus Versehen zu sehr strecke.

Da will ich Kamasutra lernen?
Das wär doch wie der Griff nach Sternen,
die Liebste meint: Gebrüder Grimm,
das mache für mich eher Sinn.

Schon beim Märchen "Tischlein deck dich",
spür ich Angst und ich versteck mich,
denn mit meinem Nervenkleid,
ist es ja nicht wirklich weit.

Das heißt also, statt arg zu schwitzen,
solle ich im Lehnstuhl sitzen,
so wie's dem alten Herrn gebührt,
der die Last der Jahre spürt.

Ich klapp das Buch ernüchtert zu,
ich bin geheilt - und das im Nu,
denn wenn davon mein Rückgrat bricht,
versuche ich es besser nicht.

Lese besser Micky Maus,
denn da kenne ich mich aus,
Bilder ohne die Gefahr,
sich zu verletzen - ist doch wahr.

Jeder Fall von solch Gymnastik,
misslingt - es mangelt an Elastik,
und Knoten aus zu viel Gelenken?
Ich mag erst gar nicht daran denken.

Denn - wer bröselt uns dann auf?
So nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Man reiche mir mein Comic jetzt,
denn noch - noch bin ich nicht verletzt.  07.01.2012
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Don't call me Schätzle

Die Liebste tritt mir jäh aufs Stätzle,
meint nur knapp: Don't call me Schätzle,
und lässt mich dann mit bösem Blick,
sowie mit meiner Angst zurück.

Sag ich "Schatz" - auch nur zum Spaß,
ist's vorbei, dann setzt es was,
"Schatz", so meint sie, heißt fast jede,
ich zanke weiter, lass sie reden.

Sie habe einen Kosenamen,
das weiß ich doch - oha und Amen,
den sag ich auch, am rechten Platz,
doch hin und wieder heißt sie - Schatz!

Vielleicht der Grund für meinen Keller,
sag ich das, so geht es schneller,
doch manchmal blüht der Übermut,
darin bin ich wirklich gut.

Nur eine Silbe, kleines Wort,
sag ich es, dreh ich mich fort,
spüre so nicht ihre Hand,
doch auch der Wind raubt mir den Stand,

Ein Luftzug - so wie ein Orkan,
Wort auf Wort und Zahn um Zahn,
und trotzdem kann ich es nicht lassen,
das ist wirklich nicht zu fassen.

Stürme erntet, früh bis spät,
der, der ständig Winde sät,
und das - das bin in dem Fall ich,
doch ich seh's als meine Pflicht.

Zwar habe ich stets Angst vor ihr,
doch das "Schatz" entgleitet mir,
und mein Mut macht mich fast stolz,
ich bin halt aus besonderem Holz.

Manchmal wispere ich's lautlos,
keine Sorge - nein, mich graut bloß,
nicht jeden Tag fühl ich mich stark,
nicht jeder Tag - ist auch mein Tag.

Doch sie schaut mir auf die Lippen,
wissend fängt sie an zu nicken,
steht aus ihrem Sessel auf,
und schon nimmt's Unheil seinen Lauf:

"Hast Du eben Schatz gesagt?
Hast Du es erneut gewagt?
Habe ich Dich nicht gewarnt?
Hast Du die Strafe nicht geahnt?

Schatz zu sagen - ein Affront!"
Angelegt mit Kimme, Korn,
zielt sie auf mich - ein Gewehr,
da still zu bleiben - fällt kaum schwer.  07.01.2012
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Grünspan

Die Liebste zeigte sich entsetzt,
so wie auch mancher Freund – zuletzt,
denn gibt es – wie ich nicht verhehle,
bei mir jetzt Übertragungsfehler.

Mancher meint, die gab´s schon immer,
doch ich meine, es wird schlimmer,
vor allem, wenn nach klammer Nacht,
ich auf dem Sack aus Stroh erwacht.

Es ist Winter – feucht der Raum,
Zuflucht finde ich dort kaum,
da ist´s kein Wunder, wie´s mich plagt,
stotternd startend in den Tag.

Manch Windung setzt jetzt Grünspan an,
ich mein, dass man´s schon sehen kann,
ich fühle mich schon fast verloren,
das Zeug wächst rankend aus den Ohren.

So schreibe ich – was ich bereue,
dummes Zeug – und stets aufs Neue,
Dies und Das und manchmal Jenes,
Schwachsinn – und nur selten Schönes.

Gibt’s zur Entfernung Konzentrate?
Gegen Schimmel, Erz und Spate?
Dass ich mit Vorsicht gurgeln kann?
Vielleicht bricht das ja diesen Bann.

Eventuell kurz eingerieben,
und eine Nacht lang wach geblieben,
auf dass die Dämpfe mich umhüllen,
und diese Sucht nun endlich stillen.

Mein Hirn – ich werde fast schon panisch,
funktioniert im Grund mechanisch,
und so kommt´s – hinter der Stirne,
zur Überspannung in der Birne.

Der Span, der die Kontakte stört,
dort – wo er nicht hingehört,
führt zu solchen Reaktionen,
das ist wahrlich so nicht ohne.

Auch eine gute Freundin spricht:
„Unterschätze das bloß nicht!“
So wie ich am Teller drehe,
macht dies der Keller – wie sie´s sehe.

Vielleicht – das wäre fast ein Segen,
bringt das die Frau zum Überlegen,
die mich stets mit harter Hand,
lächelnd ins Verlies verbannt.

Das – mein Herz – hast Du erreicht!
Hast´s mit mir nicht wirklich leicht.
Jetzt oxydieren die Synapsen,
bist Du diesem Fakt gewachsen?    06.01.2012
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Verhältnismäßigkeit der Mittel

Nur weil ich gekrümelt habe,
heute Morgen – früh am Tage,
stellt die Liebste mich nun bloß,
und mein Frust – ist riesengroß.

Sagt, ist es Euch schon mal passiert,
dass Euch Euer Blick gefriert,
beim Lesen einer SMS?
Für meine Seele größter Stress.

Da stand: „Du hast ab jetzt die Wahl,
1, 2, 3 – Du wählst die Zahl,
1 – das ist das Kellerloch, und
2 – die Burg – das weißt Du noch.

Die 3, sie steht für Flucht – vor mir,
denn Du ahnst – ich warte hier,
mit der Klatsche in der Hand,
das Ergebnis – ist bekannt.

Prellungen und blaue Flecken,
da hilft´s auch nicht, sich zu verstecken,
denn, mein Freund, sei Dir gewiss,
ich finde Dich – wo Du auch bist.“

Strafe – sie muss manchmal sein,
doch ich schwöre Stein und Bein,
in diesem Falle – ungelogen,
ist sie nicht wirklich ausgewogen.

Verhältnismäßigkeit der Mittel,
daran darf auch sie nicht rütteln.
Steht das nicht gar im Gesetz?
Ich wag den Aufstand – hier und jetzt.

Nur weil ich gekrümelt habe,
und verteilt die Marmelade,
quer durch unser ganzes Haus,
schimpft sie mich nun derart aus.

Sie meint, sie finde Knäckebrot,
in jedem Schubfach – ohne Not,
gebröselt wie nach einem Sturm,
ach, ich bin ein armer Wurm.

Ich wisch die Krümel von der Kleidung,
und stehe nun vor der Entscheidung:
Verbannung oder besser Flüchten?
Nur fehlt mir dann der Grund – zu Dichten.

Daher wähl ich das kleinere Übel,
genug des Zauderns oder Grübeln,
ich werd zu meinen Fehlern stehen,
was dann passiert – man wird es sehen.

Bepackt mit Schüppe und mit Besen,
kehr ich den Boden und den Tresen,
und der Gedanke – kam soeben,
vielleicht werd ich´s ja überleben.    04.01.2012
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Umzug

2012 - das Jahr fängt an,
wie schön, dass ich das sagen kann:
Alle Lieben sind dabei.
Ich freue mich - ich bin so frei.

2012 - das Jahr geht weiter,
älter zwar, doch nicht gescheiter,
denn gestern, so gestehe ich,
lief ich ins Abseits - rettet mich!

Ein schöner Abend - Höhenflug,
ich übte Vorsicht, das war klug,
doch statt Respekt an einer Klippe,
riskierte ich die dicke Lippe.

Da meinte meine Ehefrau,
zu den Freunden: "Bitte, schaut!
Der Keller, seid mir jetzt nicht bös,
ist scheinbar wohl - zu luxuriös.

Der Teppich, der aus 8. Hand,
den ich zuletzt im Sperrmüll fand,
der macht's dort unten zu behaglich,
ob das gut war? Scheinbar fraglich.

Jedoch, ich weiß um List und Tücke,
Grouvens Burg, Familie Mücke,
da gibt's ganz unten sicherlich,
Burgverließe - ohne Licht.

Dort an Grouvens Römerstraße,
das sei die gerechte Strafe,
und schließt die Tür dann kreischend,
schwer,
wink ich ihm fröhlich hinterher.

Dort hat er Zeit, dort hat er Muße,
zu Überlegen und zur Buße,
der Abend hat mich doch bestärkt:
Ab hinters feste Mauerwerk."

Ich sah die Freunde bettelnd an,
mein Gott - Ernst ist doch auch ein Mann,
doch als Karin Zeichen gab,
wendete er schaudernd ab.

Nun gilt es für mich - umzuziehen,
die kurze Freiheit nur geliehen,
mit Kerzen und dem Sack aus Stroh,
zieh ich von dannen - ist halt so.

Der Teppich, der mir Wärme gab,
den gebe ich nun wieder ab.
Was mich am Ende glücklich stimmt,
ist, dass der Frost ne Auszeit nimmt.

2012 - oh ja, ich sehn mich,
nach meinem Keller- und nicht wenig,
Ihr könnt's heut Morgen alle lesen:
Ach wäre ich doch still gewesen.    01.01.2012
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Guter Rat

Ach, wäre ich ein weiser Mann,
dann nähme ich den Ratschlag an,
den mein großer Chef mir gab,
heute – just am Weihnachtstag.

Doch wird das Jammern mir zu Pflicht,
denn – mein Gott – ich bin´s ja nicht,
und ich habe mich stattdessen,
beim Bücherräumen heut vergessen.

Gefühlt sind es fast 2 Millionen,
geschriebene Worte, die es lohnen,
dass ich sie im Regal verstau,
ach, ich bin ne arme Sau.

Ich mach der Liebsten schöne Augen,
ohne recht daran zu glauben,
dass sie mir die Pflicht abnimmt,
und komme dann zum Schluss – Es stimmt!

Sie meint nur knapp: „Erinnere Dich,
oder ich vergesse mich.
Wer hat sie damals weggeräumt?
Das war ich, mein lieber Freund.

Über 40 schwere Kisten,
galt es für Dich auszumisten.
Der Rücktransport – der ist nun Dein,
Howgh und Ende – so soll´s sein!“

Ich schickte laufend SMSen,
an meine Kinder – kannst vergessen,
niemand hat drauf reagiert,
da habe ich´s erneut gespürt:

Ich bin alleine – ohne Liebe,
statt Zuckerbrot setzt es nur Hiebe,
und da das Jammern eh nichts nützt,
lass ich es sein – das ist kein Witz.

Ich bin ein Mann, der Schöpfung Krone,
wie der Vater, so der Sohne,
doch liest die Allerliebste das,
ich weiß genau – dann setzt es was.

Drum trollte ich mich auf den Speicher,
allein – doch an Erfahrung reicher,
und sortierte Buch für Buch,
weinte in mein Taschentuch.

Die Regale sind jetzt voll,
14 Stück – ist das nicht toll?
Doch wenn ich nun ganz ehrlich bin,
weiß ich nicht mit dem Rest – wohin?

Ach, lieber Chef – hätt ich gehört,
Dein guter Rat war nicht verkehrt,
ich wies ihn ab – aus freien Stücken,
stattdessen hab ich´s jetzt – im Rücken.   26.12.2011
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Tierarzt Dr. Risges

Fühlt der Hund sich einmal übel,
fühlt´s auch der Mensch – ja, Brief und Siegel,
denn trifft der Blick dich – offen, treu,
ist´s mit der Herr-lichkeit vorbei.

Dann fragt man sich, wo´s Hilfe gibt,
und weil man seinen Hund ja liebt,
greift man fix zum Telefon,
die Nummer – nun, die weiß man schon.

Frau Dr. Risges – Frau der Tat,
mit Lächeln und mit gutem Rat,
mit flotter Hand – mit Spaß und Witzen,
und wenn´s sein muss – auch mit Spritzen.

Die gibt es dann ins hintere Leben,
ja, mein Hund – das soll es geben,
und so sehr du dich auch sträubst,
die Frau – mit ihrer Spritze – bleibt.

Ein kleiner Stich – schon ist´s vorbei,
und morgen fühlst du dich wie neu,
doch da ich´s nicht erklären kann,
stellst du dich halt bockig an.

Und ich als Mann – ich leide mit,
das ist das Schlimmste, das es gibt,
ein Mann, ne Spritze und sein Hund,
da bleibt man besser schön gesund.

Und doch gibt’s für den Fall der Fälle,
in Kerpen die perfekte Stelle,
für Hunde – und viel Kleingetier,
der Schwanz – er klemmt schon vor der Tür.

Die Ohren down – den Stätz gezogen,
ein Bild des Jammers – ungelogen,
und ließ man jetzt die Leine los,
dann wäre – die Entfernung groß.

Doch meine Liebste ist gewandt,
hält die Zügel in der Hand,
das ist so ähnlich – wie bei mir,
wenn ich ihre Erziehung spür.

Dann geb auch ich kein Widerwort,
ich höre immer – (fast) sofort,
und auch dem Hund scheint das nicht neu,
er sträubt sich kurz – dann ist´s vorbei.

Heut geht’s ihr wieder königlich,
auf dem Damm – und völlig frisch,
wie schön, wenn man im Ernstfall weiß,
wo Hilfe naht – so schließt der Kreis.

Genug der Worte, der mit Flügeln,
ich sollte mich jetzt langsam zügeln,
sonst wird der Reim vielleicht zu lang,
Frau Dr. Risges – vielen Dank.    21.12.2011
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Floating

Die Liebste, sie entspannt beim Floating,
und ich? Entspannte mich beim Goat-ing,
jedem das, was ihn verzückt,
ich durfte gestern – welch ein Glück.

Mein Weib schwamm auf dem warmen Wasser,
der Geist, er löst sich – sie ward nasser,
eine ganze Stunde lang,
tief entspannt – kein bisschen bang.

Denn die Liebste wusste nichts,
im Tank gesperrt, bei Dämmerlicht,
von meiner Bitte – telefonisch,
um eine Springflut – klingt´s auch komisch.

Ich rief den netten Herrn dort an,
ob er für mich was machen kann,
ich schilderte ihm – all mein Leid,
bat um Verständnis – freie Zeit.

Er müsse doch wohl mit mir fühlen,
und sie – flott durch den Abfluss spülen,
eine Sturmflut – dort im Tank,
…schon vorab – den besten Dank.

Er tat, als ob er überlegte,
er wägte ab, er schob und drehte,
dann meinte er – so nebenbei,
auch er sei ja nicht wirklich frei.

Er verstehe all mein Sinnen,
ich sei arm dran – und er von hinnen,
es sei zwar alles unerträglich,
und ich jammere auch recht kläglich.

Doch sei das technisch so nicht möglich,
er versuch´s – das war schon löblich,
doch fasst der Tank nur wenige Liter,
ich verstand – das war schon bitter.

Und der Abfluss sei zu schmal,
das Salz setzt Kruste – wie fatal,
da sei der Weg zum Rhein versperrt,
ich sähe das wohl zu verzerrt.

Er könne zwar den Deckel schließen,
dazu noch 100 Liter gießen,
doch durch das Salz – so ausgewogen,
schwimmt der Mensch halt immer oben.

Dann legte er den Hörer auf,
das Unheil nimmt nun seinen Lauf,
wenn die Liebste mich erschießt,
falls sie diesen Reim nun liest.

Was mach ich nur – zum Wogen glätten?
Wie kann ich mich am Ende retten?
Vielleicht – indem ich ihr setzt sage:
Schön, dass es schön war – keine Frage.    11.12.2011
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Schutz

Dideldei und dideldum,
heute noch - bringt sie mich um,
dideldum und dideldei,
sie wetzt die Klingen - ist dann frei.

Ich habe mir - ist das zu fassen,
nichts zuschulden kommen lassen,
ich laberte sie nur kurz voll,
sie meint, dass ich das lassen soll.

Sie sei nun grad bei der Lektüre,
ob ich's denn immer noch nicht spüre,
dass sie Ruh und Frieden braucht,
sie fühle sich mental missbraucht.

Dann zog sie - trügerisches Zeichen,
und ein Grund zur Flucht, zum Weichen,
ihre Augenbraue links,
diese Warnung - ja, die bringt's.

Ich schränke ein: Normalerweise,
doch diesmal waren meine Kreise,
war der Empfang massiv gestört,
hab's nicht erkannt - und nicht gehört.

Da sprach sie nur - gefährlich still,
zu dem, der heut nicht hören will:
"Stell dich nicht so furchtbar dumm,
noch ein Wort - ich bring dich um!"

Das war der Warnung mir genug,
jetzt zu schweigen - wäre klug,
denn wenn ich auf der Bahre liege,
verpasse ich - die Kölner Siege.

Und außerdem - das soll so sein,
fiel mir ein kluger Ratschlag ein,
da sprach mir jemand, frei heraus:
"Such Schutz in einem Männerhaus.

Das gibt's gewiss, mit Sicherheit,
auch in Köln - ich lebe weit,
doch merke ich - an jedem Stück,
du wirst methodisch unterdrückt."

Ich schaute gleich ins Internet,
die Gelben Seiten - A bis Z,
und fragte dann - ich bin ein Schaf,
die Liebste, ob ich wohl auch darf.

Das End vom Lied - Ihr kennt's genau,
ich bin an solchen Stellen blau,
die man - steht's das gleiche Lied,
auf den ersten Blick nicht sieht.

Dass ich nun gleich im Stadion bin,
hat letztlich seinen Grund darin,
dass meine Frau heut gnädig ist,
dieser Fakt ist mir gewiss.    10.12.2011
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Samstagmorgen

Ich habe gestern nicht gedacht,
dass ich nach einer langen Nacht,
heute Morgen Kleinkind hüte,
und mein Können überbiete.

Die Eltern sind heut kurz verreist,
Haus und Hof komplett verwaist,
und meine Liebste schläft gerecht,
so ist's an mir - das ist nicht schlecht.

Brav sitz ich, bewach den Schlaf,
und da nichts bleibt - ich sonst nichts darf,
reime ich - das ist nicht schwer,
mir einfach meinen Speicher leer.

Erzähl von einem Tag voll Sonne,
vom Wochenende und von Wonne,
von einem großen Eis, das winkt,
von einem Schlüssel - der versinkt.

Von 30 Jahren "Mitgliedschaft",
fast so was wie Sippenhaft,
bei "meiner" Firma", - ach und weh,
fast so schön - wie beim FC.

Von meiner Frau, die heut vergisst,
dass sie mich in den Keller schließt,
von einem Schloss - ganz nah beim Dom,
neben dem von unserem Sohn.

Erzähl vom Hund - kurz im Asyl,
für eine Nacht - so nach Gefühl,
ging es ihr - und das ist dämlich,
fast wie mir - zumindest ähnlich.

Obwohl ich - ist denn das zu fassen?
Nicht vor Freude Wasser lasse,
wenn meine Frau mich wieder holt,
der Hund ist da wohl falsch gepolt.

Erzähle von dem Spaß - am Reisen,
vom Fliegen, Spielen und vom Speisen,
Reisen ist für uns Genuss,
der "alten Menschen" wahre Lust.

Ein Wochenende - Sonne pur,
fürs Nervenkleid fast eine Kur,
weil der Geißbock Pause hat.
Ohne Fußball? Ob das klappt?

Dafür heißt’s beste Freunde treffen,
um bei Musik sich zu vergessen,
am Sonntagabend - das wird schön,
Gesang, Genuss - von 8 bis 10.

Ich lieb mein Leben, wie es ist,
und wenn Banales man vergisst,
ist man(n) doch wirklich glücklich dran,
der Samstagmorgen fängt grad an.    12.11.2011
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Korn

Die Liebste sprach, just zu der Zeit,
das hohe Fest sei nicht mehr weit,
und ein Geschenk - gar königlich,
gäb es schließlich auch für mich.

Sie meinte noch: "Nun denk mit Muße",
schloss dann die Tür mit schönem Gruße,
und ließ mich für die Nacht allein,
dort wo die Kartoffel keimt.

Ich musste nicht lang überlegen,
ein Wasserbett, das wär ein Segen,
die Nacht im Keller ist so lang,
kühl und dunkel, feucht und klamm.

Für meine Knochen ein Genuss,
auf dass ich mich nicht krümmen muss,
wenn mich die Arthritis plagt,
gut gerüstet in den Tag.

In Gedanken schwamm ich schon,
ich war brav - das wird mein Lohn,
doch habe ich, in dieser Nacht,
die Rechnung ohne Wirt gemacht.

Denn die Liebste meinte nur:
"Geld ausgeben? Nicht die Spur!
Woher kommt dieser Höhenflug?
Dein Wunsch sei klein - und Du sei klug.

Als ich Dich gestern Abend fragte,
als ich Dir - Komm, jetzt wünsch was - sagte,
da dachte ich ganz sacht bei mir,
Du hast die Richtung schon gespürt:

Denn es ist Herbst, das Korn vom Feld,
ein Ballen Stroh, für wenig Geld,
vielleicht noch von der Maus bewohnt,
geringer Aufwand - der sich lohnt.

Dazu vom Trödel Kandelaber,
für das Licht - kein Wenn, kein Aber,
ein Schlafanzug als warmer Schutz,
gestrickt von unserer Freundin, Mutz."

Ich sprach geschockt: "Was? Ich im Strampler?
Wie sieht das aus?" - …"Hör auf zu hampeln.
im Keller sieht das niemand nicht",
meinte sie - "Noch nicht mal ich!

Dann noch ein Teller Marzipan,
und Liebster, Dir ist wohlgetan,
wer braucht da schon ein Wasserbett?
Dank mir nicht - ich bin nur nett."

Mit diesen Worten - frei und frisch,
und lächelnd - so entlässt sie mich.
Und Eines bleibt erneut gewiss:
Sie weiß, was bestens für mich ist.  01.11.2011
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Halloween

Die Liebste sprach: "So bleib heut drin.
Denk dran, es ist Halloween.
Verängstige die Kinder nicht,
mit deinem Anblick - und Gesicht.

Auch für mich war's einst ein Grauen,
dich jeden Morgen neu zu schauen.
Beileibe nicht - das war nicht schön,
doch habe ich mich – dran gewöhnt.

Und hin und wieder kommt die Zeit,
da nutzt man die Gelegenheit,
denn Sonntagmorgen – in der Früh,
schreckst du die Eier ab wie nie.“

Hört´s sich für Euch grausam an?
Ich stumpfte ab – so irgendwann,
und in den Spiegel – bitte sehr,
schaue ich schon lang nicht mehr.

Die Liebste war es leid, zu fegen,
an trautem Heim ist mir gelegen,
und da ich weiß, der Spiegel springt,
helf ich mit, damit´s gelingt.

Jeder Spiegel ward verhängt,
nur beim Rasieren wird es eng,
die morgendliche Nassrasur,
hinterlässt so manche Spur.

Und rinnt der Saft dann hemmungslos,
ist das Geschrei ganz riesengroß,
das Blut es schmiert – Gesicht voll Pein,
Erinnerung an Frankenstein.

Mein Chef dreht um – er muss sich legen,
es kreischen heftigst die Kollegen,
so manche sind der Ohnmacht nah,
nachdem man mich bei Tag-Licht sah.

Die Liebste meinte jetzt verschmitzt,
sie habe was für mich geschnitzt,
einen Kürbis – groß, zum Schutze,
auf dass ich ihn als Maske nutze.

Und vom Inhalt gibt es Suppe,
sie ist halt von der fixen Truppe,
nichts kommt fort – und nichts geht um,
Wegzuwerfen – wär ja dumm.

Seitdem – ich gebe es ja zu,
kam mein Umfeld mehr zur Ruh,
der Anblick – vorher – war unsäglich,
jetzt – mit Kürbis – ist´s erträglich.

Halloween ist meine Zeit,
zur Schreckverbreitung – bin bereit,
so schließt die Augen – nicht zu knapp,
ich nehme jetzt den Kürbis ab.        31.10.2011
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Gerechtigkeit

Denkt bitte jetzt von mir nicht schlecht,
jedoch, das Leben ist gerecht:
Die Liebste zwingt mich in die Knie,
doch die Strafe – die hat sie.

Der Keller ist so feucht und klamm,
ich zünde meinen Strohsack an,
hab neben Wärme – so auch Licht,
ich fröstele, es ist so frisch.

Die Uhr ward gestern umgestellt,
und wenn es mir auch nicht gefällt,
so dauert meine Nacht, die Schicht,
ein Stündchen mehr – bei kargem Licht.

Bald klirrt schon der erste Frost,
hier ist es feucht, ich bilde Rost,
im Hirn verklemmt mir die Mechanik,
und was ich fühle – das ist Panik.

Was wird, wenn sie mich jetzt vergisst?
Wenn´s Bleiben hier von Dauer ist?
Und da der Strohsack nun verbrannt,
lehn ich mich an die kühle Wand.

Ich schaue zaudernd auf die Uhr:
Wo bleibt sie mit dem Schlüssel nur?
Diese eine Stunde mehr,
auszuharren – fällt so schwer.

Hoffnungslos – heißt pures Gift,
denn das Geräusch, das mich betrifft,
ist nur das Krabbeln an der Wand,
Spinnenbein auf losem Sand.

In Dunkelheit sind sie so groß,
meine Angst lässt mich nicht los.
Ich weiß, ich weiß – das ist Phobie,
aufgrund der starken Phantasie.

Als mir die Hoffnung fast versiegt,
als mir nur noch das Beten blieb,
da hör ich – kurz vor dem Erfrieren,
ihre Schlüssel in den Türen.

Sie schließt mir auf – ein Bild des Jammers,
und lässt mich still aus meiner Kammer,
die Stimme weg, der Husten plagt,
Schnupfen, heiser – welch ein Tag.

Sie meint zur mir: „Gib dir mal Mühe,
koch mir eine heiße Brühe,
du siehst es ja, es geht mir mies…
Der Herr aalt sich im Paradies!“

Ich werde sie von Herzen pflegen,
dann gibt sie mir bestimmt den Segen.
Heut Nachmittag spielt – wie bekannt,
mein Bock ja gegen Lummerland.    30.10.2011
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Puppe

Morgen küsse ich die Puppe,
denkt was Ihr wollt - das ist mir schnuppe,
selbst meine Frau hat's mir erlaubt,
wer, bitte, hätte das geglaubt?!

Ach, das ich es noch grad erwähne,
sie meinte nur:"Putz dir die Zähne,
denn heut gibt's Knofi - eine Sucht,
da küsst man nicht mit Mundgeruch."

Ich schlafe diese Nacht wohl wenig,
denn ich bin ehrlich - ja, ich sehn mich,
nach diesem Akt - vor Publikum,
fragt mich bitte nicht warum.

Das ist einfach die Natur,
von Lippenstift gibt's keine Spur,
ich merke jetzt schon - nein, kein Witz,
wie ich meine Lippen spitz.

Hoffentlich - das wäre dumm,
vergess ich nicht, um mich herum,
Gesichter - voller Eifersucht,
ich hör schon fast, wie mancher murrt:

"Warum darf denn jetzt Der so lange?
Hinten wartet eine Schlange.
Ein jeder möchte nun mal dran
man ist schließlich doch nur Mann."

Ängstlich schaue ich zur Seite,
im Ernstfall suche ich das Weite,
doch im Moment do ich my best,
und ich saug mich einfach fest.

Ich spüre keine Gegenwehr,
ich merk, das Aas will scheinbar mehr,
ist unersättlich - und letztendlich,
ist das ja bei mir verständlich.

Selbst meine Frau zieht´s zu mir hin,
wenn ich nicht grad im Keller bin,
sie meint, ich mach ihr einfach Spaß,
nun gut, zumindest glaub ich das.

Ein letzter Kuss, ich muss mich lösen,
oh Puppe, sei mir jetzt nicht böse,
wenn du mich nicht missen kannst,
stell ich mich an zum nächsten Tanz.

Doch möchtest du mich gern auf Dauer,
so nimm es bitteschön genauer,
an Leidenschaft hatt´s schon gefehlt,
Du warst so kalt, wie unbeseelt.

Erste Hilfe, liebe Leser,
Kusskommando vom Malteser,
Beatmungstest - von Mund zu Mund,
nur kurze Zeit, dann geht es rund.  28.10.2011
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Elektrik

Bei allem Stress und aller Hektik,
ist die Fachfrau für Elektrik,
nicht meine Frau – ach, geht mir weg,
selbst sie ist Mittel nur zum Zweck.

Streikt im Haus die Sicherung,
erfahr ich jetzt Erleichterung,
und unumwunden geb ich zu:
Für uns sind das zwei linke Schuh.

Da fragt man lieber ungehemmt,
den Fachmann, der sein Handwerk kennt,
wobei es uns letztendlich friert,
wenn der die Rechnung präsentiert.

Da kann´s geschehn – muss ich mich schämen?
Dass die Augen brennen, tränen,
und ich frustriert erkennen muss:
Ich bin pleite – kurz und Schluss.

Das alles ist ab jetzt passé,
das Zahlenwerk tut nicht mehr weh,
Ohm und Volt – ja selbst Ampere,
machen es uns nicht mehr schwer.

Unsere Lösung zeigt die Zähne,
ohne Spott und ohne Häme,
zeigt sie was sie will und kann,
spuckt in die Pfoten – und fängt an.

Steht der Rahmen aus der Wand,
riecht ein Kabel wie verbrannt,
ist der Schalter ihr suspekt,
entsorgt sie´s schnellstens – ab und weg.

Angst vor Spannung hat sie wenig,
nur wer anpackt – der ist König,
das Zahn-Werk kurz mal angesetzt,
das wird bei Hunden hoch geschätzt.

Danach den Schalter schnell zerkaut,
ihr ist nur wohl in ihrer Haut,
wenn sie Abfall sorgsam trennt,
hier zu schludern – ist ihr fremd.

Spät am Abend öffnen wir,
nach einem Ausflug unsere Tür.
Da sitzt sie stolz – ich hab´s bemerkt,
auf ihr komplettes Tageswerk.

Ich sag zu ihr – tief in der Nacht:
„Schön, das hast du fein gemacht.
Wie gut, dass ich das sagen kann:
Du stehst im Haushalt deinen Mann.“

Nur meine Frau – ein Mensch zum Lieben,
ist mit uns beiden – nicht zufrieden,
sie weist den Weg zum Keller – stumm,
ihr Blick spricht: „Denkt nur nach, warum!“  20.10.2011
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Winterfest

Wochenende – freie Zeit,
alles was mich nervt liegt weit,
ständ die Liebste nicht vor mir,
und weist mit strengem Blick zur Tür.

Meint lakonisch: „Es gab Frost,
und rastest du, so setzt du Rost,
also Mann, versuch your best,
mach die Pflanzen – winterfest.

Und packst du unsere Pflanzen warm,
hat das den gewissen Charme,
dass du im nächsten Frühjahr schon,
genug ersparst von deinem Lohn.

Was dann den Winter überlebt,
was dann nach neuer Blüte strebt,
das schadet nicht, das tut nicht weh,
und das schont – dein Portemonnaie.

Und sieh es so, es wäre richtig,
für dein Wohlempfinden wichtig,
wenn du Sorgfalt walten lässt.
Mach die Pflanzen winterfest!“

Wenn die Liebste derart spricht,
mucke ich mich besser nicht,
und mit Folie und dem Messer,
schritt ich zur Tat – das ist dann besser.

Sie wies mich an, ich hab geschleppt,
das ist der winterfeste Rap,
zwei Schritte links, zehn Schritte dort,
Samstagmorgen im Akkord.

Mit der Folie aus dem Baumarkt,
fühl ich mich am Ende Sau-stark,
hab gewickelt, hab gepackt,
Daumen hoch – ich bin auf Zack.

Klopfte stolz bei ihr ans Fenster,
weit alle Ängste – die Gespenster,
ich war recht stolz, perfektes Werk,
hätt ich nur ihren Blick bemerkt…

Sie schaut mich an: „Mir wird’s zu bunt,
wo bitte, hast du unseren Hund?
Hörst du nicht das leise Jaulen?
Oh, ich denke, ich muss faulen.“

Ich schau betroffen – und erschreckt,
oh, mein Gott, der Hund ist weg,
da seh ich ferne ein Paket,
wo´s hinten wedelt – sich bewegt.

Wo´s hobelt – nun, dort fallen Späne,
muss ich hier jetzt noch erwähnen?
Dass mir der Platz im Keller lacht,
winterfest – die nächste Nacht.      15.10.2011
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Massage

Ich sprach zu meiner Liebsten fromm:
„Ich bin bereit, nun bitte komm,
und massiere meine Glieder,
von Kopf bis Fuß – und immer wieder.

Ich bin geschafft vom Tageswerk,
erklomm so manchen (kleinen) Berg,
ich fühl mich einfach nur verspannt,
drum bitte, walte deines Amts.“

Ich seufzte, lehnte mich zurück,
erwartete mein bisschen Glück,
da meint die liebste Ehefrau:
„Massage? Ist der Super-GAU.“

In meinem Fall macht´s wenig Sinn,
da ich entsetzlich kitzlig bin,
kaum beginnt man, mich zu kneten,
hilft kein Jammern, hilft kein Beten.

Selbst beim Haarschnitt, beim Frisör,
fällt mir stilles Sitzen schwer,
ich bin da wirklich sehr empfindlich,
erscheint Euch das auch reichlich kindisch.

Nur manchmal – bin ich abgelenkt,
wann und wo? Das sei geschenkt.
Der Schweigemantel deckt still ab,
was ich hier nicht erzählen mag.

Zurück zum Thema – aber fix,
die Liebste meint, da kennt sie nix,
Massage sei für mich passé,
tut der Rücken noch so weh.

Ein bisschen Strecken, das vielleicht,
die Bank im Keller – ja, die reicht,
da kettet und da zieht sie mich,
bis das Gelenk, die Sehne bricht.

Sie dreht das Rad, sie zieht mich lang,
„Bist du bald fertig?“, frag ich bang,
da meint sie nur, das mache Sinn,
und dass ich später dankbar bin.

Wie gut, dass meine Frau stets weiß,
was Sorge um den Liebsten heißt,
die Streckbank aus der Burg am Rhein,
wird laut ihr die Lösung sein.

Doch wage ich das Denken kaum,
Massagesessel – wär ein Traum,
weich geknetet – in den Schlaf,
schade – dass ich das nicht darf.

Ob ich sie vielleicht mal frage?
Leise bitte, bitte sage?
Ich habe Angst – Ihr wisst genau,
vor meinem Chef – sprich, meiner Frau.  10.10.2011
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Monte Mare

Bedburg - Sauna - Monte Mare,
warum nur in die Ferne fahren,
liegt das Gute doch so nah,
kommt und schaut, sagt einfach Ja.

Bedburg - Sauna - Monte Mare,
komm und schaue - und erfahre,
wie wunderbar das Leben spielt,
wenn man sich wie im Urlaub fühlt.

Einfach Seelen baumeln lassen,
und das Glück beim Schopfe fassen,
die ganze Welt um sich vergisst,
wer dafür nur offen ist.

Entspannt in einer Sauna sitzen.
Wozu? Na Hallo, um zu schwitzen,
bis das Wasser - ganz geschwind,
dir aus allen Poren rinnt.

Hinter nach ins Kühlungsbecken,
um den Kreislauf neu zu wecken,
welch ein Dasein - dann und wann,
wie schön, wenn man genießen kann.

Salz auf deiner Haut zu spüren,
weicher Teint, der öffnet Türen,
auf dass du dich wie 20 fühlst,
bei Monte ist das Leben Spiel.

Ein Buch zu lesen - Ruheraum,
perfekte Stille wird zum Traum,
das ist für mich die Art von Tag,
wie ich's einfach gerne mag.

Und selbst der Leib kommt nicht zu kurz,
im Restaurant geht's um die Wurst,
um Salate, Kreationen,
die zu speisen einfach lohnen.

Das ist schön - ich freu mich drauf,
lass meinen Träumen ihren Lauf,
Bedburg, gar nicht weit von hier,
sozusagen vor der Tür.

Vielleicht auch zur Silvesternacht,
Möglichkeit zum neuen Start,
in ein weiteres schönes Jahr,
mit Monte Mare - das ist klar.

Urlaub macht ein jeder gerne,
manchmal zieht´s dich in die Ferne,
doch manchmal liegt grad in der Kürze,
der Spaß und die besondere Würze.

Kommst du müd am Abend heim,
dann ist die Erkenntnis dein:
Das nächste Mal fällt dir kaum schwer,
ach, wenn es doch schon morgen wär.    07.10.2011
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Eklat

Weiter Strand und hohe Wogen,
im Eifer kurz mal ausgezogen,
und die Kleidung dann verlegt,
wie hat die Liebste sich erregt.

Sie sprach zu mir, ich sei recht schusslig,
irgendwo sogar schon dusslig,
wenn ich die Kleidung schon verlier,
dann bitte doch nicht heut und hier.

Zu Spielen - das sei schon genehm,
jedoch, dass ich mich jetzt nicht schäm,
das sei die Wurzel allen Übels,
über mich - den Spott aus Kübeln.

Dann schickt sie mich - da kennt sie nichts,
zurück zum Strand - das sei wohl Pflicht,
und meinte noch: "Dreh Stein um Stein,
so komm mir bloß nicht ohne heim."

Nun bin ich ja nicht wirklich kleinlich,
doch diese Story ist schon peinlich,
was denkt die Menschheit nur von mir,
am besten blieb ich einfach hier.

Will mich nicht mehr zuhause zeigen,
und der Mantel allen Schweigens,
soll alles decken - bis zum Tag,
da niemand mehr danach je fragt.

Lästige Chronistenpflicht,
anders akzeptier ich's nicht,
schreib, was mich bedrückt vom Hals,
streu in die Wunde auch noch Salz.

Halb Henne Strand spricht schon darüber,
mich zu verstecken - wär mir lieber,
und von zuhause fragt mein Kind,
was Mutter schrieb - ob das wohl stimmt.

Die Tochter sprach, wär sie noch klein,
ginge sie ad hoc ins Heim,
doch leider sei sie schon zu groß,
fürs Altersheim - zu jung! Welch Los.

Sie wende sich mit Grauen ab,
was sie für einen Vater hat,
und auch der Sohn - im Studium,
fragt mich stumm: "Wieso? Warum?"

Doch jetzt, Ihr Lieben, frag ich mich:
Übertreibt Ihrs da jetzt nicht?
Nur weil der Hund Geschirr verlor,
wirft man mir, das ach so vor....?

Wäre mir das selbst geschehen,
könnte ich Euch noch verstehen.
Außerdem wohl kein Eklat.
Das Teil ist doch schon wieder da.  29.09.2011
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Mückentod

Der Abend kommt, ich such die Ruhe,
Beine hoch, hinfort die Schuhe,
ich lehne mich entspannt zurück,
genieße meinen Teil vom Glück.

Da hör ich plötzlich leises Summen,
registrier entnervt ein Brummen,
erschaue, nah der Agonie,
den Aufmarsch einer Kompanie.

Mücken - generalstabsmäßig,
zücken Stachel, sehr gefräßig,
blasen Angriff - gar nicht gut,
es dürstet sie nach meinem Blut.

Ich würde mich so gern verstecken,
hinter Möbeln, unter Decken,
und doch trifft mich mit Hinterlist,
nach und nach - manch Stich an Stich.

Doch heute nicht, heut steh ich auf,
tief Luft geholt - und angehaucht,
stürz ich die Mücken, lass sie enden,
von Decken, Sofa, von den Wänden.

Superman trägt blau und rot,
und ich? Ich bin der Mückentod,
seit heut ist alles voll paletti,
denn es gab Knoblauch, mit Spaghetti.

Ein Pfund Nudeln - mit drei Knollen,
wenn die Biester mich jetzt wollen,
erleben sie - wenn Ihr versteht,
den Rächer im befleckten Cape.

Spaghetti, die verzehr ich gerne,
doch besser bleibt Ihr mir dann ferne,
weil ich - auch als reifer Mann,
noch nicht gesittet speisen kann.

Ziert mein Cape auch manches Fleckchen,
erfüll ich dennoch jetzt mein Zweckchen,
und hauch die Mücken aus der Luft,
dank Knoblauch, welch vertrauter Duft.

Früher gab's dafür Paral,
den Mücken heut partout egal,
sie haben sich - das ist nicht schön,
seit langer Zeit daran gewöhnt.

Ich stell mich hin, nehm Haltung an,
wie gut, dass ich mich wehren kann,
da erscheint die Mückenbrut,
komplett maskiert - dahin mein Mut.

Erneut spür ich Millionen Rüssel,
mein Blut es fließt, fast eine Schüssel,
die Mücken - oh, wie leide ich,
mit Schlabberlatz - bereit zum Stich.   27.09.2011
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Blickrichtung

Ich schaue sinnend auf die Düne,
fühle weder Schuld noch Sühne,
genieße einfach meine Zeit,
alles was mich nervt ist weit.

Hab den Sinn ganz leer gefegt,
und schäm ich mich - ist's widerlegt,
wie gut, dass man mich nicht vergisst,
dass das der Sinn des Urlaubs ist.

Mein Blick zur Düne, er verschwimmt,
und wenn man es beim Namen nimmt,
liegt das am Regen - und daran,
dass ich fast nur schlafen kann.

Die Augen quer, wie sie fast schielen,
ich tu doch nichts, ich will nur spielen,
und wenn ich sie grad öffnen will,
wird's plötzlich in mir wieder still.

Ich beseh mich ruhig von innen,
kann dabei fast nur gewinnen,
und träum von Freundschaft, Meer und Wind,
wie schön, dass wir in Urlaub sind.

Ich liebe diese stillen Tage,
im hohen Norden - ohne Frage,
ich liebe, einfach nichts zu tun,
mich zu entspannen, auszuruhn.

Sagt Ihr, das verträgt sich nicht:
Urlaubsfeeling plus Gedicht,
so seid gewiss und haltet Ruh,
für mich gehört auch das dazu.

Lesen und am Strand spazieren,
den Wind um meine Nase spüren,
die Gischt, der Sand auf meiner Brille,
und ansonsten? Einfach Stille!

Das Telefon, es rührt sich kaum,
so zu leben - ist ein Traum,
zumindest eine kurze Weile.
Dass er endet? Keine Eile!

Frisches Brot mit frischem Fisch,
krosse Brötchen auf den Tisch,
und Waffeln - Sahne, weiß wie Schnee,
aus dem nahen Farm Cafe.

Wird es kühl, wärmt uns das Feuer,
der Ofen ist uns lieb und teuer,
kaum zieht die Wärme durch das Haus,
ist es mit mir - wieder aus.

Ich setz mich heimlich in die Ecke,
still - dass ich mein Weib nicht wecke,
betrachte mich erneut von innen,
und werde gleich damit beginnen.... 21.09.2011
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Strand

Ein Mal im Jahr kommt meine Zeit,
ohne Hektik, Stress und Leid,
da bin ich einfach kurz verreist,
und mein Strohbett – bleibt verwaist.

Dann ist die Liebste gut zu mir,
die Zeit, da ich Erholung spür,
in der sie mich im Glauben wiegt,
dass sie mich tatsächlich liebt.

Keine Ketten, sanfte Nächte,
wenig Pflichten – etwas Rechte,
zwar nicht zu viel, sie kennt mich gut,
das führe sonst zu Übermut.

Sie tut in unserem Freundeskreis,
als ob sie um den Kummer weiß,
der mich das ganze Jahr umfängt,
und spricht – dass sie gar an mir hängt.

Ja – ich habe ihr geglaubt,
hab fröhlich in den Tag geschaut,
hab endlich einmal Glück gekannt,
bis heut Morgen – früh am Strand.

Sie sprach zu mir: „So nimm den Hund,
die Luft am Meer ist so gesund,
das regt dich an, den Appetit,
und weißt du was? Ich komm gleich mit.“

Gesagt, getan – die Frau! Ein Wort!
Die Nordsee hab ich stets gemocht.
Die Sonne scheint, die Brandung bricht,
oh, neuer Tag – enttäusch mich nicht.

Wir gingen still – fast Hand in Hand,
Sonne, Wellen, Meer und Sand,
da zeigt sie ferne einen Pfahl,
….mit einer Kette – ach, egal.

Muss ich etwa weiter sprechen?
Derweil die Wellen machtvoll brechen,
sitz ich dort – das ist halt so,
und sehne mich nach meinem Stroh.

Die Leute gehn vorbei – schaun komisch,
ich zuck die Achseln – ganz lakonisch,
und hoffe, es kommt bald die Zeit,
da sie mich erneut befreit.

Denn wird es Nacht – so glaubt es mir,
dass ich meine Ängste spür,
des Nachts am dunklen Meer allein?
Sie wird wohl nicht so grausam sein…

Ich bin hungrig, fühle Not,
mein Magen knurrt, die Luft voll Jod,
mal sehn, wann sie mich zu sich ruft,
bis dahin - hab ich frische Luft.    16.09.2011
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Brötchendienst

Stellt der Bürgermeister mal,
sich demnächst zur Wiederwahl,
ist wichtig – dazu, dass es klappt,
dass er ein Ass im Ärmel hat.

Ein muss ein statses Mannsbild sein,
jedoch – dass ist es nicht allein,
erkennt er die Probleme nicht,
verfehlt er knapp den Weg ans Licht.

Denn heute früh, am Sonntagmorgen,
besprach man aktuell die Sorgen,
die Versammlung, die man rief,
war heimlich, still – konspirativ.

Per Zufall – Dieter, so verzeih,
traf man sich bei der Bäckerei,
im Nachbarort, ganz hungrig, lange,
stand halb Grouven in der Schlange.

Und es wurde uns bewusst,
dass sich etwas ändern muss,
in Berrendorf unser Brot zu kaufen,
ach, geh weg – zu weit zu laufen.

Es sei denn – Du gründest jetzt,
per Entscheidung und Gesetz,
den Brötchendienst für unseren Ort,
wir wählen Dich! Darauf mein Wort!

Samstag geht’s von Haus zu Haus,
und Du nimmst die Bestellung auf,
dann sitzen wir geduscht und frisch,
Sonntagfrüh am Frühstückstisch.

Das wurde heute so beschlossen,
so scheue Mühen nicht und Kosten,
selbst die liebe Gisela,
meint dazu seist Du doch da.

Ich darf hier keine Namen nennen,
doch sei gewiss – Du wirst uns kennen,
jedoch selbst ich – ich bin nicht ich,
ich bin nur irgendein Chronist.

Der jetzt auserkoren ward,
still und leise, heimlich, zart,
unsere Forderung kundzutun,
ohne Hemmnis, ohne Ruhn.

Und werde ich, oh lieber Vater,
hiermit zur person(a) non grata,
so bin ich dazu gern bereit,
zeig keine Furcht der Obrigkeit.

Das wird so schön, das wird ein Leben,
kann es etwas Schöneres geben,
das dich am Sonntag früh erbaut,
doch bitte – klopf nicht allzu laut…   11.09.2011
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Kokain

Bist du scharf auf Kokain,
ein Gramm, um es kurz hochzuziehn,
dann komm zu uns – und sei recht klug,
denn hier gibt’s davon genug.

Zwar meint die Liebste, meine Frau,
ich sehe das sehr ungenau,
denn das sei doch überhaupt,
nur der Renovierungsstaub.

Niemals hätte ich gedacht,
dass uns dereinst das Glück so lacht.
Das Renovieren kostet Geld,
jetzt kommt´s zurück – und das gefällt.

Am Aufgang – hoch zu meiner Kammer,
Zentimeter – kein Gejammer,
ich leg schon mal den Strohhalm hin,
nun, da ich ja geschäftig bin.

Das Enkelkind – es schaut und weint,
ich tröste sie, ich hab gemeint,
es fällt nicht auf, jetzt, heute Morgen,
wenn ich mir ein Röhrchen borge.

Ich leg den Strohhalm schon bereit,
berechnet wird nach Gramm und Zeit,
und bleibt danach die Wirkung aus,
schmeiß ich die Kundschaft einfach raus.

Denn ich sprach beim Angebot,
nicht von der Reinheit, sapperlot,
im Geiste zähl ich schon das Geld,
das ist Leben, das gefällt.

Ich träum von Reisen, von Gestaden,
kann alles sehn, darf alles haben,
werde nicht mehr unterdrückt,
vor Freude werd ich schier verrückt.

Ich seh vorm Auge schon die Zahlen,
beginne mir grad auszumalen,
wie herrlich unser Leben scheint….,
da ruft die Liebste: „Ich mach rein!“

Und eh ich reagieren kann,
schmeißt sie unseren Sauger an,
saugt mit Miele, wischt mit Mopp,
und ich? Ich werde fast bekloppt!

Unser Reichtum, oh, er schwindet,
da meine Liebste sich grad schindet,
vorbei, dahin ist alle Pracht,
da meine Frau nun sauber macht.

So heißt´s ab Montag: Ins Büro!
Na, dann ist das eben so.
Der Überfluss – er schwand grad, heute,
im Sauger mit dem vollen Beutel.       04.09.2011
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Waschsalon

Ständig hab ich überlegt,
im Grunde nur im Kreis gedreht,
fand keinen Weg und fand kein Ziel,
Erwachsen sein – ist halt kein Spiel.

Ich wär so gern mein eigener Herr,
niemals wär die Kasse leer,
doch alles, was ich da so fand,
das gab es schon und war bekannt.

Mit Klopapier – ich sag es Euch,
wurden leider andere reich,
ich kam zu spät, wie ich das seh,
mir fehlt es einfach an Idee.

Doch manchmal blüht da was im Stillen,
damit könnt ich Bände füllen,
ich gründe – schreib den Reim davon,
demnächst jetzt einen Waschsalon.

Die Kundschaft, ja, das wird so sein,
die fange ich mir selber ein,
denn wie sehr du dich auch mühst:
Das wahre Leben ist ein Biest.

Gehst Du des Mittags zum Salat,
kleidest dich ganz akkurat,
hilft dir gar nichts, Controlleti,
genieß ich neben dir – Spaghetti.

Heut hab ich es erneut geschafft,
dank Geschick, mentaler Kraft,
markierte und beschmutzte ich,
rundherum den ganzen Tisch.

Tomatenflecken auf dem Hemd,
ist dir das auch jetzt noch fremd,
nimmst Du´s bald gelassen hin,
weil ich – wie ich bin, halt bin.

Ich gründe einen Waschsalon,
so haben alle was davon,
ich darf kleckern, jederzeit,
und wasch danach – ich bin bereit.

Die Spaghetti forsch zu drehen,
so solltest du das bitte sehen,
ist im Grunde eine Gabe,
sie zu vergeuden – mehr als schade.

Es fliegen die Tomatenstückchen,
auf frische Hemden – Augenblickchen,
das mich noch zum Lachen zwingt,
da es mir volle Kassen bringt.

Kommst du nach Haus zu deiner Frau,
und sie schimpft: „Das Hemd war blau!
Warum nur, bitte, ist´s jetzt rot?“
So lag´s an mir – bin ein Chaot.  30.08.2011
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Bratschlauch

So fand ich mich dann abgestellt,
im perfekten Ein-Mann-Zelt,
und was mir blieb – war auch noch Spott,
ich bin empfindlich – ach, mein Gott.

Outside beim Konzertgenuss,
überrascht vom Regenguss,
denn die private Regen-Fee,
sprach von Sonne – das tat weh.

Um sich mir dann zu beweisen,
brach der Himmel seine Schleusen,
und ich hatte das Gefühl:
Ich war das erklärte Ziel.

Trat ich nach links, dem zu entkommen,
hat Petrus sich ein Herz genommen,
schickt mir den nächsten Wolkenbruch,
ich heulte in mein Taschentuch.

Auch der Rechtsschwenk war vergebens,
wo bitte ist der Sinn des Lebens,
wenn man bei jedem Rock-Event,
durchnässt dort steht, bis auf das Hemd?

Doch wenn man meint, es geht nichts mehr,
kommt plötzlich eine Lösung her:
Ein Regencape – gar kostenlos,
mein Gott, da war die Freude groß.

Man wickelte mich sorgsam ein,
ich war dort sicher – ganz allein,
gleich einem Bratschlauch – eng umhüllt,
ein Mann, ein Wort, oh, welch ein Bild.

Dort garte ich im eigenen Saft,
was der Regen nicht geschafft,
bewirkte dieses „Saunazelt“,
durchgeweicht, für kleines Geld.

Als ich meinte, ich sei gar,
als das Fleisch zartrosa war,
hab ich mich des Schlauchs entledigt,
in mir klang der Liebsten Predigt:

„Gehst du diesen Sommer aus,
so lass nicht deinen Schirm Zuhaus,
ich sag es dir, du weißt genau,
denn schließlich bin ich deine Frau.“

Ich hab´s bestätigt, wild genickt,
mein Umfeld hielt mich für verrückt,
doch wo sie recht hat, hat sie recht,
dies zu bestreiten – das wär schlecht.

Feucht die Ohren, nass die Brille,
ein Schirm – das wär mein einziger Wille,
derweil Bap von der Bühne tönt,
ein wenig Sonne – das wär schön.     26.08.2011
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Puder

Ich wollte heut nach Haus, war müde,
doch fand ich mein Zuhaus nicht wieder,
weil ich dort, wo´s Heim einst stand,
nur eine weiße Wolke fand.

Ich war verwundert, konsterniert.
Habt auch Ihr das schon gespürt?
Wenn man mit den Augen kneift,
und was man sieht - nicht recht begreift?

Ich schellte bei der Nachbarschaft,
um Hilfe bittend, Halt und Kraft,
da hört ich plötzlich meine Frau,
die Stimme kenn ich sehr genau.

Aus dem Staub blickt sie hervor,
winkt mit dem Finger: "Komm zum Tor,
tritt ein - und schau auf die Bescherung,
Chaos, Chaos und Zerstörung.

Das ganze Haus ist voller Puder,
in jeder Ritze, höre, Bruder,
liegt ein Zentimeter Staub,
... mir war nicht wohl in meiner Haut.

So meinte ich im Übermut,
dass Renovieren - lang und gut,
nun eben halt stark stauben muss,
ja, letztlich, hätt sie das gewusst.

Sie wollte doch ein schönes Heim,
wo's hobelt, müssen Späne sein,
dann nahm ich meine Tasche auf,
....so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Ich sprach, dass ich komplett vergaß:
Mein Chef, er sucht mich - so ein Aas,
gönnt mir meinen Abend nicht....,
da erklang: "Entscheide dich!

Gehst du jetzt - lässt mich allein,
kommst du besser nicht mehr heim,
drehst du mir den Rücken zu,
verhelf ich dir zur ew'gen Ruh.

Schaue jetzt nur nicht so dumm,
ich dreh dir das Gewinde um,
hier hast du einen Puderquast,
jetzt wird gereinigt - ohne Rast."

Doch so viel ich putze, wische,
Stube, Bad, den Flur, die Küche...,
so lang der Bau nicht fertig ist,
wird der Erfolg komplett vermisst.

Ich wischte eine ganze Nacht,
und meine Liebste hat gelacht,
weiß sie doch Eines sehr genau,
schon morgen geht es fort am Bau. 25.08.2011
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Heldenepos

Spinnen, die an Wänden kratzen,
groß und dick, gleich jungen Katzen,
huschen emsig in der Nacht,
und greifen an – so gib gut Acht.

Krabbeln leise über Kissen,
was sie dort tun – du willst nichts wissen!
Kuscheln sich ganz zärtlich an,
Haare, die man streicheln kann.

Ob sie schnurren, weiß ich nicht,
jedoch im fahlen Sternenlicht,
meine ich so dann und wann,
dass ich sie gar hören kann.

Sie kratzen heimlich an Tapeten,
hörst du sie – so hilft nur beten,
und die Hoffnung, die dich treibt,
dass die Spinne fern dir bleibt.

Doch schläfst du tief und atmest still,
und falls sie deine Nähe will,
huscht sie unter dein Plumeau,
wehr dich nicht – es ist halt so.

Rollt dort ihre Beinchen ein,
acht sollen es angeblich sein,
ich habe sie noch nie gezählt,
sondern – stets die Flucht gewählt.

Das alles sieht zwar furchtbar aus,
doch hat man einen Mann im Haus,
dann weiß man sich perfekt geschützt,
durch unseren Sohn – das ist kein Witz.

Per Foto gibt es jetzt Beweis,
wie er sich auf das Untier schmeißt,
todesmutig, in Gefahr,
er ist ein Held – ganz offenbar.

Gerade gestern, letzte Nacht,
hat er nicht an sich gedacht,
zog sich seine Rüstung über,
heut kommt seine Liebste wieder.

Der Held wirft sich derweil in Pose,
das Schwert zur Hand, im Mund die Rose,
auf dass das Herzblatt sich erbarmt,
und ihn vor lauter Stolz umarmt.

Fette Spinnen in der Nacht,
haben ihn fast umgebracht,
wenn in den Adern Blut gefriert,
nun, dann wär es fast passiert.

Und ich – ich spür das Nackenhaar,
bin auch ich schon in Gefahr?
Warum schreib ich mich selber bang,
ich schau mich um – fängt es schon an…?   21.08.2011
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Ernsthaft

Wenn du nicht mehr zwanzig bist,
auch schon die vierzig lang vergisst,
und ernsthaft sein kannst – nur zum Schein,
dann musst du wohl ein Kindskopf sein.

Die Liebste meint, dass ich so sei.
Unverschämtheit! Nichts dabei!
Dann hält sie mir den Spiegel hin,
und ich erkenne – dass ich´s bin!

Ich lache gerne, lache viel,
seh das Leben oft als Spiel,
und wenn mein Denken mal „entgleist“:
Macht euch nichts draus – das ist der Preis.

Das ist der Preis, um mich zu kennen,
jetzt nur nicht heulen, haltlos flennen,
nichts ist so schlimm, wie es grad scheint,
ich hab es doch nur gut gemeint.

Ich mag den Spaß, ich mag das Flachsen,
nur einem bin ich nicht gewachsen:
Wenn mein Verein – von Zeit zu Zeit,
mich immer mal zur Weißglut treibt.

Stimmt es dann letztlich, wenn man spricht:
Auch das tut ein Erwachsener nicht?
Das sei am Ende der Beweis,
ich sei verwirrt – geschlossener Kreis.

Doch – ehrlich – macht es kaum Beschwerden,
anders will ich gar nicht werden,
am liebsten wäre ich noch so,
mit 120 – so wie so.

Allerdings – das will was heißen,
ich muss mir auf die Zunge beißen,
denn die Kollegen, Mann oh Mann,
schauen mich schon seltsam an.

Wenn das sich bis zum Chef rumspricht,
verliere ich noch mein Gesicht,
und so beschließ ich – jetzt und heut:
Ich werde ernsthaft, liebe Leut.

Ich reime nicht mehr – nein, oh nein,
werde nie mehr crazy sein,
dann freut sich gar, ich weiß genau,
auch am Ende meine Frau.

Sie kann mit mir dann stolz flanieren,
mich nach dem Keller Gassi führen,
…. Doch der Gedanke – ach, wie dumm,
bringt mich schon beim Schreiben um.

Ich möchte nicht erwachsen sein,
den Sprung zu haben, ist doch fein.
Mit dem kleinen Mann im Ohr,
kommt mir alles sonnig vor.     18.08.2011
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Vorsorge

Verhungern wäre problematisch,
nicht akzeptabel, symptomatisch,
und da mir das ein Gräuel wär,
musste eine Lösung her.

Ich surfte durch das Internet,
ich las und forschte, A bis Z,
ich dachte nach und hab entdeckt,
dass die Lösung in mir steckt.

Nun leide ich zwar keine Not,
hab Wurst und Käse, gar das Brot,
Fleisch und Nudeln auf dem Tisch,
doch vorzusorgen ist halt Pflicht.

Bei meiner Oma gab´s den Spind,
aus dem man bei Bedarf sich nimmt,
was in der Küche grad so fehlt,
Buch geführt und streng gezählt.

Bei uns, da gibt’s das eher kaum,
ein bisschen Vorrat, dort im Raum,
die Büchse Erbsen, junge Möhren,
ich will mich ja auch nicht beschweren.

Doch nicht, dass morgen alles streikt,
sich unser Vorrat ernsthaft neigt,
dann rette ich – nun lest und glaubt,
letzten Endes unsere Haut.

Ich reime ständig vor mich hin,
oftmals ohne tieferen Sinn,
und schickte auch, wie Euch bekannt,
zwölf Verslein an die Firma Brandt.

Nun, heute gab´s nen netten Brief,
ich freue mich – ganz arg und tief,
und dazu gab´s ein Paket,
mit frischem Zwieback – Ihr versteht.

Nun weiß ich, dass ich überlebe,
auch wenn ich nach Geschenk nicht strebe,
so freut man(n) sich am Ende doch,
ich reime weiter – im Akkord.

Erschreib mir meinen „Vorratsspeicher“,
derweil wird anderer Vorrat leichter,
und zwar der – ich sag´s sofort,
an unnütz, nicht gebrauchtem Wort.

Staubt dies dort oben vor sich hin,
macht es da nicht wirklich Sinn,
zwar leider auch nicht auf Papier,
doch schlummert es – nicht mehr in mir.

Nun mach ich mich – das fällt nicht schwer,
über leckeren Zwieback her,
mit Kokos und mit Schokoguss,
wie gut, dass ich nicht hungern muss.  09.08.2011
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Täglich-Wohler-Fühler

Ich bin ein „Täglich-Wohler-Fühler“,
ein „Jeden-Tag-mit-Worten-Spieler“,
genieß das Leben, wo ich kann,
fang früh am Tage damit an.

Bin am liebsten positiv,
und find es daher attraktiv,
wenn mich solch ein Slogan packt,
Freude im perfekten Takt.

Dann setze ich mich gerne hin,
schreib drauf los – ganz ohne Sinn,
und schau am Ende konsterniert,
wohin das Spiel der Worte führt.

Ich schreibe gern von Lebenslust,
von warmer Sonne im August,
vom Geißbock-Club, von Dies und Dem,
von manchem Wunsch, den ich nicht zähm.

Schreib gar von Zwieback – warum nicht?
Auch leckerer Zwieback ist Gedicht,
freu mich einfach – wie ein Kind,
wenn ich erneut ein Thema find.

Vielleicht sag mancher, dass ich spinne,
im Leben stehend – hohl dort innen,
doch – das ist mir einerlei,
die Gedanken sind so frei.

Und hört man(n) dann im Radio,
Brandts neuen Slogan – macht das froh,
dann beginnt mit einem Mal,
das Hirn zu rattern – wie fatal.

Ich spüre die Mechanik klicken,
Worte schieben und zu rücken,
an eine Stelle, wo das passt,
manchmal richtig – manchmal fast.

Vielleicht habt Ihr ja Spaß daran,
ich freue mich – so dann und wann,
an netten Worten – eine Welt,
dass ist das, was MIR gefällt.

Und suche weiter – A bis Z,
durchforsche gern das Internet,
wo es was zu schreiben gibt,
ich bin halt der, der Sprache liebt.

Wo ich etwas reimen kann,
dort setze ich sehr gerne an,
und wo es mich dann nicht erwischt,
dort bin ich still – und schreibe nicht!

Ende Juli – Sonntagmorgen,
ohne Stress und ohne Sorgen,
und ab demnächst – wie ich mich freu,
kommt auch der Sommer kurz vorbei.      31.07.2011
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Stippvisite

Nächste Woche – Danke! Bitte!
Macht der Sommer Stippvisite,
schaut mal eben kurz vorbei,
Dienstag – zwischen 9 und 3.

Ich sitz dann zwar am Arbeitsplatz,
doch auf dem Sprung – denn wenn mein Schatz,
mich anruft und vom Sommer spricht,
ist Feierabend erste Pflicht.

Dann lass ich alles stehen, liegen,
auch ich möcht im Gefühl mich wiegen,
ein paar Strahlen zu bekommen,
wozu hab ich sonst abgenommen?!

Ich schau zum Himmel – freue mich,
Sonnenschein ist ein Gedicht,
ich streif mein Hemd hab, lehn zurück,
ganz bewusst genossenes Glück.

Die Liebste reicht mir frisches Eis,
wispert zärtlich und ganz leis,
ob ich wohl noch Wünsche habe,
ich weiß… nur Träume – ach, wie schade.

Die Sonne wärmt mir meine Brust,
das ist Sommer, ist August,
mein Herzblatt fächelt mir den Wind,
Getränke bringt das Enkelkind.

Wir laden liebe Freunde ein,
am Tag darauf – könnt´s Herbst schon sein,
Planung ist das A + O,
in diesem Sommer ist´s halt so.

Wir planen daher unsere Zeit,
wir stehen auf Abruf stets bereit,
meldet sich der Sommer an,
tut ein jeder, was er kann.

So schön der renovierte Hof,
ihn nicht zu nutzen – wäre doof,
der Sonnenschirm, er wartet still,
auf dass man ihn entfalten will.

Selbst meine Frau ist nett zu mir,
was ich auf die Hormone führ,
kein Hieb und keine Schläge mehr,
ach – wenn doch immer Sommer wär.

Im Kalender ist´s notiert,
ab Dienstag: Sommer! Jetzt und hier!
Sollt´s dennoch schütten – Nicht verstecken,
dann bin ich draußen – unter Decken.

Ein Tag mit Sonne – na, mal schaun,
vielleicht wird man tatsächlich braun,
es wird Sommer – warm wie nie,
das reizt doch glatt zur Poesie.     31.07.2011
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Schweinehund

Langsam wird mir das zu bunt,
ich hab nen inneren Schweinehund,
den ich nicht überwinden kann,
doch heute – fang ich damit an.

Ständig steht er vor der Tür,
säuselt ätzend. „Ich bin hier!
Was du auch möchtest – einerlei,
doch kommst du nicht – an mir vorbei!“

Letztendlich bin ich ja nicht dumm,
winde mich um ihn herum,
ich schaff es fast – doch halt nicht ganz,
da greift er mich – ein wilder Tanz.

Zuletzt lag er ganz brav vorm Haus,
schlief und sah fast friedlich aus,
da dachte ich, das sei die Chance,
und doch kam ich aus der Balance.

Denn das Problem zum nahen Sieg:
Ich wusste halt, dass er dort liegt,
das brachte mich forsch aus dem Tritt,
der Schweinehund – geht immer mit.

Schläfrig hob er seine Augen,
meinte nur: „Du musst nicht glauben,
nur weil ich ruhe – sei ich fort,
ich passe auf – darauf mein Wort.“

Und dass die Malediven locken,
ich sag´s erneut – ganz knapp und trocken:
Egal, wie es auch immer sei,
Du kommst an mir wohl kaum vorbei!

Das Konzert – nun üb Verzicht,
steigt selbstverständlich ohne Dich!
Jetzt lass das Spinnen endlich sein,
jetzt nerve nicht – und bleib daheim!“

Doch wenn man meint, es geht nicht mehr,
kommt irgendwo dies Lichtlein her,
ein Knüppel, den ein Freund mir reicht,
macht mir die Entscheidung leicht.

Ein wenig Pulver hinterher,
das macht dem Hund die Lider schwer,
und ich begab mich – ach und weh,
endlich hin jetzt zum PC.

Hab die Reise nun gebucht,
egal, ob jetzt mein Schweinhund flucht,
manchmal bin auch ich recht stark,
nur bei der Liebsten – Knie aus Quark.

Der Schweinhund schnarcht noch – nicht mehr lang,
bald fängt er zu Zetern an,
doch habe ich nach bangen Stunden,
endlich einmal Mut gefunden.                15.07.2011
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Kettenreaktion

Ich kenne einen weisen Mann,
der sprach dereinst: „Fang endlich an,
verschaffe eurem Heim nun Glanz.
ein wenig – gar nicht – oder ganz.“

Er rannte damit – mag so sein,
der Liebsten offene Türen ein,
und auch ich, wie ich halt bin,
sah einmal genauer hin.

Ich sah hin – und ich erschrak,
und seit eben jenem Tag,
hat der Virus mich umkreist,
der da „Renovierung“ heißt.

Man fängt an einer Seite an,
und eh man sich entscheiden kann,
sieht man tausend weitere Stellen,
beginnt man erst – so zieht es Wellen.

Ein Steinchen fiel ins glatte Wasser,
nun wird man täglich etwas nasser,
was da begann – es ist kein Hohn,
grenzt an Kettenreaktion.

Der Dachstuhl steht, das Dach gedeckt,
der neue Hof wirkt wie geleckt,
die alte Haustür ist ersetzt,
und auf die Fenster – wart ich jetzt.

Das Bad, der Flur bei unserem Sohn,
glänzen jetzt im besten Ton,
und auch bei unserem Tochterkind,
sieht man, dass wir emsig sind.

Das könnt es jetzt gewesen sein,
doch komme ich am Abend heim,
und schließ die Arme um mein Weib,
merk ich wieder – wie´s mich treibt.

Ihr Ferkel! – Nein, das mein ich nicht…,
doch im letzten Tageslicht,
sehen wir, wo man wirken kann,
das ist halt so – fängt man erst an.

Vielleicht wird eines Tages gar,
der größte meiner Träume war,
der Keller sauber renoviert,
mit dem Emblem der Geiß verziert.

Dann fällt´s mir leichter – drauf die Hand,
werde ich erneut verbannt,
in den dunklen Kellerschacht,
ein Schelm ist der, der trotzdem lacht.

Jedoch – bis dahin ist noch weit,
das Heim, es strahlt im neuen Kleid,
zu Renovieren macht uns Spaß,
bald sind wir durch – na, eher fast….  09.07.2011
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Wache

Die Liebste steht heutig emsig Wache,
derweil auch ich mir Sorgen mache,
ob das Haus das überlebt,
so unbeDacht – falls Ihr versteht.

Sie schickt mir Fotos ins Büro,
und ich? Verkriech mich – irgendwo,
auf dass der Himmel meiner Welt,
mir nicht aufs graue Köpfchen fällt.

Ich sehe dort, wo einst was war,
den Flecken „Nichts“ – und mir wird klar,
dass man am Ende dann nur siegt,
wenn das Projekt beim Fachmann liegt.

Denn der weiß sicher, was er tut,
ich nicke, mach mir selber Mut,
und versteck mich auf die Schnelle,
unterm Schreibtisch – bin ja helle.

Ich weiß noch aus der Kinderzeit,
dass man in der Dunkelheit,
der Entdeckung fein entgeht,
ich weiß, wie diese Welt sich dreht.

Ich pass nicht in den Aktenschrank,
ich bin nervös – mein Ego wankt,
und bei jedem neuen Ton,
zucke ich am Telefon.

Steht das Haus noch? Wankt der Giebel?
Bringt mir den Beutel, mir ist übel.
Steht der Dachstuhl, wie er muss?
Mir ist so seltsam in der Brust.

Die Hitze raubt mir den Verstand,
mir wird ganz plötzlich blümerant,
doch dann denk ich: Nun halte ein!
So arg wird es bestimmt nicht ein.

Dachdecker und Zimmermann,
gehen das als Profis an,
packen zu, geübte Hände,
nicht wie ich – am falschen Ende.

Ich – der den Hammer kaum mal greift,
der sich mit Zangen – selber kneift,
der den Nagel allezeit,
krumm in jedes Brettchen treibt.

Ich sehe voller Achtung hin,
da ich ein Doppelt-Linkshand bin.
Da hat wohl meine Gen-Sequenz,
bei der Verteilung grad geschwänzt.

Der Dachstuhl wächst, das Dach, es wird,
und falls der Schwaadlapp sich nicht irrt,
ist es schon heut Abend dicht,
die Liebste wacht – ich fürchte mich.      28.06.2011
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Taub

Am vierten Tag des Rock-Event,
bin ich fast taub – doch wer mich kennt,
weiß, das macht mir wenig aus,
meine Freude, sie muss raus.

Und so geht’s auch heute fort,
verstehe ich auch fast kein Wort,
von dem, was mir der Mitmensch spricht,
ich schau nur prüfend – ins Gesicht.

Und seh die Lippen sich bewegen,
ich lese mit – es ist ein Segen,
versteh zwar nichts, oh Weh und Ach,
da fragt man eben dreimal nach.

Wie gut, dass ich heut Urlaub habe,
versetzt Euch mal in meine Lage:
Das Telefon schellt im Büro,
ich hör es nicht – oh nein, oh no.

Und während ich verwundert bin,
ob all der Ruhe – Schlaf im Sinn,
steht mein Chef schon in der Tür,
ich schau, als ich den Luftzug spür.

Da steht er mit erhobener Hand,
ich habe ihn sofort erkannt,
nicht an der Stimme – doch am Schlag,
das wäre dann wohl nicht mein Tag.

Ich seh, dass er was sagen will,
doch bleibt´s in meinen Ohren still,
da klingt das Schlagzeug noch mit Macht,
vom Rockkonzert – von gestern Nacht.

Da jault der Bass mir noch im Ohr,
ich komm mir so alleine vor,
von der Umwelt ausgesperrt,
das ist halt so – wenn man nichts hört.

Doch bis heut Abend ist noch lang,
da wird es mir fast gar nicht bang,
denn bis zum allernächsten Gig,
kommt das Gehör bestimmt zurück.

Es vibriert mein Trommelfell,
Hammer, Amboss klopfen schnell,
machen mir den Weg jetzt frei,
und das Gehör – perfekt – fast neu.

Der nächste Angriff wartet schon,
Akkorde und der laute Ton,
derweil das Ohr regeneriert,
Besserung wird schon gespürt.

Ich hör der Liebsten Stimme – fast,
doch höre ich nur – wenn`s mir passt,
(verratet mich jetzt bitte nicht,
denn im Keller – hat´s kein Licht).      20.06.2011
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Drittelpause

Müffle ich? Ich glaube kaum!
Denn jeden Morgen gibt’s den Schaum,
in der Dusche, riecht und schaut,
auf meiner Alabasterhaut.

Warum – frag ich mich aber dann,
fängt Petrus dieses Spielchen an,
und stellt mich – groß ist der Verdruss,
ständig unter Regenguss.

Ich wollte das Konzert genießen.
Wieso muss es dann Fäden gießen?
Weiß Petrus nicht – sein rockend Kind,
ist Dank nasser Brille blind.

Ich hörte Bryan Adams zwar,
sah Lichtreflexe, die sogar,
den Eindruck machten, das sei schön,
doch konnte ich sie halt kaum sehn.

Ich fühlte mich wie neu geboren,
das Wasser lief bis in die Ohren,
so sauber war ich lange nicht,
Petrus ist – nicht wirklich dicht.

Und meine Frau – Ihr müsst mir glauben,
sprach: „Mit einer Regenhaube,
wäre dir das nicht geschehn…“
dreht sich um – und lässt mich stehn!

Rockt fleißig weiter – gut geschützt,
strahlt Bryan an – und meint verschmitzt,
ich sähe einem Pudel ähnlich,
trübe und begossen nämlich.

Das alles hätt ich noch verwunden,
hätt mich der Regen nicht gefunden,
bei Roxette in Kölle schon,
ständig feucht – ist das nicht Hohn?

Ich seh mich schon im Bette darben,
wisst Ihr nicht, wie viele starben,
durchnässt und feucht bis auf die Haut.
Wie mir vor dem Gedanken graut.

Doch meine Liebste meint nur: „Männer!
Jammerlappen! Alte Penner!
Ein bisschen nass – schon jammern sie,
vom Siechentum und Hysterie.“

Ich lauf seitdem mit Thermometer,
mich dazu äußern will ich später,
das erste Drittel ist vorbei,
noch vier Konzerte – bin dabei.

Heute bleibt die Halle dicht,
doch denk ich, Petrus findet mich,
und schickt ein Wölkchen mit herein,
ein Schirm – das könnt die Lösung sein.     18.06.2011
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Marathon

Mancher meint, ich sei recht komisch,
ich klebe an Musik wie Honig,
und spielt man mir die auch noch live,
bin ich fast des Wahnsinns reif.

Ich singe Euch ein Lied davon,
denn morgen nimmt mein Marathon,
endlich Fahrt und Schwung mir auf,
wir lassen den Gefühlen Lauf.

Und mit der besten Rockerbraut,
stricke ich mir Gänsehaut,
sechs Tage lang – an einem Stück,
sagt es ruhig: Wir sind verrückt.

Am Eingangstor zu den Arenen,
winkt man fast – muss ich mich schämen?
Wir nehmen es gar gern in Kauf,
legt man den roten Teppich auf.

Erklingt im Dunkeln der Akkord,
reißt es vom Beginn mich fort,
und ich verliere mich im Klang,
schon fast ein ganzes Leben lang.

Roxette, The Wall und Elton John,
The Eagles – ich bin auf, davon,
Bryan Adams, Diamond,
dafür geb ich mein letztes Hemd.

Eventim lobt sich solche „Spinner“,
wie es auch sei – wie schlimm auch immer,
Musik ist einfach Leidenschaft,
mal leise und mal laut, voll Kraft.

Musik ist Manna für die Seele,
Nektar für die dürstend Kehle,
dass ich je übersättigt bin,
kommt mir niemals in den Sinn.

Ein Bass, der in die Brust mir fährt,
der ist das Geld allein schon wert,
ein Schlagzeug, das mich wirbeln lässt,
das ist für mich das schönste Fest.

Noch eine Nacht, dann geht es los,
die Freude ist schon riesengroß,
den ganzen Tag schon wippe ich,
freue mich auf Klang und Licht.

Und selbst mein Chef hat resigniert,
weil er ja seine Ohnmacht spürt,
meint lakonisch: „Bleib Zuhaus,
sonst halt ich das mit dir nicht aus!

Nimm dir Urlaub – sieben Tage,
versetz dich nur in meine Lage:
Dein Nach-Gesang – der schiefe Ton,
oh, bei Gott – wer will das schon?“      15.06.2011
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Tiramisu

Tiramisu schmeckt fabelhaft,
falls man(n) es bis zum Trog auch schafft,
so blieb mir doch am Ende nur,
der Hauch von einer letzten Spur.

Die Köchin spricht: „Das war perfekt!“
Dann lächelt sie: „Das hat geschmeckt!“
Und wer nicht kommt – der Spruch ist Kult,
der sei´s am Ende selber schuld.

Ich nahm den Löffel – und ich rieb,
im Schüsselchen, ob etwas blieb,
doch fand ich nichts – mir ward bewusst,
dass ich demnächst ganz schnell sein muss.

Doch gestern gab´s ne SMS,
Jasmine behauptet dort ganz kess,
es gebe Nachschub – auch für mich,
na endlich seh ich wieder Licht.

Zum Geburtstag – gebt gut Acht,
hat sie noch drei Pfund gemacht,
damit ich endlich stille bin,
Ruhe – danach steht der Sinn.

Zwar schränkt sie ein, es sei wohl klar,
zum Feiern seien viele da,
da wisse man nicht, inwieweit,
die Gästeschar vom Nachschub bleibt.

Letztendlich werd sie alles geben,
Verteidigung mit ihrem Leben,
doch wenn nichts mehr im Töpfchen sei,
dann mache sie – auch nichts mehr neu.

Ich sei vom nackten Hahn umflogen,
sei ich der Meinung, ungelogen,
dass sie sich in die Küche stellt,
nur weil es dem Herrn gefällt.

Außerdem – (das war nicht nett),
sei ich noch immer – viel zu fett,
daher sei´s besser, zu begreifen,
mich nicht auf Süßes zu versteifen.

Ein wenig Sport - das sei enorm,
das bringe mich perfekt in Form,
wobei – (danach hab ich geweint),
sie nicht den Sitz im Stadion meint.

Dort säße ich, zu allen Zeiten,
den Hintern schließlich in die Breiten,
doch könne sie – das ist sehr schön,
mich am End nicht leiden sehn.

Daher gibt es ein Schüsselchen,
vom Feinen, dass mein Rüsselchen,
Tiramisu genießen kann,
heut Nachmittag – schon ganz nah dran.   12.06.2011
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XXL

Früher kauft ich – nichts dabei,
die Hemden stets im Zeltverleih,
heute geh ich Ton in Ton,
ausstaffiert von unserem Sohn.

Der Bauch fungierte als Tablett,
das war perfekt – denn früh im Bett,
hatte ich, das fand ich Klasse,
ein sicheres Plätzchen für die Tasse.

Fiel was beim Speisen – das passiert,
sammelte ich ungeniert,
die Reste auf der oberen Lage,
was für unbeschwerte Tage.

Nun sprach die Liebste mir daheim:
„Heut Abend mach dich bitte fein,
damit du mir nicht Schande machst,
wenn dein Hemd auch nicht mehr passt.

Es flattert um dich, wie ein Cape,
das sich im frühen Winde dreht,
doch nimm das Strahlen vom Gesicht,
Superman – das bist du nicht.

Das sieht am Ende eher aus,
wie die karierte Fledermaus,
die blind den lichten Tag durchstreift,
nicht mehr jung, doch voll im Life.“

Hilflos auf des Kellers Treppe,
stand ich - denn mit Etikette,
ist´s bei mir nicht sehr weit her,
nicht mein Ding – und furchtbar schwer.

Mein Frau nahm Nadel, Faden:
„Das werden wir jetzt gleich schon haben,
hier ein Näher, dort ein Stich,
dann kannst du mit heraus – ans Licht.“

In mir wuchs die tiefe Sorge:
Erlebe ich wohl noch ein morgen?
Und als die Nadel gleißend blinkt,
spür ich, dass die Hoffnung sinkt.

Doch immer – wenn´s nicht weitergeht,
ist´s zur Rettung nicht zu spät,
und im Tunnel – ach, wie fein,
sieht man einen hellen Schein.

Denn unser Sohn – ein Hoffnungsschimmer,
schritt behände in sein Zimmer,
reichte mir ein Hemd und lacht:
„So nimm´s – dass du nicht Schande machst.“

Ich zog es an – oh fein, es passt,
von meinen Schultern purzelt Last,
XXL ist jetzt passé,
sogar fürs Trikot des FC.       05.06.2011
__________________________________
Geduld

Geduld ist sicher eine Tugend,
doch da sich langsam meine Jugend,
schleichend ihrem Ende neigt,
mag ich´s nicht – wenn´s um mich schweigt.

Mit 56 – das sei klar,
mit ziemlich stark ergrautem Haar,
ist die 20 knapp dahin,
auch wenn ich noch – wie 15 bin.

Denn mein liebe Frau, sie spricht:
„Erwachsen wirst du leider nicht!“
Und selbst mein Sohn stellt gestern fest,
dieses Gen gibt ihm den Rest.

Nun steht mein Bau komplett ganz still,
niemand, der hier schrauben will,
nicht hämmern, klopfen, fliesen gar,
das macht mich kribblig – ist doch wahr.

Keine Fenster, keine Türen,
nicht mal Anruf, um zu spüren,
dass es einmal weitergeht,
es ist schon Mai – und es ist spät.

Und da ich so nicht weiter weiß,
lauf ich hilflos hier im Kreis,
sodass mich meine Frau schon fragt.
„Denkst du auch ans Laminat?

Dein steter Kreislauf sorgt dafür,
dass es zu tiefen Spuren führt,
du weißt, zähmst du dein Handeln nicht,
siehst du im Keller bald kein Licht.“

Doch möcht die Liebste ich auch loben,
ich bin bestens aufgehoben,
ich bin glücklich – rundherum,
und „straft sie mich“ – weiß ich warum.

Nur dieses Warten macht mich kribbelig,
unruhig und auch rundum wibbelig.
Bis Ende Juni – das ist Pein,
soll wohl alles fertig sein.

Noch so weit – das ist Tortur,
ist´s fertig, brauch ich eine Kur,
zum Flicken meines Nervenkleids,
und nerv ich Euch – so tut´s mir leid.

Geduld war niemals meine Stärke,
hoffentlich geht’s bald zu Werke,
doch Gott sei Dank herrscht meine Frau,
und leitet stetig unseren Bau.

Dort wo ich ganz leidend bin,
sieht sie in allem einen Sinn,
und schickt mich – ohne mich geht’s schneller,
bei Bedarf erneut zum Keller.               31.05.2011
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Einfach so

Meine Frau schläft tief und fest,
ungestört – wenn man sie lässt,
und ich? Ich bin schon recht aktiv,
da mich unser Hund früh rief.

Nun sitz ich hier, am Frühstückstisch,
der Kaffee duftet, Brötchen frisch,
die Zeitung schon komplett studiert,
was so in der Welt passiert.

Mord und Totschlag, Chaos pur,
jeden Tag, rund um die Uhr,
Berichte, kleine Anekdoten,
Opfer, Helden und Idioten.

Dazu der Hinweis, aufgewärmt,
dass mein Club von Spielern schwärmt,
die er nicht bezahlen kann,
vielleicht ja später – irgendwann.

Und was mach ich? Schieb Langeweile,
der Tag, er schleicht – hab keine Eile,
doch bevor ich gar nichts tue,
raube ich Euch Eure Ruhe.

Setz mich hin und reime still,
obwohl ich gar nichts sagen will,
und auch keinen Anlass habe,
einfach so – 10 Gramm Gelaber.

Sinnvoll könnt ich sein, bewusst,
doch hab ich dazu – keine Lust,
und niemand, den mein Spott erwischt,
dann nehme ich halt einfach – mich.

Ich könnt was tun – ja, sonnenklar,
Arbeit gibt es – offenbar,
könnt Fliesen in des Sohnes Bad,
so als fixer Mann der Tat.

Doch kenn ich das Result vorab,
ich schaufle nur mein eigenes Grab,
da Handwerktun in meiner Welt,
schon morgen von den Wänden fällt.

Frau, das Schwiegerkind, der Sohn,
sprechen mir dann nicht von Lohn,
weisen stumm zur Kellertür,
und ich weiß dann auch wofür.

Also bleib ich still am Tisch,
mache besser eher nichts,
und genieß statt Dunkelheit,
die geschenkte ruhige Zeit.

Der Tag, er fängt ja grad erst an,
so lange steh ich meinen Mann,
am Notebook und der Tatstatur,
Sonntagmorgen – 7 Uhr.               29.05.2011
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Steinbutt

Gestern riss mein Fingernagel.
Erhielt ich Trost? Nein, eher Tadel:
Ich sei halt doch zu ungeschickt,
zu ungelenk und (noch) zu dick.

Als ich in meinem Blute lag,
und abschloss mit dem jungen Tag,
erhielt ich nur viel Hohn und Spott,
das traf mein Herz – oh, lieber Gott.

Nun gut, der Anblick war enorm:
Hingestreckt und außer Form,
wand ich mich auf dem Berg aus Schutt,
wie ein frisch geköpfter Butt.

Ich sah nicht hin, trat auf den Stein,
verlor den Halt, dann knickt mein Bein,
und als ich fiel, griff ich nach Halt,
doch das lässt meine Liebste kalt.

Der Finger fast komplett gekappt,
na ja, die Kuppe ist nicht ab,
jedoch vom Nagel fehlt ein Stück,
dass ich noch lebe – ist ein Glück.

Die Liebste sprach: „Du Butt auf Stein,
ich lache nicht, ob deiner Pein,
doch hätt ich Petersilie,
garniert ich dich, du Lilie.

Du liegst hier lang – wie ein Buffet,
und tut dir auch deiner Finger weh,
lach ich still im Hintergrund,
denn Heiterkeit ist so gesund.“

So wand ich mich in meinem Leid,
verstaubt die Haare und das Kleid,
mein Lebenssaft strömt ungehemmt,
doch Jammern ist mir mehr als fremd.

Ich ging zur Arbeit – ja, trotzdem,
Zuhaus zu bleiben wär bequem,
ich tippte auf der Tastatur,
von 7 bis fast 17 Uhr.

Ich dachte – doch ich lag verkehrt,
dass der Trost, der mir verwehrt,
mich erreicht am Arbeitsplatz.
Wie war die Hoffnung? Für die Katz!

Mein Chef sah nur belustigt hin,
und auch sein Weib hat keinen Sinn,
für das Leid – des Nächsten Last,
warum hab ich gedacht, das passt?

Wie viel Blut? Na, fast ein Liter,
oh, mein Dasein ist so bitter,
da fragt die Liebste sich verstört,
weshalb mein Herz dem Bock gehört.     19.05.2011
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Geschichte

Ein altes Haus wird wieder jung,
fast – doch mit Erleichterung,
sehen wir ihm irgendwann,
das stolze Alter nicht mehr an.

Fachwerk, das Geschichte kennt,
selbst Geschichten sind nicht fremd,
200 Jahre steht´s schon fast:
Das Haus + Wir – oh ja, das passt.

Nun braucht´s erneut ein neues Kleid,
und aktuell ist es soweit:
Das Handwerk gibt sich – recht galant,
die Klinke laufend in die Hand.

Der neue Hof, das neue Pflaster,
hier zu geizen wär ein Laster,
das Dach, die Haustür, Fenster, Teich,
war die Entscheidung auch nicht leicht.

Doch heut schon ist die Freude groß,
alte Makel sind wir los,
und schaut man jetzt die Blumenpracht,
weiß man – Alles recht gemacht.

Hätt ich nicht zwei linke Hände,
führte ich´s ja selbst zum Ende,
doch kenne ich da kein Pardon,
die Liebste singt ein Lied davon.

Selbst beim Klopfen eines Nagels,
ernte ich nur Rüge, Tadel,
daher lass ich´s besser sein,
denn meine Stärke – liegt im Reim.

Und wozu hab ich meine Frau?
Sie übernimmt den Job am Bau,
und wird schon – das ist nicht verkehrt,
als Leiter des Objekts geehrt.

Da bin ich wirklich gar nicht neidisch,
sie regelt das, geplant und weibisch,
wo ich mich kaum entscheiden mag,
handelt sie – ganz unverzagt.

Ich freue mich von früh bis spät,
an dem, was rund um uns entsteht,
sechs Wochen noch – nur kurze Zeit,
dann wird das Kunstwerk eingeweiht.

Nur Eines fehlt mir – wie man weiß,
das Logo der verehrten Geiß,
ganz klein, auf einem Mauerstück,
doch meine Frau – hielt mich zurück.

Sie sprach: „Das ist ein Fachwerkhaus.
Wie sieht das denn dann bitte aus?“
Ich wend mich ab – denk: Wunderschön.
Niemals wird sie mich verstehn.          18.05.2011
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Verführerisch

Die Liebste will mich heut verführen,
sie meint, ich soll das Leben spüren,
erst Hitze - dann die Leidenschaft,
ich stünde ja noch voll im Saft.

Nun ja, bin schließlich auch nur Mann,
und – da ich sie verstehen kann,
versucht ich meinen Dackelblick,
zum Erfolg ein winzig Stück.

Ich säuselte, mein lieber Gott,
ich strahlte wie ein Priemelpott,
ich schloss die Türe, reckte mich,
da fragte sie: „Bist du noch dicht?

War da was im Apfelsaft?
Hat dich wohl heut dein Job geschafft?
Hat dein Chef – du grinst so blöd,
gar heute dein Gehalt erhöht?

Geh mir bloß nicht an die Wäsche,
ich sprach von Hitze – meint den Becher,
bis obenhin gefüllt mit Eis,
DAS ist Verführung – dass du´s weißt.

Die Hitze schreit nach innerem Kühlen,
und was willst du? Nur wieder spielen!
Hier hast du etwas Taschengeld.
Nun mach dich auf – da´s mir gefällt.“

Ich fand mich wieder – auf dem Boden,
ich mag mich ja nicht selber loben,
17 Kilo sind schon fort,
das war nicht einfach – drauf mein Wort.

Doch nun beginnt – ich ahne Leid,
der Sommer mit der warmen Zeit.
Wie soll ich widerstehen auf Dauer?
Schon der Gedanke macht mich schauern.

Ein Eis für sie – ein Klecks für mich?
Ohne Sahne geht´s fast nicht,
oh, der Gedanke bringt mich um,
Liebste, sprich – und sag, warum.

Warum ist da, wo es gut schmeckt,
so viel „ich werd zu fett“ versteckt?
Wie könnt das Leben einfach sein,
ohne Eis, mit klarem Nein.

Ich fahre gleich – weil ich ja muss,
das Elend ist mir wohl bewusst,
und zieht der Duft mir in die Nase,
beginnt wohl meine schwächste Phase.

Verführerisch – wie es dort lacht,
verführerisch – für mich gemacht,
verführerisch – der Kummer groß,
verführerisch – ich muss jetzt los.    10.05.2011
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Krone der Schöpfung

Der Mensch ist unserer Schöpfung Krone?
Mag sein – doch fit und gar nicht ohne,
tue ich nun hiermit kund,
ist daheim auch unser Hund.

Geahnt hab ich es ja schon immer,
sie hat im Auge diesen Schimmer,
der da funkelt und der spricht:
„Mein Herr, so unterschätz mich nicht!

Scheint es auch, als ob ich ruhe,
als ob ich wahrlich gar nichts tue,
so mag der Eindruck zwar entstehn,
doch kann ich anders – du wirst sehn.

Du meinst, ich kenn nur Schlafen, Fressen?
Nein, nein, das kannst du glatt vergessen,
denn hinter meiner Stirn, dem Fell,
da schalten die Synapsen schnell.

Ich weiß immer, was ich will,
scheint es auch, als sei ich still,
so nehme ich doch Witterung,
- und nicht nur bei der Fütterung.“

Auch wenn sie ja nicht sprechen kann,
ich sah ihr ihre Meinung an,
dann hab ich´s meiner Frau erklärt,
sie schaut mich an: „Du tickst verkehrt!“

Ich hab den Mund kurz aufgemacht,
dann schloss ich ihn – ich hab gedacht:
Schien das auch einem Karpfen gleich,
ihre Hand, sie rutscht so leicht.

Doch heute nun gab sie mir Recht,
auch das kommt vor – das klingt nicht schlecht,
denn unser Hund – es ist kein Hohn,
griff sich heut das Telefon.

Nahm es mit, als keiner sah,
glaubt es ruhig – denn es ist wahr,
und schlich damit – so glaubt mir bitte,
auf leisen Pfoten in die Hütte.

Studierte grad das Tastenfeld,
und hat sich dabei vorgestellt:
Ein Rendezvous mit einem Rüden,
jedoch – dabei ist es geblieben.

Denn meine Frau kennt keine Gnade,
nahm es ihr fort – das ist sehr schade,
denn nun verpasst die Wissenschaft,
das Wunder purer Geisteskraft.

Wir wären heut in aller Munde,
BILD bildet und vertreibt die Kunde:
Vom Hund der Handys flott bedient,
was gestern noch – unmöglich schien.   06.05.2011
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Fanclub / Reime

Ich habe - oh, mein Herz es lacht,
den ersten Fanclub aufgemacht,
das sollt so sein – denn irgendwann,
fängt man mal im Kleinen an.

Der Fanclub hat – jetzt lacht bloß nicht,
1 einzig Mitglied – denn ans Licht,
hätt auch ich mich nicht getraut,
doch hat das Outing mich erbaut.

Mitgliedsbeitrag? Nicht geplant!
Gestern hätt ich´s nicht geahnt,
wie sehr das nette Wort mich freut,
und ich denke – nicht nur heut.

Kein Ausweis, keine Dauerkarte,
die einz´ge Pflicht ist, still zu warten,
auf den nächsten neuen Reim,
Mitgliedschaft kann ätzend sein.

Auch gibt es keine AGB,
nur manchmal Worte zum FC,
zu allem, was mich so berührt,
habt Ihrs beim Lesen nicht gespürt?

Und doch zieht eins das andere nach,
der Fanclub wächst – gemach, gemach,
denn heute morgen reicht man mir,
ne Mail mit Antrag, statt Papier.

Ich denk, nun ist es nicht mehr weit,
zum Fanclub-Treffen, kurze Zeit,
und ich beginne mit der Planung,
habe schon die erste Ahnung:

Die Kölnarena – ob sie reicht?
Für den Anfang – nun, vielleicht.
Und falls nicht, ist´s kein Problem,
in unserem Stadion wird’s schon gehen….

…ich schaue auf – ich weiß genau,
vor mir steht jetzt meine Frau,
zeigt mir mahnend ihren Finger,
und droht mir mit dem rechten Schwinger.

Meint doch glatt, ich sei ein Spinner,
im Grunde schließlich – so wie immer.
Ob ich, ums ernsthaft zu benennen,
nicht erwachsen werden könne.

Ich schau zurück – ich zeige Mut,
Widerwort tut selten gut,
und doch fühl ich mich heute stark,
Adrenalin bis tief im Mark.

Entgegne ihr: „Sach, weißte watt,
wer, wie ich, nen Fanclub hat,
hat keine Angst – nicht mal vor dir…“
… dann duck ich mich ganz tief – vor ihr.    29.04.2011
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Karfreitag

Am Morgen nette Damen kraulen,
ohne Eifersucht und Maulen,
meines liebsten Eheweibs,
das ist perfekter Zeitvertreib.

Früh am Morgen schon erwacht,
mitten in der halben Nacht,
liegt ne Schöne neben mir,
meint „Greif zu, ich bin doch hier.“

Sie sieht mich an, mit tiefem Blick,
beugt dann ihren Kopf zurück,
und deutet an – im ersten Licht,
so bitte, Traummann, streichle mich.

Das muss ein Wunder, ach wie fein,
der Zauber des Karfreitags sein,
denn meine Frau lässt mich gewähren,
das kann doch nur die Liebe mehren.

Sie meint, sie könne mich verstehen,
manchmal gilt es wegzusehen,
und wenn ich meinen Spaß dran habe,
hätt sie Verständnis – welche Gabe.

Meine Hände – zum Entzücken,
verwöhnen grad der Dame Rücken,
tasten sich zum Bäuchlein vor,
und kraulen wieder zart empor.

Erreichen nun die feuchte Nase,
und ist mein Name auch nicht Hase,
so weiß ich eines – tu es kund,
die junge Dame ist gesund.

Sie knabbert mir an meinen Händen,
man kann es drehen und auch wenden,
man kann es sehen, wie man will,
sie knabbert zärtlich – ich halt still.

Ist sie vielleicht auch etwas haarig,
so sag ich stolz und offenbar ich,
das muss so sein – passt voll und ganz,
genauso wie ihr langer Schwanz.

Doch wie sehr ich sie auch streichle,
erscheint ihr Frauchen, muss ich weichen,
und schon bin ich komplett passé,
oh liebe Leser – das tut weh.

Ich hab halt nur den 2. Rang,
sie akzeptiert mich nur so lang,
bis die Liebste jäh erscheint,
nun hab ich´s mir vom Herz gereimt.

Im Rudel hab ich – Spiel und Satz,
leider nur den Ehrenplatz,
daher genieß ich – keine Sorgen,
kraulend den Karfreitagmorgen.        22.04.2011
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Hasenfest

Ostern – oder Hasenfest?
Wie schön, wenn man stets alles lässt,
dort, wo es auch hingehört,
die Kirch im Dorf – wo niemand stört.

Wenn es sich ent-Christi-siert,
dann nicht weil´s Banner Hasen führt,
der Grund dafür liegt anderswo,
auch in der Kirche – so wie so.

Man steht halt mal im Sprachgebrauch,
manchmal kräftig auf dem Schlauch,
wobei es sogar denkbar ist,
dass man beim Werben sich vergisst.

Doch neben allem Ernst und Spaß,
war das ein Sturm im Wasserglas,
ich glaube nicht, dass jemand denkt,
dass Ostern an zwei Worten hängt.

Ostern – Fest der Auferstehung,
und mit einer kleinen Drehung,
ein Fest auch für die Kinderschar,
dafür ist halt der Hase da.

Es blühen Spaß und die Natur,
alles grünt in Wald und Flur,
und weil man gern an Menschen denkt,
macht man auch mal ein Geschenk.

Schad, dass ich nicht mehr glauben kann,
an Hasen und den Weihnachtsmann,
doch an den Grund fürs Kirchenfest,
glaube ich – wenn man mich lässt.

Da ändert auch die Werbung nichts,
man schaut doch tiefer, wundert sich,
vielleicht das ein und andere Mal,
doch im Grunde – ganz egal.

Man hat das Hirn, zu unterscheiden,
und sollte es nicht übertreiben,
für die Kritik und die Scharade,
ist die Zeit doch viel zu schade.

Hab ich jetzt mit dem Reim getreten?
Ist es so, dann hilft – nur beten,
dass man etwas Spaß versteht,
auch Ironie – sofern das geht.

Ich freu mich auf ein Osterfest,
das keine Wünsche offen lässt,
auf Sonnenschein, gelungene Tage,
auf Harmonie – wohl keine Frage.

Und wünsch von Herzen sehr viel Glück,
Ostersegen – und den Blick,
für das, was wirklich wichtig ist,
alles andere – ist nur Mist.       21.04.2011
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Respekt

Ob in mir ein Unhold steckt?
Kenn weder Rücksicht, noch Respekt.
Von außen mag ich weichlich sein,
doch innen – bin ich hart wie Stein.

Wer mich erst reizt, sag´s geradeaus,
dem blase ich das Lämpchen aus,
ohne Halt und ohne Sinn,
wenn ich erst mal in Rage bin.

Dann werde ich zum wilden Tier,
nein, nicht beim Fußball, sondern hier,
ich frage nicht mehr wer und was,
mir macht nur die Zerstörung Spaß.

Ich ball die Faust, ich streck die Finger,
hole aus zum rechten Schwinger,
packe, zerre, keuche, reiße,
wenn ich mich in den Feind verbeiße.

Sollt Euch die Schale noch verwirren,
sag ich nur: Ihr könnt nur irren.
Wer mich einmal im Zorn erlebt,
der hat sein Urteil schnell gedreht.

Selbst die Liebste wird dann blass,
fragt mich jäh – Ist das noch Spaß,
und erstarrt bei meinem Blick,
weiß, nun führt kein Weg zurück.

Ich pack die Waffen, schleif die Messer,
sich zu verstecken, wär jetzt besser,
sie wirft sich vor das Enkelkind,
und wispert nur: Der Alte spinnt.

Dann verlasse ich das Haus,
sehe fast wie Django aus,
und rück dem Feind konkret zu Leibe,
seht Euch vor, da ich nun schreibe….

… wie ich morde, wie ich zupfe,
den Feind zerpflücke und zerrupfe,.
Wer dazu nicht die Nerven hat,
der lese still das Abendblatt.

Auch da steht nichts, das Euch gefällt,
zu viel Unsinn in der Welt,
doch niemand der so tickt wie ich:
Unkrautjäten – per Gedicht.

Ich hasse dieses grüne Kraut,
das aus jedem Winkel schaut,
den ich doch grad erst freigemacht,
ich werd zum Killer – halte Wacht.

So - habt Ihr mich nicht gekannt,
es wird vergiftet und verbrannt,
kommt mir dann besser nicht zu nah,
werd ich zum Tier – so winkt Gefahr.     12.04.2011
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Frühling

Der Winter war jetzt lang genug,
es wird Frühling – Zug um Zug,
ich schau hinaus, die Sonne scheint,
ich bin hier drin, mein Herz, es weint.

Dort draußen blüht´s in bunter Pracht,
dass es den Sinn mir wässrig macht,
denn es blüht nicht nur der Krokus,
… der Frühling ist ein wahrer Jokus.

Primeln und Veronica,
bunte Vielfalt – alles da,
nur ich, ich sitze brav hier drin,
nun – weil ich halt gefangen bin.

Die Liebste legt mich an die Kette,
ist ansonsten eine Nette,
und meint, das sei zu meinem Schutz,
gedanklich sei ich… eine Wutz.

Ich schaue hin, ich schaue her,
mich zu benehmen fiel mir schwer,
ich schaue her, ich schaue hin,
dummes Zeug nur stets im Sinn.

Ihre Worte, Mann oh Mann,
sie weiß es doch, bin nur ein Mann,
sie weiß, dass sie sich mächtig irrt,
ich dreh mich um – die Kette klirrt.

Muss ich zur Arbeit, schließt sie auf,
lässt mir ein Stückweit freien Lauf,
und kettet mich, frech grinsend dann,
im Büro gleich wieder an.

Sie meint, das tut den Augen gut,
verhindere bloßen Übermut,
und während Tulpen prachtvoll blühen,
darf ich an meiner Kette ziehen.

Die Sonne scheint, das Leben strahlt,
alles wirkt wie neu gemalt,
jedoch ich lebe – dank Hormonen,
eingepfercht wie die Mormonen.

Das ist doch schließlich die Natur,
ein jeder folgt halt ihrer Spur,
Frühling wirft sein blaues Band,
mir bleibt der Haken – in der Wand.

Gestern fand ich eine Feile,
feile schon ne ganze Weile,
doch die Liebste, gar nicht dumm,
nahm zum Stahl Vanadium.

Sieht sich die Kerben grinsend an,
und meint dann kurz nur: „Lieber Mann,
lass deinen Kräften ihren Lauf,
bis zum Herbst – hast du sie auf!“    29.03.2011
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Schmerz (Auftragsreim)

Manchmal kommt er, der Moment,
da Schmerz dir bis zur Seele brennt,
wo dir nicht Flucht, noch Ausweg bleibt,
wenn nichts mehr dein Gespenst vertreibt.

Bewegung wird zur öden Qual,
was man auch sagt – du bleibst im Tal,
verkriechst dich in dir selbst ein Stück,
verleugnest jeden Traum vom Glück.

Alles hast du schon probiert,
gesalbt, geschluckt, gespritzt, geschmiert,
und greifst nach jedem Zipfel doch,
ein letztes Mal – das geht wohl noch.

Wenn nichts als bloße Hoffnung bleibt,
Geschichten, die das Leben schreibt,
dann gibst du dich dem Hoffen hin,
„es könnte passen“, tief im Sinn.

Und gerätst in treue Hände,
das Wollen ist der Weg zur Wende,
fühlst dich verstanden – kein Objekt,
und neue Kraft in dir erweckt.

Versuche kommen – und sie gehen,
den Schmerz zu forschen, zu verstehen,
und aufzugeben gibt es nicht,
die Hoffnung hat jetzt ein Gesicht.

So gut verstanden, aufgehoben,
in ein sicheres Netz verwoben,
mit Sachverstand und Freundlichkeit,
ein Aufbruch in die neue Zeit.

Ein Team, das sich als Einheit zeigt,
das Kraft dir gibt – und notfalls schweigt,
das dich im Schmerz ganz fest umfängt,
das vorwärts schiebt, doch niemals drängt.

Das Ohren hat, wenn Kummer plagt,
das Zeit sich nimmt, wird sie erfragt,
wo man sich aufgehoben fühlt,
wenn der Schmerz unsagbar wühlt.

Das plötzlich einen Ausweg sieht,
das Hoffen, nicht Gewissheit gibt,
doch greifst du jeden Strohhalm gern,
ihn zu versagen, läg dir fern.

Und noch im Schmerz, der dir entstand,
fühlst du eine starke Hand,
die dich leitet, die leis meint,
dass auch für dich die Sonne scheint.

Ich danke meinem Team, bleib treu,
mein Leben blüht ab heute neu,
wie schön, dass mir die Sonne lacht,
ich hätt es fast – nicht mehr gedacht.    24.03.2011
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Terrorismus

Die Axt erspare dann und wann,
in Heim und Haus den Zimmermann,
ich kenn das Sprichwort – doch zuletzt,
begreif ich´s heute – leicht entsetzt.

Denn bis heut war uns nicht klar,
wie ruhig doch unser Leben war,
ohne Tiefen, doch mit Höh´n,
rosig in die Zukunft sehen.

Doch wie das manchmal halt so ist,
holten wir den Terrorist,
ohne Not in unser Haus,
und wie sieht nun die Zukunft aus?

Man fiel auf braune Äuglein rein,
strahlend wie der helle Schein,
ich sag es einfach plakativ,
das sind die Geister – die man rief.

Da steht sie wie ein Unschuldslamm,
das kein Wasser trüben kann,
und heckt doch ständig, mit Bedacht,
aus, was leichtes Kopfweh macht.

Hier ein Span vom Schrank genagt,
geschreddert, einfach ungefragt,
und dort Tapete kurz entfernt,
was haben wir jetzt draus gelernt…?

Die Axt zeigt uns, dass Frühling wird,
und die Axt hat nicht geirrt,
denn die Tapete – hier im Flur,
brauchte eine Korrektur.

So sprach ich kürzlich mit der Frau,
Luna merkte auf – genau,
und zur Frühlingstemperatur,
entschied sie sich – „Wie helf ich nur?

Die beiden haben wenig Zeit,
und heute Abend sind sie weit,
so fange ich schon einmal an,
da ich ja doch nicht schlafen kann.“

Ja unser Hund, sie ist begabt,
sieht, wo es den Anschein hat,
dass Renovierung Pflicht verspricht,
anders Leute – seh ich´s nicht.

Der Terrorist ward jäh zum Täter,
und etwas früher – oder später….,
kommt sie kopfüber – in die Tonne,
sieht niemals mehr die helle Sonne….

Gesotten, später viergeteilt,
denn das Schicksal – ja, es eilt,
auf leisen Pfoten dir voraus,
Terrorismus herrscht Zuhaus.    17.03.2011
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Bügelblues

Wenn die Liebste bügeln muss,
agiere ich stets ganz bewusst,
denn die Gefahr, die man(n) schon kennt,
ist ein gutes Argument.

Sonst (fast) lieb und nett zu mir,
wird sie beim Bügeln schnell zum Tier,
und bevor das Eisen fliegt,
bin ich ganz still – falls das genügt.

Ein falsches Wort, ob früher, später,
und sie schraubt sich auf 3 Meter,
und wenn der Dampf den Ohren weicht,
werden meine Beine weich.

Dann zählt nur noch der Fluchtreflex,
sonst weiß ich wohl: I am the next,
den man aus dem Weiher zieht,
geteert, gefedert und gebrüht.

Schaut Euch nur meine Striemen an,
falls jemand mir nicht glauben kann,
ich lüge, übertreibe nicht,
bis dereinst mein Auge bricht.

Verstecken ist die Gunst der Stunde,
und so hab ich frohe Kunde,
der Hund hat jetzt ne Box, ganz neu,
darin ist sicher Platz für Zwei.

Dort legen wir vereint uns hin,
und wenn ich still, ganz leise bin,
dann findet mich die Liebste nicht,
Vorsicht ist die erste Pflicht.

Wie schön, wenn sie ihr Werk erfüllt,
wenn mein Gefühl dem Geißbock gilt,
und während meiner Arbeitszeit,
dann bügelt sie – und ich bin weit.

Doch schicke ich ne SMS,
manchmal frech, ein wenig kess,
dann folgt der Schreck – oh Jemineh,
wenn ich auf die Antwort seh.

Es glüht mein Handy, es vibriert,
und schon weiß ich, was mir bald blüht:
Ich störte sie beim Marathon,
am Bügelbrett – wer weiß das schon.

Dann, ja dann versteck ich mich,
selbst auf Entfernung unterm Tisch,
denn meine Haut ist mir recht teuer,
gebranntes Kind scheut stets das Feuer.

Ich bin halt ängstlich und gestört,
und wenn mein Herz auch ihr gehört,
so schreib ich, wie ich leiden muss.
Sonntagfrüh - der Bügelblues.              13.03.2011
__________________________________________                                             
Diebstahl

Ein Dieb, der etwas auf sich hält,
stiehlt Preziosen, Gut und Geld,
kommt heimlich in der tiefsten Nacht,
und hat sein schändlich Werk vollbracht…

… eh die Sonne wieder brennt,
strahlend hell am Firmament.
So ahnte ich das bisher,
drum fällt nun das Erwachen schwer:

Ein Dieb nutzt nicht die Gunst der Zeit,
nicht Dämmerung noch Dunkelheit.
Selbst am allerhellsten Tag,
wird der Angriff nun gewagt.

Die Ahnung unserer Sicherheit,
verschwindet schnell, verschwindet weit,
und was zurückbleibt – das Gefühl,
das Leben ist halt doch kein Spiel.

Wir riefen die Gesetzeshüter,
zum Schutz des Lebens und der Güter,
doch sie schauten uns nur an,
dass man wohl nicht helfen kann.

Verlassen sind wir und alleine,
das Schicksal hat recht forsche Beine,
denn wir leben – Weh und Ach,
mit Dieben unter einem Dach.

Da hilft Gesetz nicht, nicht Juristen,
es verzweifeln die Puristen,
weil die Schöpfung halt nicht rein ist,
wer erkennt, was mein und dein ist?

Es war ein Mundraub, große Schande,
ein Aufschrei geht durch unsere Bande,
da es nun zu berichten gilt,
ein Krapfen fehlt – so fein gefüllt.

Auf feinen, und recht leisen Pfoten,
wissend, Vorsicht war geboten,
schlich der Unhold still zum Tisch,
meinte glatt, man sieht es nicht.

Jedoch – ich habe es erspäht,
weiß schon, was man ständig rät:
Sei achtsam, schütze Haus und Heim,
es liegt an dir – an dir allein.

Und als sie den Berliner greift,
freudig puschelt schon ihr Schweif,
schnappt im Moment die Falle zu,
mein Weib ist schnell – das ist der Clou.

Was sagt uns das – für den Moment?
Dass man ihre Schliche kennt,
und Ehrlichkeit am längsten währt,
missglückter Coup - am eigenen Herd.       07.03.2011
_____________________________________________   
Unikum

Ein Hund, der folgt ist eine Schau,
fragt mich nur, ich weiß genau,
weil auch ich stets folgen muss,
hab ich auch manchmal – keine Lust.

Die Liebste sprach: „Ein eigner Willen?
Na, dieses Mütchen werd ich stillen!
Ein falscher Blick, ein falscher Satz…,
Auf deinen Platz – los ab, mein Schatz!“

Ich hab mich damit arrangiert,
weiß ich doch, was mir passiert,
wage ich – so sieht das aus,
als Mann den Aufstand mal Zuhaus.

Nun trifft´s den Hund, das arme Tier,
was kann die Süße denn dafür?
Wobei bei mir die Hoffnung wächst,
für mich wird´s eher jetzt relaxed.

Doch ein Blick von meiner Frau,
sagt eisig: „Oh, ich weiß genau,
was mein Gegenüber denkt:
Ein bisschen Freedom? Nein, geschenkt!“

So ziehe ich mich ganz frustriert,
dorthin wo mir wohl nichts passiert,
in mein Körbchen unterm Tisch,
Folgsam sein – die erste Pflicht.

Das lernt nun Luna, unser Hund,
Erziehung macht das Leben rund,
Sitz und Down und Platz und Bleib,
ein wenig mehr entspannte Zeit.

Ein Hund, der weiß, das ist gewiss,
wo sein Platz im Leben ist,
der sich nicht als die Krone wähnt,
und wie ich – halt stark gezähmt.

Hundeschule Unikum,
weiß Wieso, Weshalb, Warum.
Kennt den Schlüssel, weist das Ziel,
Erziehung – fast versteckt im Spiel.

Weist den Weg, den man nicht sieht,
und plötzlich zeigt sich, was geschieht,
wenn man nicht die Mühe scheut,
der Erfolg scheint gar nicht weit.

Der Hund, des Menschen bester Freund,
ob´s regnet, ob die Sonne scheint,
immerzu an deiner Seite,
gestern, morgen und auch heute.

Und vielleicht gibt es sogar,
eine Schule…. Nein, ist klar,
ich wagte einen scheuen Blick,
und ziehe mich diskret zurück.    06.03.2011
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Poetry Slam

Beinah hätt es mich erwischt,
oh lieber Herr, verschone mich,
ich bin so jung – noch nicht so weit,
zum Sterben ist´s noch lange Zeit.

Ich hatte mich glatt überschätzt,
und meine Tatstatur gewetzt,
zum Slam – daheim im Medio,
nun klappt es nicht, ich bin so froh.

Ich sah den Hinweis in der Presse,
und dachte bei mir – unterdessen,
dass es bestimmt ganz witzig sei,
sich zu erproben – bald, im Mai.

Doch kaum nahm´s Denken mir Gestalt,
ward es mir heiß, dann plötzlich kalt,
und ich spürte, tief im Bauch,
ein leises Rumpeln, warmen Hauch.

Und kurz darauf, Sekunden später,
schritt ich dorthin – wo unsere Väter,
das Herzchen in die Tür geschnitzt…
Ich auf der Bühne? Welch ein Witz!

Zitternd saß ich auf dem Orte,
ich – ein Dreher wilder Worte,
beschmutzt mir fast das Unterhemd,
Selbstbewusstsein ist mir fremd.

Doch saß das Sinnen wie ein Stachel,
blinkte glänzend, wie auf Kacheln,
und sprach zu mir – ganz leis und stetig:
„Sich zu verdrücken – Nein, das geht nicht.“

Die Finger wiesen mir den Weg,
denn kaum zur Tastatur gelegt,
fanden sie den Startbutton,
ich singe Euch ein Lied davon.

Schon fast hätt ich mich eingetragen,
mit dicker Windel, flau im Magen,
da kam die Rettung – kurz und knapp,
von wo ich´s kaum erwartet hab.

Denn mein Bock, der spielt daheim,
und beides – geht nicht, kann nicht sein,
jetzt wird mir dieser Fakt bewusst,
ganz leicht schlägt´s Herz in meiner Brust.

Ich muss nicht raus, muss mich nicht outen,
denkt doch nur – dass Menschen schauten,
wie mir die Knie zu Gummi werden,
Vorsicht mit solch alten Pferden.

Ein Auge lacht – das andere weint,
schön, wenn man in der Stille reimt,
ich schließ die Augen, lösch das Licht,
dann sehen mich die anderen nicht.        19.02.2011
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Verführung

Meine Frau hat mich verführt,
schon lange hatte ich´s gespürt,
da bahnt sich emsig etwas an,
dem ich kaum widerstehen kann.

Sie sprach: „Dies Kribbeln, tief im Bauch,
konzentrier Dich – Ich will´s auch,
lass Dich fallen, sei bereit,
es ist mal wieder – höchste Zeit.

So lange, tapfer widerstanden,
bis wir den Punkt nun wieder fanden,
schließ die Augen, träum Dich fort,
an einen wunderschönen Ort.

Denk an die Rundung, die Dich lockt,
nun schau nicht so – Sei nicht geschockt.
Du bist nicht alt – Du schaffst das schon,
Hochgenuss winkt Dir als Lohn.

Edle Schärfe lässt Dich schwitzen,
denk nur dran – und spür die Hitze,
nicht mehr lang, und Du bist reif,
das ist Freude, das ist Life.

Scher Dich nicht, was andere sagen,
hab keine Angst – musst es nur wagen,
im Endeffekt – Du kennst es doch,
hast es immer schon gemocht.“

Ich dachte nach, und kam zum Punkt,
ich bin nicht schlank, doch recht gesund,
verachte daher – wie ich denk,
beileibe nicht ein solch Geschenk.

Ich spür das Prickeln bis zum Nabel,
ergebe mich – und greif – zur Gabel,
auf dem Teller liegt mein Steak,
prachtvoll – so wie hin geweht.

Ein Körper, wie der Herr ihn schuf,
mit langem Schweif, mit Horn und Huf,
und daraus – erträumt die Düfte,
ein feines Stück aus edler Hüfte.

Mit Pfeffer nahtlos dick bedeckt,
das reizt, das lockt, das ist perfekt,
das Messer – kaum ein Widerstand,
ich schneide an – hab´s in der Hand.

Der Genuss, er lässt mich strahlen,
nicht zu beschreiben, nicht zu malen,
das ist Verführung – Lust ganz pur,
Samstagabend – 20 Uhr.

Und so gesättigt, gut gestärkt,
geht man(n) (vielleicht) ja gern zu Werk…,
ich lasse Euch jetzt still allein,
nicht alles – passt in einen Reim.           13.02.2011
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Spam

Die Liebste sprach recht hoheitsvoll:
„Du spammst mir stets mein Postfach voll,
so lange bis es überquillt,
immerzu das gleiche Bild.

Kaum seh ich einen Tag nicht hin,
ist es voll – wo bleibt der Sinn?
Was war das Leben früher herrlich,
dass Du heut schreibst, ist so entbehrlich.

Jeder Anreiz spornt Dich an,
ein falsches Wort – schon bist Du dran,
bitte, nimm Dich doch zurück,
auf jeden Fall ein kleines Stück.

Bescher der Menschheit etwas Frieden,
tu, was auch die anderen lieben,
geh spazieren, lies ein Buch,
Du findest was – wenn Du nur suchst.

Wer will denn schon von Ziegen lesen,?
Von Freude und von wilden Thesen?
Von Enkeln, von Gewichtsproblemen,
manchmal muss man sich fast schämen.

Mach Steuern – die Saison beginnt,
schalte ab, denn dann gewinnt,
mein Nervenkleid, so auf die Dauer,
folgst Du nicht – so setzt es Aua!“

So stand sie vor mir, schränkt die Arme,
ich flehte, bat sie um Erbarmen,
und versprach: „Drei Tage lang,
widersteh ich meinem Zwang.“

Am ersten Tag – ich war recht stolz,
kratzt ich die Nägel mir am Holz,
sie splitterten – doch ich war frei,
war gar nicht schwer – das war mir neu.

Am zweiten Tag – trotz Fasten, Beten,
kaute ich an den Tapeten,
lief drei Stunden lang im Kreis,
sortierte den gekörnten Reis.

Zehn nach rechts und zehn nach links,
ich dachte, dass Entspannung winkt,
doch als beim Stapeln ich versage,
platzt mir ganz abrupt der Kragen.

Ich rutscht auf Knien, hin zum Herzblatt,
und fragte still, ob sie gescherzt hat,
will sie mich ins Jäckchen schicken,
mit den Ärmeln auf dem Rücken?

Sie schaut still, sie schaute lange,
mir wurde Angst, und mir ward Bange,
dann hielt sie mir mein Notebook hin,
ich denk – dass ich nicht heilbar bin.          12.02.2011
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Gesichtsverlust

Mit beiden Beinen fest im Leben,
ich möchte stets mein Bestes geben,
behalte gern den Überblick,
bin eher still, halt mich zurück.

Das klappt nicht immer – ja, ich weiß,
alles hat halt seinen Preis,
derweil holt mich die Wahrheit ein,
und dann – verkriech ich mich im Reim.

Schreib mir den Kummer von der Rippe,
nage still an meiner Lippe,
und hadere mit meiner Welt,
fühle mich so bloßgestellt.

Ein Reim – er kann nicht immer lachen,
nicht immer dumme Faxen machen,
nein, manchmal ist das Elend groß,
dann wird der Reim zum Trauerkloß.

Er sitzt mir fest in meinem Hals,
was könnte helfen? Allenfalls,
wenn ich begreife, nach und nach,
den Sinn, das Elend meiner Schmach.

Vielleicht erleichtert es mein Herz,
halbiert, ja minimiert den Schmerz,
wenn ich erkläre dessen Grund,
mein öder Sinn tut Wahrheit kund:

Ich schaue gern zu Menschen auf,
durch Fleiß verdient, und nicht erkauft,
auch wenn diese jünger sind,
wer etwas kann – nur der gewinnt.

Nun sprach ein solcher – weckt den Frust,
ich litte an Gesichtsverlust…,
mir fiel der Hörer aus der Hand,
dieses Elend diese Schand.

Sollt mich verkriechen, ungelogen,
meine Ehre ist entflogen,
Ansehen, Reputation,
wen interessiert das Gestern schon?

Und während ich so leidend schreibe,
gefangen, tief im Elend bleibe,
fällt mir ein, dass mein Gesicht,
vielleicht ja schwand – mit dem Gewicht.

Hätt ich doch besser hingehört,
(versteh doch feixend gern verkehrt,
damit ich dann – vielleicht auch wann,
wieder reimend jammern kann).

Ja – und letztlich freu ich mich,
es schwindet langsam mein Gewicht,
und so wird Gesichtsverlust,
ein Punkt, an dem man jubeln muss.     03.02.2011
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Suchtgefahr

Manchmal geh ich durch Regale,
während ich mir Bilder male,
dass ich widerstehen kann,
wenn nicht heut – so irgendwann.

Einfach mal entsagen können,
das Problem beim Namen nennen,
ganz einfach – in der Theorie,
doch praktisch – klappt das leider nie.

Bücher reden, Bücher wispern,
leise höre ich sie flüstern:
Bitte nimm uns mit zu dir,
viel zu lang stehn wir schon hier.

Und ich lass mich überreden,
Stärke ist halt nichts für jeden,
und letztlich hinterfrag ich nicht,
wäre das auch meine Pflicht.

Denn Bücher – das muss ich wohl wissen,
sind manchmal wirklich sehr gerissen,
sie spiegeln vor die Einsamkeit,
und stehn erst dort – ganze kurze Zeit.

Vielleicht hat es ja im Papier,
Druckerschwärze, die nur mir,
die Sinne nebelt – jedes Mal,
und das Ergebnis ist fatal.

Ich weiß, dass sich die Balken biegen,
vom Gewicht – und nicht vom Lügen,
weil´s für ein Buch, das zu mir zieht,
auch ein warmes Plätzchen gibt.

Zum Laden, um ein Buch zu finden,
ich wollt mich selber überwinden,
nur ein Geschenk für einen Freund,
das ist ganz einfach – wie es scheint.

Doch eine halbe Stunde später,
wurde ich erneut zum Täter,
ging hinaus – so schwer bepackt,
5 statt 1, es ist vertrackt.

Denn die Ängste, sie sind amtlich,
leider ist es so, bekanntlich:
Nehm ich die Bücher heut nicht mit,
dass es sie morgen – nicht mehr gibt.

Das rede ich mir laufend ein,
ein Ausweg kann so einfach sein,
wenn man nur die Wahrheit beugt,
und sich selber überzeugt.

So bleibe ich denn weiter süchtig,
nicht ein bisschen – sondern richtig,
so lang´s die Sucht nach Büchern ist,
ist Heilung völlig ungewiss.                    15.01.2011
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Sensibel

Unser Hund – was für ein Wesen,
denn sie kann Gedanken lesen.
Wie? Ihr sagt, Ihr glaubt das nicht?
Na, dann lest nun mein Gedicht.

Dass sie´s mit ihrem Blick versteht,
uns zu fesseln – früh bis spät,
das ist kaum ein Sonderfall,
ich denk, das klappt wohl überall.

Jedoch ist unser Hund sensibel,
gar nicht schlecht und gar nicht übel,
wenn man dem Beachtung schenkt,
und es in rechte Bahnen lenkt.

Und meine Frau, mein Herz, mein Leben,
sollt dazu den Anlass geben,
als sie gestern auf die Schnelle,
ne Rolle holt – aus unserem Keller.

Die neue Rolle Klopapier,
zum kurzen Trip, so kurz nach Vier,
um das Bläschen zu entleeren,
Druck kann sonst den Schlaf erschweren.

Sie steckte auf den Stab die Rolle,
und dachte sich:“ Das ist das tolle,
dass unser Hund in keiner Nacht,
aus Klopapier fix Kleinholz macht.“

Ach hätte sie – das wäre schön,
sich beim Gedanken umgesehn,
denn H(o)u(n)dini saß dank Beißkraft,
erwartungsvoll schon in Bereitschaft.

Als Stille ward, das Licht ausging,
da dachte sie: „Das ist mein Ding.
Da werde ich nun Frauchen zeigen,
der spitzen Zähne nächtlich Reigen.“

Und heute Morgen war´s paletti,
das Bad geschmückt – voll mit Konfetti,
und ein Hund, der stolz dort thront,
der Aufwand – er hat sich gelohnt.

Ich hab gelernt – weiß jetzt, Gedanken,
haben sichtlich keine Schranken,
ich denk jetzt nicht mehr – hier im Haus,
das ist beschlossen – Punkt und Aus.

Bin ich am Ende auch sensibel,
setzt Luna, das Enfant terrible,
wie´s scheint ganz fix Gedanken um,
bleib ich jetzt still – wisst Ihr, warum.

Sucht Euch zum Reimen jemand anderen,
fällt´s mir auch schwer – der Kelch muss wandern,
wer weiß, was sie, wer hätt´s gedacht,
sonst aus meinem Nonsens macht.      15.01.2011
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Wunder der Technik

Meine Frau ist – so wie ich,
auf neueste Technik sehr erpicht,
und geht damit problemlos um,
denn die Liebste ist nicht dumm.

Computer, Navi, Bügeleisen,
Sicherheit gilt´s zu beweisen,
doch der Teufel – alldieweil,
steckt manchmal boshaft im Detail.

Die Fahrt beendet, Ziel erreicht,
mit einem Navi fällt das leicht,
und ist dasselbe noch mobil,
wird es fast zum Kinderspiel.

Das Auto parken, abgestellt,
kein Parkproblem – ja, das gefällt,
das TomTom noch schnell eingesteckt,
das ist sehr schlau – denn sonst ist´s weg.

Dann geht man übern Klinikflur,
folgt der schon vertrauten Spur,
als es aus dem Mantel schallt:
„Falscher Weg! Dreh um! Mach Halt!

An diesem Punkt nun wenden, bitte.
Ordne dich nun ein, zur Mitte.
Denn sonst wird nicht fürs Ziel gebürgt….“
Da hat mein Weib es abgewürgt.

Sie vergaß, es abzuschalten,
nach Erreichen, nach dem Halten,
und daher schallt es virtuelle,
quäkend aus der Lithium-Zelle.

Vernahm es jemand? Umgeschaut.
Die Stimme – nun, sie war recht laut,
doch der Kittel weiß Geschwader,
schaut teilnahmslos – kein Wenn und Aber.

So wär´s vergangen im Vergessen,
doch leider lasse ich mich stressen,
vom meiner Last – Chronistenpflicht:
Alles muss bei mir ans Licht!

Nun gut – nicht alles, eher viel,
und dabei hab ich im Gefühl,
dass es gut ist – wie´s mir scheint,
dass nicht die Liebste auch noch reimt.

Jedes Näpfchen, jedes Kleckern,
jedes Nörgeln, jedes Meckern,
welches ich so von mir gebe,
würde hier Geburt erleben.

Doch trotzdem – Schmunzeln sei erlaubt,
das ist leichter als man glaubt,
denn gerade kleinste Anekdoten,
sind hierfür die perfekten Noten.       09.01.2011
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Schwere Jungs

Schwere Jungs sind schwer gefragt,
schwer verbreitet, schwer auf Zack,
schwere Jungs wollen immer mehr,
und sind halt leider – viel zu schwer.

Über Jahre dran gebaut,
so manches Steak spannt heut die Haut,
wenn auch das Mästen teuer war,
es hat geschmeckt – in jedem Jahr.

Und wir sehen – und zwar, leider,
wieder Kaisers neue Kleider,
weil jedes Hemd jetzt zwackt und spannt,
es ist einfach eine Schand.

Ein jeder Spiegel wird verhängt,
denn wenn man(n) seine Blicke lenkt,
auf das eigene Ebenbild,
wünscht man sich ein Abwehrschild.

Manchmal weiß man nicht genau,
ist man(n) noch Mann, vielleicht gar Frau?
Weil das, was untenrum geschieht,
man(n) dank Bauch halt nicht mehr sieht,

Die Erkenntnis fällt kaum schwer,
Jungs, so geht das jetzt nicht mehr,
und ab dem 1. – in der Tat,
gibt es Knäcke und Salat.

Im Moment graut das noch nicht,
im alten Jahr scheint noch das Licht,
und was im nächsten Jahr geschieht,
ist (noch) weit weg – das alte Lied.

Doch kommt der 1. Januar,
beugen wir uns der Gefahr,
von Zucker, Schlag und Herzinfarkt,
mit trocken Brot und Magerquark.

Nach außen spiegeln wir uns vor:
Kein Problem – schallt es im Chor,
doch kenne ich mich sehr genau,
… mein armes Weib, die arme Frau.

Muss meine Launen dann ertragen,
ungenießbar, leerer Magen,
die ersten Tage werden schwer,
hungrig, ohne viel Verzehr.

Doch sind wir erst Adonis gleich,
schlank geworden und ganz leicht,
sehen sie uns mit anderen Augen,
so lange gilt es, dran zu glauben.

Abzunehmen im Quartett,
ach wenn ich´s doch geschafft schon hätt,
ich schaue kritisch – rechts und links,
wem von uns Erfolg nun winkt.         28.12.10
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Käuflich

Links und rechts hör ich so häufig,
jeder sei im Grunde käuflich,
jeder Mensch im Erdenrund,
jeder Mensch – und auch mein Hund.

Hundeaugen öffnen Türen,
wenn sie dich hypnotisieren,
schaltest du dein Denken ab,
gut, dass ich eigenen Willen hab.

Ich bin stark, ich habe Kraft,
weiß, dass sie mich damit nicht schafft,
kann, wenn nötig Härte zeigen,
gar beim Essen eisig schweigen.

Da kann sie schauen wie sie will,
mein Herz – ein Eisblock, purer Drill,
ich sehe weg – ein Selbstbetrug,
und heule – in mein Taschentuch.

Eine Woche ging das gut,
dann verließ mich doch der Mut,
und in der allergrößten Not,
gab ich ihr – ein Stück Butterbrot.

Ein kleines Stück, vom Mund gespart,
sie nahm es an, ganz lieb und zart,
und sah mich dabei prüfend an,
da ich nicht widerstehen kann.

Seitdem schläft sie, lieb und kokett,
des Nachts gleich neben meinem Bett,
und Frauchen ist ab jetzt passé,
verkauft für Käse – das tut weh.

Was habe ich da angefangen,
ich mach mich manchmal selber bange,
Erziehung – Buch mit sieben Siegeln,
war das der Start zu allem Übel?

Wie kann ich künftig widerstehen?
Im Traum kann ich mich selbst schon sehen,
Herr und Hund – an einem Napf,
vereint und friedlich – ob das klappt?

Ich bin mir manchmal selbst recht fremd,
Gott, wenn Luna lesen könnt,
und meinen Unsinn auch versteht,
hält sie mich – wie Ihr? – für blöd.

Doch denk ich, Hunde sehen nach,
ohne jedes Weh und Ach,
so lange nur in ihrer Welt,
ein Häppchen von den Tischen fällt.

Das ist fast schon wie Hypnose,
sie rückt ins Blickfeld – und in Pose,
und ich bin machtlos, ohne Mumm,
schaut sie an – und wisst, warum.     27.12.2010
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Geruch

Unser Hund hat tief bewegt,
heute unseren Flur zerlegt,
in diverse Einzelteile,
ich war der Meinung – Langeweile.

Sie war allein – das geb ich zu,
mit sich selbst auf du und du,
und hat wohl still bei sich gedacht:
Das zahl ich heim, das wär gelacht.

Sie schnappte sich von der Kommode,
einen Schal, und dann vom Boden,
Schuhe – und noch vieles mehr,
die Auswahl fiel ihr gar nicht schwer.

Auch von der Gäste-Toilette,
eine Rolle Servietten,
das ist zwar etwas Sinn-verkehrt,
doch wird mir sonst der Reim erschwert.

Nicht Servietten mussten reichen,
nein, Papier – und zwar das weiche,
das den Hintern nicht verletzt,
von ihr jedoch – total zerfetzt.

Nun sprach zu mir ne weise Dame,
ich nenne weder Rang noch Namen,
dass das Tier ganz nebenbei,
auf unseren Duft versessen sei.

Daher Mützen, Schals, Pullover,
für diese heißt es: Game now over.
Doch eines will mir armen Tropf,
nicht so wirklich in den Kopf.

Wenn das wirklich nun so ist,
dass sie uns ganz arg vermisst,
dass sie uns auch riechen will,
… warum wählt sie den Overkill?

Holt sich auch die Garnitur,
die Bürste für die letzte Spur,
die nicht nur Diebe hinterlassen,
das ist wirklich kaum zu fassen.

Zerlegt sie in die Elemente,
schickt das edle Teil in Rente,
und ich frage mich verwirrt,
ob sie sich beim Duft wohl irrt.

Wir sind stets reinlich, sind stets sauber,
ein Parfum dazu als Zauber,
der Hund jedoch – vergleicht uns so?
Das enttäuscht mich – irgendwo.

Es sei denn – das könnte sein,
Die Dame irrt, das wäre fein.
Dann wär der Hund nur ein Vandale,
allein gelassen – auf Randale.                23.12.2010
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Wetterlage

Der Wetterfrosch warnt schon seit Tagen,
vor extremen Wetterlagen,
vor Sturm, vor Glätte, auch vor Schnee,
Tief Petra winkt – es friert der See.

Jedoch hat in der letzten Nacht,
das Tief uns schon den Schnee gebracht,
obwohl der Himmel sternenklar,
und ohne jedes Wölkchen war.

Ich ging halb wach ins Badezimmer,
total verpennt, halt so wie immer,
die Augen noch perfekt verklebt,
Dankbarkeit, dass man(n) noch lebt.

Wie gut da kaltes Wasser tut,
frisch gewaschen – neuer Mut,
und als ich endlich zu mir kam,
hielt ich meinen Atem an.

Schnee – wohin das Auge sieht,
Winterlandschaft jäh erblüht,
und mittendrin – ein kleiner Hund,
Schaum geflockt noch vor dem Mund.

Was habt Ihr bitte jetzt im Sinn?
Kein Kokain – wo denkt Ihr hin!
Vielmehr ein Körbchen – gestern noch,
und heut darin: Ein großes Loch.

Genagt, gezerrt am Reisverschluss,
der irgendwann dann weichen muss.
Und kommt der Hund ans Innenleben,
kann es schon mal Schneesturm geben.

Sie schaut uns an – scheint das wie Buße?
Egal, die Strafe folgt dem Fuße,
was gestern noch gemütlich war,
wird heut entsorgt, das ist wohl klar.

Die zweite Nacht, perfekter Schlaf,
nichts gehört – der Hund schien brav,
doch das Ergebnis, das man fand,
liegt ganz deutlich auf der Hand.

Die Liebste hat dem Hund verziehen,
wär ich´s gewesen, müsst ich fliehen,
ich habe Angst vor ihrem Schlag,
wie schnell wird Nacht aus hellem Tag.

Doch das ist halt der Unterschied,
immer ist´s das gleiche Lied,
ab heute üb ich Lunas Blick,
und finde in die Spur zurück.

Der Hund schläft friedlich, wie gedacht,
ruht sie sich aus – für nächste Nacht?
Ich schau sie an, voll banger Sorgen,
und warte auf den nächsten Morgen.        16.12.2010
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Livemusik

Jeden Abend brav Zuhaus…,
doch manchmal geh selbst ich mal aus,
wenn Livemusik den „Rocker“ ruft,
wenn die Seele fliegt und groovt.

Hin und wieder kommt das vor,
von Rockmusik bis Gospelchor.
Nicht wirklich oft, das ist schon klar…,
gefühlt – so 100 mal im Jahr.

Bitte schimpft jetzt nicht mit mir,
ich kann doch wirklich nichts dafür.
Mehr gibt’s halt nicht im Jahreslauf,
das „Bisschen“ nimmt man dann in kauf.

Da fährt man auch mal gern ein Stück,
für live erlebtes pures Glück,
und vergisst – das ist nicht dumm,
alles um sich selbst herum.

Und da die Liebste mich versteht,
mich begleitet, mit mir geht,
stärkt sie mir noch stets den Rücken,
Musik verbindet – welch Entzücken.

Schließ ich die Augen, fliege ich,
Melodien und das Licht,
verbinden sich zu Harmonie,
Musikgenuss enttäuscht fast nie.

Nach Datteln zog es uns mit Macht,
Ray Wilson hat Station gemacht,
Genesis – geballte Form,
dies Erlebnis war enorm.

Nach dem Konzert, mein Sinn, er schwand,
gab mir der Künstler seine Hand.
Es sollte Euch nicht überraschen,
dass ich sie wohl jetzt nie mehr wasche….

Ich mag ja etwas kindisch sein,
in meinem Hirn – nicht ganz allein,
doch sagt der Kölsche, ganz gewiss,
dass jeder Jeck halt anders ist.

Das sind – muss ich mich dessen schämen?
Kleinigkeiten, die ich nehme,
zum Start in jeden neuen Tag,
kleine Dinge, die ich mag.

Schon der Support hat uns verzückt,
die Band „Spontan“, erlebtes Glück,
Cover super dargebracht,
dass es einfach Freude macht.

Der Freund, der mir vor langer Zeit,
dies Gen gepflanzt – nicht nur bis heut,
dem dank ich, mehr, als er gedacht,
er hat mein Leben reich gemacht.           05.12.2010
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Krampf

Süß geschlafen – wunderschön,
und da das Schicksal uns verwöhnt,
war ich tief in einem Traum,
perfekt, fürs Herz – Ihr glaubt es kam.

Doch grad – beim Griff zur Meisterschale,
hat ich für dieses Glück zu zahlen,
ein Teufel biss mir in die Wade,
aus der Traum – na, das war schade.

Ich flog aus meinem Bett – ein Schrei,
das Rundherum ward Einerlei.
Bin ich auch recht gut gebaut,
das hätt ich mir kaum zugetraut.

Es heißt ja, die Geschwindigkeit,
sei kein Zauber – doch im Leid,
hebt dich der Schmerz aus deinem Bett,
die Wade hart, so wie ein Brett.

Ich tanzte einen Regentanz,
das kann ich nur, hab ich den Krampf,
kein Keller drunter, weit und breit,
das sorgt dann für die Sicherheit.

Denn ein paar Kilos feste Massen,
die sich im Leid bewegen lassen,
… da übernehm ich, niemals, nie,
für die Statik Garantie.

Doch was für mich das Schlimmste ist:
Für diesen Anschlag, Hinterlist,
kann ich die Liebste nicht verklagen,
das wurmt mich sehr – so früh am Tage.

Denn sie schläft – bemerkt das nicht,
dass es mich so kalt erwischt,
sie dreht sich ein Mal murmelnd um,
das nehme ich dann doch recht krumm.

Beginn beim Tanzen noch zu jodeln,
übers Laminat zu rodeln,
zu Stampfen wie ein Elefant,
… sie stellt sich schlafend, ignorant.

Das soll die große Liebe sein?
In Momenten größter Pein,
das Herzblatt ganz alleinzulassen?
Das ist doch wirklich nicht zu fassen.

Und während still der Krampf verebbt,
kriech ich wieder in mein Bett,
zieh schmollend meine Decke über,
träum vom Bock – der hat mich lieber.

Wie soll der Frömmste ruhn in Frieden,
ist SIE so herzlos kalt geblieben.
Ein Krampf zur frühen Sonntagnacht,
hat mich um jeden Traum gebracht.             28.11.2010
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Martinsgans

November – eine schöne Zeit,
die Gans verliert ihr Federkleid,
und landet, just in diesen Tagen,
in meinem nimmer satten Magen.

Gut gefüllt und kross gebräunt,
mir ist´s, als ob die Sonne scheint,
sobald sie auf dem Teller liegt,
die halbe Gans für mich – genügt.

Dazu ein wenig Rosenkohl,
Sprütche für das Leibeswohl,
Klöße, Soße und Maronen,
Genuss soll sich ja schließlich lohnen.

Und während ich beim Schlemmen bin,
kommt mir plötzlich in den Sinn:
Schon wieder ist ein Jahr vorbei.
Wo blieb es nur? Mein Gott, oh weih.

Ich schau mich ganz verstohlen um,
bitte nehmt es mir nicht krumm,
und erkenne voller Schreck,
ein ganzes Jahr ist wieder weg.

Eben erst das Spargelessen,
habt Ihr das denn schon vergessen?
Wir trafen uns bei Sonnenschein,
das musste, denk ich, gestern sein.

Wir sprachen über Fakten, Zahlen,
über Träume, die wir malen,
von Urlaub, Fußball, dies und das,
selbst Bänker kennen Spiel und Spaß.

Nun sitzen wir zum Jahresende,
kurz vor der erneuten Wende,
wieder im vertrauten Kreise,
Gespräche, Lachen, leckere Speise.

Und ich denk beim nächsten Biss,
dass doch alles prima ist,
wir sind erfolgreich und gesund,
das macht die Sache letztlich rund.

So lange man sich sagen kann,
das Jahr hört auf, wie es begann,
ist das Leben doch perfekt,
und meine Gans – nun ja, sie schmeckt.

Ich knabbere an einem Flügel,
hab Gott sei Dank dort keinen Spiegel,
muss meinen Anblick nicht ertragen,
fettbespritzt bis hoch zum Kragen.

Schön, dass Ihr mich mit Euch nehmt,
mich meines Anblicks auch nicht schämt,
zu viel Gans in all den Jahren,
ist mir beim Schlemmen widerfahren.     23.11.2010
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ERGO

Haftpflicht, Leben, Rechtschutz, Schaden,
einfach das Gefühl nur haben,
dass man gut versichert ist,
zu jeder Zeit, in jeder Frist.

Wobei jedoch die Hoffnung steht,
dass alles seiner Wege geht,
dass alles glatt läuft, nichts geschieht,
und man den Ernstfall niemals sieht.

Ergo folgt daher der Schluss:
Man meidet Ärger, den Verdruss,
wenn man bewusst im Vorfeld wählt,
auf wen man stets im Leben zählt.

ERGO statt Victoria,
gut gerüstet Jahr für Jahr,
und die Erkenntnis, dass die Zeit,
manchmal neue Namen schreibt.

Doch wichtig ist nur das, was geht,
was hinter einem Namen steht,
und da – ich sollte Euch mal loben,
fühl ich mich gut aufgehoben.

Verunsichert? In keinem Fall,
seid Uptodate und stets am Ball,
auch wenn´s für mich – das ist gewiss,
am Ball die falsche Farbe ist.

Rot und weiß, das ist mein Traum,
heut mal high, und morgen down,
auch wenn´s vielleicht jetzt Kummer weckt,
nicht grämen – niemand ist perfekt.

Versichern müsst Ihr mich nicht mehr,
ich hab´s rundum, das fiel nicht schwer,
und tritt halt mal ein Schaden ein,
ließt Ihr mich noch nie allein.

Ich weiß, dass Ihr zur Seite steht,
Euch mit mir auch im Sturme dreht,
im Rücken eine starke Hand,
ruhig und sachlich, mit Verstand.

Vielen Dank für manchen Rat,
für Beruhigung oder Tat,
fürs Wirken, still im Hintergrund,
ERGO ist der starke Grund.

Gestern, heute, alle Zeit,
macht weiter so, seid stets bereit,
wobei ich eines sicher weiß:
dass ERGO auch Verstehen heißt.     21.11.2010
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Gummitwist

Meine Frau tanzt „Gummitwist“,
und weil sie einfach maßlos ist,
tanzt sie diesen – wie fatal,
fünfzehnhundert forsche Mal.

In den Augen dieser Glanz,
welch ein steter, wilder Tanz,
wenn der Gummi sich dort schmiegt,
wo er einfach passend liegt.

Fünfzehnhundert in acht Tagen,
darf ich da ein Veto wagen?
Nein, ich denke eher nicht,
wenn´s Spaß macht, dann ist Schweigen Pflicht.

Sie sieht, sie hört, sie spricht nicht mehr,
so eingespannt fällt das auch schwer,
sie ist dabei – Elan und Eifer,
lässt sich kaum stören, das ist Reife.

In ihrem kleinen Kämmerlein,
möchte sie alleine sein,
weil´s im Akkord viel besser geht,
ich denke, dass Ihr mich versteht.

Und reißt ein Gummi – tja, nun dann,
fängt sie halt von vorne an,
sie weiß es halt – das ist gewiss,
was sie der Firma schuldig ist.

Denn das Präsent ist erst 1a,
liegt der Gummi passend da,
wo er fest das Glas umspannt,
hingeführt von kluger Hand.

Das Glas Gelee beklebt, verziert,
damit die Süße uns verführt,
fein verschmiert auf frischem Brot,
ein Hochgenuss, selbst in der Not.

Und da das Auge mit uns speist,
schließt sich zum Anblick erst der Kreis,
umspannt der Gummi das Papier,
drauf schmückend Kordeln – eine Zier.

Weihnacht wird´s – welch schöne Zeit,
und die Liebste ist bereit,
auf dass sie alles schön verpackt,
Tag für Tag, im eigenen Takt.

Jedoch – bei der Gelegenheit…,
gebt mir ein Sekündchen Zeit.
Was schaut Ihr so verdattert drein?
Wusstet Ihr nicht, was ich mein?

Was bitte kann denn ich dafür?
Ihr öffnetet die falsche Tür.
Ein Problem der Phantasie,
ich glaube – man versteht mich nie.    19.11.2010
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Groupie

Man fragt mich gestern nebenbei,
ob ich wohl ein Groupie sei.
Man sehe mich – mit einem Blick,
laufend auf fast jedem Gig.

Ich schaute sehr verwundert drein,
Ich? Ich soll ein Groupie sein?
Die Haare grau, der Bauch enorm,
für Groupies kaum die rechte Form.

90-60-90 – Maß,
macht beim Anblick mächtig Spaß,
jedoch bei mir… seht mich doch an,
ist´s falsch versetzt – halt zu viel dran.

Und trotzdem macht Musik mich high,
bei Konzerten stets dabei,
da fahr ich gern – ist´s auch verrückt,
zum Genuss ein gutes Stück.

Gestern Us & them erlebt,
Musik erklingt, die Seele bebt,
und für drei Stunden, das gefällt,
bin ich in einer anderen Welt.

Pink Floyd, perfekt, in reinstem Klang,
ein Hochgenuss von Anfang an,
ein Cover, dass kaum Cover ist,
fahrt nur hin – damit Ihr´s wisst.

Klanggewebe, Harmonie,
mal laut, mal leise, Poesie,
Gitarrensoli, Freude spüren,
ich lasse mich so gern verführen.

Der Gesang, das Saxophon,
Gänsehaut beim ersten Ton,
und wenn´s dann hin zum Ende trieb,
frag ich mich, wo die Zeit wohl blieb.

Gespannt schau ich auf den Kalender,
ins Internet, hör jeden Sender,
hab die News schon abonniert,
damit ich weiß, wann´s neu passiert.

Ist man(n) dann Groupie? Bitte sehr!
Mich so zu sehen, fällt recht schwer.
Und doch denk ich so dann und wann,
da ist bestimmt schon etwas dran.

Livemusik, mein halbes Leben,
kann es denn was Schöneres geben?
Wenn der Bass, schon das ist´s wert,
mir tief durch Geist und Körper fährt.

Vom Leben ein besonderes Stück,
haltet mich ruhig für verrückt,
löscht das Licht – und lasst mich fliegen,
Zauber, die in Klängen liegen.         14.11.2010
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Umzug

Grouven hält den Atem still,
kein Lüftchen mehr, das wehen will,
fassungslos blickt jeder drein:
Das soll, das kann, das darf nicht sein.

Man wispert sich verwundert zu:
„Ohne Rast und ohne Ruh,
zieht die Hektik rund ums Haus,
dat Wimmers zieht wahrscheinlich aus.

Na ja, es wäre zu verstehen,
Ihr müsst Euch nur den Mann ansehen,
zu gut genährt, nur Bock im Hirn,
das arme Weib, die arme Deern.

Kartons trägt sie seit vielen Tagen,
und Leute, hört, lasst es Euch sagen,
„Umzug“ steht ganz groß darauf,
so Unheil nimm nun deinen Lauf….“

So haltet ein! Lasst Ruhe walten!
Gehör ich auch schon zu den Alten,
so bleibt die Liebste mir doch treu,
nur den Speicher – den gibt’s neu.

Und da ich dort die Bücher horte,
fast jedes Genre, jede Sorte,
gehört das nun kurz aussortiert,
was lang schon die Regale ziert.

Im Schweiße ihres Angesichts,
räumte sie – da kennt sie nichts,
vierunddreißig Kisten voll,
ich weiß, ich bin halt raderdoll.

Seh ich ein Buch – Ihr müsst verstehen,
kann ich nicht vorübergehen,
weil´s vielleicht, was man so schrieb,
morgen nicht zu kaufen gibt.

Das sind Tonnen an Papier,
die Frau ist fleißig – glaubt es mir,
und hart wie Stahl, so kann sie sein,
was ich befürchtet – das traf ein.

Sie schaute mich voll Inbrunst an,
und meinte dann: „Mein lieber Mann,
sollten wir hier fertig sein….,
räumst du alles wieder ein!“

Oh Gott, da ist die Panik groß,
die Ehe ist ein hartes Los,
doch hoffe ich, dass mich mein Chef,
geschäftlich in die Ferne lässt.

Das darf ich hier jetzt nicht verraten,
glaubt es mir, sie riecht den Braten,
verratet nichts – oh, seid so nett,
sonst trennt uns wirklich Tisch und Bett.    07.11.2010
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Wasserspiele

Tief geschlafen, früh erwacht,
traumlos – eine gute Nacht,
ausgeschlafen und recht fit,
zum jungen Tag, der erste Schritt.

Ich dreh mich um – und ich erstarr,
was ich dort fühl, ist sonderbar,
ein nasser Fleck – dort, wie ich mein,
dürfte doch wohl keiner sein.

Versagte etwa meine Dichtung?
Ich schau, erkenne: Falsche Richtung,
denn der Fleck, der mich entsetzt,
hat sich am Kopfe abgesetzt.

Nun hab ich zwar ein reifes Alter,
doch bin nicht undicht – mein Gott, Walter,
wieg ohne Windeln mich im Schlaf,
und bin auch sonst ja meistens brav.

Hab ich gesabbert in der Nacht?
Zu viel an Wein und Weib gedacht?
Vergoss ich Tränen zum FC?
Nein – alles stimmig und Ok.

So griff ich also, bin ja schlau,
hilfesuchend meine Frau,
und sprach: Reich mir das Notfallset,
ich ertrink im Wasserbett.

Sie setzte mir den Schnorchel auf,
den hab ich weise mir gekauft,
denn im Falle eines Falles,
ist Vorbereitung wirklich alles.

Hektisch krault ich auf der Decke,
inspizierend jede Ecke,
forschend in den hohen Wellen,
nach Rissen und Leckage-Stellen.

Mein Tierkreis: Fisch, doch ohne Schuppen,
beim Tasten mit den Fingerkuppen,
fand ich den winzig kleinen Riss,
ein Mordanschlag – wie feig das ist.

Die Liebste wollte mich entsorgen,
wer ertrinkt, sieht keinen Morgen,
seit diesem Vorfall geb ich Acht,
was sie des Nachts nun mit mir macht.

Schlaf ab jetzt – kaum zum Entzücken,
mit Sauerstoff auf meinem Rücken,
mit Fügelchen an jedem Arm,
sieht dämlich aus – doch es hat Charme.

Das Löchlein, es ist schon geflickt,
ich hab dem Tod ins Aug geblickt,
ein Bett ist nicht zum Schwimmen da,
wie nah ich doch der Schwelle war.         01.11.2010
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Schalter

Im Urlaub ist Entspannung Pflicht,
doch finde ich den Schalter nicht,
den es umzulegen gilt,
mein Speicher ist wohl überfüllt.

An Arbeit denk ich Tag für Tag,
ob ich das will, ob ich das mag?
Diese Frage stellt sich kaum,
am Ende nur gequirlter Schaum.

Doch jetzt folgt das Wochenende,
Samstag, Sonntag – das spricht Bände,
denn wenn vor Ort die Arbeit ruht,
ist das für meine Seele gut.

Dann lehn ich mich entspannt zurück,
dann wird der Schalter kurz gedrückt,
bis der Montagmorgen kommt,
ein neuer Tag am Horizont.

Und dann auch noch das Internet,
jeden Tag les ich nun fett,
wie der FC an Krücken geht,
mit einem Fuß im Abhang steht.

Ein Sieg heut Abend – alles prima,
wichtig für ein ruhiges Klima,
jedoch bei einer Niederlage,
stellt man alles neu infrage.

Da nehme ich mich selbst nicht aus,
bin ich gefrustet – muss das raus,
doch denke ich oft hinterher:
Ich nehm das alles viel zu schwer.

Fußball ist doch nur ein Spiel,
doch nicht für mich! – Denn mein Gefühl,
lässt es nicht zu – muss ich´s erwähnen?
Niederlagen hinzunehmen.

Der nächste Schalter, der nicht klickt,
Euer Elend, und mein Glück,
ist das stete Reimgeschwader,
nehmt es hin – Kein Wenn und Aber.

Denn widersteh ich, platze ich,
darum verdammt mich bitte nicht.
Halt ich mich selbst auch für verrückt,
stimmt das nur – ein kleines Stück.

Ich bin nur anders – nicht verwirrt,
und wenn die Freundin sich nicht irrt,
die mir diese Nachricht gab,
denk ich, dass ich noch Hoffnung hab.

So such ich weiter nach dem Schalter,
ich find ihn nicht – ist es das Alter?
Egal, woran´s auch immer liegt:
Macht, dass mein Verein heut siegt!     24.09.2010
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Paraplü

Er ist mir wichtig wie noch nie,
der gut gepflegte Paraplü,
denn seit einer Woche fällt,
der Regen ständig – wie bestellt.

Dazu ein Sturm, von früh bis spät,
als ob das Dach vom Stuhl sich hebt,
ich denke, dass ich irgendwann,
das Meer vorm Haus begrüßen kann.

Egal, das Holz im Ofen brennt,
und Trübsal blasen ist uns fremd,
so zieh ich mich, gut Buch-bestückt,
still in einen Raum zurück.

Und lese still so vor mich hin,
so lange ich nicht draußen bin,
klingt´s gar nach Gemütlichkeit,
der Herbst ist eine schöne Zeit.

Nun kam die Liebste grad zu mir,
und fragt, ob ich den Reiz wohl spür,
mich mal wieder zu bewegen,
… ich zeigte stumm nur auf den Regen.

Doch meint sie, das sei grad der Punkt,
der Ernst der Lage werde rund,
und gleich, so vor den nächsten Schauern,
soll ich eine Arche bauen.

Ich hab gerechnet, ungelogen,
das Für und Wider abgewogen,
und kam dann schließlich zu dem Schluss,
dass ich… noch etwas lesen muss.

Zwei Sack mit Brennholz – 50 Kronen,
und sollte sich der Bau auch lohnen,
dann liegt darin wohl kaum Gewinn,
weil ich dann zügig pleite bin.

Das Geld, dass spar ich lieber auf,
damit ich neue Bücher kauf,
und der Regen – denk ich mal,
hört auch mal auf – wenn nicht, egal.

Nächsten Mittwoch – in drei Tagen,
spielt Varde gegen Kopenhagen,
dann geh ich an die frische Luft,
da der Reiz des Fußballs ruft.

Sollt es schütten, Sturm wie nie,
so spann ich meinen Paraplü,
die Frisur, der Scheitel sitzt,
so fühle ich mich gut geschützt.

Noch zwei Wochen an der See,
ein bisschen Regen tut nicht weh,
und zur Not gibt es im Haus,
Schwimmflügel – so sieht das aus.      19.09.2010
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Fingerfertigkeit

Man fragt mich jüngst – mit Hinterlist?
Ob´s mir schon heut gegeben ist,
zu wissen – tief verborgener Sinn:
Was mach ich… wenn ich Rentner bin.

Ich nahm die Finger, zählte ab,
wie viel Jahre ich noch hab,
und kam auf zehn – noch viel, so scheint´s,
für jeden Finger gab es eins.

Sägt Ihr nur an meinem Stuhle,
ich bleibe hier, sitz eine Kuhle,
und grabe mich im Boden ein,
hier bleibe ich – hier will ich sein.

Doch wo ich beim Gedanken war,
so schweift ich ab – wie sonderbar,
und sah mich schon – oh, welch Gefühle,
bei jedem fernen Auswärtsspiele.

Zehn Jahre noch, ich bin bereit,
Europa ruft, zu Wett und Streit,
und so mag es sein, vielleicht,
dass mein Weg bis Mailand reicht.

Außerdem werd ich wohl reimen,
mag es heut schon viel erscheinen,
als Rentner, so blockier ich dann,
ein jedes Postfach, dann und wann.

Ich werde reisen, weit und viel,
Nach Palma, Kairo und nach Kiel,
nach Dänemark und hoch zum Norden,
ein Reisetraum ist wahr geworden.

Und die Liebste stets dabei,
auch beim Fußball – so verzeih,
weil ich als alter Tattergreis,
den Weg zum Stadion nicht mehr weiß.

Konzertbesuche, noch und noch,
das hab ich ja schon heut gemocht,
und ist´s zum Lauschen dann zu spät,
so kauf ich mir ein Hörgerät.

Lesen werde ich in Massen,
so viele Bücher, kaum zu fassen,
schon heute quillt so manch Regal,
dann quillt es mehr – das ist egal.

Langeweile kenn ich kaum,
und was ich vorhab bleibt kein Traum,
auch wenn ich heut nicht wissen kann,
komm ich beim letzten Finger an.

Jedoch – ich denk stets positiv,
„würde, wenn“ – den Konjunktiv,
den lehne ich entschieden ab,
wie gut, dass ich zehn Finger hab.     26.08.10
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Stau

Hat man(n) am Sonntag Langeweile,
zum Reimen fehlt die erste Zeile,
dann stellt er sich mit seiner Frau,
still verzagt in einen Stau.

Denn scheinbar hatte, ganz am Rande,
heut die halbe Niederlande,
Lust auf eine Ausflugsfahrt,
hätt ich mir das doch heut erspart.

Rund um uns vertraute Bilder,
Horden gelber Nummernschilder,
auf dem Trip von Nord nach Süd,
Campingurlaub, wo man sieht.

Und wir beide – mittendrin,
nicht der wahre Lustgewinn,
ach wär´n wir doch daheim geblieben,
frisch vergnügt bei unseren Lieben.

Denn hat der Motor auch PS,
was von Fahrspaß träumen lässt,
so ist der Traum schnell ausgeträumt,
wenn man(n) im Stau nur leise weint.

Da kennt man jeden Randstein bald,
fast jeden Baum im nahen Wald,
und ist auch manchmal, ganz im Nu,
mit dem Nachbarn schnell auf Du.

Doch das Chaos wird perfekt,
wenn´s dem Sonntagsfahrer schmeckt,
sich auch noch auf die Bahn zu wagen,
was macht man nur an solchen Tagen?

Man legt sich halt entspannt zurück,
rollt langsam vor, so Stück für Stück,
packt´s Wasser aus – und Haribo,
das macht ja auch Erwachsene froh.

Dann, plötzlich, ist der Stau zu Ende,
ja, das ist bestimmt die Wende,
und man(n) streichelt, endlich mal,
verzückt das liebe Gaspedal.

Ein Satz nach vorn, ein sanftes Röhren,
nichts kann dies Gefühl jetzt stören,
da zeigt sich uns ein Hinweisschild,
dass halt nichts auf Dauer gilt.

Denn wir entdecken im Gedränge,
das nächste Öhr, die nächste Enge,
noch eben hat das Glück gelacht,
doch nicht für lange – falsch gedacht.

Wie nett, am Sonntag zu verreisen,
lasst uns den Tag des Herrn nur preisen,
so einfach kann das Leben sein,
denn ich hab Grund – zum neuen Reim.      08.08.2010
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Masse-Klasse

Die Liebste sagt mir ständig nach,
zu viel Potenzial läg brach,
denn im Verhältnis meiner Masse,
zeige ich zu selten Klasse.

Der Brustumfang – zu meiner Hüfte,
der Bauch, den ich am Morgen lüfte,
der Büstenhalter: Körbchen D,
Massespeicher, Kopf bis Zeh.

Fügt man dies ins rechte Licht,
vergisst dabei das Alter nicht,
setzt Pi und Archimedes an,
erhält sie – was ich leisten kann.

Jedoch – sie wendet schaudernd ab,
da ich noch zu viel Flausen hab,
ein Mann, von meiner Form und Alter,
ist ein Kindskopf – mein Gott, Walter.

Schreibt ständig Reime – gar von Ziegen,
lechzt nach Musik, und kölschen Siegen,
und vergräbt sich – überhaupt,
ständig noch im Bücherstaub.

Ich sah mein Herzstück lieblich an,
mit Dackelblick – wie´s ich nur kann,
und sprach zu ihr: „Du hast wohl recht,
doch auch sonst, bin ich nicht schlecht.

Auf dem Nordkap – nun sag Danke,
war ich Dir ein Halt und Anker,
denn, hätt ich nicht so viel gewogen,
vielleicht wärst Du dann weggeflogen…

Von dem Sturm empor gerissen,
und weit entfernt ins Meer geschmissen,
das blieb Dir Gott sei Dank erspart,
ich bin nicht schwächlich, leicht, noch zart.

Und ich zähl – zwar unbewusst,
gleich für Zwei – im Reisebus,
das präsentiert Dir reichlich Platz,
ist doch was, mein lieber Schatz.

Wer weiß, vielleicht ja kürt man mich,
auf der Kreuzfahrt zum Gewicht,
welches, ganz bewusst gestellt,
das Traumschiff in der Waage hält.

Ihr müsst mir eher dankbar sein,
war es doch mein Gewicht allein,
das bei dem Schiff für Tiefgang sorgt,
COSTA hat mich nur geborgt.“

Nach diesen Worten, bitte schön,
war´s um die Liebste jäh geschehn,
und endlich sah sie es nun ein:
Ich muss wohl doch ihr Traumprinz sein.              31.07.2010
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Reisen ist schön

Heut noch schwitzen, 30 Grad,
ab Samstag – 17, welch Spagat.
Doch, Halt! Bedauern tut nicht Not.
Wir lieben das, wir sind im Lot.

Von Kiel zum Nordkap, und zurück,
2 Wochen lang erlebtes Glück,
und wenn ich darf, erzähle ich,
von der Reise und vom Licht.

Tag für Tag wird überboten,
Hellesylt und die Lofoten,
die Berge, der Geiranger-Fjord,
das ist perfekt, darauf mein Wort.

Frische Brisen, etwas Kühle,
dass ich mich neu geboren fühle,
1 Buch - und sie und ich allein,
so einfach kann Erholung sein.

Elf Tage shippern, hohe See,
von grünen Wiesen bis zum Schnee,
glaubt mir doch, wie ich mich freu,
jeden Tag ein bisschen neu.

Urlaub, Jahres schönste Zeit,
bald geht es los, wir sind bereit,
die schönen Tage halt ich fest,
wenn man mich nur einfach lässt.

In Gedanken und im Reim,
schließ ich unseren Eindruck ein,
und rufe ihn dann gerne ab,
wenn ich die Zeit und Muße hab.

Doch heute stehen wir erst davor,
am Samstag öffnet sich das Tor,
von der Ostsee, Kieler Förde,
hin – zum schönsten Platz der Erde.

Land der Trolle, Land der Seen,
Land der Fjorde – ich kann sehen,
und schaue mir die Augen satt,
wie schön, wenn man die Chance hat.

3.000 Menschen auf dem Schiff,
ich denke mal, sie stören nicht,
denn wird´s zu hektisch, sag ich: Komm,
Liebste, auf geht´s zum Balkon.

Da wartet schon mein Buch auf mich,
rund um die Uhr fast, scheint das Licht,
und wenn mich frische Luft verwöhnt,
dann schlaf ich ein – ist das nicht schön?

Wen stört da schon ein bisschen Regen?
Kühle Luft, sie ist ein Segen,
nicht mehr schwitzen – das ist Fun,
und am Samstag fängt es an.               14.07.2010
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CC

Ich sprach zur Liebsten: Jede Wette,
ab heut hat einen Platz im Bette,
dass, was mir das Liebste ist,
das ist ein Fakt, ja, ganz gewiss.

Sie sah mich an und strahlte hell.
Halt, sprach ich,„Jetzt nicht so schnell,
denn tu ich Dir auch ziemlich weh:
Es ruht bei mir – jetzt der CC.

Und sollt das problematisch sein,
die Tür – sie ist vielleicht zu klein,
schlaf ich im Hof, auch das hat Charme,
es ist Sommer und recht warm.

So bin ich nah bei dem Getriebe,
Ein Mann, sein Auto – das ist Liebe.
Sieh doch nur, wie stolz es strahlt,
die Figur, so wie gemalt.

Und ist er erst mal eingefahren,
so lass mich dies jetzt offenbaren,
sind wir ständig nur auf Tour,
von morgens früh, bis 20 Uhr.

Dann ist er müde, drum mein Rat,
Schlaf und Ruhe dem Passat,
und warum wird der Hof gemacht?!
Na klar, als Bühne – Gute Nacht!

Nun lass uns schlummern, ihn und mich,
ich les ihm vor, schreib ein Gedicht,
und weiß, dass ich nen Vogel habe.
Wär es anders – wär das schade!

170 Pferdestärken,
gehen mit mir nun zu Werke,
und geht der Gaul jetzt mit mir durch,
ist das normal – habt keine Furcht.

Denn spätestens, wenn´s Winter wird,
wenn Schnee fällt und es frierend klirrt,
komm ich erneut zum Eheweib,
alles hat halt seine Zeit.

Für den CC ein sicheres Fleckchen,
gegen Kälte dann ein Deckchen,
und regelmäßig Streife gehn,
man(n) muss doch nach dem Rechten sehn.

Ich freu mich schon – das klingt apart,
heut Abend auf die nächste Fahrt,
stolz und gerade hinterm Steuer,
mein CC, mein Abenteuer.

Und die Liebste?! Sie vergibt,
da sie das Kind im Manne liebt.
Sie nimmt das hin, na klarer Fall,
weiß sie doch – ich hab nen Knall.       03.07.2010
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Vuvuzela

WM-Start in Südafrika,
ich bin dabei – doch was ich sah,
entlockt mir kaum Begeisterung,
vielleicht bin ich ja auch zu jung.

Denn wär ich älter – und auch weiser,
die Kulisse etwas leiser,
dann wäre das bestimmt kein Fehler,
Leute, killt die Vuvuzela.

Wie ein steter Hummelschwarm,
kein Gesang, kein Jubel, Charme,
nur dies Geräusch, dass es mir graut,
dauerhaft und stetig laut.

Doch schließlich bin ich ja nicht dumm,
ich schaltete auf leise um,
die Lösung kann so einfach sein,
prompt schlief ich zweimal friedlich ein.

Kein Spiel, das mich vom Hocker riss,
die WM ist jung – gewiss,
mein Herz hat noch nicht laut gepocht,
da jeder nur mit Wasser kocht.

Englands Torwart – fein blamiert!
Argentinien – nichts passiert!
Wird Deutschland heut zum forschen Täter?
Keine Ahnung, fragt mich später.

Ein bisschen Mut, das wär kein Fehler,
und stetig tönt die Vuvuzela,
bringt sie demnächst ins Stadion,
… ich erstick den ersten Ton.

Dreh sie dreimal zur Spirale,
und prompt verstummen die Signale,
„Zerstörung“ ist mein erster Drang,
ich liebe doch den Fangesang.

Ich bin im Grunde immer friedlich,
im Problemfall eher schiedlich,
doch trötet man auf meiner Seele,
wär das sicherlich ein Fehler.

Stellt Euch nur vor, statt kölscher Hymne,
hört man nur Blöken, das wär schlimm, ne?!
Es reicht doch schon, sag ich verwirrt,
dass Tosic nun ein Russe wird.

Was nun kommt, man wird es sehen,
ich werd das Brummen überstehen,
und bleib vielleicht ja heute wach,
wenn Deutschland die LaOla macht.

Fußball ist ein wahrer Segen,
endlich was, um aufzuregen,
was wäre ich doch arm daran,
wenn ich nicht reimend hetzen kann.         13.06.2010
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Mauer

Seit Tagen lag ich auf der Lauer,
endlich wieder wächst die Mauer,
musikalisch, mit Esprit,
ich bin aufgeregt wie nie.

´81, ach wie weit,
dreißig Jahre – welche Zeit,
schon damals war ich live dabei,
„The Wall“, Pink Floyd, wie ich mich freu!

Im nächsten Jahr kommt es nun wieder,
das Spektakel, diese Lieder,
die so vertraut und nah noch sind,
ich bin im Kopf ein großes Kind.

Und so nehm ich – welch ein Schritt,
demnächst den großen Sohn jetzt mit,
damit er die Musik erfährt,
die der „alte Mann“ gern hört.

Musik voll Kraft und Leidenschaft,
Roger Waters – fabelhaft,
denk ich dran – ja Leute, glaubt,
sprießt mir schon die Gänsehaut.

2011 – ist´s morgen schon?
Ein ganzes Jahr noch? Welch ein Hohn!
Doch auch ein Jahr geht schnell herum,
nur das Warten – das ist dumm.

Wenn man die Tickets präsentiert,
Eventim – wieder ist´s passiert.
dann steck ich sie ins Bankschließfach,
bewacht bei Tag, und auch bei Nacht.

Ich schaue nach – sind sie noch drin?
Ich hab stets Unsinn, tief im Sinn,
Und haltet Ihr mich für verrückt,
so stimmt das wohl – oh, welch ein Glück.

Denn wäre ich nicht durchgeknallt,
so würde ich tatsächlich alt,
und die Musik, das ist der Clou,
gehört zum Jung-Sein halt dazu.

Auch wenn man(n) für den Preis nun prompt,
ja fast schon zum Ferrari kommt,
ist´s mir rundum und völlig wert,
niemand, der mich je bekehrt.

So halt ich stets die Augen auf,
Stein für Stein zur Mauer drauf,
auf dass ich mich umgeben kann,
mit 1.000 Tickets – irgendwann.

Bin 55 – seid jetzt still,
da ich noch 50 leben will,
schaff ich das – ja, ganz bestimmt,
so lang die Lust am Rock noch glimmt.      05.06.2010
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Pizzamann

17 Jahre Pizzamann,
und wir dabei – von Anfang an,
Pizza, Pasta und Salat,
machte er uns fix parat.

Es schmeckte nicht? Das gab es nicht!
Und so legt man(n) an Gewicht,
in jedem Jahr ein Schüppchen drauf,
jedoch – man nahm es gern in kauf.

Das Ritual zur Mittagszeit,
zum Restaurant war es nicht weit,
und ich denke heut verstört,
dass uns ein Teil davon gehört.

So manches Hemd ward dort versaut,
und meiner Frau hat´s stets gegraut,
zeigt stumm auf den Tomatenfleck,
und meint: Den krieg ich nie mehr weg.

Der Pizzamann, er war nicht dumm,
er hat gewusst, weshalb, warum,
und legte mir an meinen Platz,
nen riesengroßen Schlabberlatz.

Das mag vielleicht jetzt peinlich sein,
doch sah ich diesen Umstand ein,
und zog den Latz entschlossen an,
auf dass ich sauber essen kann.

Das hat nur selten funktioniert,
Ehre dem, dem sie gebührt,
doch wer so kleckert, so wie ich,
der meidet bang das Tageslicht.

Das alles hat ab jetzt ein Ende,
viele Jahre sprechen Bände,
denn der Ofen bleibt nun kalt,
das Ende naht – und zwar schon bald.

Der Pizzamann und seine Frau,
sie wandern aus, ich weiß genau,
es wird nicht mehr wie vorher sein,
beim „Stänkern“ bin ich nun allein.

Niemand mehr, dem ich nun sage:
„Es schmeckt mir schrecklich, keine Frage!“
Und niemand, der nur nickt und grinst,
und bei sich denkt…: Der Dicke spinnt.

So kann ich mich vielleicht bequemen,
endlich einmal abzunehmen,
da die Pizza nicht mehr lockt,
vor der man viel zu oft gehockt.

Adios – habt eine tolle Zeit,
Gesundheit und Gemütlichkeit,
in Spanien nur Sonne pur,
und denkt an uns – kurz nach 12 Uhr.     29.05.2010
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Stockholm

Stockholm ist eine schöne Stadt,
die Reiz und Flair und alles hat,
das mein Herz, mein Sinn begehrt,
Stockholm ist eine Reise wert.

Gibt´s dazu noch nette Leute,
bin ich des Wahnsinns fette Beute,
denn Lachen ist ein Lebenszweck,
gesagt, getan, gebucht – und weg.

Wasser rings um uns herum,
weiß nicht den Grund, weiß nicht warum,
doch tausche ich – das soll so sein,
das Meer stets gegen Berge ein.

Auch in Schweden, ach, wie schön,
wurde dieser Sinn verwöhnt,
die Sonne lachte noch dazu,
wenn Engel reisen… jetzt kommst Du.

Die Wasserstraßen, so viel Brücken,
Blicke, die das Herz entzücken,
und Entspannung, voll und ganz,
die Bar, die auf den Wellen tanzt.

Von dort, ich sag es frei heraus,
wollte ich nicht mehr nach Haus,
doch holte mich ein strenger Blick,
spontan ins Hier und Jetzt zurück.

Wie schön und lehrreich ist das Reisen,
Neues bildet, zu beweisen,
dass die Ferne ruft und lockt,
doch Daheim wird angedockt.

Ein Hotel mit Sympathie,
ein Frühstück, umfangreich wie nie,
was ist das Ende nun vom Lied?
Dass man(n) die Füße kaum mehr sieht!

Die Bar aus Eis bei Minusgraden,
gedanklich in Erlebtem baden,
zusammensitzen, viel gelacht,
ich glaub, bis kurz nach Mitternacht.

Und jeder Eindruck wird 1a,
bist du mit lieben Menschen da,
gemeinsam widerfahrenes Glück,
kommt doppelt, dreifach stets zurück.

Da vergesse ich sogar,
dass ich – wie stets – der „Prellbock“ war,
doch macht das Necken mir noch Spaß,
verratet nichts – erhebt das Glas.

Glaubt mir Schwestern, liebe Brüder,
haltet mich – ich könnt schon wieder,
Fernweh ist ein Unikum,
ich reise gern, ich fühl mich jung.                       17.05.2010
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Bochums Bienen

Langsam wird´s nun wieder warm,
diese Zeit har Reiz, hat Charme,
endlich ist der Frost besiegt,
wunderschön – ein Blick genügt.

Denn die Bienen schwärmen aus,
verlassen froh ihr Heim, das Haus,
gut gekleidet, manchmal knapp,
jedoch… ich glaub, ich schweife ab.

In Bochum gibt es ein Projekt,
welches uns in Zukunft schmeckt,
frischer Honig, zuckersüß,
wie Nektar aus dem Paradies.

Das Rathaus hat nun unterm Dach,
angesiedelt, weit gedacht,
Bienenstöcke – ja, zuhauf,
und die Bewohner schwärmen aus.

In Gärten und in Parkanlagen,
sieht man sie an schönen Tagen,
sammeln für die Produktion,
ein Gläschen Honig winkt als Lohn.

Und im warmen Städteklima,
entwickelt sich die Blüte prima,
bis in den Herbst, von Mitte März,
erfreut der Anblick unser Herz.

Die Artenvielfalt ist enorm,
Arten gibt´s in jeder Form,
doch fragt man sich, wie lange noch,
die Kerze brennt mit kurzem Docht.

Da ist´s doch schön, ich sag das platt,
wenn man nun auch Ideen hat,
kein Tropfen auf den heißen Stein,
vielleicht bleibt Bochum nicht allein.

Ich wünsche, dass der Honig schmeckt,
Erfolg bei dem Pilotprojekt,
und eine Ernte, das sei klar,
die wachsen soll – von Jahr zu Jahr.             28.04.2010

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Kartoffelchips

Hörst du, wie die Tüte knistert?
Hörst du, wie es raunt und wispert?
Wie alles hin zur Öffnung drängt,
Widerstehen? Ist geschenkt.

Du bist stark? Das meinst du wohl,
trotzt Nikotin, dem Alkohol,
doch die Kartoffel, knusprig, kross,
winkt dir zu, gebräunt vom Rost.

Du weißt von deiner großen Schwäche,
versteckst die Tüte in der Wäsche,
auf Schränken, hinter dem Regal,
wo auch immer – ganz egal.

Die Tüte zieht dich magisch an,
du widerstehst – doch dann und wann,
drückt der Druck dich viel zu sehr,
dann greifst du zu, dann willst du mehr.

Du ziehst dich ganz für dich zurück,
greifst zu, spontan, genießt dein Glück.
Als du den ersten Chip zerbeißt,
blüht die Versuchung – lodernd heiß

Und dein Vorsatz wird zur Farce,
nur 2 bis 3? – Das war nur Spaß,
brichst du erst das Tütchen an,
bleibst du voller Freude dran.

Bekannterweise schließt der Kreis,
erst dann wenn man ins Leere greift,
nur Krümel noch? So schreckt man auf.
Doch ward mit Ahnung eingekauft.

Hier und da sind sie versteckt,
denn wird Geschmack erst mal erweckt,
hat die Seele dann erst Ruh,
macht in der Nacht das Kaufhaus zu.

Orient und Paprika,
wozu sind denn Gewürze da,
wenn nicht in ihrer schönsten Form,
Kartoffelchips – das schmeckt enorm.

Ich träume gern, sie mir zu packen,
braun – in reinem Fett gebacken,
wenn da nicht – das fällt so schwer,
stets die Macht der Waage wär.

Sie zeigt mir stumm den großen Zeiger,
und so werde ich zum Schweiger,
der still nur als Genießer preist,
ein jeder Chip – hat seinen Preis.

Doch manchmal muss es halt im Leben,
Genuss auch ohne Reue geben,
auf diesen Kniff hab ich gehofft,
aber Vorsicht! Nicht zu oft!                            27.04.2010

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Stadtwaldvinum

Gut gespeist heißt auch gewonnen,
hat man, so wie wir bekommen,
was die Küche präsentiert,
perfekt bereitet und garniert.

Ein Fest fürwahr, für alle Sinne,
Geschmack bedeutet zu gewinnen.
Ein Mahl, das unvergesslich bleibt,
ohne dass man(n) übertreibt.

Im Vino stecke Veritas,
doch Essen macht mir noch mehr Spaß,
vor allem und besonders dann,
wenn ich dabei entspannen kann.

Dann schreibt sich so im Nachhinein,
dieses Lob fast von allein,
und wer dort nicht zufrieden ist,
verdient´s auch nicht – das ist gewiss.

Im Stadtwaldvinum fliegen Stunden,
wir haben uns umsorgt befunden,
alle Sinne sind erweckt,
da´s in der Eifel himmlisch schmeckt.

Lamm, so zart, gesalzene Wiesen,
ein Wein, Erfahrenes zu begießen,
Filet vom Zander – ein Genuss,
so schmeckt bestimmt der Engel Kuss.

Ein Nachtisch – beste Variationen,
auch der Abschluss soll sich lohnen,
und hat die Seele noch nicht Ruh,
dann langt man eben zwei Mal zu.

Gut bewirtet, ohne Hast,
ich weiß, dass hier die Mischung passt,
1a die Speisen, kulinarisch,
mal vom Lamm, mal vegetarisch.

Im Grünen Freude für den Gaumen,
fahrt nur hin, Ihr werdet staunen,
denn die Toskana – glaubt es mir,
liegt in der Eifel, vor der Tür.

Das Ambiente, die Terrasse,
das hat Stil – ja, das hat Klasse,
und im Sommer wird man sehn,
da ist es glatt noch mal so schön.

Stadtwaldvinum – Schwestern, Brüder,
geht ein Mal hin – und Ihr kommt wieder,
ich weiß es jetzt, und heut, und hier,
denn – im Vertrauen – so geht´s mir.

Doch nicht nur mir, auch meinem Weibe,
guten Freunden - übertreibe….,
ich jetzt und hier mit dem Gedicht?
Glaubt es mir, das tu ich nicht.                          16.04.2010

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Fassbrause

Und so gönn ich mir Zuhause,
einen vollen Kasten Brause,
den trinke ich – das fällt kaum schwer,
nach und nach genussvoll leer.

Gaffel hat den Wunsch erkannt,
der mich seit vielen Jahren bannt,
Brause, prickelnd, hier am Rhein,
am Dom – so muss das Leben sein.

Gerade heut beim Spiel auf Sky,
leg ich los – ich bin so frei,
denn spielt mein Club in Hoffenheim,
muss ich auf der Höhe sein.

Eisgekühlt, bei knapp 6 Grad,
wenn der Moment des Anpfiffs naht,
wird das Kind in mir ganz kühl,
es ist doch wirklich nur ein Spiel…

Jedoch bin ich, trotz Gaffel-Brause,
manchmal nicht „allein Zuhause“,
und ertönt des Schiris Pfiff,
verbreit ich Hektik oder Gift.

In Vollmondnächten soll´s ja eben,
Verwand(e)lung zum Werwolf geben,
dann werde ich – dass ich nicht lüge,
am Spieltag zur verdrehten Ziege.

Ich spüre mir die Hörner sprießen,
Adrenalin zur Blutbahn schießen,
es steigt der Druck, der Dampf im Kessel,
ich bin ein Fan, welch eine Fessel.

Jedoch, vielleicht, zieht mir ja Gaffel,
nun diesen Fehler aus der Waffel,
Traubenzucker, isotonisch,
ich werde ruhiger, mir wird komisch.

Und ganz entspannt, gebremster Schaum,
schau ich das Spiel… das wär ein Traum,
denn auch die beste Limonade,
holt mich nicht runter – ach, wie schade.

Doch diese Brause ist perfekt,
weil sie erfrischend, köstlich schmeckt,
und dass ich weiter Spannung spür,
da kann´s Getränk nun gar nichts für.

Ich komme nach jedem Spiel auch runter,
unverändert – froh und munter,
mal voll Freude, mal voll Frust,
doch ungemindert meine Lust.

Gestern Loser, heute Sieger?
Ich schaue zu – ja, immer wieder.
Und erhebe in der Pause,
mein Glas zum Gruß – mit frischer Brause.  10.04.2010

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Möbel Schröter

Gut versteckt, am Rand der Eifel,
gibt es – ohne jeden Zweifel,
ein wundervolles Möbelhaus,
den Erfolg… seh ich Zuhaus.

Hier ein Tisch, und dort ein Schrank,
am Esstisch unsere lange Bank,
dies und das, und hier und dort,
man freut sich dran, in einem fort.

Schönes Holz und sehr massiv,
ja, die Geister, die ich rief,
locken uns nun Tag für Tag,
ob man nicht noch mal schauen mag.

Ich denke fast, es gibt nen Duft,
der den Kunden lockt und ruft,
hin geträufelt in die Ecken,
um den Wunsch nach mehr zu wecken.

Geruch nach Holz – ja, der gefällt,
schöne und vertraute Welt,
und mit jedem neuen Gang,
macht man uns die Nase lang.

So sprach ich gerade noch zuletzt,
dass ich das Möbelhaus zwar schätz,
doch bestehe die Gefahr,
bald zu verhungern – ist doch wahr.

Zwar seh ich nicht nach Darben aus,
doch mit jedem Schmuck im Haus,
gibt´s weniger an Butterbrot,
und bin ich hungrig – fühl ich Not.

In Obergartzem – fahrt ruhig hin,
Möbel Schröter, das macht Sinn,
freundlich, fachlich, kompetent,
gut beraten, ungehemmt.

Jetzt warten wir – ja, das gefällt,
auf neue Ware, die bestellt,
und ich wüsst noch 100 Sachen,
die uns wirklich Freude machen.

Doch nicht alles jetzt zugleich,
auszusuchen, das fällt leicht,
doch schwebt das Schwert des Damokles,
dass ich auch täglich reichlich ess.

Und so erfreut man sich am Bild,
am Wunsch, den man sich dann erfüllt,
wenn die Kasse, frei und frisch,
uns Eines zeigt: Das grüne Licht.

Massives Holz, hoch aus dem Norden,
bearbeitet, zum Traum geworden,
Skandinaviens Baumbestand,
der bei uns nun Heimat fand.                 11.04.2010