Weihnachtsfest
Weihnachtsfest – Tanz der Pakete,
keine Unterschied mehr zur Tapete,
und die einstmals nahe Tür,
versperrt von Schleifen und Papier.
Die Oma – die fast 90 ist,
wird seit Stunden schon vermisst,
jeder wühlt und sucht sie hektisch,
bisher erfolglos – das ist schrecklich.
Der Schwiegertochter, die noch hofft,
fehlt´s bereits an Sauerstoff,
und während sie nach Atem schnappt,
meint sie nur: „Die Luft wird knapp!
Öffne jemand doch ein Fenster,“
Ich versuch´s – seh schon Gespenster,
zu viel Kohlenmonoxid,
was die Angst gen Wahnsinn trieb.
Und während ich schon Panik spür,
entdeck ich zwischen dem Papier,
einen Schnorchel – gelb, aus Plastik,
beginn zu graben – nicht zu hastig.
Die Oma fand – na, Gott sei Dank,
einen Strohhalm – nah beim Schrank,
die Rettung wird zum Kinderspiel,
Personensicherung - erstes Ziel.
Wir setzen sie – das jetzt verkürzt,
aufs Sofa, wo sie abgestürzt.
Sie ruft: „Schön ist es, Licht zu sehn!“
Nun gut – dann kann´s ja weitergehn.
Das Enkelkind – im Weihnachtsstress,
thront hoch – auf dem Mount Everest,
auf jeden Fall scheint es fast so,
sie strahlt dort oben – glücklich froh.
Und ich? Ich bin gediegen satt.
Weihnachten – datt hatt schon watt,
vor allem, wenn mein Herz, Frau Wimmer,
kocht – wie zum „Perfekten Dinner“.
Suppe, dann das Hauptgericht,
oh nein, ich widerstehe nicht,
und schaufele den Teller voll,
es schmeckt ja einfach gar zu toll.
Der Nachtisch lässt auch mich fast schweben,
und meine Kilos anzuheben,
dazu – ja Leute – braucht´s schon was,
ich bin glücklich – oder fast.
Denn die Oma ruft ganz plötzlich:
„Mein Insulin ist fort – entsetzlich!“
Verschüttgegangen – grad und hier,
unter Tonnen von Papier. 25.12.2011
______________________________
Tunnelblick
Weihnachtsfest – das ist die Zeit,
vom Aufbruch und Vergänglichkeit,
vom Frieden und vom stillen Glück,
und der Mär – vom Tunnelblick.
Wie oft sprach meine Liebste schon,
gar heftig und im ernsten Ton,
dass ich nicht seh, was vor mir liegt,
und dass die Blindheit mich besiegt.
Sie sei da Fachfrau – sei ein Kenner,
der Psyche und der Spezies „Männer“,
Männer seien alle gleich,
außen hart – und innen weich.
Selbst wenn man uns darauf fast stößt,
verhielten wir uns skandalös,
sähen alles – nur nicht das,
was wichtig sei – und das sei krass.
Ich hörte hin – in Wirklichkeit,
schob ich die Worte fern und weit,
denn letztendlich weiß ich ja,
werd ich gebraucht – so bin ich da.
Seh zwar´s Besteck nicht in der Lade,
doch wähne ich das mal als Gabe,
wer nichts sieht – der kann gut ruhn,
und braucht am Ende – nichts zu tun.
Das kostete geraume Zeit,
doch heute bin ich nun so weit,
dass meine Frau alleine geht:
„bevor der Herr dort ratlos steht“.
Doch heute – heute schwankt das Bild,
das mir und meinem Ego gilt,
denn heute schob die Liebste mich,
in den Raum: „Na, siehst ‘es nicht!?
Oh Gott, mir brach der blanke Schweiß,
mir ward es kalt – dann wieder heiß,
ich geriet in bloße Panik.
War´s so beim Sinken der Titanic?
Ich grübelte, ich überlegte,
der Blick gehetzt – wie er sich drehte,
übersah ich – ein Malheur?
War die Liebste beim Friseur?
Neue Kleidung, neue Schuhe?
Ein neues Lämpchen auf der Truhe?
Neuer Schmuck, ein neues Kleid?
Ich sah es nicht – es tat mir leid.
Da schob sie mich – sacht in den Raum,
hielt mein Gesicht – nah vor den Baum,
der dort vor der Weihnacht strahlt,
ein Bäumchen – wie perfekt gemalt.
Er stand vor mir – 10 Zentimeter,
ich sah ihn nicht – nun gut, halt später,
und meine Frau stand grinsend da:
„Mein Reden – nun, ich sag es ja.“
Seitdem ist alles nun zu spät,
der Vorwurf – hat jetzt Qualität,
und nichts bringt meine Chance zurück,
sie stimmt – die Mär – vom Tunnelblick. 21.12.2011
_________________________________________
Weihnachtsreim_2011
Weihnachten – wie jedes Jahr,
wieder mal so plötzlich da,
jedoch – ich passe schließlich auf,
und die Geschenke sind gekauft.
Spielzeug, Bücher und Geschmeide,
auf dass ich nächstes Jahr nicht leide,
und die Familie schließlich sieht:
Oh ja, er hat sich wohl bemüht.
Doch dann – der Schweiß rinnt mir vom Haupt,
die Frage, die Verstand mir raubt,
das bisschen – das mir übrig blieb:
„Was wünschst Du Dir? Ach, sei so lieb!“
Ich wünsche nichts, ich habe alles,
jedoch im Falle eines Falles,
wünsch ich mir – Ist´s auch fatal:
Ich wäre furchtbar gern – normal.
Ich sagte es der liebsten Frau,
die sieht mich an – und meint nur: „Schau,
manche Wünsche – drauf mein Wort,
sind unerfüllbar – weißt Du doch!“
Da fragte ich kurz meine Kinder,
die schüttelten das Haupt, nicht minder,
und wendeten sich gruselnd ab,
mein Gott – ich hab nur nett gefragt.
Ich fragte Chef – und die Kollegen,
niemand gab mir seinen Segen,
und auch der Geißbock meckert nur,
von Verständnis keine Spur.
Unser Hund – ein Tier fürs Hätz,
klemmte jaulend ihren Stätz,
und verkroch sich auf die Schnelle,
immer trifft´s dieselbe Stelle.
Ich bat kurz meine Schwägerin,
die meinte knapp: „Wo denkst Du hin?
So kenne ich Dich schon so lange,
und heute – macht´s mich nicht mehr bange.“
Mein Hausarzt gab mir sein Bedauern,
und ich glaub, ich sah ihn schauern,
ich mein, er hätte gar gegrinst,
und gewispert: „Jung, Du spinnst!“
Ach, sie ist mir lieb und teuer,
die Beraterin der Steuern,
sie schaut mich an – bei Tageslicht,
und meint nur knapp: „Das schaffst Du nicht!“
Ich sprach mit Schwager und mit Schwester,
die meinten grinsend: „Ach, mein Bester,
träum nicht diesen steten Traum,
diese Chance – die gibt es kaum.“
Auch die „Hexe“ aus der Eifel,
äußerte die größten Zweifel,
und Fußballfreunde – die aus Basel,
meinten nur: „Hör auf zu faseln!“
Da sucht ich mir nen Rechtsanwalt,
edel, eine Lichtgestalt,
der meint nur, dass ich erst bezahl,
er habe schließlich keine Wahl.
Denn der Wunsch – auch wenn verständlich,
sei vom Schriftsatz her unendlich,
dann schaute er ins BGB,
und schüttelt´s Haupt – das tat mir weh.
Am Ende schrieb ich einen Brief,
ans Christkind – denn ich glaube tief,
dass nur die allerhöchste Macht,
mich retten kann – hab ich gedacht.
Ich hing den Brief an eine Tanne,
dort hing er zwar – doch nicht für lange,
denn der Sturm trug ihn hinweg,
alles Jammern – keinen Zweck.
In dieser Nacht schlief ich sehr fest,
im Keller – dort im Stroh, im Nest,
und wurde in der halben Nacht,
von hellem Licht – ganz plötzlich wach.
Da stand ein Engel – dort im Licht,
meinte nur: „So fürchte nichts.
In bin gekommen – heimlich still,
auf dass Dein Wunsch sich nun erfüllt.
Ich hab Dein Hirn kurz aufgemacht,
und ich erschrak – denn, Gute Nacht,
da ist nichts drin – auf jeden Fall,
wohl nichts mit Sinn – Du hast nen Knall.
Was ich fand, das ist verdreht,
zu Reparieren – viel zu spät,
zu viel Bock, zu viel Musik,
zu viel Reisen, zu viel Glück.
Zu viel Worte, die dort warten,
zu viel Konzerte, zu viel Karten,
zu viel Bücher, zu viel Steuern,
das ist unmöglich – viel zu teuer.
Doch wenn ich wirklich ehrlich bin:
Man nimmt Dich – weitestgehend – hin,
mit dem Schaden, den Du hast,
bist Du auch manchmal eine Last.
Drum schlafe jetzt, so schlaf ruhig weiter,
vielleicht wirst Du im Traum gescheiter,
ich bin dann weg – und außerdem,
ist´s mir hier – zu unbequem.“
Ein Blitz, ein Donnern – er war fort,
ich fühlte mich so leer, verdorrt,
doch nahm ich es letztendlich hin,
da ich – erzogen – folgsam bin.
Wünscht mir stattdessen ne Krawatte,
ein Buch, das ich zur Planung hatte,
und für mein Bett mal frisches Heu,
Weihnachten! Wie ich mich freu.
Ihr müsst mich nehmen – wie ich bin,
oftmals mit verdrehtem Sinn,
flackernd Licht im Oberstübchen,
und manchmal noch – das kleine Bübchen.
Ich bin ganz ehrlich – denn gescheit,
täte ich mir selbst fast leid,
daher hab ich den Wunsch storniert,
fürs nächste Jahr kurz ausradiert.
Drum wünsch ich jetzt ein schönes Fest,
das keine Wünsche offen lässt,
ein wenig Ruhe – keine Hast,
ich denk – dass das mit uns schon passt.
Und ich verspreche Euch (mitnichten),
Weihnachten jetzt nicht zu dichten,
ein wenig Ruhe (sei Euch fremd),
habe ich Euch wohl gegönnt. 17.12.2011
_________________________________
Weihnachten 2010
Ich freu mich auf die Weihnachtszeit,
auf Ruhe und Beschaulichkeit,
und in Erwartung dieses Glücks,
lehnt ich mich entspannt zurück.
Ich schloss die Augen, hab geträumt,
dass für mich die Sonne scheint,
dass 1.000 Maiden mich umgarnen,
goldgelockt, mit offenen Armen.
Und zu leisem Hafenklang,
ertönt ein himmlischer Gesang,
derweil ne Combo Reigen tanzt,
ich war gefangen, voll und ganz.
Selbst die Liebste kam dort vor,
an die ich einst mein Herz verlor,
sie bracht uns Schampus, eisgekühlt,
da sieht man, wie das Leben spielt.
Dann zog sie sich diskret zurück,
sie gönnt mir das spontane Glück,
so habe ich´s mir vorgemacht…,
denn – dann bin ich aufgewacht.
Sie stand vor mir, dem Rächer gleich,
die Knie, sie wurden wieder weich,
sie sprach zu mir: „Mein lieber Purzel,
zu meinem Leid, bist du die Wurzel.
Ich rackere mich stündlich ab,
damit man´s schön gemütlich hat.
Was macht der Alte? Er schläft ein!
Das kann doch wohl nicht möglich sein.
Und laut dem Grinsen, grad im Schlaf,
war der Traum wohl nicht sehr brav,
mach nicht, dass ich den Stock mir hole,
und dir das Gesäß versohle.“
Meine Angst, die kennt Ihr gut,
gefährlich ist sie, in der Wut,
und so sank ich vor ihr nieder:
„Mein Herz, ich tu´s auch nie mehr wieder.
Sag an, was Du Dir ausgedacht,
was du befiehlst, das wird gemacht…“,
(und heimlich dachte ich, ganz still,
dass sie wohl nichts Besonderes will).
Jedoch, der Schock traf mich ins Mark,
sie meinte streng: „Red keinen Quark,
ich treibe dir die Flausen aus,
zum Weihnachtsfest – putzt du das Haus!
In jeden Winkel kriechst du mir,
ich schaue hinter jede Tür,
find ich ein Stäubchen, dort im Licht…,
lauf nicht fort – ich finde dich!
Faulheit – gilt es abzuschminken,
lass mich jetzt mit dem Feudel winken,
gib dich dran – hast keine Wahl,
auf dass das ganze Haus erstrahlt.“
Ich putzte mir die Finger blutig,
denn ich bin nicht allzu mutig,
sie duldet keinen Widerspruch,
und falls doch – winkt Fingerbruch.
Bis spät des Nachts hab ich geschuftet,
mein Bett, es winkte – wie es duftet,
nach Ruhe, einem bisschen Schlaf,
… da merkt ich, wie der Blitz mich traf.
Plötzlich stand mit Silberglöckchen,
vor mir ein kleines Geiß(e)böckchen,
und meckerte mich zärtlich an:
„Soll ich dir helfen, armer Mann?
Wir sind gekommen, dir zu dienen,
das Leben läuft auf geraden Schienen,
und nun trockne deine Tränen,
kein Grund, der Freude sich zu schämen.
Du hältst zu uns, zu jeder Zeit,
bei Spaß, bei Freude – auch bei Leid,
nun geben wir Dir Stück für Stück,
auch gerne etwas mal zurück.“
Und wie einst die Heinzelmännchen,
zum Schutz der ach geplagten Menschen,
wirbelte die Bock-Armee,
… ich hab entspannt bei heißem Tee.
Man sah, wie alles neu erstrahlt,
ein jeder Winkel, wie gemalt,
kein Staubkorn bringt mir tiefstes Leid,
… ein Wunder in der Weihnachtszeit.
Ich brühte Kaffee, alles nett,
bracht ihr das Frühstück an ihr Bett,
war stolz auf Glanz und Helligkeit,
und stand für´s Lob schon brav bereit.
Sie nahm die Lupe, sie stand auf,
so Unheil nimm nun deinen Lauf,
jedoch, nach Ihrer Inspektion,
erhielt ich den verdienten Lohn.
Sie sprach zu mir: „Mein Herz, es lacht,
das hätt ich nie von dir gedacht,
du kannst ja richtig folgsam sein,
nur EINE Frage – fällt mir ein:
Warum riecht´s hier nach nassen Söckchen?
fast als wären Geiß(e)böckchen,
des Nachts durch unser Haus gefegt,
ich hoffe, dass sich das noch legt.
Wer weiß, was du an Mitteln nutzt,
gegen Staub und gegen Schmutz,
doch wozu gibt es Spray für Räume,
ich glaube fast, dass ich noch träume…“
Mein Herz stand still, ich schluckte hart,
ich sprach: „Du bist grad aufgewacht,
und was du riechst, ist Weihnachtsduft,
das Fest der Liebe in der Luft.“
Gerade noch die Kurv gekriegt,
wie schön, wenn Phantasie noch siegt.
Ich nahm sie zärtlich in den Arm,
man(n) hat ja schließlich seinen Charme.
Ich säuselte: „Vergibst du mir?“
Und sah mit einem Blick zur Tür,
wie ein Heinzel-Bock mir kniept.
Da meint sie still, sie hätt mich lieb.
Solche Wunder gibt es nur,
ist man der Weihnacht auf der Spur,
glaubt es, oder glaubt es nicht,
ich hab´s erlebt – ich bring´s ans Licht.
Und haltet Ihr mich für Plemplem,
dann mag das sein – da Ihr mich kennt,
ich wünsch Euch trotzdem – seid bereit,
ne rundum tolle Weihnachtszeit. 23.12.2010
_______________________________________
Weihnachtsmarkt
Weihnachtmarkt und Weihnachtszeit,
Glühwein macht Behaglichkeit.
Denn beim Gang durch deine Stadt,
frierst du dir den Hintern ab.
Weihnachtszeit und Weihnachtsmarkt,
Knoblauchbrot mit frischem Quark,
hier mal Naschen, da und dort,
das ist Schlemmen im Akkord.
Das alles habe ich gewusst,
doch da ein Mann was bieten muss,
lud ich meine Liebste ein,
am Abend dort mein Gast zu sein.
Das Thermometer, Minusgrade,
nicht zu genießen, das wär schade.
Der Altermarkt, ganz nah der Dom,
wo bitte gibt’s den Anblick schon?
Wir flanierten durch die Gassen,
um uns zu verzaubern lassen,
da sprach mein Herz mich leise an,
ob ich sie etwas wärmen kann.
Das war ein Schnattern, kaum Gerede,
Frauen frieren – das weiß jeder,
nah am Rap, hab ich gedacht,
und fast nen Song daraus gemacht.
So brachte ich die Liebste heim,
man(n) will ja ihr Beschützer sein,
und weil es mir halt logisch schien,
platziert ich sie vor dem Kamin.
Sie schaut mich an: „Wir haben keinen!“
Da merk ich´s auch – es will mir scheinen,
als sei auch ich leicht eingefroren,
zwischen meinen beiden Ohren.
Ein Tee, ein Dutzend warme Decken,
um sich drunter zu verstecken,
die Heizung gegen Hot gestellt,
das wärmt gut auf, oh, das gefällt.
Ich ahne leis, vor langen Zeiten,
gab´s noch andere Möglichkeiten,
ich hab´s vergessen, komm nicht drauf,
kratz mir den Kopf – und gebe auf.
Weihnachtsmarkt und Weihnachtslieder,
es war schön – das tun wir wieder,
Waffeln, Spekulatius,
Kakao, schön heiß, mit etwas Schuss.
Weihnachtszauber im Advent,
Köln bei Licht – so wie man´s kennt.
Derweil ich weiter emsig grübele,
was mir entfallen – nehmt´s nicht übel. 05.12.2010
___________________________________________