Ohrensessel

Hätt ich die Zeichen doch erkannt,
jetzt fühle ich mich wie verbrannt,
denn mit einem kalten Lächeln,
spricht sie mir von Altersschwäche.

Und diesmal meine ich – genau,
noch nicht einmal die liebe Frau,
die auftritt als Zenturio,
da kenne ich´s schon – irgendwo.

Nein, in jenem Fall der Fälle,
war sie diesmal nicht zur Stelle,
sondern die – die gestern spät,
noch den Ring am Finger trägt.

Das Mädel, das den Sohn gefreit,
ich war mit offenem Arm bereit,
sie aufzunehmen in mein Herz,
was nunmehr bleibt – ist steter Schmerz.

Denn gestern – oh, sie leugnet zwar,
sagt gewiss, es sei nicht wahr,
sprach sie: „Höre, alter Mann,
wann nimmst Du Dich der Steuer an?

Ich habe die Papiere hier,
jetzt liegt es ganz allein an Dir,
doch komm ich von der Arbeit heim,
schläfst Du schon – wie kann das sein?

Es scheint, in Deinem hohen Alter,
wirst Du zum Frühen-Plumeau-Falter,
zum Zeitig-in-den-Traum-Versinker,
Der-Jugend-hinterher-nur-Hinker.

Du wirst zwar bald mein Schwiegervater,
doch mich ödet dies Theater,
daher such ich mir mit Bedacht,
jemand – der die Steuer macht.

Oh, ich weiß nicht, wehe, wehe:
Bist Du geistig auf der Höhe?
Bei dem Gewirr der Paragraphen,
da kann man doch nicht ständig schlafen!

Ich stimme Deinen Kindern zu:
Ein Altersheim – zur Altersruh,
das wäre für Dich exzellent,
im Ohrensessel brav gepennt.“

Oh mein Gott – es traf mich hart,
gestern schien sie noch apart,
ab heute – heute kusche ich,
bis dereinst mein Auge bricht.

Ich habe herzhaft lang gegähnt,
mich meiner Müdigkeit geschämt,
und die Erklärung kurz gemacht,
gestern – spät – zur halben Nacht.  01.02.2012
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Verlobt

Und wieder ist ein Mann vom Markt,
lange Zeit ward er beharkt,
bis er keinen Ausweg sah,
das Weibervolk – es schreit: Hurra.

Wieder einen Platz im Keller,
Rübenkraut anstatt Nutella,
statt Steak gibt’s trocken Brot ab jetzt,
nie ward die Freiheit so geschätzt.

Die Liebste trägt den Ring vor Stolz,
armer Martin – doch was soll´s,
denn in der allernächsten Phase,
trägst auch Du ihn – durch die Nase.

Setz Dich zu mir – auf das Stroh,
ich erzähl Dir, hoffnungsfroh,
wie man(n) seinen Stolz behält,
und ein wenig – Taschengeld.

Zwar habe ICH das nicht geschafft,
doch Du bist jung – Du hast die Kraft,
ich drücke Dir ganz fest die Daumen,
und schaffst Du es – ich würde staunen.

Ich sehe schon mein Eheweib,
wie sie Dich zu Tränen treibt,
da sie nun Dein Herzblatt „schult“,
und um ihr Gehör nun buhlt.

Mein armer Sohn – Du bist verloren,
obwohl – ich hatte doch geschworen,
dass es Dir einst besser geht,
als es in meiner Vita steht.

Hat man(n) erst einmal Ja gesagt,
ist´s vorbei – bleib unverzagt,
denn vielleicht macht es Dich froh:
Mir geht’s als Vater ebenso.

Und ich kann ja nichts dafür,
Dein Herzstück – ja, es passt zu Dir,
dass sie uns lieb und teuer ist,
dessen sei Dir ganz gewiss.

Doch was wäre solch ein Reim,
könnte ich nicht – schäbig – sein,
Ihr kennt mich – so wird er erst rund,
offiziell tu ich´s nun kund:

Unser Sohn – und seine Mine,
das pass perfekt – denn wir verdienen.
Schwiegerkinder – durch den Wind,
die durchgeknallt wie unsere sind.

Wir freuen uns schon auf das Fest,
und werft mir bitte einen Rest,
in den Keller – spät, zur Nacht,
Ihr wisst, dass Warten hungrig macht.  30.01.2012
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Lakai

Die Liebste stellte mir heut frei,
dass ich den Tag in Freiheit sei,
ein schöner Tag bei Sonnenschein,
friedlich, warm und halt Daheim.

Ein Strahlen zog auf mein Gesicht,
mein Herzblatt liebt - und zwar auch mich,
und darum sagte ich spontan,
ich sei erfreut - in meinem Wahn.

Ich saß ganz still in (m)einem Sessel,
am linken Bein aus Stahl die Fessel,
und rund um mich Elektrozaun,
um unbewacht nicht abzuhaun.

Ich nahm ein Buch mir dort zu Hand,
das ich dereinst in Bergheim fand,
als sie mir noch den Anschein gab,
dass ich auch eigenen Willen hab.

Ich blätterte die Seiten um,
und las doch nicht - wisst Ihr warum?
Ich kenn es schon, von ganz alleine,
denn ich besitze - nur das eine.

Mir fielen schon die Augen zu,
da kam mein Sohn und meinte: "Du!
Was sitzt Du völlig unnütz dort?
Mach mir nen Kaffee - heb Dich fort.

Auch Deine Frau - die ganz gewiss,
auch meine liebe Mutter ist,
trinkt gerne einen, wie ich meine.
Folgst Du nicht, mach ich Dir Beine."

Der Weg zur Küche war so schwer,
ich zog die Kugel hinterher,
zog Schrammen in das Laminat,
und ahnte, dass das Unheil naht.

Den Kaffee auf den Tisch gestellt,
denn für etwas Taschengeld,
erspar ich mir das Widerwort,
doch sandten sie mich achtlos fort.

Sprachen nur, dass die Lakaien,
bei uns halt nur das Fußvolk seien,
und Taschengeld bekam ich schon,
am letzten Ersten - reichlich Lohn:

10 Euronen - um zu essen,
weitere 5 - nicht zu vergessen,
damit ich spare, dann und wann,
und Geschenke kaufen kann.

Mir gehe es doch letztlich gut,
sprachen Liebste - und die Brut,
und riefen mir noch hinterher,
die Kaffeetasse - sie sei leer.    28.01.2012
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Altersheim

Das Leben kann so grausam sein,
hast Kinder - und bist doch allein,
denn lang bevor ich Rentner bin,
hält man mir ihr Credo hin.

Im Grunde hat es nur ein Wort:
"Bist Du alt, so kommst Du fort,
der Platz im Heim steht schon bereit,
drum sieh Dich vor - und nutz die Zeit.

Ehre uns, die Du gezeugt,
dann sind wir Dir vielleicht geneigt,
und suchen Dir was Nettes aus,
doch keinesfalls - bleibst Du Zuhaus.

Wir kauften Dir - wir haben Klasse,
grad eine chice Schnabeltasse,
damit Du Dich schon dran gewöhnst,
mit Geißbocklogo - ach, wie schön.

Sei nett zu uns - und stets bedacht,
auf das, was uns viel Freude macht,
dann gibt's vielleicht - so nimm das hin,
eins mit hübscher Pflegerin.

Nein, Du musst uns jetzt nicht danken,
wir tun's auch nicht, um Dich zu zanken,
wir meinen es nur gut mit Dir,
und derzeit bleibst Du ja noch hier."

Die Nachricht warf mich weit zurück,
sicher nicht mein Traum vom Glück,
doch wie die Alten - so die Jungen:
Mein Herz, das ist Dir gut gelungen.

Dein Verhalten, es färbt ab,
doch nein, ich bin nicht eingeschnappt,
das ist halt die Erziehung pur,
20 Jahre um die Uhr.

Allerdings hab ich gedacht,
dass sich das nur bemerkbar macht,
hier bei mir - bin angezählt,
aber scheinbar - weit gefehlt.

Denn heute Morgen - früh im Licht,
Gott sei Dank, beruhigt man mich,
und ich erfahre - frank und frei,
dass es woanders ähnlich sei.

Die Dame, die die Steuern kennt,
meint, das sei ihr gar nicht fremd,
am Ende sei es unsere Queste,
die Kinder wollen nur das Beste.

Na dann bin ich rundum beruhigt,
dass es nicht an den Genen liegt,
und mit einem breiten Lächeln,
weiß ich mich - perfekt zu rächen....  15.01.2012
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Zwang

Manchmal fehlt grad zum Gelingen,
einfach nur ein wenig – Zwingen,
wir nutzen daher unsere Gunst,
und die Überredungskunst.

So schaffen wir dann den Studenten,
fein beringt – bis hin zur Rente,
da jeder Klick auf Facebooks Link,
ein weiteres Jahr der Ehe bringt.

Seitdem klickt man die Finger wund,
so langsam wird uns das zu bunt:
Wann bitte meldet Ihr Vollzug?
Reizt uns nicht – das ist nicht klug.

Alle zücken die Kalender,
egal ob Juni, ob November,
der rechte Tag – den finden wir,
fürs Ja-Wort, Steak und kühles Bier.

Die Seite – es war fast zu ahnen,
sprengt auf Facebook jeden Rahmen,
der Gold-Status ist schon erreicht,
das ging einfach, das war leicht.

Wir wischen schon mal kurz die Fliesen,
für den Antrag, gerade diesen.
Nicht dass ein Fleckchen – auf dem Boden,
es verhindert – das Verloben.

Wie schön – eine Familienfeier,
und meinetwegen gibt’s nen Dreier,
denn ich kenne da noch mehr,
schließt Euch an – ja bitte sehr.

Unser Sohn – mitsamt der Mine,
die bringen wir schon auf die Schiene,
2012 – das wird ihr Jahr,
na – das ist doch wunderbar.

Der Beschluss – er ist gefasst,
lieber Martin, keine Hast,
Du entfliehst nicht dieser Nummer,
mache uns bloß keinen Kummer.

Hörst Du sie scharren – unsere Hufe?
Hörst Du im Geiste schon die Rufe?
Hörst Du, wie der Magen knurrt,
Schluss – es wird jetzt nicht gemurrt.

Die Entscheidung – ist zwar Deine,
(zwar nicht wirklich – nur zum Scheine),
drum warten wir auf den Vollzug,
(meine „Handschrift“ – sagt genug).

Du hast sie in der Hand – die Zügel,
(ziehst Du nicht – so setzt es Prügel),
setz sie ein – und zwar bewusst,
(ein Elend – dass ich schimpfen muss).  27.12.2011
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Max

In ihren Händen bin ich Wachs,
und spricht sie mir vom Strammen Max,
schenk ich ihr den langen Blick,
spüre Freude, fühle Glück.

Aber ach - ich bin ein Dummer,
denn die Liebste hat nur Hunger,
schaut mich an - und meint nur: "Fahr!",
so werden keine Wünsche wahr.

Wir haben - ja, so sieht es aus,
weder Ei noch Brot im Haus,
und den Schinken, trocken, roh,
den brauchen wir noch sowieso.

Und so begab ich mich sofort,
ich höre schließlich fast aufs Wort,
hin zum nahen Supermarkt,
zu Wurst und Schinken, Käse, Quark.

Stand dort folgsam an der Theke,
erstand den Schinken - und ich legte,
mich für mein Herzblatt sehr ins Zeug,
vielleicht ist sie mir gut geneigt.

Ich kaufte schnell die schönsten Eier,
perfekt geformt - vom Hofe Meier,
kein Knick, kein Schaden und kein Bruch,
umgehe so den "Richterspruch".

Ich kam nach Hause - halbe Stund,
wer sich freute - war der Hund,
sie wedelte - das war ne Schau,
ich mein den Hund, nicht meine Frau.

Er riss den Schinken, wie gebannt,
im Stehen fast aus meiner Hand,
doch ich kämpfte wie ein Bär,
um die Speisen zum Verzehr.

Ich reichte Einkauf - und die Pfanne,
fragte leise: "Dauert's lange?".....
Dann zog ich Messer mir - und Gabel,
nach ihrem Angriff aus dem Nabel.

Nahm Platz an unserem Tisch aus Holz,
der Magen knurrte - doch was soll's,
ich weiß, wann Stille ratsam ist,
bis zum Max - nur kurze Frist.

Sie bereitet mir - den Teller,
das ist besser, als im Keller,
Wasser und nur trocken Brot,
heute leide ich nicht Not.

Es schmeckte herrlich, schmeckte fein,
könnt es so doch immer sein,
und dass mit Hund ich teilen muss,
irgendwo - hab ich's gewusst.    22.12.2011
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Studium

Der Kleine hat genug Talent,
daher ist er ab heut Student,
und von ein wenig Studium,
wird man sicher auch nicht dumm.

Mathe braucht es - und Physik,
ich muss das nicht - das ist ein Glück,
denn, so nehmt es einfach hin:
Ich würde scheitern - zum Beginn.

Die Wissenschaft - die der Natur,
hinterließ dort keine Spur,
wo heute Wort um Wort entsteht,
wo es sich nur um Sprache dreht.

Ich zieh in Ehrfurcht meinen Hut,
es braucht Talent, dazu den Mut,
sich erneut nun zu beweisen,
in Wissenschaft und ihren Kreisen.

Doch bitte nicht zu früh jetzt loben,
erst geht es um den Hosenboden,
auf dem der junge Mann bald sitzt,
tüftelt, ackert, lernt und schwitzt.

Ein Ziel zu haben, sich erleben,
sich dem Eifer hinzugeben,
das finden sicherlich nicht alle,
große Chance - und böse Falle.

Die Chance, wenn man den Sinn versteht,
wenn vieles um das Ziel sich dreht,
die Falle, wenn man glaubt und meint,
dass alles wie ein Spiel erscheint.

Dazwischen muss der Knackpunkt liegen,
Wissen lässt Dich sicher fliegen,
doch auch Entspannung hält in Form,
Ausgewogenheit - enorm!

Nun geht es los, Start ins Semester,
Du schaffst das schon - vielleicht als Bester,
doch darauf kommt es gar nicht an,
wenn man auf sich stets stolz sein kann.

Heut Spannung auf der neuen Schiene,
morgen gar vielleicht Routine,
ein jeder Tag, an dem es gilt,
wir sind Dir gerne Halt und Schild.

Wir wünschen Glück, der Spaß sei groß,
ab Dienstag geht es endlich los,
freu Dich drauf, sei stolz auf Dich,
dann wird sie leicht, die pure Pflicht.

Dreihundert fingen heute an,
mach Du Dein Ding - bleib für dich dran,
dann winkt am Ende der Gewinn,
ich glaub dran - weil ich sicher bin.   29.09.2011
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Wahnvorstellungen

Ich habe meine Frau gefragt,
was fange ich mit meinem Tag,
was fang ich mit dem Abend an,
ob sie mir da wohl raten kann.

Im Fernsehen gähnt das Sommerloch,
und Lesen? Mach ich im Akkord!
Da muss jetzt eine Lösung her,
nur rumzusitzen – fällt mir schwer.

Sie schrieb vom fernen Dänemark,
ich sei allein – und sie sei stark,
daher: „Das soll mein Wille sein,
so lade dir drei Grazien ein!

Mach dir einfach eine Sause,
mit Kräckern, Käse, Cola, Brause,
du bist so nett und so geziemt,
das hast du einfach mal verdient.“

Ich dachte mir, ich les nicht recht,
ich rief sie an – das sei nicht schlecht,
doch sei die Kette viel zu knapp,
Bewegungsdrang geht mir da ab.

Die Kette aus Vanadium,
ist viel zu kurz – und das ist dumm,
außerdem, das weiß sie doch,
sitze ich im Kellerloch.

Da ward es still – und immer stiller,
Schnappatmung – mutiert zum Killer,
gelöst durch den entsetzten Schrei,
ob ich wohl besoffen sei.

Ich solle schleunigst noch mal lesen,
was sie schrieb – sonst trifft der Besen,
mich auf Arme, Brust und Rücken,
weit entfernt, mich zu beglücken.

Er tanzt den Tanz der blauen Flecken,
es hilft auch nicht, sich zu verstecken,
und ich wisse außerdem,
das Sitzen sei dann nicht bequem.

Ich nahm mein Handy, las erneut,
das was eben noch erfreut,
stellt sich plötzlich anders dar,
wer weiß, was grad mit mir geschah.

Da stand: „Du kannst ruhig etwas reimen,
mag auch der Abend lang dir scheinen,
du bist schon alt, geh früh zu Bett,
nimm dir ein Buch – jetzt sei so nett.“

Die Liebste hat, wie immer recht,
es geht mir ja nicht wirklich schlecht,
auch wenn das Kettenklirren stört,
weil man´s im Schlaf fast ständig hört.  10.09.2011
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Stroh

Im Keller steht mein Bett aus Stroh,
ich leide kaum – das ist halt so,
da die Liebste nicht vergisst,
was für mich gut und wichtig ist.

Doch meint sie nun, ich sei bereit,
es werde ja nun endlich Zeit,
zu zeigen – wenn sie mich auch schlägt,
dass die Erziehung Früchte trägt.

Sie lasse mich jetzt mal allein,
ich solle stark, ja, tapfer sein,
Angst zu haben – muss ich nicht,
im Keller gibt es schließlich Licht.

Sie reise jetzt nach Dänemark…,
ich habe Angst, ich bin nicht stark:
Eine Woche ganz allein?
Das kann ein halbes Leben sein.

Doch ich raffe mich zusammen,
will nicht zerren, auch nicht klammern,
ich zeige Mut, ich weine kaum,
ich halte mich perfekt im Zaum.

Dann hält sie – da ich folgsam bin,
zum Abschiedskuss das Schnäuzchen hin,
und sagt zu mir: „Ach, sei so nett,
und schlaf im Stroh – nein, nicht im Bett.

Strohwitwer – das bist du jetzt,
schau nicht traurig und verletzt,
ich kenne da kein Wenn und Aber,
unten wartet schon dein Lager.

Witwerstroh und Stroh im Kopf,
und wenn ich an dein Köpfchen klopf,
klingt´s selbst dort verdächtig hohl,
da passt das Lager – glaub´s mir wohl.“

Ich winke ihr still hinterher,
Abschied nehmen – fällt so schwer,
auch wenn´s nur eine Woche ist,
nicht, dass sie mich dort vergisst.

Ich bin jetzt einsam – tu es kund,
sie nahm mir auch noch meinen Hund,
doch Rache ist ein wenig süß,
und mein Bett – ein Paradies.

Dort schlafe ich jetzt nämlich heimlich,
das merkt sie nicht, denn ich bin reinlich,
ich bette dort mein müdes Haupt,
das hätte sie jetzt nicht geglaubt.

Obwohl – wenn sie den Reim studiert,
wer weiß, was mir dann noch passiert.
Bin ich ängstlich? Ja, vielleicht!
Jedoch zu Recht, ich sag es Euch.    09.09.2011
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Anna geht zum Kindergarten

Mein Gott, wie doch die Zeit verrinnt,
3 Jahre schon zählt jetzt das Kind,
und morgen fängt, mein lieber Mann,
der nächste Schritt im Leben an.

Der Kindergarten – Dich zu führen,
öffnet morgen seine Türen,
da ist so viel, dass Du, bewusst,
spielerisch jetzt lernen musst.

Das war erst gestern – meine ich,
der erste Schritt, der Weg ans Licht,
das war erst gestern, dass sie kräht,
ist es wirklich schon so spät?

Gestern, dass sie aufrecht stand,
der erste Schritt an unserer Hand,
gestern gab´s den ersten Zahn,
das Leben zieht halt seine Bahn.

Ab morgen ist sie nun fast groß,
der Ernst des Lebens, er geht los,
am Anfang nur im kleinen Schritt,
nimmt er Dich ganz sachte mit.

Vielleicht zu Anfang heiße Tränen,
derer musst Du Dich nicht schämen,
denn übermorgen – kleine Maus,
lachst Du Dich schon selber aus.

Mit anderen Kindern lachen, spielen,
Entdecken, Lernen, Singen, Fühlen,
in der Gemeinschaft aufgehoben,
heute ruhig – und morgen Toben.

Alles fängt mal an im Kleinen,
mag es auch mal schwierig scheinen,
loszulassen – so ist klar,
dass dieser Schritt ganz wichtig war.

Bist Du dann vom Spielen müde,
kommst Du gegen Mittag wieder,
freust Dich dann – so soll das sein,
auf die Ruhe, aufs Daheim.

Doch auch auf Deine nächsten Tage,
interessant – wohl keine Frage,
denn Entdecken ist so wichtig,
und Neues lernen mehr als richtig.

Basteln, Staunen, Spielen, Malen,
erste Wörter, erste Zahlen,
und mancher Mensch, der Dich doch trägt,
Tag für Tag, Dich lehrt und prägt.

Bist Mitglied schon im Geißbock-Club,
doch (leider) ist das nicht genug,
für Deinen Start viel Spaß und Glück,
mit Schwung nach vorn – und nicht zurück.    04.09.2011
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Radetzky

An unserer Haustür – nicht mehr lange,
hängst demnächst, aus Guss, die Pfanne,
in der die Liebste , altes Lied,
Tags zuvor die Klopse briet.

Sie hängt dort – grad in Augenhöhe,
auf dass ich stets die Warnung sehe:
„Trittst Du ein, in dieses Haus,
so zieh bloß Deine Schuhe aus.

Tust Du das nicht – Du weißt es schon,
hörst Du die Glocken – fern aus Rom,
wenn es auf Deinem Hinterkopf,
Radetzkys Marsch ganz sachte klopft.

Hältst Du das auch für brutal,
sag ich Dir – das ist egal:
Wer nicht hören will, der fühle,
und so komme ich ans Ziele.“

Ich seh die Drohung klar vor mir,
so, als stünde sie schon hier,
die schwere Pfanne in der Faust,
und mit Schwung – holt sie schon aus….

Ich ducke mich, der Luftzug streift,
das ist Leben, das ist Life….,
das nicht Wahrheit werden muss,
mein Herz schlägt schwer, in meiner Brust.

Noch ist´s für mich ja nicht zu spät,
und mein letztes Stündchen schlägt,
am Ende schließlich auch nur dann,
wenn ich erneut nicht hören kann.

Der Text, er steht nicht wirklich dort,
doch kenn ich ihn – aufs letzte Wort,
die Pfanne ist Beweis genug,
und zu Versagen – gar nicht klug.

Meine Frau – sie liebt mich sehr,
ihr fällt auch jede Drohung schwer,
es macht ihr wirklich keinen Spaß,
ich glaube ihr – sie sagte das.

Doch sei ich wie ein großes Kind,
vor dem realen Leben blind,
und daher: „Liebster, sei nicht bange,
gibt’s manchmal etwas – mit der Pfanne.“

Ich habe die Lektion gelernt,
sie zu vergessen – liegt mir fern,
und in Gedanken üb ich schon,
den Gehorsam – wie mein Sohn.

Durch den Flur – ja, das kommt gut,
schreiten wir – nur unbeschuht,
wenn – so seid jetzt stolz auf mich,
die Liebste uns nicht grad erwischt….    28.08.2011
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Zahnputzglas

Fällt auch das Verständnis schwer:
Wir haben keine Diele mehr.
Wo sie einst war – ein Trümmerfeld,
aufzubauen, so wie´s gefällt.

Nun wäre das nicht weiter tragisch,
wäre ich nicht oft lethargisch,
gefangen tief in meinem Sein.
Aufmerksam? Vielleicht zum Schein.

Drum hörte ich wohl auch nicht hin,
wieder dummes Zeug im Sinn,
als meine Liebste – das passiert,
mich ganz deutlich instruiert:

„Zieh nach dem Flur die Schuhe aus!
Trag mir nicht den Dreck ins Haus!
Versau mir nicht das Laminat!
Denk nur dran – das Unheil naht!“

Ich hörte zu, ja sicherlich,
irgendwie – erinnere mich,
doch bereits am ersten Tag,
vergaß ich es – das war gewagt.

Denn ist sie sauer – früher, später,
wächst sie scheinbar – auf 2 Meter,
spricht dann laut, mit Donnerhall,
und findet mich – auf jeden Fall.

Zitternd hab ich mich versteckt,
doch hat das reichlich wenig Zweck,
ist sie erst auf Rache aus,
durchkämmt sie flott das ganze Haus.

Als sie dann so vor mir stand….
Ich war weiß, wie eine Wand.
Ich säuselte mit letztem Mut.
„Riefst du, Liebste? Das ist gut!

Ich war grad auf dem Weg zu dir.
Doch gut, jetzt bist du einmal hier.
Wollt dich nur bitten – du vergaßt,
um Bürste und ein Zahnputzglas.

Dann krieche ich durch unsere Stube,
mit Meister Proper aus der Tube,
und bürste jedes Fleckchen weg,
unnütz hinterlassener Dreck.“

Dann hielt ich meinen Atem an,
duckte mich – in ihrem Bann,
und hoffte nur – so still, ganz still,
dass sie mich nicht schlagen will.

Das passiert mir nicht noch mal,
nicht zuzuhören – ist fatal,
meine Knie, sie sind schon wund,
Rang 8 im Haushalt – hinterm Hund!  19.08.2011
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Starke Frauen

Ein Wochenende Umzugsstress,
ich komm zur Ruhe – stelle fest:
Ich freue mich, oh ganz gewiss,
dass morgen wieder Montag ist.

Zwei Tage lang treppauf, treppab,
geräumt, geschleppt – und nicht zu knapp,
geschwitzt, so wie schon lang nicht mehr,
denn manches Stück war reichlich schwer.

So stand ich mit entsetzter Miene,
vor der großen Waschmaschine,
die schaut zurück – im zweiten Stock,
und wollte runter – welch ein Schock.

Da wirft Jasmine sich in die Brust,
meint zu mir: „Ich hab´s gewusst,
ein Mann, ein Kerl, so wie ein Baum,
doch im Bizeps – gibt’s nur Schaum.

Schau her“, meint sie – packt kurz mit an,
ich steh dabei, im tiefsten Bann,
spuckt in die Hände, spannt die Beine,
und trägt das Ding – schon fast alleine.

Nun bin ich ja ein „Mann von Welt“,
der große Stücke auf sich hält,
doch nicht ob seiner Muskelpracht,
noch solch ein Weib? Na, gute Nacht!

Nun werdet mir jetzt bloß nicht komisch,
„große Stücke“ – war ironisch,
doch meine Sorge, ja, die bleibt,
ich schau voll Sorge in die Zeit.

Denn ich habe schon Zuhaus,
drei starke Frauen – so sieht´s aus,
nun bringt der Sohn uns frisch die Mine,
und setzt sie auf dieselbe Schiene.

Alle – immer – gegen – mich,
sitzen sie zum Strafgericht,
seht das nicht als Jammerei,
als Kind war ich wohl letztmals frei.

Beim Umzug solch ein starkes Team,
das war Berechnung! Wie es schien,
wog man mich in Sicherheit,
ich schrieb bereits: Nicht meine Zeit!

Von Düren in das ferne Sachsen,
bin starken Frauen kaum gewachsen,
und saß nur brav und still am Steuer,
mich zu beschweren? Käm mich teuer!

Montag darf ich ins Büro,
selten macht mich das so froh,
spür jeden Muskel, leide still,
da ich nicht vor die „Kadis“ will.     14.08.2011
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Seelenmassage

Meine Frau, die baut auf mich,
heute besehen beim ersten Licht,
wird mir das erst wirklich klar,
mein Gott, wie falsch mein Denken war.

Beim Öffnen unserer Kellertüre,
damit ich nicht im Dunkeln friere,
sagte sie, mit frohem Sinn,
dass auch ich recht nützlich bin.

Ich solle bitte doch begreifen,
dass mit dem Keller…ich muss reifen,
für Prüfungen, die´s Leben stellt,
auch wenn mir das grad nicht gefällt.

Doch heute! Heute! Braucht sie mich,
holt mich hervor, ganz nah zu sich,
und säuselt mir ganz zart ins Ohr,
heut hätte sie mit mir was vor.

Sie sei der Chef – das sei mal klar,
es bleibt so, wie es immer war,
doch heut hätt ich Gelegenheit,
mich zu beweisen – meine Zeit.

Ich war ganz Ohr, ich hörte hin,
wahrscheinlich, weil ich folgsam bin,
und denk, dass sie die Prüfung gibt,
da sie mich im Grunde liebt.

Sie meint, sie könnt sich heut nicht teilen,
vom Termin zum nächsten eilen,
daher sei es vom größten Nutz,
ich blieb Daheim, als Wache, Schutz.

Da könnt selbst ich, es sei zum Lachen,
nicht wirklich große Fehler machen,
einfach Sitzen – Klappe halten,
und lass das Handwerk schalten, walten.

Vor lauter Stolz schwoll mir die Brust,
ich hab´s ja immer schon gewusst,
die Liebste weiß – da biste platt:
Was sie schließlich an mir hat.

Solche Pflicht und dies Vertrauen,
darauf kann man wirklich bauen,
auch wenn mein Chef – (aus dem Betrieb),
da eher etwas sachlich blieb.

Der meinte: „Handwerk? Du und Nütze?
Du siehst dich hier auch noch als Stütze?
Geh mir weg – ich weiß genau,
das managt alles deine Frau!“

Ach redet Ihr, bringt Euch in Rage,
für meine Seele gab´s Massage,
statt Peitsche gab es Zuckerbrot,
vertraut mir – in der größten Not.    11.08.2011
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Stumme Schreie

Unser Haus hat neue Augen,
und man mag es fast nicht glauben,
was meiner Frau ab jetzt gelingt,
jetzt - da kein Schrei nach außen dringt.

Erst habe ich nicht nachgedacht,
und mir in die Faust gelacht,
denn dank gedämmter Lärmkulisse,
darf ich den Laut von Outside missen.

Dreifachglas - mir war nicht klar,
wie undicht unser altes war,
nun ist's ruhig und himmlisch still,
dem Grunde nach, wie man es will.

Auch die Heizung wird es danken,
ich muss nicht ob der Rechnung wanken,
die Jahr für Jahr das Heim erreicht,
zumindest hoff ich - ja, vielleicht.

So saß ich still, ich hab sinniert,
doch wohin das letztlich führt,
das zeigt sich jetzt, zwei Stündchen drauf,
jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf.

Denn wenn hier nichts ins Innere dringt,
der Schall nicht an mein Ohr gelingt,
so heißt das auch - wie es mich graust,
es dringt kein Ruf von hier hinaus.

Setzt es von der Liebsten Prügel,
vielleicht gestört, verhasstes Bügeln,
hilft kein Jammern, Hilfeschrei,
ich bleib der Welt sehr einerlei.

Kein Sohn, der mir zu Hilfe eilt,
nicht Tochterkind, die mit mir weilt,
kein Schwiegerkind gibt mir die Kraft,
noch nicht mal unsere Nachbarschaft.

Man sieht, dass sich mein Mund bewegt,
ein stummer Schrei - da sie mich schlägt,
derweil winkt man voll Freundlichkeit.
"Geht nicht vorbei - notiert mein Leid!"

Derweil grinst SIE mich teuflisch an,
und meint lakonisch: "Lieber Mann,
wag es bloß nicht, sieh dich vor,
hör gut hin, und sei jetzt Ohr.

Les ich darüber einen Reim,
so wird's gewiss dein letzter sein,
ich bin brav - wenn auch Fassade,
hörst du nicht - wär's um dich schade."

Jetzt weiß ich, sparen ist nicht alles,
denn im Falle eines Falles,
spart man zwar die Energie,
jedoch ich leide - aber wie!!!!    10.08.2011
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Junges Fleisch

Die Liebste sprach heut butterweich:
„Heut Abend ruht hier junges Fleisch,
in unserem Bett für eine Nacht,
nun hör gut zu – und gib gut Acht….“

…natürlich – hörte ich nicht hin,
wahrscheinlich, weil ich glücklich bin,
dass meine Frau mir das noch gönnt,
Eifersucht ist ihr so fremd….

Ich denke, dass muss Liebe sein,
trautes Heim birgt Glück allein,
und meine Frau, sie dachte sich,
sei sie mir gut – so freu ich mich.

Ganz fröhlich pfiff ich vor mich her,
ein bisschen Glanz fällt gar nicht schwer,
die Sonne schien ganz plötzlich hell,
selbst bei Regen – geht das schnell.

Ich hab das Bett gesaugt, gefegt,
ein frisches Laken aufgelegt,
Blütenblätter dort verteilt,
…. da hat das Schicksal – mich ereilt.

Mich traf ein Schlag von harter Hand,
dass ich mich auf dem Boden fand,
und einer Rachegöttin gleich,
stand sie dort – ich sag es Euch.

Ich sammelte die Zähne ein,
sie sprach, die Rache sei nun mein,
und reichte in gewohnter Pose,
für mein Beißwerk eine Dose.

Dort habe ich sie einsortiert,
kurz beschriftet und markiert,
und voll Vorsicht nachgefühlt:
Hab ich noch Zähne – Ja? Wie viel?

Dann meint sie, ich sei durch den Wind,
sie sprach - von unserem Enkelkind,
die eine Nacht lang bei uns ruht,
wenn ich nur zuhör – sei´s schon gut.

Konnt ich das ahnen? Eher nicht!
Doch jetzt beim ersten neuen Licht,
nachdem das Auge nicht mehr schwillt:
Ich hatte wohl ein falsches Bild.

Ich hab die Blüten schnell entsorgt,
und mir dann frisches Stroh geborgt,
für meinen kühlen Kellerplatz,
ich hab verstanden – ja, mein Schatz.

Dann aß ich eingeweichte Brote,
und unser Hund legt ihre Pfote,
auf mein Knie – sie schaut mich an,
als ob sie mich verstehen kann.    23.07.2011
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Killer

Langsam wird mir Angst und Bange,
wie das Karnickel vor der Schlange,
sitz ich zitternd hier im Haus,
weiß nicht ein, geschweige aus.

Als ich sehr früh vom Lager stieg,
und um mich alles stille schwieg,
mocht die Welt in Ordnung sein,
jedoch der Irrtum, Mensch, ist dein.

Nun gut, der Sommer ist vorbei,
doch ist der Fakt nicht wirklich neu,
erst gestern hat ich Badespaß,
beim Rockkonzert – das war schon was.

So wie drei begossene Pudel,
zog man uns aus jenem Strudel,
der da „Sommer Heinsberg“ hieß.
Hatschi! Die Erkältung sprießt.

Doch damit hätt ich leben können,
müsst ich nicht jetzt beim Namen nennen,
was die Liebste mir enthüllt,
lest nur gut – macht Euch ein Bild.

Denn beim Frühstück, der Lektüre,
sprach sie drohend – (wie, ich friere),
ich solle froh und glücklich sein,
sperrt sie mich nur im Keller ein.

Dann reicht sie mir – macht mich perplex,
wölfisch lauernd den Express,
und zeigt mir deutlich, wie dort steht,
dass es anderen – schlechter geht.

So spricht zu mir – gefährlich lauernd:
„Lass dich bloß nicht mehr bedauern!
Ansonsten, Freundchen, schick ich dir,
einen Killer – les jetzt, hier!“

Da las ich dann von Ehefrauen,
die „auf fremde Hilfe“ bauen,
ein Meuchler, der flott meucheln kann,
hinfort – der arme Ehemann.

Das Erkennen lässt mich schlucken,
mir bleibt nichts mehr, als mich zu ducken,
und hektisch räum ich im Akkord,
Messer, Gabeln weit, hinfort.

Seitdem find ich nun keinen Frieden,
welch Schicksal ist mir wohl beschieden?
Es wäre hilfreich, freundschaftlich,
habt Ihr ein Auge – wacht um mich.

Ich lieg im Stroh, ich lutsch den Daumen,
und kann nur immer wieder staunen…,
… was ich für dummes Zeug entspinn,
ich bin verwirrt – so nehmt´s denn hin.       17.07.2011
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Schlüsselkind

Ich hatte Angst vor diesem Tag,
doch zeigt ich Mut – ich hab´s gewagt,
und gab ganz einfach, kurz und knapp,
am Morgen meinen Schlüssel ab.

Ich legte ihn der Liebsten hin,
so unterwürfig – wie ich bin,
und säuselte: „Mein Sonnenschein,
lässt du mich heute Abend rein?

Du weißt, heut kommt die neue Tür,
ein Schmuckstück – unseres Hauses Zier,
doch hilft mir das am Ende wenig,
denn nur IM Hause bin ich König….“

Der Leser hält den Atem still,
Angst vorm finalen Overkill,
und duckt sich mit mir – Ei der Daus,
manchmal rutscht mir so was raus.

Als ich noch mit den Worten ringe,
mich mehr und mehr ins Abseits bringe,
schlägt sie die alte Türe zu:
„Mach dich vom Acker – ich brauch Ruh.“

Mein Tag war einfach fürchterlich,
Sorgen, sie verfolgten mich,
und auch der Tiefschlaf im Büro,
machte mich nicht wirklich froh.

Ständig wurde ich geweckt,
sogar vom Chef – na, so ein Dreck,
auch diesen großen stolzen Mann,
ficht mein Leid nicht wirklich an.

Er klopfte auf den Schreibtisch – laut,
hat fast wie meine Frau geschaut,
da schlug das Herz mir in der Brust,
das geht nicht gut – ich hab´s gewusst.

Alles schien nur noch verkehrt,
die Angst, ich würde ausgesperrt,
und frieren in der kühlen Nacht,
sie hat aus mir ein Wrack gemacht.

Doch dann das Wunder – Gott, ich danke,
Du hilfst, wenn ich im Glauben wanke,
denn vor der Tür reicht der Monteur,
mir einen Schlüssel – ja, ich schwör.

Er sprach zu mir: „Ich kenne das.
Ich habe Mitleid – oder fast,
und da Ihr Weib nun grad nicht schaut…“
Das hätte ICH mich nie getraut.

Stolz durchschritt ich unsere Pforte,
vor lauter Glück hab ich kaum Worte,
auch wenn ich sie zum Reimen find,
ich bin und bleibe Schlüsselkind.             06.07.2011
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Rückenschmerzen

Die ganze Nacht zwar abgeschoben,
und doch muss ich die Liebste loben:
Der Keller ist so ungesund,
da durfte ich - heut mit zum Hund.

Sie hat mit mir den Korb geteilt,
und mich gedanklich dort geheilt,
denn weiß ich nun, man(n) braucht so wenig,
ein weicher Platz - schon bin ich König.

Zwar Haare in dem Mund, der Nase,
doch vergeht selbst diese Phase,
nimmt man selbst sich nicht zu wichtig,
unser Hund - sie liebt mich richtig.

Denn mein Schlafplatz - ist belegt,
dort träumt ganz selig, schläft und sägt,
schnarchend unser Enkelkind,
da wir - in der Verbannung sind.

Der Hund und ich - des Raums verbannt,
ohne Herz und ohne Pfand,
es hieß nur knapp - dort sei mein Platz,
"Nun schlafe gut, du lieber Schatz."

Ich sprach: "Oh Herzblatt, so verzeih,
mein Platz im Keller ist doch frei,
den mache ich ihr kuschlig warm,
dort schläft die Anna - das hat Charme."

Mal ganz nebenbei gesagt,
ich hatte diesen Spruch gewagt,
doch dann erhielt ich diesen Blick....,
der holte mich ins Jetzt zurück.

Der Blick, der dir den Atem nimmt,
bei dem die Milch ganz jäh gerinnt,
bei dem dich plötzlich furchtbar friert,
habt auch Ihr den schon gespürt?

Ich wurde klein, das Blut, es stockt,
mit einem Blick - grad ausgeknockt,
ich fühlt mich schwindlig und malad,
na, da hatt ich den Salat.

Ich nahm still mein Waschetui,
denn am Morgen, in der Früh,
such ich im Keller eine Pfütze,
die ich zum ersten Waschgang nütze.

Da sprach mein Herz: "Wo willst du hin?
Hast du wirklich keinen Sinn,
für unseren Hund - das arme Tier,
sie ist so einsam - vor der Tür."

So kam es - klingt das nicht apart?
Dass sie den Keller mir erspart.
Im Bett, da schläft das Kind, mein Herz,
oh, Hund, mach Platz - mein Rücken schmerzt.     25.06.2011
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Beschirmt

Der Wettergott – so wie es scheint,
ist nicht wirklich unser Freund,
denn nächsten Dienstag – Weh und Ach,
kommt nun unser neues Dach.

Doch auch erscheint – ganz zügig, prompt,
am Himmel die Gewitterfront,
die wohl einfach kommen muss,
irgendwo hab ich´s gewusst.

Sofern kein Irrtum der Propheten,
hilft am Ende dann nur beten,
denn ohne Dachstuhl – nein, kein Spaß,
wird es unten heftig nass.

Drum dachte ich mir, bin ja helle,
ich schick mal eben, auf die Schnelle,
die Familie hoch zum First,
bevor die erste Wolke birst.

Dort stelle ich sie sorgsam auf,
acht Schirme werden schnell gekauft,
und Tochter, Frau und Enkelkind,
trotzen Regen und dem Wind.

Selbst Schwiegertochter und der Sohn,
stehen Wache, Ton in Ton,
im gelben Sweater gut geschützt,
gegen Wolkenbruch und Blitz.

Selbst den Hund nehm ich nicht aus,
sie bekommt – ganz frei heraus,
ne Plane an den Stätz geknüpft,
mit der sie unsere Wohnung schützt.

Nur mich – mich nehme ich da aus,
bin selbstverständlich nicht Zuhaus,
ich muss zur Arbeit, früh am Morgen,
und dort für unseren Geldfluss sorgen.

Es reicht ja wohl – das ist ne Gabe,
dass ich die Oberaufsicht habe,
Verantwortung, die trag ich gerne,
am liebsten aus ganz sicherer Ferne.

Komm ich nach Haus – das wäre gut,
hat unser Heim den neuen Hut,
und ich sag zu meiner Frau:
„Meine Planung!“ Ich bin schlau.

Dass die Schirme mich dann treffen,
das will ich jetzt hier vergessen,
der Prophet – sehr wohl bekannt,
gilt halt nichts im eigenen Land.

Am besten wäre es jedoch,
Ihr betet für uns – im Akkord,
auf dass das Tief uns doch verschont,
ich hab so gerne hier gewohnt.                23.06.2011
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Dunkelheit

Ich sitze hier, im tiefen Keller,
wollt fliehn – doch meine Frau war schneller,
schlug mit die Tür vorm Näschen zu,
und meint: „Jetzt hat die Seele Ruh!“

Dunkel ist´s – so kalt und feucht,
ich fürchte mich, ich sag es Euch,
und nur, um mich kurz abzulenken,
wollt ich an etwas Schönes denken.

Doch ist das Denken so ein Ding,
wenn´s rund um mich nach Rascheln klingt,
Spinnenbeine, stark behaart,
bringen Ängste schnell in Fahrt.

Oh, mir blüht die Gänsehaut,
Phantasie ist – wenn´s dir graut,
wenn du der Spinne Odem spürst,
und dich selbst zum Wahnsinn führst.

Ich rief um Hilfe – erst ganz sacht,
doch niemand hat mir aufgemacht,
dann schrie ich lauter – Mordio,
doch niemand kam – es ist halt so.

Als mir die Stimme schon verklang,
die Heiserkeit, der Schmerz begann,
da sah ich an der Treppe Licht,
die Liebste sprach: „So gräm dich nicht!

Schilderst du mich auch nicht selten,
als Sklaventreiber – sind das Welten,
zwischen Wahn und Wirklichkeit,
denk ruhig nach – du hast ja Zeit!“

Dann ging sie wieder, schloss die Tür,
doch zum Troste ließ sie mir,
mein Notebook – dass ich irgendwann,
schriftlich kurz bereuen kann.

Ich schaute mir den Akku an,
fast noch voll – na, irgendwann,
besinne und bereue ich,
doch zuerst – gibt´s ein Gedicht.

Dabei hab ich dann Zeit zu grübeln,
bin ich denn wirklich ach so übel?
Nerv ich Frau und Hund und Kind?
Die Antwort… weiß allein der Wind.

Doch das jüngste Strafgericht,
hinterfragt man besser nicht…,
im blassen Licht des Monitor,
steigt erneut die Angst empor.

Mit dem Schein der Dämmerung,
schwindet jeder Mut und Schwung,
befreit mich bitte – Jetzt, heut, schneller,
Ihr findet mich im tiefen Keller.           25.05.2011
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Missverständnis

Ihr meint tatsächlich, ich mach Witze?
Dass ich nur zum Spaß hier sitze?
Dass ich stets mein Leid posaune,
zu Eurem Gusto und Erstaunen?

Dann fühle ich mich falsch verstanden,
denn ich glaube, hierzulande,
gibt es niemand, der wie ich,
an seinem Dasein so zerbricht.

Das merkte ich erst gestern wieder,
im Kreis der Freunde – liebe Brüder,
wo jeder meinte, welch ein Hieb,
dass meine Frau mich wirklich liebt.

Doch kaum stieg ich ins Fahrzeug ein,
meint sie nur: „Komm du erst heim.
Den Schein, den hab ich gut gewahrt,
verstellte mich als lieb, apart.

Doch wenn du meinst, das geht so weiter,
so ist die Antwort: Werd gescheiter.
Du fand´s dort Freundschaft – ohne Not.
Zuhaus gibt’s wieder trocken Brot.

Sprachst ständig übers Lieblingsthema,
ich hielt mich raus – das ist bequemer,
doch Freundchen, Freundchen, warte nur,
ich bring dich wieder in die Spur.“

Zuhause wieder angekommen,
hab ich mir den Hund genommen,
ging ins Feld – die halbe Nacht,
hab dann das Haus auf Glanz gebracht.

Und dann nahm meine Frau die Lupe,
oh, mein Gott – mir ging die Pupe,
hat rundum alles inspiziert,
mich dann zu meinem Bett geführt.

Dort durfte ich zwei Stündchen schlafen,
von wegen, ruhiger Ehehafen,
wer rettet mich – wer holt mich raus?
Mein Leben sieht so grausig aus.

… Doch kaum hab ich mir das gedacht,
bin ich im Auto aufgewacht,
die Liebste sprach: „Wie kann das sein?
Kaum saßt du still, schon schliefst du ein.

Plagt dich ein Alptraum? Hast gestöhnt.
Das Speisen hat zu sehr verwöhnt.
Zu viel Essen vor der Nacht,
hat dich wohl malad gemacht.

Nun komm zu mir – ich tröste dich,
eines treuen Weibes Pflicht.
Nun fahr schnell los – dann schlaf schnell ein.
du hast geträumt.“ – So wird es sein.               15.05.2011
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Draußen vor der Tür

Mein Leben – bitte glaubt es mir,
ist hart, denn draußen vor der Tür,
hat mein Weib – weil´s ihr gefällt,
mich mal gerade abgestellt.

In der Schule gab´s die Ecke,
ganz allein zu jenem Zwecke,
nach Verfehlung nachzusinnen,
zu bereuen – tief dort drinnen.

Ich dachte, das sei nun vorbei,
Pustekuchen – das wär neu,
denn meine Frau kennt keine Gnade,
wirft mich raus – das find ich schade.

Den Müll heut mal nicht rausgebracht?
In die Ecke – Gute Nacht!
Die Wohnung nicht perfekt geputzt?
Mein Eckchen bietet mir den Schutz.

So geht das weiter – Tag und Nacht,
niemals hätt ich das gedacht,
denn beim ersten Augenblick,
war sie verstellt – zu ihrem Glück.

Ich hab mich damit abgefunden,
so viel Jahre, viele Stunden,
und gab dem Sohn den guten Rat:
Bleib eisern – sonst gibt’s den Salat.

Nun sagt er gestern – schändlich Wort,
auch er sei nun vom Markte fort,
was mich zu der Erkenntnis bringt,
dass nicht alles stets gelingt.

Erziehung ist nur ein Versuch,
doch das Leben ist ein Buch,
mit leeren Seiten, die man füllt,
vor meinen Augen steht ein Bild.

Dass ich demnächst – gibt das wohl Sinn?
Im Eckchen nicht alleine bin,
da steht mein Sohn, er macht sich breit,
vereint erlebte Leidenszeit.

Vielleicht muss man(n) auch Märkchen ziehen,
und das Eckchen wird verliehen,
für unseren Sohn – und dann für mich,
vom internen Strafgericht.

Ja, ich wehre mich schon lang,
und hab Erfolg – oh, irgendwann,
denn wenn die Liebste grad nicht schaut,
dann zeig ich Mut – ja, das erbaut.

Doch reicht danach ein scharfer Blick,
schon zieh ich mich entsetzt zurück,
und hoffe sehr, mein Platz ist frei,
mein Eckchen bleibt mir immer treu.   01.05.2011
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König

Froh zu sein, bedarf es wenig,
und Martin wäre heute König,
hätt ich ihn – oh nein, kein Witz,
damals auf den Zaun….

Da säß er heut auf seinem Thron,
mein Kind, komplett missratener Sohn,
und regierte – streng und weise,
Buchfink, Amsel und auch Meise.

Säß gekrönt auf seinem Zaune,
zart gebettet auf ner Daune,
als Huldigung einst dargebracht,
wie glücklich – dieser Traum mich macht.

Denn der Knabe ist ne Ratte,
nicht das Kind, das ich einst hatte,
folgsam sah er zu mir auf,
heut ich zu ihm – das ist der Lauf.

Das ist das Elend meines Lebens,
dagegen wettern – ganz vergebens,
und trotzdem klag ich gern mein Leid,
zum Troste steh ich gern bereit.

Ständig hetzt er gegen mich,
ständig bringt er sich ins Licht,
ständig höhnt er schon mein Alter,
ach fände ich doch nur den Schalter.

Er ist ein Stinktier, ein Despot,
kostet mich mein täglich Brot,
und so manchen Nerv dazu,
was kann ich machen? Jetzt sprich Du.

Ulrike bot es mir schon an,
ein kleines Kännchen Baldrian,
zwar aus anderem Grund gedacht,
doch hilft´s auch hier – ganz leis und sacht.

Beruhigt mich nicht nur beim FC,
sondern wirkt, verrührt im Tee,
auch gegen solch missratene Söhne,
den steten Angriff, seine Töne.

Und frage ich dann still: „Wieso?“
Dann grinst er nur – ganz schadenfroh,
und meint, er hätt sei Ziel erreicht,
doch ich sage nur: „Vielleicht!“

Denn noch hab ich zuhause zu sagen…,
… muss nur die Frau, den Haushund fragen,
die Tochter und das Enkelkind,
den Schwiegersohn – die Zeit verrinnt.

Irgendwann an weiter Stelle,
komm auch ich – auf alle Fälle,
und bin ich erst mal an dem Punkt,
mein lieber Sohn – dann geht es rund.    21.04.2011
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Nabel

Hier sitz ich nun – die Uhr, sie schleicht,
was soll ich tun – die Knie sind weich,
da unser Kind – bin aufgeregt,
sich auf den Tisch des „Schlachters“ legt.

Weight gewatcht – Gewicht verloren,
fühlt sie sich wie neu geboren,
hätt sich nicht die Haut gesenkt,
die nutzlos nun am Bauche hängt.

Diese gilt es heut zu straffen,
auf dass demnächst nun Welten klaffen,
zwischen diesem Anblick heut,
und dem nach einer kurzen Zeit.

Sind erst die Narben gut verheilt,
ist es wieder höchste Zeit,
für Bikini-Sommerspaß,
leichte Bräune hat schon was.

Sie legt sich auf den Tisch – OP,
mit einem „Cocktail“ tut´s nicht weh,
und der Chirurg greift zum Skalpell,
kappt Ritsch und Ratsch das weite Fell.

Zieht nach unten, macht nen Knoten,
tackert fest, um auszuloten,
wie und wo´s am Besten sitzt,
es wird geschneidert, wird geritzt.

Wobei, na klar, die Hoffnung steht,
dass er sein Handwerk auch versteht,
zieht er zu stramm – wohl kaum zu hoffen,
steht der Mund auf Dauer offen.

Die Ohren liegen dann am Kinn,
das, denke ich, macht wenig Sinn.
Und ihr Haar, das wallend lockt,
hat sich weit unten angedockt.

Gar versetzt wird auch der Nabel,
findet ohne Fehl und Tadel,
eine sichere neue Stelle,
das muss so sein – auf alle Fälle.

Wenn Ihr jetzt meint, der Alte spinnt,
da er sich Zeit zu Reimen nimmt,
so ist das doch nur meine Art,
mich zu entspannen – kurz vorm Start.

Gerade diese Wartezeit,
ist nun keine Kleinigkeit,
und doch vertrau ich, welch ein Glück,
auf den Chirurg, auf sein Geschick.

Daumen drücken – kollektiv,
bald schläft das Kind, ganz fest und tief,
träumt vom Sommer, in Narkose,
und ich? Ich mach mir in die Hose.      04.01.2011
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Falsch?

Was haben wir nur falsch gemacht?
Das frag ich mich in mancher Nacht,
schlaflos, jeden Traums beraubt.
Erziehung? Schwerer, als man glaubt.

Man zieht die Brut in Jahren auf,
weist dann die Tür – und nimmt in Kauf,
dass man sie manchmal wiedersieht,
was hin und wieder auch geschieht.

Doch viel zu weich war unsere Knute,
denn die Pänz auf ihrer Route,
stehen ständig in der Tür,
folgt nach der Pflicht wohl jetzt die Kür?

Es kann nicht sein, das wär gewagt,
dass man uns vielleicht gar mag…?
Das wär schlimmer als gedacht,
dann hätten wir was falsch gemacht.

So war das sicher nicht geplant,
hätten wir das nur geahnt,
gäb´s Schläge stets – und große Not,
drei Tage Keller, trocken Brot.

Auf falsches Wort folgt Hausarrest,
doch wenn man Zügel schleifen lässt,
dann liegt´s Ergebnis, wie bekannt,
so wie heute auf der Hand.

Wie gut – und das ist sehr gewiss,
dass mich wohl kein Verschulden trifft,
denn, wenn man brav zur Arbeit fährt,
ist man(n) ja fern – von Haus und Herd.

Meine Frau, sie trifft´s allein,
eine muss die Schuldige sein,
doch da Erfahrung auch gewinnt,
mach ich´s heut „gut“ am Enkelkind.

Dort werde ich die Strenge zeigen,
wenn ich rede – heißt es Schweigen,
das wär am Ende doch gelacht,
ich bin der Schrecken in der Nacht.

Ach, hätte ich doch was zu sagen,
doch lag´s mir ferne, dies zu wagen,
denn der Keller – dies zuletzt,
war meistens ja von mir besetzt.

Dort saß ich stille, litt dort Not,
siehe oben: trocken Brot,
und bin ich heut auch groß, und schwer,
wundert mich das wirklich sehr.

Moment, ich schau grad auf die Uhr,
wo bleiben denn die Kinder nur?
Ist es nicht schön, klingt das auch platt,
wenn man sich was zu sagen hat?            04.09.2010
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Erziehungsfehler

Mein Sohn??? Ist ein Erziehungsfehler,
ein Despot – gar Vater-Quäler,
ein Winzling, der den Aufstand wagt,
an jedem Gott erschaffenen Tag.

Er denkt nicht an mein hohes Alter,
bin grau und fast ein müder Falter,
mit 55 – Gott, oh Schreck,
steckt man das nicht einfach weg.

Jeden Tag die gleiche Leier,
so fühle ich mich wirklich freier,
wenn mein Weg – habt Ihr´s gespürt,
eher in die Ferne führt.

Doch nun kommt die neueste Masche,
der Unhold liegt mir auf der Tasche,
und hält seit kurzem ständig Schritt,
wohin ich reise – er will mit.

Er tut, als spürt er Leidenschaft,
ständ für den Geißbock voll im Saft,
und das, obwohl er – glaubt es, ja,
beinahe für…. Dortmund war….

Da sperrte ich ihn in den Keller,
manch Erziehung, sie wirkt schneller,
mit etwas Druck und fester Hand,
und trotzdem – seh ich heut kaum Land.

Als er auf Rot und Weiß geschwenkt,
hab ich ihm mein Herz geschenkt,
und ein glücklich Vaterherz,
vermeidet jeden Stunk und Schmerz.

Das rächt sich heute – bitterlich,
Autorität? Vielleicht für mich!
Denn im stillen Kämmerlein,
bilde ich´s mir manchmal ein.

Wie gut, wenn es dann Menschen gibt,
die er nicht in den Wahnsinn trieb,
die mir auch mal den Rücken stärken,
Herr, ich preise Deine Werke.

Und plötzlich scheint der Himmel blau,
die Sonne brennt - ich weiß genau,
es ist nicht aller Tage Abend,
ich werde noch die Chance haben.

Vielleicht nicht heute, auch nicht morgen,
doch befreit von vielen Sorgen,
läuft´s eines Tages eher glatt,
wie gut, wenn man auch Freunde hat.

Doch versteht – beim Hilfe-winken,
den Reim mit einem Augenzwinkern,
obwohl mich jetzt die Reue plagt:
Hätt ich das besser nicht gesagt…???          02.08.2010
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Vatertag 2010

Wer nach einem Vatertag,
nicht Kopfschmerz, noch den Kater mag,
wem auch das Kätzchen nicht erlaubt,
der bleibt daheim – und überhaupt.

Stieg Christus heut zum Himmel auf,
so nähm er ganz gewiss in Kauf,
dass er, so wie die Asche treibt,
in schweren Wollen steckenbleibt.

Der Himmel nur bedeckt und grau,
kein Sonnenschein, kein Hitzestau,
so schau ich ganz frustriert hinaus,
und pack die Fellpantoffeln aus.

Es gibt gewiss auch hier zu tun,
den Tag entspannen, auszuruhn,
ein bisschen Schreiben, brav Daheim,
die beste Zeit für einen Reim.

Ein gutes Buch, mal kurz TV,
ein wenig Knabbern… an der Frau,
und auch Fußball gibt es heut,
wie´s mein altes Herz doch freut.

Da lehn ich mich entspannt zurück,
genieße das Familienglück,
sofern ich – anders wär es schade,
dazu auch die Erlaubnis habe.

Ich schmachte einem Dackel gleich,
das Herz der Liebsten, es wird weich,
und ich darf schau´n – ohne Beschwerden,
bis die Äuglein eckig werden.

Ein Vatertag, wie ich ihn mag,
ein ganz normaler ruhiger Tag,
ich leg die Hände in den Schoß,
denn morgen geht´s doch wieder los.

Und meine Frau, Ihr glaubt es nicht,
kocht heut mein neues Leibgericht,
wie bin ich aktuell so faul,
gleich einem alten Ackergaul.

Jedoch – am nächsten Wochenende,
sind wir auf Zack und sehr behände,
besuchen Schwedens schöne Krone,
Stockholm zu sehen, soll sich lohnen.

So überlass ich anderen Tätern,
heute diesen Tag der Väter,
und wer mich kennt, der weiß genau,
ich war im Leben – noch nicht blau.

Heut ist Christi Himmelfahrt,
und auch ich, ein Mann der Tat,
jedoch nicht heute, und nicht hier,
da ich erneut das Fernweh spür.                  13.05.2010
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Unberührt

Reisen bildet ungemein,
doch bin ich ein Mal nicht daheim,
dann, ja dann, so schwöre ich,
tanzen Mäuse auf dem Tisch.

Dann macht mein Weib, sonst sanft und still,
macht plötzlich einfach, was sie will,
und vermietet, ungehemmt,
mein Ehebett entschlossen fremd.

Es kam ihr plötzlich in den Sinn,
dass meine liebe Schwägerin,
schnarcht – statt mir, die halbe Nacht,
ich merke das – wär doch gelacht.

Wie sprachen weiland schon die Zwerge,
zu Schneewittchen, in den Bergen:
„Wer schlief in meinem Bette nur?“
Ich bin der Lösung auf der Spur.

Ich greif mir Mikroskop und Lupe,
ob „hinterrücks“ mir nicht die „Hupe“,
nen Riss gebracht ins Wasserbett,
zu ertrinken – wär nicht nett.

Doch so sehr ich emsig schaute,
gesucht nach Spuren… und nach Lauten,
ich fand nichts, dass ich maulen kann,
schade – leider – Mann, oh Mann.

Vielleicht – ich liege auf der Lauer,
zeigt sich der Schaden erst auf Dauer,
ich werd von nun an wachsam sein,
und lass die Liebste nicht allein.

Muss ich geschäftlich nun verreisen,
gilt es Weitblick zu beweisen,
denn ab jetzt nehm ich sie mit,
dieses ist der erste Schritt.

Der zweite ist – und der tut weh,
sie muss mit, hin zum FC,
so fährt sie Samstag in den Norden,
Ihr seht, ich bin nun schlau geworden.

Lieber sie in Bremen wissen,
als Sabber auf dem Lieblingskissen,
und ob ich nun noch schlafen kann,
das schreibe ich Euch irgendwann.

Vielleicht, wenn ich vom Sieg berichte,
vom Willen und Erfolgen dichte,
oder auch – der Bock bewahre,
mit zorngewelltem grauen Haare.

Egal, wie es auch immer sei,
meine Frau ist dann dabei,
auf dass sie meinen Ärger spürt,
und mein Bett – bleibt unberührt.                       22.04.2010

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Cabrio

Anna fährt jetzt Cabrio,
ohne Dach? Na, sowieso.
Jedoch – das kommt mir seltsam vor:
Es fehlt auch vorne der Motor.

Stattdessen gibt´s zwei flotte Füße,
und dank derer fährt die Süße,
rundherum, schnell wie ein Blitz,
strahlend auf dem Fahrersitz.

Dieses Dreirad tut nicht weh,
und es schont das Portemonnaie,
weil es ohne Super fährt,
auch ohne Diesel, Leute hört.

Treibstoff, der ist ganz allein,
zu strahlen wie der Sonnenschein,
und dieser Akku wird nie leer,
zu lachen fällt dem Kind nicht schwer.

Ist der Tank erst einmal voll,
dreht der Motor auf wie toll,
und von Null auf Hundertzehn,
könnt Ihr sie stets sausen sehn.

Ist das der Frühling, die Gefühle?
Eher wohl der Spaß am Spiele,
und so quietschen laut die Reifen,
beim Fröhlich-durch-die-Straßen-streifen.

Nur den Regeln im Verkehr,
schenkt sie nicht Achtung, kein Gehör,
egal, ob da ein Stopp-Schild warnt:
Sie hat Vorfahrt – sie hat Charme.

Ich sage: Achtung, sieh dich vor!
Sie grinst – und saust dann wild durchs Tor,
ohne Rücksicht, Ihr versteht,
dass mein Herz vor Schock kaum schlägt.

Kleine Kinder werden groß,
von heut auf morgen geht das los,
und sind sie erst mal so mobil,
hat man der Augen kaum zu viel.

Hoffentlich verirrt sie nicht,
da sie bislang ja noch kaum spricht,
und das die Menschheit sehr verwirrt,
wenn sie durch Grouvens Straßen irrt.

Ihr sagt, wir haben doch nur fünf?
Doch falls Ihr nun die Nase rümpft,
auch in solch nem kleinen Ort,
verfährt man sich – darauf mein Wort.

Und so überleg ich schon,
ja, ganz ehrlich, ohne Hohn:
Wär ein Navi konsequent?
Wenn der Turbo heftig brennt.   20.04.2010