Und das soll wirklich Liebe sein?
Ich träum vom Match in Hoffenheim,
doch die Liebste streikt behände,
und mein Traum – ist fast zu Ende.
Und das soll wirklich Freundschaft sein?
Ich wär so gern in Hoffenheim,
doch wenn man solch Kollegen hat,
ist´s Essig mit der fremden Stadt.
Denn man sagt mir knapp und brüsk:
Es gibt no Fun, no Fahrt, no Risk.
Und so bleib ich – so sieht´s aus,
Anfang März - ganz brav Zuhaus.
Ich bin im Sternkreis Fisch geboren,
und sonntags wird wohl nicht verloren,
da wäre das doch ein Präsent,
an dem mein Herz gewaltig hängt.
Jedoch – was nützt mir all mein Klagen,
an jenen eisig kalten Tagen,
an denen ich – so voller Frust,
erneut in meinen Keller muss.
Die Liebste meint, es sei recht schön,
würde ich dort in mich gehn,
und überlegen – ganz gewiss,
was wohl wirklich wichtig ist.
Auf der Wange friert die Träne,
es klappern mir im Frost die Zähne,
und ich träume nur vom Frühling,
das wäre das perfekte Feeling.
Der Atem friert zum dichten Hauch,
das hätt´s nun wirklich nicht gebraucht,
und ich ruf zur Kellertüre,
dass ich ganz entsetzlich friere.
Die Liebste meint nur kurz und knapp:
„So schwöre Deinem Wunsch nur ab,
und Du darfst – so freu Dich nur,
heute Nacht – mal in den Flur.“
Beinah hätt ich nachgegeben,
auch ein Fan will überleben,
doch dann hab ich mir gedacht:
„Nur eine weitere kalte Nacht!“
Auswärtsspiel in Hoffenheim,
die Chance besteht – oh ja, ich mein,
dass die Liebste sich besinnt,
wer stetig bohrt – nun, der gewinnt.
Ich zieh die Decke übers Haar,
und demnächst – mach ich es klar,
klingt es auch vielleicht recht weit,
das Spiel ist sonntags – ich hab Zeit. 07.02.2012
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Odise
Heut Morgen schrieb ich völlig kess,
vorlaut eine SMS,
und drückte darin nassforsch aus,
wir kämen mit dem Sieg nach Haus.
Doch hab ich's selber nicht geglaubt,
die Wünsche zwar sehr hoch geschraubt,
und dachte bei mir - in der Tat:
Heut Abend hab ich den Salat.
Denn bei meiner Perspektive,
dachte ich nicht an - Odise,
an einen Kopfball wie ein Strich,
dieses Tor begeistert mich.
Endlich mal muss ich nicht maulen,
nicht an meinen Worten faulen,
sondern darf Platz 9 jetzt feiern,
endlich wieder gab's den Dreier.
Gerade auf dem Lauterer Betze,
bekam ich laufend nur die Krätze,
jetzt lassen wir sie mal zurück,
genießen unseren Hauch vom Glück.
McKenna - jederzeit hellwach,
beim Kopfball immer Turm der Schlacht,
und Rensing hielt in größter Not,
ich liebe unser weiß und rot.
Ab dem Beginn der Unterzahl,
fand ich dieses fast fatal,
weil ich weiß - es spielt der Bock,
in Überzahl fast wie geschockt.
Heut zu Siegen war so richtig,
heut zu Siegen war so wichtig,
das war heut ein 6-Punkte-Spiel,
ich war nervös - bis in das Ziel.
Mein Puls, er tanzte Cha-Cha-Cha,
zu Berge stand mir jedes Haar,
zwar hab ich an den Sieg geglaubt,
und doch hat's den Verstand geraubt.
Heut darf ich im Bette schlafen,
mein Zuhause - sicherer Hafen,
statt Baldrian - gleich literweise,
wird der Sieg zur Götterspeise.
Da ich am Morgen hell-gesehen,
muss die Liebste nun gestehen:
Sie sieht mich in ganz neuem Licht.
Vom Zufall sag ich besser nichts!
Roshi hat nach den Sekunden,
den Weg des Balls ins Tor gefunden,
bis Samstag - ganz FC-bekloppt,
fühle ich mich on the top. 05.02.2012
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Fahne
Gestern stand ich noch im Regen,
und heute fiebere ich entgegen,
unserem allernächsten Spiel,
ich bin verrückt – und davon viel.
Da muss man sich auch nicht beschweren.
Was gestern war – will ich nicht hören.
Bin das nur ich? Ich ganz allein?
Gibt’s noch mehr? Das wäre fein.
Ich halte stets die Wange hin,
wahrlich ohne jeden Sinn.
Denn die Erkenntnis – Fußballspaß,
verdreht sich bei uns – ziemlich krass.
Wider allen besseren Wissen,
werde ich die Fahne hissen,
die man mir zuletzt geschenkt,
wie schön, wenn´s Herzchen daran hängt.
Ich werde vor dem Bildschirm hocken,
der Puls Galopp – die Kehle trocken,
der Sauerstoff steht schon bereit,
und Baldrian – ist nicht sehr weit.
Die Jungs vom Lauterer Betzenberg,
haben sich wohl sehr verstärkt,
ach hätten wir – bleibt´s auch geschenkt,
sie vor paar Jahren dort versenkt.
Jetzt treten wir dort an – mit Tese,
ich hoffe, dass ich Sonntag lese,
er hat den Teufeln – mit Bedacht,
Feuer unterm Ar… gemacht.
Vielleicht spielt man ja auch für Stále,
und zieht sich aus der tiefen Sohle,
endlich mal mit eigener Kraft,
dann hätte man – mal was geschafft.
Nicht hinter irgendwem verstecken,
nicht die Wunden ständig lecken,
sondern zeigen – Mann für Mann,
was der Bock erreichen kann.
Als Team muss das doch möglich sein,
ich bin gespannt – und sitz daheim,
zitternd vor der Flimmerkiste,
vor der ich meine Fahne hisste.
3 Punkte – bitte Einsatz zeigen,
bringt die Kritik abrupt zum Schweigen,
und auch mein Nach-dem-Spiel-Gedicht,
ständ mir prima zu Gesicht.
Hab alles um mich aufgebaut,
die Liebste kommt kurz rein – und schaut,
dreht sich resignierend um,
kennt nicht den Zwang – nicht das Warum. 02.02.2012
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Demontage
Von der steten Demontage,
ist´s nicht weit zu der Etage,
in der man sich „Zuhause“ fühlt,
und gerne um – den Aufstieg spielt.
Kein Geld, nicht Plan, kaum Perspektive,
stur nach vorn die Direktive,
selbst wenn man – was grad aufgebaut,
hinten in die Grütze haut.
Niemand da, der scheinbar weiß:
Ein Abstieg hat sehr hohen Preis?
Da wird gewurschtelt, Geld verbrannt,
ohne Sinn und auch Verstand.
Hier ein bisschen, dort ein wenig,
wer entscheiden darf – ist König,
und wenn nichts zu entscheiden bleibt,
dann ist´s halt so – verrückte Zeit.
Chong Tese kommt – und alles stöhnt.
Sind wir immer noch verwöhnt?
Oder liegt´s vielleicht daran,
dass niemand es vermitteln kann?
Die Presse blökt – und sie posaunt,
am Ende ist man dann erstaunt,
wenn der Berg – wie´s auch passiert,
nur die berühmte Maus gebiert.
Ich mag dem Mann nicht Unrecht tun,
doch Grund für uns, sich auszuruhn,
den sehe ich beileibe nicht,
selbst bei schönstem Sonnenlicht.
Und statt hinter den Kulissen,
gemeinsam ein Signal zu hissen,
zerfleischt man sich noch hinten rum,
liebe Leute – das ist dumm.
In dem Verein den Poldi halten?
Wo Menschen schalten oder walten,
als sei es ein Computerspiel?
Vielleicht ja träume ich zu viel.
Versteh es nicht – bin halt zu blöde,
was ich von mir gebe – öde,
vielleicht zu jung – vielleicht zu alt,
ganz einfach keine Lichtgestalt.
Warum geht’s, bitte, anderswo?
Hier schunkelt man sich selber froh,
Köln – wie soll´s auch anders sein,
bleibt ein Karnevalsverein.
Es wird fleißig demontiert,
doch egal, was auch passiert:
Ich bleibe Fan – tut er auch weh:
Der stete Frust – hier beim FC. 31.01.2012
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1:4 Schalke
Gestern hab ich noch gedacht,
dass das Glück mir nicht mehr lacht,
heute - nach dem Sturz ins Messer,
heute nun - weiß ich es besser.
Es nicht zu sehen - eine Gnade,
weil ich den Knopf zum Drücken habe,
der das TV schnell schlafen lässt,
manchmal besser - stell ich fest.
Der FC hat zwar verloren,
doch ich habe nicht gefroren,
und irgendwann wird's fast egal,
ist das Denken auch fatal.
Auch wenn mein Herz ja daran hängt,
fürs nächste Match hab ich verschenkt,
das Ticket für ins Stadion,
so weit bin ich letztlich schon.
Denn im Verein - ich seh das so,
stimmt es wirklich nirgendwo,
seit Wochen dieser Eiertanz,
um Neuverpflichtung - Finke kann's.
Ein Stürmer steht zur Diskussion,
jedoch wie stets - und wie gewohnt,
kommt am Ende - so sieht's aus,
die berühmte Maus heraus.
Die Stürmer, die wir jetzt schon haben,
dürfen an der Linie traben,
und Nova spielt - das ist wohl Pflicht,
sieht der Trainer es denn nicht?
Es krankt in allen Mannschaftsteilen,
und man sollte sich beeilen,
sonst stecken wir - wo ist der Sinn?
Nächsten Sonntag schon tief drin.
Mit einem Poldi ganz alleine,
gewinnt man nicht - wie ich wohl meine,
die Außenbahnen sind ein Witz,
so gibt das auch in Zukunft nix.
Das Mittelfeld ist kaum vorhanden,
lange Bälle - wenn sie landen,
hat der Gegner im Visier,
uns fehlt das Können - und Gespür.
Wo fängt man an, um auszubessern?
Wir sind die vom stetig Gestern.
Und machen lieber uns zum Affen,
als Anzupacken und zu Schaffen.
Als ich gestern von mir gab,
dass ich das Schnäuzchen voll nun hab,
nahm man es gelassen hin,
doch weiß ich - was ich will und bin. 29.01.2012
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Sündenbock
Mein Bock, wie tut das furchtbar weh:
Ich kann heut - nicht zum FC,
und was dabei das Schlimmste ist:
Nicht die Liebste hat's vermiest.
Ich kenne ja den Sündenbock,
und mildert das auch nicht den Schock,,
so habe ich doch ein Ventil,
für das nicht besuchte Spiel.
Nein, Ihr braucht mich nicht zu rächen,
und kein Eisen, um zu brechen,
die verschlossene Kellertür.....,
mein Herzblatt kann heut nichts dafür.
Ich habe eine leise Ahnung:
Der DFB mit seiner Planung,
hat mir - wie man es auch dreht,
dieses Ei ins Nest gelegt.
Denn wär das Spiel um fünfzehn-dreißig,
so wäre ich recht froh und fleißig,
jubelnd auf der Südtribüne,
hoch auf der rot-weißen Düne.
Ja, was nützt das dumme Flehen,
ich kann das Match halt live nicht sehen,
doch bin mit etwas Glück dabei,
und seh es im TV - auf Sky.
Ich konnt vor Leid nicht richtig schlafen,
denn beim Zählen all der Schafe,
sah jedes zweite - das ist dämlich,
unserem kölschen Hennes ähnlich.
Statt übern hohen Zaun zu springen,
hielt es an - begann zu singen,
die kölsche Hymne unserer Höhner,
sagt mir Freunde - was ist schöner?!
Der Gedanke - dieser Bann,
macht, dass ich nicht schlafen kann,
kein Schaf springt's virtuelle Gatter,
bin übermüdet, hab die Flatter.
Dass das so ist - verzeiht mir bitte,
nehmt mich auf in Eurer Mitte,
auch wenn der Reim Euch zweifeln lässt,
an meinem Hirnschmalz - wird's ein Fest,
Ich werde aus der Ferne jubeln,
und hoffen, dass bei allem Trubel,
auch Grund besteht - rot-weiße Lust,
nicht - dass ich noch weinen muss.
Dem Sündenbock zieh ich - nicht bang,
heut Abend beide Ohren lang,
auf dass sie sich , nach meinem Fassen,
vorn zum Schleifchen binden lassen. 28.01.2012
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Lorbeeren
Lorbeeren – die brauch ich nicht,
ohne Stürmer gibt’s kein Licht,
verloren aufgrund Dussligkeit,
so wird das nichts – es tut mir leid.
Lorbeeren - die will ich nicht,
„Herr Sky“ – ja, ich bedanke mich,
doch wäre mir ein Pünktchen lieber,
als diese Unlust, dies Geschiebe.
Den Ball nach vorne – ohne Plan,
gut gebettet in dem Wahn,
er kommt vielleicht auch einmal an,
zumindest dann, zumindest wann.
Und wenn es dann kein Abseits war,
dann ist sie plötzlich da – Gefahr,
doch wenn man solche Stürmer hat,
macht man die größten Chancen platt.
Tu ich Unrecht? Ist´s der Frust?
So langsam fehlt mir jede Lust,
sich´s immer wieder anzusehn,
in dem Gedanken: Wird schon gehn.
Ich habe mich so sehr gefreut,
auf diesen Tag, auf gerade heut.
Endlich wieder Bundesliga,
Eventuell sind wir mal Sieger.
Doch auf der Bank ein Kindergarten,
Spieler, die auf Chancen warten,
die sie nicht bekommen – nein,
ich glaub, ich steh da nicht allein.
In Aachen – statt sich einzuspielen,
da darf sich die Reserve fühlen,
wie sich´s fühlt vor Publikum.
Was mir fehlt – ist das Warum.
So manche Spieler sind entsorgt,
nichts neu gekauft – und nichts geborgt,
bis auf den, der warten muss,
bis 4 Minuten – grad vorm Schluss.
Zerreißt mich – ich hab keinen Schimmer,
von Fußballkunst – doch wie auch immer,
hab ich einen dicken Hals,
und den, den hab ich allenfalls.
Was soll das gegen Schalke werden?
Wir spielen wie die Hammelherden.
Unter Fußball, Spiel und Tor,
stell ich mir was anderes vor.
So werde ich halt weiter warten,
die Guten kommen in den Garten,
und wir – wir haben unterdessen,
die Erinnerung zu vergessen. 21.01.2011
_________________________________
Wenn
Immer wenn´s nach oben geht,
spielt die Mannschaft wie verdreht,
und es bleibt beim Wörtchen "wenn",
erneut ward eine Chance verpennt.
Platz 7 wär Momentaufnahme,
1 Punkt nicht schlimm - nicht wirklich Drama,
doch beiß ich mich im Hintern fest,
um alles - das man liegen lässt.
Abgerechnet wird zum Schluss,
und nicht, dass man dann sagen muss:
"Hätte, Aber und Vielleicht,
fast, ja fast, hätt es gereicht".
Den Punkt zu holen, das war glücklich,
das ganze Match verschnarcht und nicklig,
die Stimmung war rundum perfekt,
nur die Elf - nicht aufgeweckt.
Erneut war´s Poldi, der dann traf,
die anderen wieder viel zu brav,
was machen wir, falls er nun geht,
die Null dann auf der Tafel steht?
Da hilft nur wirklich kräftig Üben,
sonst bleibt der Platz ab Nummer 7,
für uns nicht mehr als bloßer Traum,
rot und weiß gequirlter Schaum.
Der Abschlag - oftmals grauenhaft,
die Ballannahme - sie klappt (fast),
das Kurzpassspiel - zum Haare raufen,
vieles könnte besser laufen.
Wenn man uns die Regie andreht,
dann ist es oftmals schon zu spät.
Da ist Bedarf im Mittelfeld.
Erkannt? Bestimmt! Doch wenig Geld.
Und in der Abwehr kam´s mir vor,
als suchte Brecko nach dem Tor,
auch wenn´s vielleicht das Eigene ist,
das ist Können - das zeigt Biss.
1 Punkt gewonnen? 2 verschenkt?
Bockseidank den Ball versenkt,
immerzu das gleiche Spiel,
auch knapp vorbei - verfehlt das Ziel.
Jetzt geht's nach Bayern - rot und blau,
dort zu punkten - eine Schau,
ich geb die Hoffnung niemals auf,
in München haben wir den Lauf.
Vielleicht wird uns der Ar… verhauen,
vielleicht auch nicht - was soll´s? Mal schauen.
Gestern Frust - heut neuer Mut,
ein wenig Schlaf tut oft sehr gut. 14.12.2011
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400
4:0 – und auch 400,
wobei die Zahl wohl kaum verwundert,
denn seit Bestehen der Bundesliga,
waren wir zuhause so oft Sieger.
Gestern zweimal Doppelpack,
Freiburg wurde eingesackt,
mit einem Schleifchen nett bestückt,
und in den Schwarzen Wald geschickt.
Poldi, der ein Traumtor macht,
Clemens, der verschmitzt und sacht,
ein Tor mit Schwung vom Eckpunkt schießt,
und uns erneut froh jubeln ließ.
Cissé, der keinen Stich bekam,
da Pedro aus dem Spiel ihn nahm,
am Ende stimmte – nahe alles,
doch nicht aus Sicht des 1. Falles.
Denn Halbzeit 1 hat mich verwirrt,
nun gut, vielleicht hab ich geirrt,
doch fand ich unser Spiel – verschämt,
nicht wirklich gut und souverän.
Ich hab geschimpft, dem Rohrspatz gleich,
bestimmt viel Unsinn, dummes Zeug,
doch das gehört für mich zum Bild,
damit´s nicht aus den Ohren quillt.
Ich würde platzen – wär ich still,
verzeiht mir bitte meinen Müll,
wie gut, dass es den Freund dann gibt,
der mir schon mal den Riegel schiebt.
Der mir sagt, ich solle schweigen,
und mal wahre Größe zeigen,
so abgeklärt – so cool wie er,
das – lieber Kalle – fällt mir schwer.
Zumal es da – besehen bei Licht,
(Namen nenne ich jetzt nicht),
auch noch solche Freunde gibt,
die kennen keinen Unterschied.
Die werfen – ach, ich schmeiß mich fott,
alles rein in einen Pott,
egal ob Eckstoß, Strafstoß gar,
Du weißt genau – mein Wort ist wahr.
Wobei wir grad beim Pott jetzt sind:
Ist Schlacke wirklich völlig blind?
Sieht nicht wo Poldis Wurzeln sind?
Nur wer sich wohlfühlt – der gewinnt.
Ich hoffe so, es bleibt beim Alten,
und Poldi bleibt dem Bock erhalten,
er ist die Seele im Verein,
lieber Poldi – bleib Daheim. 11.12.2011
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Freiburg und Mainz
1 Punkt in Stuttgart – Heimspiel 3,
das wär doch was – ich bin dabei,
sofern die Liebste mich auch lässt,
stell ich unumwunden fest.
Ich weiß ja stets, was sich gehört,
hab sie kurz – und leis – gestört,
und habe ihr, ganz ungefragt,
so manches nette Wort gesagt.
Ich sprach zu ihr, sie sei mein Herz,
säuselte vom Liebesschmerz,
und lief komplett zur Hochform auf,
da meint sie knapp: „Lass es nur raus!
Wenn du so schleimst – dann willst du was,
dein Verhalten – ist echt krass,
ich denke – ohne jeden Hohn,
du willst bestimmt zum Stadion.“
Da war es raus – ich war ertappt,
sie sprach es aus – so denkbar knapp,
doch kannte sie den Spielplan nicht,
so führte ich sie – hinters Licht.
Ich sprach daher: „Es kommen bald,
die Kicker aus dem Schwarzen Wald,
das muss ich sehen – da muss ich hin,
weil ich – ein wenig – süchtig bin.“
Oh, mein Bock – es schien gelungen,
ich biss mir heftig auf die Zunge,
sprach nicht vom Dienstag, nicht von Mainz,
das war klug – nun ja, so scheint´s.
Drum unterschätze niemals nicht,
das Eheweib – das dich verdrischt,
denn sie las – per Zufall heute,
die Tageszeitung – Wahnsinns Beute.
„Hast du“, meint sie, „nichts vergessen?
Versuche nur nicht. dich zu messen,
mit mir, die hier das Sagen hat,
glaube nur nicht, dass das klappt.
Doch sei beruhigt – du kommst zum Ziele,
ich gönne dir die beiden Spiele,
wünsch dir gar – der Punkte 6.“
Glaubt es mir – ich war perplex.
Sie liebt mich scheinbar wirklich doch,
nie hab ich sie so gemocht,
sie gibt mir zweimal Fußball-frei,
wie schön – ich bin dann live dabei.
Jubele auf der Südtribüne,
fühle weder Schuld noch Sühne,
und hoffe auf den Doppelsieg…,
ob ich wohl damit richtig lieg? 08.12.2011
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Warum
Mein lieber Geißbock, Mann oh Mann,
warum tu ich mir das noch an?
Und bleib nicht besser brav Zuhaus,
schalt bei Bedarf – das Fernsehen aus?
Mein lieber Poldi, lieber Mann,
warum tust Du Dir das noch an?
Und spielst statt Fußball – bitte, sorry,
nur Operette – so don´t worry.
Warum – die Frage sei erlaubt,
hab ich vor dem Spiel geglaubt,
dass alles einmal besser wird?
Der Mensch ist schwach – der Mensch, er irrt.
Warum ist nach dem Gegentor,
alles anders als zuvor,
warum spielt Ihr dann plötzlich so,
als ging es nur um Domino?
Warum sagt Ihr dem Stürmer Hanke,
für sein Bemühen gerne Danke?
Und ladet ihn zum Torschuss ein?
In Köln kann vieles einfach sein.
Wundert Ihr Euch künftig auch,
wenn´s mehr als gute Worte braucht,
dass man die Fans zum Stadion lockt?
Mancher hat nicht wirklich Bock.
Ich hab so manchen Spruch gehört,
dass beim FC das Glücksspiel stört,
und dass man jetzt schon überlegt,
ob man gegen Mainz noch geht.
Damit schadet Ihr fatal,
dem Anspruch und dem Kapital,
denn die Seele im Verein,
ist auch der Fan – Ihr wollt´s gern sein.
Doch wenn man gerne Fußball schaut,
und sieht die Operettenbraut,
die tänzelnd übers Spielfeld schleicht,
dann überlegt man – NOCH vielleicht.
Dazu kommt noch die KVB,
Kölns System tut manchmal weh,
wenn man wie blöd am Stadion steht,
und vorher noch von Weiden – geht.
Fußball kommt ja stets so plötzlich,
ja, ich weiß – das ist entsetzlich,
so geht es unseren Profis auch,
das ist in Kölle scheinbar Brauch.
Und so hoffe ich gern weiter,
werd am Ende gar gescheiter,
und sehe noch mal – nicht zu spät,
dass der Bock dies Spiel versteht. 25.11.2011
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Woosch
Dieses Thema wär jetzt durch:
Herr Präsident – denn um die Woosch,
gibt’s jetzt einen neuen Kampf.
Was war? Was ist? Was bleibt? – Nur Krampf?
Was wird denn nun, Herr Overath?
Erneut jetzt wieder der Spagat,
zwischen Sport und Wirtschaftskraft?
Auf Dauer fühlt man sich geschafft.
Ob der Zeitpunkt richtig war,
ob so geplant – ist mir nicht klar.
Vielleicht zum Wohle des Vereins?
Das zeigt die Zukunft, ganz allein.
Vielleicht ein Aufbruch – bin bereit,
in eine schöne neue Zeit,
an deren Ende man erkennt,
Erfolg ist uns ja doch nicht fremd.
Doch kommt man trotz der neuen Welle,
auch weiterhin – nicht von der Stelle,
liegt´s vielleicht an dem System.
Kritisieren ist bequem.
Wer jetzt kommt – um anzufassen,
muss sich an dem messen lassen,
was bisher als Usus galt,
bei Overath, der Lichtgestalt.
Ich hoffe – und das ist bekannt,
es kommt ein Mann mit Sachverstand,
der leitet – und sich leiten lässt,
mit Visionen – klar und fest.
Wie er heißt, ist ganz egal,
trefft mit Verstand nun diese Wahl,
nur eins ist wichtig, wie ich´s seh:
Allein das Wohl – für den FC,
Der Berg an Schulden ist so groß,
die Aufgabe ein schweres Los,
und tauschen – ehrlich – wirklich, nein,
schon schwer genug war dieser Reim.
Neu strukturieren, Poldi halten,
in den Machtzentralen schalten,
in der Hoffnung, dass sich´s dreht,
nicht irgendwann das Licht ausgeht.
Um das Schiff jetzt neu zu steuern,
um den Kessel anzufeuern,
muss ein neuer Mann dorthin,
mit dem Geißbock, tief im Sinn.
Ein Mann, der auch besonnen bleibt,
wenn sich die Presse an ihm reibt,
die Presse, Gott und alle Welt,
en Präsident – demnächst für Geld? 15.11.11
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Pizarro
Hab keine Ahnung - davon viel,
hoffte auf ein faires Spiel,
und bin vom Können - das ist dämlich,
leider Schiri Weiner ähnlich.
Heut kam alles wohl zusammen,
nach Führung gehen wir mit Schrammen,
und geschlagen still vom Platz,
jedes Mühen für die Katz.
Clemens macht ein feines Tor,
Poldi legt das nächste vor,
da habe ich bei mir gedacht,
das wird eine tolle Nacht.
Doch wenn Pizarro dreimal trifft,
ist das für das Ergebnis Gift,
und am Ende bleibt uns nur,
der Erinnerung trübe Spur.
Ein Bremer Handspiel, das ganz klar,
mit Vorsatz ein Elfmeter war,
doch das der Schiri übersieht,
schade Geißbock, angeschmiert.
im Gegenzug dafür - natürlich!
Benehme ich mich ungebührlich,
wenn mir da der Kragen platzt?
Pfiff und Tor und Spiel und Satz.
Dazu die Karte - dunkles Rot,
das bringt den Bock in große Not,
und am Ende - ich könnt weinen,
waren wir nur noch zu Neunen.
Verletzungspech - auch Unvermögen?
Begossen stehen wir im Regen,
das dritte Tor der Bremer war,
Pizarros Riecher - ist doch wahr.
Bremen ist für uns kein Pflaster,
und Fußball ist mein großes Laster,
doch morgen - morgen klappt das schon,
da winkt ein Kölner Sieg als Lohn.
In Bergheim - bringt's auch leider nichts,
ist das Anschauen für mich Pflicht,
obwohl mir fast die Lust vergeht,
ich hör jetzt auf - es ist schon spät.
Drei Punkte, bitte gegen Mainz,
das müsste klappen - ja, so scheint's,
denn ich bin - das ist Euch neu,
bei diesem Spiel nicht mit dabei.
Dann noch ein Sieg - so lasst mich lauern,
gegen Gladbachs grüne Bauern,
so wäre meine Welt perfekt,
auch wenn's mir heute - gar nicht schmeckt. 05.11.2011
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Futter
Der Hund, sie hungert - so wie ich,
kein Gramm für sie - kein Brot für mich,
so leer der Magen, leer der Bauch,
und Magenknurren hab ich auch.
Die Frau spricht, es sei halbe Nacht,
Frühstück gäb es erst ab Acht,
der Tag, er fange grad erst an,
und dass ich wohl noch warten kann.
Außerdem erschwert die Lage,
der Blick von gestern auf die Waage:
Ein wenig mehr - und zwar drei Pfund,
das ist fürs Ego nicht gesund.
Da heißt´s ab heute wieder darben,
grau der Tag und grau die Farben,
denn spüre ich den Hungerast,
dann bin ich leidend - oder fast.
Ich schaue zu der Liebsten auf,
lass meinem Unmut seinen Lauf,
und deute klagend auf das Tier:
"Schau, wie verhungert liegt sie hier!"
Das wirklich Dumme dabei ist,
die Liebste weiß um jede List,
und meint nur, dass ich's besser lass,
ansonsten: "Herzblatt, setzt es was!
Und eines weißt du sicher auch,
wenn ich schlage - dann zum Bauch,
zum Rücken - stets das gleiche Lied,
immer dort - wo man´s nicht sieht."
Dann steht sie auf, lässt mich dort kauern,
nein, Ihr müsst mich nicht bedauern,
denn meine Knie sind das gewöhnt,
gespickt mit Hornhaut - das ist schön.
Und so bereitet sie dem Hund,
das Futter - Wasser fließt im Mund,
nicht nur bei Luna, auch bei mir,
mich überfällt die reine Gier.
Ich dräng mich hungrig an den Napf,
das erste Bröckchen - yeah, ich hab's,
da knurrt das Fell-Bund mich schon an,
und ich verstehe - lieber Mann.
Denn sie ist - das ist nicht gelogen,
im Sinne meiner Frau erzogen,
ich komm bei uns - zähl auf die Schnelle,
so an 108er Stelle.
Ich träum von einem Brot - samt Butter,
oh Herr, schenk deinem Kind doch Futter,
und drei Punkte dem FC,
so nebenbei - das tut nicht weh. 05.11.2011
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Leckerbissen
Ein Leckerbissen war das nicht,
es war ein Sieg - und der war Pflicht.
Drei Punkte, die man holen muss,
die Mannschaft hat es wohl gewusst.
Und doch lag es erneut an Einem,
manches kann so einfach scheinen,
wenn man den linken Hammer hat,
Poldi dankt die ganze Stadt.
Drei Schläge in die Puppenkiste,
ein weiteres Häkchen auf der Liste,
3 Punkte auf dem Weg zum Glück,
ein weiteres, ein kleines Stück.
Peszko schießt sein erstes Tor,
jubelnd schreit der kölsche Chor,
alles liegt sich in den Armen,
die Brille rutscht - so habt Erbarmen.
Unser Lukas ist der Zug,
Augsburgs Lukas - hat genug,
fährt leise heim nach Lummerland,
im Getriebe reichlich Sand.
Klingt's als sei ich unzufrieden,
stimmt das nicht - jedoch, Ihr Lieben,
hab ich Angst vor dem Infarkt,
spielt der Gegner wirklich stark.
Augsburg war kein Grad zum Messen,
die Leistung konnte man vergessen,
und trotzdem machte sich vielleicht,
unsere Elf sich's nicht ganz leicht.
Nächsten Samstag geht's nach Bremen,
dort will man unseren Geißbock zähmen,
ein Auswärtspunkt - ich glaub's zwar nicht,
ständ uns prima zu Gesicht.
Doch dazu muss die Abwehr beißen,
sich an ihrem Riemen reißen,
und ein Herr Lanig auch mal zeigen,
dass da mehr ist - als nur Schweigen.
Heut ein Sieg - nicht mehr, nicht wenig,
heute fühl ich mich als König,
heute hab ich einfach Spaß,
Ballett auf kurzem grünen Gras.
Dann hörte ich - oh, lieber Heiland,
schon erstes Singen - Rom und Mailand,
ein Sieg - schon ist der Fan verklärt,
3 Punkte sind ja auch was wert.
Wahrscheinlich ist mein Sinn zu klein,
wahrscheinlich muss halt Köln so sein,
wahrscheinlich liebe ich den Bock,
auch grad deswegen - Spaß en bloc. 30.10.2011
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Fassungslos
Würde meine Frau mich lieben,
wäre ich wohl dort geblieben,
wo ich die Verbannung wähne,
doch das Schicksal – zeigt die Zähne.
Ich durfte (?) aus dem Kellerloch,
das war schlimm – ich sag es doch,
denn mir blieb der lange Bart,
des öden Spieltags nicht erspart.
Ein bisschen was, das geht doch immer,
doch leider kommt es manchmal schlimmer,
als selbst ich mir das erträumt,
und meine Wut – die schäumt und schäumt.
Sicherlich kann man verlieren,
doch wie wär´s, dabei zu spüren,
dass die Mannschaft sich bemüht?
Immerzu dasselbe Lied.
Beim 0:5 – Erleichterung,
zerbrach mir jede Sicherung,
und ich drückte – hier Zuhaus,
den Fernseher ganz einfach aus.
Da ward es ruhig – ganz ruhig um mich,
das anzuschauen – ist keine Pflicht,
stattdessen ging ich mit dem Hund,
Bewegung ist halt sehr gesund.
Ich war davor zu sehr im Saft,
ich kündigte die Mitgliedschaft,
ich schmiss am liebsten alles hin,
auf jeden Fall – ganz tief im Sinn.
Ich war dabei, mich zu vergessen,
was dann kam – sind SMSen,
die holten mich – war das jetzt Glück?
Auf den Boden schnell zurück.
Die sprachen, tut das auch jetzt weh,
ich sei doch Fan des Bocks, FC,
und das, was ich dort heute sah,
Momentaufnahme – ist schon wahr.
Und doch – ich bin ganz mächtig sauer,
vielleicht nur heut, vielleicht auf Dauer,
ich könnte in den Esstisch beißen,
die Dauerkarte fix zerreißen.
Ich könnte dies, ich könnte das,
doch bring ich mich auch um den Spaß,
nach einem Sieg – das ist gewiss,
auch wenn´s heut wieder furchtbar ist.
Wie lang muss ich das noch ertragen?
Prognose? Nein, ich will´s nicht wagen.
Denn heute ist mein Frust so groß,
ich bin einfach fassungslos. 22.10.2011
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Samstagmorgen-Blues
Ich sitz im Keller – und mich friert,
das ganze Haus fast renoviert,
nur für Heizung, Wasser, Licht,
reicht´s dort unten leider nicht.
Nun ja – vielleicht hätt´s doch gereicht,
doch meine Frau sagt: „Nimm es leicht.
Du bist schon alt – trag´s nicht so schwer,
die Kälte spürst du lang nicht mehr.“
Und noch dazu und außerdem,
sei der fest gestampfte Lehm,
in unserem alten Fachwerkhaus,
doch historisch – so sieht´s aus.
Dann wirft sie mir fix eine Decke,
um mich darunter zu verstecken,
sie sei jetzt das Gejammer leid,
und außerdem – wär´s an der Zeit.
Die Decke nerve sie schon lang,
weil darauf der Geißbock prangt,
so was, das erträgt sie nicht,
im Wohnbereich – bei Tageslicht.
Ich soll dort unten bei den Spinnen,
den Traum nur träumen – vom Gewinnen,
und wenn ich mich benehmen kann,
darf ich nach oben – irgendwann.
In meiner so bedrängten Lage,
hat man(n) Angst vor jeder Frage,
und trotzdem habe ich´s gewagt,
und die Liebste leis gefragt:
„Sag mein Herzblatt, wär´s genehm,
ich verlasse heut den Lehm,
so ab halb 4 – geht’s los, auf Sky,
ach, ich wär so gern dabei.“
Prompt fiel mir meine Kindheit ein,
zur Mutter sprach ich oft daheim,
das manch Freund so manches darf…,
„Kein Interesse“ – hieß es scharf.
Sie sei hier die Regierungsmacht.
Eigener Wille? Laut gelacht!
….und irgendwo, im fahlen Lichte,
wiederholt sich die Geschichte.
Sie löscht die Kerze – bin allein,
ich hülle mich in Decken ein,
und warte, was der Tag mir bringt,
ob mein Antrag doch gelingt?
Ich träum vom Sommer, träum von Wärme,
träum von Freiheit – unter Sternen,
und wein mich fröstelnd in den Schlaf,
ob ich heut noch vors Fernsehen darf? 22.10.2011
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Unterschied
Einer macht den Unterschied,
ein linker Fuß, der Vollgas gibt,
ein Freistoß und ein sauberer Schuss,
fast, als wenn's so kommen muss.
Das war ein Krimi, wie das brennt,
noch dazu mit Happyend,
meine Nerven swingen noch,
oh, wie hab ich das gemocht.
Ein Stadion übt Karneval,
solche Stimmung ist mein Fall,
ein Sonntagabend - gegen acht,
der mir richtig Freude macht.
Ein Freistoß, erster Schuss ins Glück,
vor Freude ward ich schier verrückt,
wenn Poldi sich nicht halten lässt,
wird manches Match ein wahres Fest.
Rensing, der der Rückhalt war,
so werden meine Träume wahr,
hinten Null - und vorne zwei,
und ich - war wieder live dabei.
So langsam greift jetzt das System,
ob's weiter klappt - man wird schon sehn,
jedoch, ich bin voll Zuversicht,
an solchen Tagen seh ich Licht.
Auch wenn das Spiel ja beinah kippt,
zum Ausgleich fehlt ein kleiner Schritt,
wer weiß, wie's dann gelaufen wär,
doch zu vergessen, fällt nicht schwer.
Ob's Abseits war, vielleicht auch nicht,
wen juckt das schon? Bestimmt nicht mich.
Und was Hannover davon denkt,
ist mir egal - das bleibt geschenkt.
Als meine Angst fast greifbar war,
war Poldis linker Hammer da,
er zimmert einen Ball ins Tor,
zum kollektiven kölschen Chor.
Erst da ging die Frequenz zurück,
mein Puls ward ruhiger, Stück für Stück,
so ein Spiel - bei uns daheim,
kann schlimmer als ein Krimi sein.
Die Punkte nimmt uns niemand mehr,
danke sagen fällt nicht schwer,
13 Zähler sind es schon,
der Leistung klar verdienter Lohn.
Danke Geißbock, top FC,
nächsten Samstag - BVB,
nehmt von Eurem Schwung was mit,
dann wird's vielleicht was - Schritt um Schritt. 16.10.2011
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Aura
Meine Frau meint just zu mir,
dass sie die Geduld verliert:
Zwei Wochen ohne Fußballspiel,
das sei ihr einfach viel zu viel.
Überall entdeckt sie Zeichen,
dass mir meine Sinne weichen,
ich bin nervös, die Aura fehlt,
das ist so – ich bin angezählt.
Sie geht durchs Haus – mit offenen Augen,
und was sie sieht, mag sie kaum glauben:
Die Tapeten angenagt,
im Warten auf den großen Tag.
Mein Strohbett, englisch kurz gemäht,
mit Kreidelinien übersät,
die Lampen rot-weiß angemalt,
auf dass es fast wie Flutlicht strahlt.
Den Hund mit Deckchen reich geschmückt,
sie schaut mich an – ich sei verrückt,
obgleich sie keine Hörner seh,
…ich danke ihr – für die Idee.
Ständig schau ich auf die Uhr,
mein Bock, die Zeit, sie tröpfelt nur,
die Eieruhr stell ich – zack, zack,
im anderthalben Stundentakt.
In meiner Not schau ich mir an,
was ich auf Sky so finden kann,
selbst Bayers Spiel im Blechpalast,
beginnt der Wahnsinn? Sicher, fast!
Ich freue mich auf unser Match,
die Verbindung ist gepatcht,
Hannover kommt – und ich muss lesen,
für Nova sei´s das heut gewesen.
Die Mannschaft stellt sich, nehmt´s in Kauf,
heut zum Spiel fast selber auf,
für meinen kaum vorhandenen Mut,
ist das – Ehrlich – gar nicht gut.
Fünf Stunden, bis ich fahren darf,
meine Frau entgegnet scharf,
dass sie das kaum überlebt,
ich sei einfach – überdreht.
Daher sei sie auch ehrlich froh,
setze ich mich irgendwo,
still und leise zum PC,
und reime heimlich vom FC.
Darf ich daher angstvoll fragen,
bin nur ich – an solchen Tagen,
leicht vom Wahnsinn eingesackt?
Hätt ich besser nicht gefragt…! 16.10.2011
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Konstanz
Konstanz - die Stadt am Bodensee,
doch leider nicht beim Bock - oh je,
was gestern gut - ist heute schlecht,
das war noch nicht mal dummes Pech.
Das war mal wieder Unvermögen,
nach Sonnenschein folgt meistens Regen,
dieses Spiel bei BSC,
das tat beim Anschauen fast schon weh.
Also schau ich besser fort,
such die Flügel mir beim Wort,
da war kein Spielwitz und kein Kampf,
nur Stolpern, Fehlpass, Frust und Krampf.
Kaum ein Torschuss, nichts gelingt,
nur Berlin spielt wirklich flink,
und der FC - schaut hilflos drein,
das soll frischer Fußball sein?
Keiner riss mich heut vom Hocker,
Berlin hat wenigstens Lasogga,
und wir? Wir haben die Erkenntnis,
das kaum was passte - welch Geständnis.
Wieder wachsen Zornesfalten,
nicht fähig, etwas zu gestalten,
das ganze Spiel nur hinterher,
das kann ich auch - das ist nicht schwer.
Wer auch reinkommt - Not und Pein,
reiht sich fix und nahtlos ein,
und Lanig, mein besonderer Schatz,
fliegt dabei noch fast vom Platz.
Wir schlugen Hamburg, schlugen Bayer,
war das schon Grund genug zur Feier?
Wohl kaum, da bin ich ganz gewiss,
nur heute - war das einfach Driss.
Berlin - wär gern dabei gewesen,
jedoch, nur vorher - jetzt zu lesen,
von diesem Spielstand - 0:3,
das ist nah an Quälerei.
Kein Erfolg, ideenlos,
mein Frust ist wieder riesengroß,
man kann verlieren, irgendwo,
doch mein Bock - warum nur so?
Jetzt kommt Hannover - das wird schwer,
bin nicht zufrieden, ich will mehr,
der Hertha-Sieg war hoch verdient,
der FC spielt wie geschient.
Rensings Wort - es passt genau:
"FC spielt unter aller Sau,
in Halbzeit 1" - ich bin so frei:
Das passte auch für Halbzeit 2. 01.10.2011
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Papst
Berlin träumt noch vom Papstbesuch,
doch damit ist es nicht genug,
denn Samstag kommt - welch Sonnenschein,
der stolze Geißbockclub vom Rhein.
Wir sind Papst? Na bitteschön!
Jedoch - ich will es anders sehn.
Denn wir sind - und das noch mehr,
auch der FC - das fällt nicht schwer.
Wir kommen mit sehr breiter Brust,
zu Siegen, das macht einfach Lust,
und fängt man einmal damit an,
ist's so, dass man's nicht lassen kann.
Ich weiß, dann geht es mit mir durch,
dann kenn ich plötzlich kaum mehr Furcht,
dann träum ich - Siege und Pokal,
das ist halt so - und auch egal.
So lasst mich doch, dem Bock den Lauf,
irgendwann wach ich schon auf,
doch bis dahin - find ich's geil,
denkt Euch ruhig dazu ein Teil.
Seid Ihr anders? Sicher nicht!
Ein Sieg - schon ist man nicht mehr frisch,
und mit dem Herzen voll dabei.
1 Sieg? Vielleicht sogar ja 3!
Fahrt nach Berlin, die Punkte rauben,
man muss nur wirklich fest dran glauben.
Wir sind Papst - da klappt das schon,
der Weg hinauf winkt uns als Lohn.
Erneut ein Sprung in der Tabelle,
einfach so, grad auf die Schnelle,
bis Samstag, Freunde träume ich,
erkennt man das an dem Gedicht?
Wär ich daheim - ja Leute, glaubt datt,
macht ich mich auf den Weg zur Hauptstadt,
selbst wenn die Liebste mich erschießt,
vielleicht gar in den Keller schließt.
Denn sie meint - wie Ihr ja wisst,
dass es mehr als crazy ist,
stellt man seinen Club, als Mann,
in seinem Leben so hoch an.
Egal, wie es auch immer sei,
ich bin nun leider nicht dabei,
sitz brav daheim, vor dem TV,
bei Kindern, Hund und meiner Frau.
Und werde wieder furchtbar leiden,
die Lust von meinem Herzen schreiben.
Oder Frust? Das wär entsetzlich!
Denkt dran - ich bin sehr verletzlich! 27.09.2011
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Blutdruckspitzen
Wenn der Blutdruck mich erdrückt,
wenn ich leide wie verrückt,
wenn der Dampf den Ohren weicht,
spielt mein Club – das ist nicht leicht.
Wellen höchster Blutdruckspitzen,
lassen mich unsäglich schwitzen,
ich zittere wie Espenlaub,
bin jeden anderen Worten taub.
Urlaub – eine schöne Zeit,
egal ob nah, egal ob weit,
Muße, um sich zu erholen,
alles andere sei gestohlen.
Wenn da nicht der Geißbock wär,
ihn ignorieren – das fällt schwer,
und so sitz ich, gar nicht froh,
im Urlaubsort – am Radio.
Hör die Stimmung, Emotionen,
hör von Szenen, die sich lohnen,
hör die Fans im Hintergrund,
der Ball, er läuft – denn er ist rund.
Dann lässt die Liebste mich in Frieden,
(irgendwie muss sie mich lieben),
so auch heut – sprich, Hoffenheim,
ach, wäre ich doch schon Daheim.
Ich hört Jajalos Führungstor,
ich stellte mir den Jubel vor,
und nach Poldis zweitem Streich,
ward mein Herz mir fast schon weich.
Und doch muss ich stets weiter zittern,
ein Anschlusstor wär mehr als bitter,
sodass ich erst im Frieden war,
nach dem Abpfiff – das ist klar.
Poldi spielte erste Sahne,
in Dänemark hiss ich die Fahne,
zeig jedem, den es interessiert,
was ein Fan nach Siegen spürt.
Und interessiert es jemand nicht,
sagt jemand, ich sei nicht ganz dicht,
dann nicke ich – und sage: Ja!
Er hat recht – und es ist wahr!
Nur eines traf mich heute sehr,
denk ich dran, wird’s Herz mir schwer,
denn der Stadion-Freundeskreis,
sprach, sei ich fort – winkt Sieg als Preis.
Leute, Ihr habt sicher recht,
doch mich zu foppen, das ist schlecht,
wir sprechen drüber, seid gewiss,
beim nächsten Heimspiel – ich hab Schiss! 25.09.2011
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Orakel
Am Sonntag gegen Hoffenheim,
möchten wir gern Sieger sein,
ohne Frage, ohne Makel,
daher schwor ich ein Orakel.
Macht der Liebsten schöne Augen,
ging zum Strand und ließ sie glauben,
dass es um Erholung geht,
bis sie´s checkte – war´s zu spät.
Denn es wird Herbst, der Nordwind stürmt,
der Sturm, der Wellen haushoch türmt,
und der die Drachen fliegen lässt,
ein Orakel – welch ein Fest.
Ich band die Liebste heimlich an,
setzte noch zwei Flüglein dran,
und ließ sie steigen – in den Äther,
Sorgen? Mache ich mir später!
Kinderlachen klingt um mich,
der Wind bläst kräftig, er bläst frisch,
und die Liebste steigt im Wind,
was ich mache – das gelingt.
Wird sie den höchsten Punkt erreichen,
wäre das ein gutes Zeichen,
dann schick ich ihr – das fällt nicht schwer,
den Geißbockwimpel hinterher.
Sie stieg in ungeahnte Höhen,
trotzte Regen und den Böen,
so wie der Club in der Tabelle,
eben so, grad auf die Schnelle.
Nur hab ich Angst, erwähn es knapp,
vor dem was kommt, kommt sie herab,
doch hoffe ich auf ihr Verstehen,
und falls nicht – man wird es sehen.
Zu lieben heißt, auch zu verzeihen,
ich will das Ende nicht beschreien,
doch fühl ich – dass mein Ende naht,
zum Übermut – ist´s ein Spagat.
Hätt ich besser doch verzichtet,
würde ich auch nicht gerichtet,
denn mein Orakel nützt nur dann,
wenn sie die Sucht verstehen kann.
FC-Fan sein – heißt durchzudrehen,
an meinem Reim wohl klar zu sehen,
ein Sieg – vorbei ist alle Not,
und alles schimmert weiß und rot.
Ich bin nicht da, bin nicht Zuhause,
vielleicht geht’s aufwärts, ohne Pause,
vielleicht ein Ja, vielleicht auch nicht,
vielleicht….verschont die Liebste mich. 20.09.2011
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Geständnis
Auf dass ich es nur kurz erwähne,
oh mein Bock, wie ich mich schäme,
denn ich gab auf unser Spiel,
bei Bayer gestern nicht sehr viel.
Klar war mir die Niederlage,
nur die Höhe eine Frage,
und in meiner Not und Pein,
ließ ich das Radio still daheim.
Saß in Henne, in den Dünen,
vielleicht, um den Affront zu sühnen,
dass ich – sorry, wenn ich´s sage,
nicht wirklich mehr Vertrauen habe.
Es gibt Menschen, die erklären,
dass sie fast am Ende wären,
und dass FC und Leidenschaft,
im Grunde nicht mehr wirklich passt.
Ich war nah dran, mitzuhalten,
einfach einmal abzuschalten,
doch als ich mich fast selbst belog,
spürt ich etwas, das mich zog.
Und ich schaute still und heimlich,
ins Internet – nein, ist das peinlich,
denn mein Freudenschrei, er schallt,
vom Strand bis hin zum nahen Wald.
Da stand´s 0:1 – mein Herz, gespürt,
schlägt, als ob es galoppiert,
doch selbst da hab ich gedacht:
2. Halbzeit? Gute Nacht!
Dann fielen sie wie reife Früchte,
lang und länger, die Gesichter,
doch nicht bei uns – oh nein, bei Bayer,
Tante Käthe, so verzeihe.
Aspirin – Euch zu verdrießen,
hilft wohl kaum, ein Tor zu schießen,
hilft gegen Kopfschmerz – das ist klar,
jedoch – das 1:4 bleibt wahr.
Besser sollt ich stumm jetzt bleiben,
als wieder meinen Müll zu schreiben,
doch da man mich so nett hier fragt,
…hab ich es erneut gewagt.
Den FC komplett verstehen,
wird über unsere Kräfte gehen,
über meine – ganz gewiss,
in der mir gegebenen Frist.
Nur Geromel, da kommt´s zum Schwermut,
das ist der Tropfen bitterer Wermut,
von hier aus gute Besserung,
die Saison ist ja noch jung. 18.09.2011
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Armutszeugnis
Es gibt Tage – dann und wann,
da spricht mich besser niemand an,
heute – das weiß ich genau,
ist so einer – arme Sau.
Denn was ich auf dem Spielfeld sah,
das wär besser gar nicht wahr,
da fehlt´s an allem, am System,
doch das allein wär zu bequem.
Da zeigt auch manch genannter Star,
dass er überfordert war,
das war nichts – und dreimal nichts,
noch nicht einmal die bloße Pflicht.
Da bleibt dir nur, den Kopf zu schütteln,
auf der Tribüne mit zu zittern,
in der Erkenntnis: Lehr mich Mores,
das war alles Kokolores.
Das war Armut im Quadrat,
damit machst du keinen Staat,
und damit jagst du irgendwie,
den letzten Fan in die Prärie.
Geromel – darf ich das schreiben?
Wird uns wohl erhalten bleiben,
denn wer zahlt, seid mir nicht böse,
für solche Leistung hohe Löse?
Podolski stand heut neben sich,
geistig, körperlich kaum frisch,
und Chihi hat trotz Tor gezeigt,
dass man zu ihm am besten schweigt.
Dazu ein Schiri, der perfekt,
sich hinter diesem Spiel versteckt,
der ebenso ein Ausfall war,
nur die Elfmeter – waren klar.
Dass wir verloren – keine Sorgen,
dafür hat sich die Elf beworben,
das war am Ende hoch verdient,
abgeschmiert wie´s sich geziemt.
Am Samstag geht es jetzt nach Bayer,
auch dort winkt uns wohl kaum die Feier,
und dann das Heimspiel – Hoffenheim,
wie schön, ich werde nördlich sein.
Ich denke, das sag ich beschämt,
ich hätte ein System erwähnt,
ein System, das ich schon sah,
hab keine Ahnung – DAS ist wahr.
Ist jetzt der Trainer angezählt?
Wird er vielleicht bald abgewählt?
Jedes mal der selbe Sche..,
jedes mal schließt sich der Kreis. 11.09.2011
____________________________________
Franken
Hoch die Ärmel, weist die Franken,
morgen kräftig in die Schranken,
denn ich möchte – das wär schön,
vor meinem Urlaub Siege sehn.
Schickt sie heim, und das mit Frust,
zur gebratenen Rostbratwurst,
lasst sie ihre Wunden lecken,
wir werden uns wohl kaum verstecken.
Der Trainer hat die Qual der Wahl,
und falls nicht – wär´s mir egal,
denn 3 Punkte – Punktum, still,
das ist alles, was ich will.
Das Stadion ist gut gefüllt,
welch ein wunderschönes Bild,
Farben, Lieder, schief und laut,
schon jetzt spür ich die Gänsehaut.
Vom HSV – den Sieg gebracht,
es freut uns sehr, legt Ihr jetzt nach,
dann wäre das die rechte Richtung,
für die Tabelle – meine Dichtung.
Denn ich will reimen, voller Lust,
mit stolzgeschwellter, breiter Brust,
in Träumen schweben, rot und weiß,
das wär so schön, das wär mein Preis.
Mein Chef sprach: „Urlaub? Aus dem Sinn!“
Und weiß nicht – dass ich glücklich bin,
denn die eine Woche später,
macht mich froh – fast zum Verräter.
Meine Frau ließ mich allein,
sie meint, ich säße brav daheim,
und doch ahnt es mein Herzblatt schon:
Morgen – ab zum Stadion!
Den Rest der Woche fröhlich reimen,
es soll nur keiner letztlich meinen,
Ihr würdet jetzt von mir verschont,
das ist Ruhe, die sich lohnt.
Wie ich mich auf das Match schon freue,
jede Woche – stets aufs Neue,
und wie ich leide, trüb der Sinn,
wenn ich fern der Heimat bin.
Morgen neue Spieler sehen,
freuen, schimpfen, überdrehen,
das alles – ja, das brauche ich,
genauso wie das Sonnenlicht.
Drückt die Daumen, dass es klappt,
schießt die Franken bitte ab,
dann kann ich ruhig in Urlaub gehen,
ach, mein Bock – wie wär das schön. 10.09.2011
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Achterbahn
Was habe ich denn bloß getan,
dass ich wie in der Achterbahn,
dieses Spiel erleiden muss?
Es stolpert arg in meiner Brust.
Nun gut, ich weiß es wohl genau,
ich schreibe laufend, dass die Frau,
die mir lieb ihr Händchen reicht,
mich ständig quält – sie hat´s nicht leicht.
Denn das war heut ein Wechselbad,
ich hab gedacht – dass der Salat,
für uns schon zum Verzehr dort stand,
das Spiel lief so, wie oft bekannt.
Erst verpfiffen, dann geführt,
zweimal kräftig abgeschmiert,
und am Ende wieder da,
ich weiß nicht recht, wie uns geschah.
Erst kein Punkt – dann war es einer,
dann mal drei, dann wieder keiner,
und am Ende gab´s den Sieg,
kein Wunder, dass ich jetzt hier lieg.
Baldrian in hohen Dosen,
das wäre was für die Mimosen,
so wie ich halt einer bin,
nach solchem Spiel – rafft´s mich gern hin.
Ich habe an den Reim gedacht,
sprach zwischendurch nur „Gute Nacht“,
und denk am Ende, jetzt und heute,
ich bin rot-weiß, des Wahnsinns Beute.
Endlich einmal Wechselglück,
McKenna traf ins Tor, verrückt,
und mein finaler Jubelschrei,
erklang bis in die Mongolei.
Endlich nicht mehr hinten stehen,
was nun kommt, das muss man sehen,
auch wenn vieles Schatten war,
3 Punkte zählen – das ist klar.
Doch eines sollte ich bedenken,
solchen Sieg noch zu verschenken,
das passiert – das ist gewiss,
nicht wenn der Gegner clever ist.
Egal, heut Abend wird gefeiert,
vergessen ist der Pfiff von Meyer,
und am Ende stach der Joker,
das ist doch rasanter Poker.
Serenos Einstand war perfekt,
sein Spiel, sein Einsatz hat geschmeckt,
jetzt kommt Nürnberg – seid bereit,
Ihr habt ja nun zwei Wochen Zeit. 27.08.2011
_____________________________________
Aufbaugegner
Der Bock tritt an – beim HSV,
ach, hört ich nur auf meine Frau,
die sprach zu mir schon seinerzeit,
an meiner Stelle – sei sie´s leid.
Immer dieses Auf und Ab,
der stete Frust – der nicht zu knapp,
wahrscheinlich sei es an der Elbe,
wie jedes Jahr dann doch dasselbe.
Irgendwo hat sie ja recht,
denk ich an morgen – wird’s mir schlecht,
doch was man mir nicht nehmen kann,
das ist die Hoffnung – ist der Bann.
Zwei Tage Zetern, drei noch Hadern,
stundenlang gar dämlich labern,
doch irgendwann scheint alles neu,
und auch der größte Schmerz vorbei.
Dann überlegt – das ist bekannt,
der Geißbockfan, Sympathisant,
ob nicht vielleicht – das gibt es ja,
ein Wunder grad und jetzt geschah.
Dann deute ich erneut die Zeichen,
Objektivität muss weichen,
und stattdessen – ich geb´s zu,
hoff ich auf Zufall und Voodoo.
Ich sitze am TV, na klar,
vermutlich bis zum Schluss sogar,
ich tue mir jedes Spiel gern an,
weil ich halt nicht anders kann.
Ich geb die Hoffnung niemals auf,
auf gutes Match, perfekten Lauf,
wer weiß, ob es nicht jetzt geschieht,
vor jedem Spiel – dasselbe Lied.
Ich hoffe – das mit klarem Wort,
bin nicht bereit zum „Aufbau Nord“,
ich sage es mit einem Satz:
„Spielt nicht wie Memmen auf dem Platz!“
3 Punkte aus dem fernen Norden,
Freude pur für Fans und Horden,
die auch nach Schlappen, Niederlagen,
nicht nach dem Sinn des Aufwands fragen.
Auch mich, mich kribbelt es schon wieder,
doch zwang die Liebste mich ins Mieder,
meint nur streng: „Du bleibst Zuhause,
für dich hat Fußball eine Pause.“
Ich weiß, ich werde wieder leiden,
kaum ruhig auf meinem Sessel bleiben,
selbst ein Liter Baldrian,
heilt mich nicht von meinem Wahn. 26.08.2011
_____________________________________
Kaiserslautern_200811
Es gibt Spiele von der Sorte,
da fehlen sogar mir die Worte,
da weiß ich nicht, ob ich im Groll,
lachen oder weinen soll.
Lachen wäre sehr bequem,
denn ich entdeckte das System,
das der Trainer sehen will,
das gefiel mir – ich hielt still.
Zwar viel Sand noch im Getriebe,
teils Gestocher und Geschiebe,
und trotzdem habe ich entdeckt:
So kommt man vom Ende weg.
Dann hab ich Lautern hinterfragt,
sie hatten nicht den besten Tag,
und so ein Team – Ihr wisst es schon,
schießt man aus dem Stadion.
Ein 1:1 blieb uns am Ende,
nicht viel mehr als leere Hände,
der erste Punkt – ja, sicherlich,
jedoch nicht Fleisch und auch nicht Fisch.
Die Chancen galt es auszubeuten,
das war gar nichts, liebe Leute,
der Schwung war da und der Elan,
was habt Ihr vor dem Tor getan?
Wieder steht man da wie blöde,
mein Bock, wie ist der Samstag öde,
wenn man noch nicht mal Maulen kann,
drum fange ich ja heut erst an.
Am Trainer gilt es festzuhalten,
lasst ihn Schalten, lasst in Walten,
dann bin ich schließlich überzeugt,
dass er des Bockes Schicksal beugt.
In die Richtung, hoch, nach oben,
vielleicht ist´s noch zu früh zum Loben,
doch meine ich – so nehmt es hin:
Platz 10, der ist am Ende drin.
Ich weiß, ich habe ja wie immer,
von Fußballwissen keinen Schimmer,
und sehe vieles in der Stille,
durch die rot und weiße Brille.
Vielleicht ist´s Samstag schon vorbei,
vielleicht erklingt mein Klageschrei,
wenn es in Hamburg fruchtlos blieb,
die nächste große Klatsche gibt.
Die Teams, die grad am Boden liegen,
die lassen wir ja gerne fliegen,
doch hoffe ich auf feinen Schliff,
und dass der Nova wieder trifft. 21.08.2011
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Masochismus
Ist man im Leben masochistisch,
dann nicht ein wenig - sondern richtig,
das ist der Grund, das alte Lied,
weshalb es mich gen Kölle zieht.
Ich halte dort den Buckel hin,
fussballtechnisch ohne Sinn,
wie schön gemütlich wär´s Zuhaus,
aber nein - ich muss ja raus.
Zahle auch noch Geld dafür,
ich freu mich - vorher -, weil ich spür,
heut könnt der Start, der Anfang sein,
und komm erneut verprügelt heim.
Ich will mich wirklich nicht beschweren,
brauche Stadionatmosphären,
dass mein Puls sich überholt,
dass man mir den Ar.... versohlt.
Für einzelne Siege, liebe Brüder,
komm ich doch nicht immer wieder,
nein - für den Schlag in mein Gesicht,
und steten Grund für ein Gedicht.
Schau ich nach Gladbach - keine Hetze,
bekomme ich schon leicht die Krätze,
weil man dort, statt unserer Stadt,
scheinbar schon verstanden hat.
Dort liest man sogar von Siegen,
bei uns - von Taktik, oder Lügen?
Vom "Fan", der einen Becher schmeißt,
in den er vorher kräftig....na, Ihr kennt die Story ja.
Und trotzdem geh ich heute wieder,
bin des Hoffens - noch nicht - müde,
es könnt ja sein, mal hingestellt,
dass irgendwann der Startschuss fällt.
Vielleicht fängt man bei Lautern an,
bin guter Dinge - glaube dran,
halt mich zum Jubel gern bereit,
sagt, was mir sonst übrig bleibt.
Fällt es mir schwerer, weil ich weiß,
was Erfolg beim Geißbock heißt?
Weil ich mit in St. Pauli war?
'78 - ne, is klar!
Heut ist vieles Trümmerwerk,
Schulden, gleich ein ganzer Berg,
und manchmal scheint´s so führungslos,
mein Bock, mein Frust ist riesengroß.
Warum, also fahr ich hin?
Nun, weil ich masochistisch bin.
Mich verzehr nach Rot und Weiß,
und der verflixten kölschen Geiß. 20.08.2011
___________________________________
Fingerspitzen
Ein altbekannter Grundsatz spricht:
„Mit Wut im Bauch, so reime nicht!“
Denn was dabei zutage tritt,
ist doch nur Schund, gequirlter Shit.
Ich hab es eine Nacht versucht,
Zeit zum Zweifeln war genug,
doch selbst heut Morgen schwillt der Hals,
ausgeschlafen – allenfalls.
Manchmal ist es eher weise,
man geht auf eine kurze Reise,
sodass man solch ein Spiel nicht sieht,
ich ahnte schon, was uns dort blüht.
Ich sah es nicht – und das war gut,
doch selbst am Handy kocht das Blut,
ein dicker Kloß in Hals und Brust,
ganz langsam – schwindet mir die Lust.
Da fehlt´s ja scheinbar wohl an allem,
an Einsatz, Willen und Gefallen,
stattdessen sieht man weit und breit,
nur Frust, gekränkte Eitelkeit.
Man kann verlieren – sicher, ja,
das passiert – das ist wohl wahr,
doch sich nach Fehlpfiff aufzugeben,
ist beim FC das „wahre Leben“.
Da ist kein „Wir“ in unserem Spiel,
und auch dem Trainer fehlt Gefühl,
an Fingerspitzen – Sagt warum,
mischt man Bewährtes wild herum?
Ein neuer Spieler soll´s jetzt sein,
ein Tropfen auf den heißen Stein,
ein Abwehrmann vom SV Ried,
mal schauen, was danach geschieht.
Es stimmt derzeit – ich schrieb es schon,
an keiner Stelle, Position,
selbst Geromel tut sich so schwer,
und läuft der Form weit hinterher.
Wenn das Miteinander fehlt,
man sich nur anschnauzt, nicht verhehlt,
was man vom jeweils anderen hält,
dann hilft auch weder Gut noch Geld.
Dann lässt man sich halt weiter hängen,
baut sich nicht auf an den Gesängen,
die es von der Tribüne gibt,
der Fan – das ist´s, was einzig blieb.
Die Spieler? Nur Momentaufnahme,
blanke Brust für die Reklame,
alles Gerede – nichts als Sch..ß,
gestern gab es den Beweis. 14.08.2011
_________________________________
S04
Am Samstag geht’s zum S04,
dort gilt´s – die Knappen oder Wir,
wie gut, dass ich verhindert bin,
sonst führ ich noch am Ende hin.
Auch wenn ich mich verkriechen möcht,
ist´s mir am Samstag wieder schlecht,
dass weiß ich – sing ein Lied davon,
im Grunde, heut am Dienstag schon.
Ich könnte ja sagen: Ach, was soll´s.
Und klopf dabei dreimal auf Holz.
Doch fehlt die Kraft – ich weiß genau,
gegen Bock - und meine Frau.
Sobald der Geißbock wieder spielt,
wird mit gezittert und gefühlt,
als hätte ich – so kurz nach Dreie,
nicht alle Teller auf der Reihe.
Ich kann noch so verärgert sein,
nach Krückenfußball, bloßer Pein,
erklingt der Anpfiff, das Signal,
ist alles, das mal war, egal.
Am bin am Samstag nicht Zuhaus,
und weiß genau, ich halt´s nicht aus,
kleb mit dem Ohr – das ist halt so,
ständig nur am Radio.
Kriech am liebsten in den Äther,
ich denke, früher oder später,
kommt man mit den weißen Jacken,
um mich sachte einzupacken.
Kein Stürmer, keine Abwehr steht,
ich hoffe trotzdem, dass was geht,
dass die Mannschaft – zweifelhaft (?),
ihr Spiel vom Samstag Lügen straft.
Dass alles nur ein „Unfall“ war,
so was geschieht – das ist doch klar,
doch hoffentlich – das braucht es auch,
steht unsere Elf nicht auf dem Schlauch.
Ihr habt – so soll´s am Samstag sein,
die Bürde diesmal ganz allein,
bitte macht, dass ich vernehme:
Den Sieg – mag mich nicht wieder schämen.
1 Punkt – ich wäre (fast) zufrieden,
ich hoffe drauf, ich werd nicht müde,
die Daumen bis zum Krampf zu drücken,
man zwingt mich nicht – aus freien Stücken.
FC-Fans sind – wie soll ich sagen,
„etwas anders“ – ohne Frage,
FC-Fan sein, ist Religion,
wo gibt’s das in der Liga schon? 09.08.2011
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Wunschkonzert
Das habe ich mir so gewünscht,
das wird gerahmt, rot-weiß getüncht,
das häng voll Stolz ich an die Wand,
denn das Ende - ist bekannt.
Das habe ich mir so gewünscht,
das wird gerahmt, rot-weiß getüncht,
wie ´78 Letzter sein,
dann wird man Meister, das ist fein.
Jedoch, dann sehe ich die Namen,
die heute so zum Einsatz kamen,
nicht Flohe, Gool und Overath,
die Kost von heute - eher fad.
Denk ich an Pezzo in der Nacht,
werd ich um meinen Schlaf gebracht,
und Lanig bringt mich beinah um,
dreht sich perfekt um sich herum.
Ein System, das ich nicht seh,
das ist heute der FC,
wie gut der Trainer uns schon kennt,
spricht von 110 Prozent.
Doch leider sieht's allein nur er,
mir selbst fällt die Erkenntnis schwer,
wobei - ich keine Ahnung habe,
ich weiß es wohl - und das ist schade.
In Norwegen, in Dänemark,
ist man vielleicht wie Hennes stark,
doch hier in unserer Bundesliga,
wird man so nur selten Sieger.
Es mag ja sein, dass besser wird,
dass der Frust des Dichters irrt,
doch glauben kann ich nicht daran,
nun ja - wir fangen grad erst an.
Auf Schalke läuft´s vielleicht schon besser,
und wir nicht in das offene Messer,
dann kommt Lautern - irgendwo,
glaub ich, das geht weiter so.
Ich sollte besser Halma spielen,
dann könnt ich mich entspannter fühlen,
oder Dame, Mühle, Schach,
bei mir brennt´s wieder unterm Dach.
Jedes Jahr derselbe Mist,
wie gut, wenn man im Training ist,
dann ist dies Elend man gewöhnt,
doch wird es niemals wirklich schön.
Miese Laune ist bestellt,
auch wenn es mir so nicht gefällt,
warum verlor ich nur mein Herz,
an solche Krücken - nein, kein Scherz. 06.08.2011
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Stundenplan
Heute Früh, zur halben Nacht,
grad hat ich mich bereit gemacht,
für meinen nächsten Tiefschlaf-Schwung,
es dunkelte, die Nacht war jung.
Ich träumte so von dem und dies,
von gesottenem Wolf am Spieß,
da flammte auf das Deckenlicht….,
die Liebste sprach: „Nun träum bloß nicht!
Hier hast du deinen Stundenplan,
und ist die Arbeit nicht getan,
bis Nachmittag – so gegen Zwei,
bist du beim Heimspiel – nicht dabei!“
Dann reichte sie mir eine Liste,
so lang – von hier, fast bis zur Küste,
und meint dann noch, mach ich sie wach,
gibt’s den allergrößten Krach.
Ein böser Blick – das kann sie gut,
es schwand mir selbst mein Quäntchen Mut,
ich deckt sie zu, mit dem Plumeau,
Gefangenschaft – das ist halt so.
Die Augen noch total verklebt,
man(n) weiß nicht recht, ob man schon lebt,
riskierte ich kurz einen Blick,
und sank drauf ganz entsetzt zurück:
„Spülen, Putzen, Hund kurz schleifen,
Wienern unserer Autoreifen,
Unkraut zupfen, Rasenschnitt,
und was es sonst im Haushalt gibt.
Pause gegen 5 nach 8,
auf dass ich ihr das Frühstück mach,
für mich – ein Stücklein trocken Brot,
in der allergrößten Not.“
Ständig schau ich auf die Uhr,
woher nehm ich die Muße nur,
so zwischendurch – zu solchem Reim?
Erwischt sie mich – bleib ich Daheim.
Dann bleibt S14 – kurz nach 3,
mein Platz in meinem Stadion frei,
derweil ich hier Zuhause sitze,
und über meinem Tagwerk schwitze.
Den PC fix fortgeräumt,
genug getrödelt und geträumt,
nicht, dass sie mir Leviten liest,
ich hör ihr Rufen – bittersüß.
Ich muss mich sputen – Zeit verrinnt,
denn da der Geißbock heut gewinnt,
wäre es doch mehr als dumm,
hing ich nutzlos hier herum. 06.08.2011
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Meisterschale
Könnt ich mir meine Träume malen,
so seh ich die begehrte Schale,
am letzten Spieltag - hier daheim,
so wundervoll kann Fußball sein.
Bayern steht betrübt daneben,
solch Momente soll es geben,
alles wär so wunderbar....,
würden meine Träume wahr.
Die nächste Spielzeit, sie beginnt,
man verliert, und man gewinnt,
alles was ich will, ist Spaß,
heißer Tanz auf grünem Gras.
Die Saison - wie wär das schön,
ohne Stress und Zittern sehn,
Einsatz, Kampf und Willen schon,
und oft 3 Punkte - schönster Lohn.
Kein Gespenst, kein Abstiegswahn,
was bitte hab ich nur getan,
dass der Bock mir das nicht gönnt,
hoch oben stehn - das wurde fremd.
Mal wieder nach Europa schielen,
frei von jeder Leber spielen,
und ich sag's schon frank und frei:
Egal wohin, ich wär dabei.
Moskau, Rom und Barcelona,
London, Schottland und Pamplona,
wohin auch solch ein Los uns treibt,
dafür nähme ich mir Zeit.
Doch fürs Erste heißt´s Vergessen,
mit Wolfsburg sich zum Start zu messen,
Magaths Truppe auch zu schlagen,
dieses Spiel liegt mir im Magen.
Wobei das nichts Besonderes ist,
ein jedes Match - das ist gewiss,
macht mich irre und nervös,
flatternd, nahe komatös.
Endlich spielen wir nun wieder,
endlich Wahnsinn 1. Liga,
endlich darf ich wieder hin
hat der Samstag tieferen Sinn.
Natürlich nur - so stell ich fest,
wenn die Liebste mich auch lässt,
wenn sie mir den Freigang gibt,
das macht sie schon - falls sie mich liebt.
Wofür ich letzten Endes bete,
sie sorgt sich schon um die Tapete,
an der ich wohl ansonsten nage,
Fußball - welch verrückte Tage. 03.08.2011
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Mein erster Stadionbesuch
Ich? Und Fußball?! Eher nicht!
Lieber Herr, verschone mich,
vor allem, was da Ballspiel heißt,
vorm schnöden Kick am Anstoßkreis.
Ich höre meine Worte noch,
mein dummes Schwafeln: „Sport ist Mord“.
Und mein Gefühl, das mich umfing,
wenn jedes Ohr am Radio hing.
Dann wendete ich schaudernd ab,
habe mir ein Buch geschnappt,
und ließ den Fußball Fußball sein,
schön behütet – brav daheim.
Doch gibt’s für alles – ganz egal,
irgendwann ein erstes Mal,
so auch für mich – den man entführt,
damit er dieses Feeling spürt.
´76 – im September,
ich erinnere, ich remember:
Nein – ich hatte keine Lust,
„hab es vorher schon gewusst…“
21 Jahre jung,
ohne Ahnung, ohne Schwung,
stand ich dort auf „Stehplatz Mitte“,
… oh – wie habe ich gelitten!
Denn plötzlich macht´s im Haupte Klick,
auf einmal war ich schier verrückt,
mit einem Mal holt sich der Bock,
den Ignorant vom Trockendock.
Ich träume noch vom ersten Jubel,
tauche einen in diesen Strudel,
nach Wolfgang Overaths Führungstor,
ein Schwung, den ich nie mehr verlor.
Es zieht mich quer durchs ganze Land,
an jedem Samstag neu gespannt,
wie mein Bock sich wo verkauft,
lass Emotionen ihren Lauf.
Freu mich an Siegen wie ein König,
und fühle Frust – nicht gerade wenig,
wenn ein Spiel – falls Ihr versteht,
mal wieder in die Binsen geht.
Ein Augenblick – in unserer Stadt,
der mich schier verändert hat,
der ein ganzes Leben hält,
FC-Fan sein – ist eine Welt.
Ein steter Taumel – rot und weiß,
manchmal lauthals, manchmal leis,
und manch ein Spinner – so soll´s sein,
macht sich darauf einen Reim. 30.07.2011
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Arsenal
Heut Nachmittag spielt Arsenal,
und für mich ist´s klarer Fall,
dass ich mich – so ist halt mein Leben,
mich auf meinen Platz begebe.
Im Süden – dort bin ich Zuhaus,
wie sieht mein Dasein fröhlich aus,
steht S14 wieder offen,
ein nettes Spiel? Ich will´s mal hoffen.
Und denk seit Tagen schon zurück,
an manches Spiel – so knapp vorm Glück,
an das Finale, an Real,
knapp vorbei – ist auch egal.
An Nottingham und an Turin,
an vieles, das fast möglich schien,
an Europa – schöne Zeit,
vorbei – und leider viel zu weit.
Köln nicht im UEFA-Cup?
Das war etwas – das es nicht gab,
und ich dachte, mehr als froh,
das geht auf ewig weiter so.
Heut ist es nur ein Freundschafts-Kick,
doch bringt er einen Hauch zurück,
von dem, was uns so blühen kann,
vielleicht kommt´s wieder – irgendwann.
Ein neuer Trainer, ein Konzept,
schlägt es ein, so wär das nett,
doch heute geht’s fast nur um Spaß,
und die besagte Ananas.
Spieler, die sich heut beweisen,
die um einen Stammplatz kreisen,
und der Käpt´n – sein Gesicht,
bis heute kennt man es noch nicht.
Ganz egal, wie es heut steht,
ob der FC gar untergeht,
oder sich beweisen will,
letztendlich lässt mich das (fast) still.
Erst nächste Woche – im Pokal,
ist´s alles andere als egal,
da schlägt mein Herz fast Turbohaft,
dass man die 1. Runde schafft.
Und trotzdem freu ich mich aufs Spiel,
persönlich mit dem großen Ziel,
Spaß zu haben, wenn es geht,
egal wie es auch immer steht.
Heute seh ich Arsenal,
ein großer Club – ganz klarer Fall,
vielleicht um Punkte – irgendwann,
ich bin verrückt – und glaub mal dran. 23.07.2011
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Zweite Liga
Die Zweite Liga spielt – na ja,
doch wir sind nicht dabei – Hurra!
Ich lehne mich entspannt zurück,
genieße still mein kleines Glück.
Und habe so bei mir gedacht,
dass es doch ganz bestimmt nichts macht,
schau ich die Konferenz auf Sky,
bin ganz einfach mit dabei.
Ist man wie ich – so auf Entzug,
die Pause, sie war lang genug,
giert man nach dem Spiel samt Ball,
für mich stimmt das auf jeden Fall.
Selbst mein Spaziergang mit dem Hund,
ward zur Farce – das tu ich kund,
sah ich unterwegs zum Ziel,
selbst kleinste Kinder froh beim Spiel.
Ein Ball dabei? Schon war´s geschehen,
ich erstarrte, ich blieb stehen,
und wenn der Hund auch noch so bellt:
Ich war in einer anderen Welt.
Ich stand dabei, der Sabber lief,
hörte, dass die Liebste rief,
doch selbst, wenn mir Verbannung droht,
brachte mich das nicht in Not.
Die liebe Seele fand erst Ruh,
band sie mir die Augen zu,
und zitternd führt sie mich hinfort,
ich bin süchtig! Drauf mein Wort.
Sie meint zu mir, sie sei nicht kleinlich,
doch mein Ausdruck sei schon peinlich,
steh ich verwirrt am Straßenrand,
die Hundeleine in der Hand.
Und zelebriere – ganz für mich,
die LaOla – im Gesicht,
diesen Ausdruck, so verzückt,
ein wenig dieser Welt entrückt.
Bei jedem Heben meiner Arme,
hebt´s auch den Hund – oh Herr, erbarme,
in ihren Augen liest man still,
dass sie zurück ins Tierheim will.
Doch ab heut ist sie erlöst,
ich sehe Fußball – komatös,
bin ich mir auch ganz gewiss,
dass das „nur“ Zweite Liga ist.
Endlich rollt der Ball jetzt wieder,
ich sink auf meine Knie nun nieder,
die Sommerpause ist vorbei,
oh, mein Bock – wie ich mich freu. 15.07.2011
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Sascha Riether
Was lange währte – wird nun gut,
verließ mich manchmal auch der Mut,
so weiß ich doch – seit gestern Nacht,
dass Volker Finke das schon macht.
Kein Geld – und trotzdem der Transfer,
wohl nicht unmöglich, dennoch schwer,
zwischenzeitlich nicht geglaubt,
und die Hoffnung tief geschraubt.
Nun ist er da – genug gelitten,
schon kommen erste Jammertitten,
die den Transfer schon jetzt zerreden,
wirklich recht – macht´s man nicht jedem.
Mir ist´s egal – ich schreib für mich,
Sascha Riether – ein Gedicht,
wohl wissend, hier im Mosaik,
ist auch er ein kleines Stück.
Erst wenn alles wirklich passt,
entsteht ein Bild – drum ohne Hast:
Wenn Finke sich im Sturm bemüht,
wär´s perfekt, wenn was geschieht.
Ich bin gespannt auf die Saison,
ich weiß, ich schrieb schon oft davon,
doch die Spannung steigt enorm,
nicht mehr lang – dann geht’s von vorn.
Ob Riether unser Spiel erfrischt,
ganz ehrlich – heute weiß ich´s nicht,
doch der Grundstein ist gelegt,
ja, der Bock hat sich bewegt.
Ich will nicht zittern bis zum Schluss,
will nicht sagen: „Hab´s gewusst,
dass ohne gutes Personal,
nichts funktioniert…“ – das wär fatal.
Dass solch ein Spieler uns erwählt,
das ist´s, was im Moment nur zählt,
dass er beim Geld den Abstrich macht,
ist nicht die Regel – nicht gedacht.
Vier Wochen noch – ein wenig Testen,
auf welcher Position am besten,
der Coach jetzt unsere Spieler stellt,
ein flottes Spiel – wär meine Welt.
Riether, Roshi – seid willkommen,
Ihr habt Euch jetzt ein Herz genommen,
zum Dienst bei unserer kölschen Geiß,
die schönsten Farben: Rot und Weiß.
Ich forsch derweil im Internet,
in manchem Forum und im „Brett“,
nach dem Angriff, dem Backup,
wie schön, dass ich da Hoffnung hab. 09.07.2011
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Langeweile
Der Sandmann – leider ließ er mich,
heut Morgen viel zu früh im Stich,
und vor dem ersten Hahnenschrei,
bin ich wieder voll dabei.
Las die Zeitung – den Express,
doch leider kein Bericht, kein Text,
der mich jäh vom Hocker reißt,
nichts wirklich Neues – von der Geiß.
Desgleichen auch im Internet,
ach, läge ich doch noch im Bett,
und träumte unter dem Plumeau,
sorry, Leute – bin halt so.
Nun schau ich öd hier vor mich hin,
das kann ich – weil ich müde bin,
da hat man diesen tumben Blick,
und niemand sieht´s – das ist mein Glück.
Ich trug schon die Termine ein,
zu Auswärtsspielen – das wär fein,
hätte man auch das Gefühl,
da tut sich was – in unserem Spiel.
Das 1:4 in Paderborn,
beginnt es jetzt erneut von vorn?
Ach was, das Match war nur Banane,
ein Testspiel, etwas saure Sahne.
Genauso wenig zu bewerten,
wie die Tore, die wir hörten,
beim Kantersieg am Nordseestrand,
das Ergebnis ist bekannt.
Ich schau nach draußen – alles still,
was ich schreibe – leider Müll,
und ehrlich – ja, ich tu das nur,
zum Schutze meiner Tastatur.
Fallen mir die Augen zu,
früh morgens – kurz vor 7 Uhr,
und schlag ich mit der Stirn dann auf,
so nimmt das Unheil seinen Lauf.
Dann entstehen im frühen Lichte,
erneut aus Wirrwarr die Gerüchte,
die man in der Presse liest,
jetzt weiß ich – wie der Unsinn sprießt.
Keiner weiß was – nicht ein wenig,
wüsst ich ein bisschen – wär ich König,
was mir bleibt, ist Langeweile,
und der FC – hat keine Eile.
Gleich steht meine Liebste auf,
die treibt mir schon das Nichtstun aus,
so lang traktier ich den PC,
Euch trifft es leider – das tut weh. 02.07.2011
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Sommerloch_2011
Oh, lieber Bock – das Sommerloch,
in diesem Jahr – es schafft mich noch,
wohin ich auch voll Spannung schau,
alles wirkt nur trist und grau.
Auch die Story „Sascha Riether“,
entpuppt sich nicht als Schneller Brüter,
Herr Magath sitzt auf seinem Ei,
und brütet still – das ist nicht neu.
Wann wird der Schleier mal gelüpft,
mal schauen, wann der Nachwuchs schlüpft,
ich schaue täglich in das Net,
und les Berichte hier im „Brett“.
Wo nichts geschieht – und nichts passiert,
die Seuche, die bei uns grassiert,
heißt, zu warten – das sei Pflicht,
doch, lieber Gott – das kann ich nicht.
Heut geht es ab zum Nordseestrand,
nach Langeoog – das ist bekannt,
mit Goulon nun im Gepäck,
und auch Sanou (?) – soll der nicht weg?
Der neue Trainer stößt dazu,
und meine Seele findet Ruh,
wenn ich auch um Verstärkung weiß,
doch hat das leider seinen Preis.
Fünf Wochen jetzt, sich einzuspielen,
ich selbst kann schon das Kribbeln fühlen,
und mein Herz – so weiß und rot,
gerät schon aus dem Takt, dem Lot.
Gott sei Dank – und das lenkt ab,
weiß ich, dass ich Tickets hab,
für das Turnier, das heut beginnt,
ob Deutschland die WM gewinnt?
Das ist zwar alles schön und gut,
und doch erhitzt es nicht mein Blut,
wie zwei Stunden – klarer Fall,
bei uns Zuhaus im Ziegenstall.
Herr Magath kommt mit Rad und Kappen,
ich hoff, es gibt was auf die Schlappen,
derer Gnaden von VW,
unsere Hymne schallt – Olé.
Doch bis dahin ist noch lang,
das Sommerloch – es macht mich bang,
ein jeder schreibt – und weiß doch nichts,
jammert, zweifelt – so wie ich.
Mein Bock, ist dieser Sommer öde,
doch wir schlucken diese Kröte,
wenn man unsere Nerven schont,
und sich das Warten – schließlich lohnt. 26.06.2011
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Ausblick
Wir fangen gegen Wolfsburg an,
weiß ich auch nicht wirklich wann,
so fiebere ich dem Spiel entgegen,
ich weiß - der Hype wird sich noch legen.
Wenn erst mein Zittern mal beginnt,
falls der Bock dann nicht gewinnt…,
ich rechne, schiebe hin und her,
und bin derzeit – aus dem Verkehr.
Meine Frau – sie sprach mit mir,
doch bin ich momentan nicht hier,
körperlich zwar gut zu sehn,
doch geistig… sie muss das verstehn.
Selbst mein Orakel – es ließ mich,
kurz entschlossen jetzt im Stich,
denn nahm ich mir – ich bin nicht dumm,
den Kuchenteller, dreht ihn um.
Silbrig glänzend – hell im Saale,
ähnlich unserer Meisterschale,
hab mich kurz mal konzentriert,
und dann durch die Saison geführt.
Und am Ende sah ich dort,
Meisterehren – drauf mein Wort,
stolz lief ich zu meinem Weib,
auf dass sie mir das unterschreibt.
Sie schaute zwei- bis dreimal hin,
meint dann, dass ich crazy bin,
und zupft den Krümel von dem Blech…,
weg, vorbei – mir wurde schlecht.
Dann sprach sie, ich sei wirklich reich,
an Phantasie, an dummem Zeug,
doch gut sehen – wie vertrackt,
das sei wirklich nicht mein Fakt.
Ich soll die Spiele spielen lassen,
mich freuen, jubeln – oder hassen,
das sei doch schließlich – leider wahr,
ähnlich wie in jedem Jahr.
Statt Schale den Tabellenschieber,
das wäre ihr am Ende lieber,
da sie´s nicht mag – welch klare Ziele,
wenn ich mit den Tellern spiele.
Dann weist sie stumm zur Kellertür,
doch fehlt mir Angst – denn ja, ich spür,
die Freiheit ist mir wirklich nah,
wozu sind schließlich – Löffel da?!
Beim Essen heimlich aufgehoben,
grab ich den Tunnel in den Boden,
der ist aus Lehm – zwar fest gestampft,
doch nehme ich ihn an – den Kampf. 21.06.2011
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Dienstag
Ich sprach zur Frau, es sei der Hit,
bringt sie mir was vom Shopping mit,
was mein Herz so sehr begehrt:
Ein Spitzer – das sei nicht verkehrt.
Dazu den Stift aus feinstem Blei,
10 Blatt Papier – ich bin so frei,
und einen Gummi – zum Radieren…
Sie sprach: „Kannst du den Luftzug spüren…?
Ich hab heut keinen Sinn für Spaß,
Was willst Du? Sprich! Sonst setzt es was!
Wieder heimlich Reime schreiben?
Ich warne Dich – lass es nur bleiben.“
Ich schaute lieb – das kann ich gut,
(verließ mich auch mein letzter Mut),
ich übte meinen Dackelblick,
und wies den Vorwurf streng zurück.
Denn am Dienstag gibt es wieder,
die neueste Paarung – in der Liga,
endlich gibt’s den neuen Plan,
schon heute spüre ich den Wahn.
Ich kann endlich wieder planen,
den nahen Reiz der Spielzeit ahnen,
und auch den Urlaub buche ich,
möglichst ohne Spielverzicht.
Nun gut, das hätt ich sagen können,
doch will ich´s kurz beim Namen nennen,
den Aufstand wag ich nur tief drin,
da ich ja etwas ängstlich bin.
Drum sprach ich zu der Liebsten leis,
dass ich am Ende gar nicht weiß,
was ich mit diesem Bleistift soll,
ich sei verwirrt – und sie sei toll.
Sie schaut mich an – sie glaubt mir nicht,
dann meint sie nur: „Hab Dich erwischt!
Auch ich les gern im Internet.
Ich kenne Dich – von A bis Z.
München geistert Dir durchs Haupt,
Berlin, und Gladbach – überhaupt,
meinst Du wohl, dass ich nicht seh,
Deinen Zug – hin zum FC?!
Notier Du ruhig – ich gebe auf,
ich lass den Zwängen ihren Lauf.
Wer mit dem Geißbock so vereint…,
gehört im Keller angeleint!“
Dort sitz ich nun – mit meinem Griffel,
hab keine Angst mehr von dem Rüffel,
ich kaue meinen Bleistift an,
und hoff – dass ich bald schreiben kann. 19.06.2011
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Training
Am Mittwoch fängt das Training an,
doch das, was man vermelden kann,
sind Gerüchte – viel, zuhauf,
ich halt das langsam nicht mehr aus.
Deutsch, Franzosen, Brasilianer,
gute Namen – doch ich ahne,
am Ende bleibt´s, wie grad bei Kvist,
dabei, dass man der Zweite ist.
Gerüchteküche – wie sie brodelt,
ich freue mich – mein Geißbock jodelt,
wenn auch nur die Hälfte stimmt,
und der FC die Chancen nimmt.
Der FC-Fan, ich speziell,
ist oft mit seiner Ansicht schnell,
heut hoch oben, morgen down,
was passiert – na ja, mal schaun.
Sascha Riether wär perfekt,
ein Transfer, der richtig schmeckt,
erneut ein Wechsel mit Bedacht,
der Lust auf diese Spielzeit macht.
Ob Pedro bleibt? Ich hoffe sehr,
ihn zu ersetzen würde schwer,
da vertrau ich aufs Geschick,
von Finke – und ein Quäntchen Glück.
Es kommen und es gehen Namen,
wer gehen will, der tu das – Amen!
Wenn Peszko bleibt, so ist das schön,
wenn nicht – so soll er eben gehn.
Wir stehen vor dem Wochenende,
und was ich richtig Knorke fände,
das wär ne Pressekonferenz,
mit neuen Namen – für die Fans.
Da machte mir – das wäre was,
das Wochenende doppelt Spaß,
und beim Rock – beim „Marathon“,
sänge ich ein Lied davon.
Das mag zwar niemand wirklich hören,
doch wird mein Jodeln auch kaum stören,
denn bei dem Krach, den Dezibel,
verhallt mein Stimmchen mehr als schnell.
Das Stadion – mein Ausweichzimmer,
die zweite Heimat – wie auch immer,
vielleicht gehört es uns ja bald,
man hört das Zwitschern schon im Wald.
Die Politik, das wird schon klappen,
springe über ihren Schatten,
ich hoffe, dass zum Trainingsstart,
Neues bald die Runde macht. 17.06.2011
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Sinneswandel
Lange hab ich´s kaum verwunden,
eine meiner schwersten Stunden,
als mein Söhnchen zu mir kam,
und mich kurz beiseite nahm.
Elf Jahre war er, oder zehn?
Doch um mein Weltbild jäh zu drehn,
war er damals dreist genug,
als er mich diese Frage frug:
„Papa, ich will einen Schal,
von Dortmund sei er, allemal,
in schwarz und gelb – das wär mein Traum,
kannst du bitte einmal schaun?“
Ich hab geschaut – ganz sicher doch,
mir war, als öffne sich ein Loch,
das mich und meinen Sohn verschlingt,
Erziehung, die komplett misslingt.
Ich sprach zu ihm: „Missratenes Kind!
Bist du für die Wahrheit blind?
Ein Schal von Köln – der kann´s wohl sein,
wenn nicht – so geht’s noch heut ins Heim!“
Sein Weinen ließ mich mehr als kalt,
eher werde ich steinalt,
als dass ein Schal ins Haus mir fliegt,
bei dem mir nichts am Herzen liegt.
Das ist nun schon so lange her,
doch die Erinnerung fällt nicht schwer,
da jetzt mein Handeln Früchte trägt,
und ihn mit meinen Waffen schlägt.
Er kam zu mir – das gibt mir Kraft,
und bat um eine Mitgliedschaft,
bei dem Verein, der sehr gewiss,
etwas ganz Besonderes ist.
Er will ab jetzt – oh, welche Lust,
entschuldigt, dass ich weinen muss,
ein Teil im Sternbild „Geißbock“ sein,
nun, endlich, darf er wieder heim.
Endlich zeigt er meine Gene,
endlich muss ich mich nicht schämen,
endlich sag ich ohne Hohn:
„Schaut ihn an – das ist mein Sohn!“
10 Jahre hat´s dafür gebraucht,
10 Jahre war ich wie geschlaucht,
10 Jahre schwand mir meine Kraft,
nun endlich – habe ich´s geschafft.
All die Jahre – im Exil,
zeigten – Fußball ist kein Spiel,
der FC ist Religion,
mein Gott – ich habe einen Sohn. 11.06.2011
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Murmeltier
Und jährlich grüßt das Murmeltier,
was kann ich bitte denn dafür,
dass es mich stets zum Forum drängt,
ob jemand an der Angel hängt.
Neue Stars und neue Spieler,
Namen gibt’s schon wieder viele,
und gäb´s dazu vielleicht noch Geld,
wären wir gut aufgestellt.
Ich schaue in mein Portemonnaie,
auch hier tut schon der Anblick weh,
ansonsten hätt ich – kein Problem,
mich zum Sponsoring bequemt.
Doch meine Frau ist immer schneller,
und statt dem Aufenthalt im Keller,
hält sich mich hier denkbar knapp,
dass ich keine Allüren hab.
Also lese ich die Presse,
die weiß es in der Regel besser,
auch wenn sie oftmals gar nichts weiß,
weder Handeln, noch den Preis.
Ich les von Chihi, hoffe sehr,
der Neuvertrag wiegt nicht zu schwer,
doch ich kenne mich nicht aus,
vielleicht – kommt er noch groß heraus.
Da dreht der Geißbock sich im Kreis,
beißt in den Stätz – ein jeder weiß,
ohne Geld fällt´s Handeln schwer,
ach, wäre ich doch Milliardär.
Vielleicht ist ja der neue Trainer,
den ich wohl als Fachmann wähne,
der Schlüssel, dass uns Pedro bleibt,
und manch guter unterschreibt.
Bis dahin hab mich entschlossen:
Meine Nerven soll´s nicht kosten.
Ich warte einfach ab, ganz still,
und schreibe nicht mehr so viel Müll.
Bis August sind´s noch acht Wochen,
um Gemüter hochzukochen,
Wartezeit für die Vernunft,
und Würfeln all der schreibend Zunft.
Steht die Elf zu Arsenal,
und funktioniert sie – ist´s egal,
spätestens zum Liga-Start,
wird es für uns wieder hart.
Pause – welch ein Sommerloch,
wie jedes Jahr – ich sagt es doch,
jährlich grüßt das Murmeltier,
ich kann doch wirklich nichts dafür. 03.06.2011
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Seelenqual
Ich frag mich seit geraumer Zeit:
Was ist Elend, was ist Leid?
Hab ich – mehr als ich gedacht,
in der Erziehung falsch gemacht?
Kinder sollen kritisch denken,
ihr Herz nicht dem/der Nächstbesten schenken,
und daneben offen sein,
für der Eltern Seelenpein.
Man soll Vater/Mutter ehren,
ihren Stolz beizeiten mehren,
und prüfen, ohne jede Hast,
ob eine Freundschaft wirklich passt.
Zuerst komm ich zum Schwiegersohn,
er hat – oh nein, das ist kein Hohn,
mit Fußball nichts an seinem Hut,
das ist zwar schlimm – doch letztlich gut.
So kann er mich zwar nicht verstehn,
doch wird man ihn auch dort nicht sehn,
wo es Anti Kölle schallt,
bei Bayer und im Fohlenstall.
Ich hab mich damit abgefunden,
in langen und in bittereren Stunden,
still in mich hinein geweint,
selbst meine Frau – kein Fußballfreund.
Doch jetzt – und das ist gar nicht ohne,
schlägt´s den Zacken aus der Krone,
denn unser Sohn hat sich erwählt,
ein Weib – das auch die Punkte zählt.
Und zwar – jetzt haltet Euch gut fest,
dieser Fakt gibt mir den Rest,
ich fühl mich elend wie noch nie,
sie ist schwarz-gelb – vom Tivoli.
Nun gut, es könnte schlimmer sein,
doch fühl ich mich komplett allein,
und frage mich, wo es dran hängt,
dass Sohn nicht an den Vater denkt.
Doch bald schon ist jetzt Vatertag,
ich will nichts haben – doch ich wag,
zu hoffen, dass sie alterniert,
und meine Qual mit Sinnen spürt.
Ich kauf ihr einen Schal – rot-weiß,
ein Handtuch von der kölschen Geiß,
Mütze, Fahne, Socken gar,
dann wird mein Traum vielleicht noch wahr.
Doch halt – dann denke ich an mich,
auch mich hat es ja einst erwischt,
ich bleibe Bock, werd weiter leiden,
und sie – soll ruhig ein Aachener bleiben. 28.05.2011
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Hartes Los
Ich kam von meiner Arbeit heim,
und wähnte mich komplett allein,
ich nahm mein Notebook, drückte „Start“,
und reimte los – so war´s gedacht.
Ich starrte auf den Monitor,
doch er blieb leer – es kam mir vor,
als feixte und verhöhnt er mich,
Saison vorbei – und kein Gedicht.
Unruhig lief ich durch das Haus,
ich denke, ähnlich sieht das aus,
ist man süchtig, auf Entzug,
doch kein Problem – ich bin ja klug.
Still kniete ich mich auf den Boden,
um den Tag des Herrn zu loben,
an dem ich nicht mehr darben muss,
dann fiel mir ein – Das wird August.
Schon war vorbei mein Höhenflug,
es grenzte nah an Selbstbetrug,
dass ich mir ständig weißgemacht,
dass irgendwann die Sonne lacht.
Ich nagte an der Wände Schmuck,
hab an des Enkels Nuk genuckt,
weiß ich auch – ganz frei heraus,
das sieht im Alter dämlich aus.
Ich kratzt Tapete von den Wänden,
bitteschön, wo soll das enden?
Mein Nervenkleid war eine Schau,
da stand sie plötzlich – meine Frau.
Sie wies auf die Zerstörung hin,
meint, dass ich reichlich seltsam bin,
schaute streng – blieb still und stumm,
im Gesicht: Das Wort: „Warum?“
Meiner Schuld – na klar – bewusst,
nahm ich mir unseren Hund zur Brust.
Ich zeigte auf das Tier und sprach:
„Das war sie! Sieh es mir nach…!“
… Seitdem sitz ich – das ist ganz mies,
bei Brot und Wasser im Verließ,
denn der Hund – auf alle Fälle,
steht bei ihr an erster Stelle.
Tief im Keller – abgeschoben,
dort solle ich nur kräftig toben,
bis sie mich wieder dulden kann,
doch dauere das entsetzlich lang.
Ich wusste, eine harte Zeit,
in bin halt schwach, noch nicht so weit,
die Sucht nach diesem Bock ist groß,
und Pause – solch ein hartes Los. 24.05.2011
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Das war´s
Selten hab ich so entspannt,
mich zu einem Spiel bekannt,
selten war ich so gut drauf,
und ließ dem Spiel halt seinen Lauf.
Jedoch – verlieren kann ich nicht,
üb ich auch ab und an Verzicht,
so nicht beim Fußball -.niemals, nie,
das wäre bloße Theorie.
Und als der erste Anpfiff tönt,
da war ich – wohl erfolgsverwöhnt,
von zehnmal siegen hier Zuhaus,
auch auf den elften Heimsieg aus.
Das Spiel, es hat mir Spaß gemacht,
das Herz hat mir im Leib gelacht,
das 2:0 war wunderschön,
ach, könnte es so weitergehn.
Über Rensing was zu sagen,
hieß Eulen nach Athen zu tragen,
erneut war er der große Halt,
hoffentlich wird er hier alt.
Von Pedro hoff ich´s ebenfalls,
doch aus allen Ecken schallt´s,
dass man ihn wohl nicht halten kann,
dann ging wohl unser bester Mann.
Ein neuer Trainer, neue Ära,
ein neuer frischer Fußballlehrer,
der aus dem Land der Trolle kommt,
Solbakken an die Kölner Front.
Welch Mannschaft auf dem Platze steht?
Mal sehen, wer zur Pause geht,
mal sehen, wer neu unterschreibt,
wer uns verlässt und wer hier bleibt.
Solch Saison kann Fans fast morden,
ich denke, ich bin „alt geworden“,
und jede Falte, graues Haar,
schenkt mir der Bock – das ist wohl klar.
Nun kann ich mich erneut erholen,
bevor auf schnellen, leisen Sohlen,
die nächste Spielzeit – armer Tropf,
bei mir an meine Türe klopft.
Mein Schal, mein Trikot liegt bereit,
wär sie schon um – die öde Zeit,
dann zieh ich wieder zur Tribüne,
Lust und Frust, und Schuld und Sühne.
Warum muss Fußball wohl so sein,
ach, suchte doch Vernunft mich heim,
doch da das letztlich nicht geschieht,
bleibt es stets das alte Lied. 15.05.2011
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Bockseidank
Letzter Spieltag – letztes Spiel,
zum letzten Mal dies Wir-Gefühl,
zum letzten Mal – in der Saison,
dies Leid, ich weiß nen Reim davon.
Was fange ich demnächst, oh Mann,
denn wohl mit meinem Samstag an?
So sehr ein Spieltag mich auch stresst,
noch schlimmer ist´s – wenn man es lässt.
Grausam wird´s – nicht nur für mich,
auch für mein Weib ist der Verzicht,
grausam und das Elend pur,
den ganzen Samstag, um die Uhr.
Die Liebste stöhnt schon, wenn sie denkt,
wer dann am Rock, dem Zipfel hängt,
nicht wissend wo er bleiben soll,
die Pause – sie ist grauenvoll.
Darum genieße ich dies Spiel,
mit einem neuen/alten Ziel,
zu siegen – ganz egal wie´s kommt,
ich falte meine Händchen fromm…
… und bitt um Willen und um Kraft,
im Match der goldenen Ananas,
dass man den Fans was zeigen möcht,
anders – ehrlich – fänd ich´s schlecht.
Schalke kommt – Pokal im Blick?
Vielleicht der Liga schon entrückt?
Und Kölle? Hat der Bock noch Lust?
Falls er dann noch mal rennen muss?
Es geht um nichts mehr – doch, die Ehre,
wenn da nicht die Arena wäre,
ausverkauft zum letzten Platz,
wer will schon, dass der Geißbock patzt.
Sommerfußball – Schalke wankt?
Wir sind gerettet, Bockseidank,
und nach unten geht mein Blick,
ich lehne mich entspannt zurück.
Schafft´s Gladbach ja vielleicht direkt?
Fegt es jetzt noch Wolfsburg weg?
Geht Frankfurt diesen Weg mit Daum?
Sorry, Christoph – aus der Traum.
Vor Samstagabend, 17 Uhr,
weiß ich nur eines – die Tortur,
des Abstiegsendspiels bleibt erspart,
mein Pflänzchen Hoffnung blüht ganz zart.
Dass es vielleicht ja besser wird,
dass sich der Fan nicht wieder irrt,
dass ich nicht immer zittern muss,
das macht mich fertig – und macht Lust. 11.05.2010
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Gerettet
Wer ab und an mal auswärts fährt,
ward diese Spielzeit kaum erhört,
das Gesicht, weit mehr als lang,
kam ich oft bei der Liebsten an.
Und fragte mich – Na, gute Nacht,
warum man das schon wieder macht.
Heut weiß ich´s – nach dem Auswärtssieg:
Weil mir der Bock am Herzen liegt.
Gestern ging es nun nach Hessen,
um das Schwert dort zu vergessen,
welches drohend Abstieg heißt,
und seelisch mich stets zwickt und beißt.
Dort gab es jemand neben mir,
der meinte: „Bleib ganz ruhig, trink Bier.
Die Punkte holen wir nach Haus,
das sage ich – nun Schluss und Aus.“
Doch ich bin aus Angst gestrickt,
der FC macht mich verrückt,
und zitternd saß ich auf der Bank,
beim jeden Angriff mehr als krank.
Das 0:1 hat mich erlöst,
doch bitte seid mir jetzt nicht bös:
Der Brocken fiel mir erst vom Herz,
beim 0:2 – das ist kein Scherz.
Gerettet – nie mehr 2. Liga?
Endlich wieder Auswärtssieger,
und der Heimweg ward zum Spaß,
nach diesem Match auf grünem Gras.
Auch wenn Sanou uns klar bewies,
warum man ihn wohl besser lies,
dort wo er sich – lieber Mann,
auf Dauer nicht blamieren kann.
Ein Poldi, der recht lustlos trabt,
beim 0:2 – der Mann der Tat,
das alles ist jetzt ganz egal,
doch wär´s gescheitert – wär´s fatal.
Dreimal abseits – nicht genetzt,
es macht nichts – denn, nun ja, zuletzt,
verließen wir das Stadion,
heilfroh – ich kenn nen Reim davon.
Spieler tanzten auf dem Rasen,
und während Hools zum Angriff blasen,
fragte ich mich sehr verstört,
ob das wohl dorthin gehört.
Der DFB wird es schon wissen,
muss er vielleicht jetzt bald schon missen,
den Verein – in eigener Stadt,
wie schön – wenn man gewonnen hat. 08.05.2011
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Rüstung
Wie Christo einst den Reichstag hüllt,
so wähne ich mich – welch ein Bild,
gut verpackt in Schwermetall,
gerüstet für den ernsten Fall.
Denn am Samstag fahren wir,
nach Frankfurt/Main – nicht weit von hier,
mit dem FC zu einem Spiele,
zu einem klar umrissenen Ziele.
1 Punkt aus Frankfurt – besser 3,
die Rettung naht – und wir dabei,
auch wenn man warnt, den Finger hebt,
dass die Arena mächtig bebt.
Doch mit der Rüstung, nicht aus Pappe,
schlag ich zwei Fliegen mit der Klappe,
ich bin geschützt vor wüstem Mob,
und auch – wenn meine Frau mich kloppt.
Mein Chef sprach heute ziemlich streng:
„Fängst du dir Prügel, wird es eng,
wer sich ins Elend stürzt wie dumm,
kommt eines Tages darin um.
Wird man dich am Main versohlen,
komm ich dich persönlich holen,
und du kriegst – das ist der Clou,
von mir direkt noch eins dazu.“
Ich sah ihn an – ein Mann, ein Baum.
Ein Hieb von ihm? Ein schlechter Traum.
Dann zeigt ich Größe – ja, genau,
denn Angst gibt’s nur vor meiner Frau.
Ich hab mich vor ihm aufgebaut,
ich fühlt mich stark in meiner Haut,
dann stampft ich trotzig einmal auf,
und sprach: „Das nehme ich in Kauf“.
Wer sich dem Bock verschrieben hat,
der fährt auch in die fremde Stadt,
wenn es brodelt, wenn es kocht,
das ist Leben im Akkord.
Es geht in Frankfurt um die Wurst,
und nach oben weist der Kurs,
den Kurs nach unten will ich nicht,
darum ist dort 1 Pünktchen Pflicht.
Ich war in Rostock einst dabei,
als Holger traf – am 11. Mai,
ja, dies Erlebnis will ich wieder,
ein Sieg – dazu die kölschen Lieder.
Und nach dem Spiel – so könnt es gehen,
lass ich den Schal bis Kölle wehen,
Symphonie in rot und weiß,
der Tanz in Frankfurt – er wird heiß. 03.05.2011
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Fast
Ich weiß nun, wo der Heiland wohnt,
ein Gedanke, der sich lohnt:
In Pfosten, Latte – ei der Daus,
und in Michel Rensings Faust.
Sie hatten Chancen – das war klar,
doch bleibt der alte Spruch doch wahr:
Wer sie nicht nutzt – das ist der Clou,
dem steht der Sieg nicht wirklich zu.
Mal geht’s dem Bock, mal anderen so,
doch selten macht ein Sieg so froh,
wie gestern – weil uns das gelingt,
was uns der Rettung nahebringt.
Noch nicht ganz, doch sicher fast,
der Weg dorthin – ich denk, der passt,
ein Punkt in Frankfurt – man wär frei,
und ich? Ich bin dort mit dabei.
Ein Kanister Baldrian,
den Defi auch – da man(n) ja ahnt:
Dieses Spiel wird ganz schön knapp,
und Frankfurt gibt nur ungern ab.
Unter Sauerstoff und Zelt,
verschmälert sich dort meine Welt,
auf das Grün – auf wenige Meter,
alles weitere – zählt erst später.
Jedoch den Weg, dass 1 Punkt reicht,
beschritt man gestern – und vielleicht,
musst es just dies Derby sein,
Pillekusen fiel drauf rein.
Ein Torwart, der auch einer ist,
mit Reaktion, mit Sprungkraft, Biss,
der auch abwehrt, wie man meint,
was manchmal fast nicht möglich scheint.
Ich bin ehrlich – dachte nie,
an diesen Sieg, die Symphonie,
an kölsches Liedgut, das dort schallt,
ein Traum, er wurde zur Gestalt.
Ob´s Finke war? Es ist egal.
Was einfach zählt, ist nur die Zahl:
38 Punkte nun,
doch ruht nicht aus – noch gibt’s zu tun.
Es mag ja reichen – doch, wer weiß,
das Unheil schreitet manchmal leis,
macht am Main das Säckchen zu,
dann hat die Seele endlich Ruh.
Dann geh ich in die Sommerpause,
bin wieder friedlich – zeig Zuhause,
dass meine Laune wieder stimmt,
schlimm, wie dieser Bock mich nimmt. 01.05.2011
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Affentheater
Amsel, Drossel, Fink(e), Meise,
jedes Jahr die gleiche Sch…e,
was man vorn sich aufgebaut,
wird hinten wieder eingestaubt.
Wird mit dem Hintern eingerissen,
und stetig auf den Müll geschmissen,
und der Vorstand – schwingt Parolen,
was ist da bitte noch zu holen.
Doch der Verein – der lebt auch dann,
ohne diesen Trupp voran,
ohne Gallionsfigur,
huch – was schreibe ich da nur?
Ich denke, der Verein sind WIR,
ohne Fans wär niemand hier.
Und so viel Stars, die ich schon sah,
sind fast vergessen – nicht mehr da.
Präsidenten gingen, kamen,
nicht viel mehr als bloße Namen,
der eine gut, ein anderer schlecht,
das wahre Leben – ich sag´s frech.
Trainer – laut – und mancher leise,
jeder macht´s auf seine Weise,
doch eins ist klar, nicht zu vergessen,
man kann sie nur an Punkten messen.
Schäfer kam – und Schäfer ging,
kurze Zeit im Sparringsring,
zu viel Anstand – ja, wahrscheinlich,
oh, FC – wie ist das peinlich.
Jetzt sitzt Finke auf der Bank,
der Verein – er macht mich krank,
und kurz vorm Ende, kurz vor knapp,
wende ich mich schaudernd ab.
Ob der Schritt jetzt richtig war,
zeigt erst das Ende – das ist klar,
doch als Fan – bei allem Kummer,
wird man zur verlachten Nummer.
Jetzt kommt Bayer Aspirin,
und was vor Wochen möglich schien,
wird wieder völlig ungewiss,
bei dieser Mannschaft ohne Biss.
Manche Spieler zu erreichen,
ist scheinbar schwierig – ohnegleichen,
und die, die man noch brauchen kann,
wie lange tun sie sich das an?!
Das Schlimmste aber ist dabei,
egal wie auch das Ende sei,
nächstes Jahr – sitz ich trotz Kater,
erneut rot-weiß in dem Theater. 28.04.2011
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Müll
Nur für den, der´s lesen will,
mein neuster, frisch verzapfter Müll,
mein Frust, der ein Ventil jetzt braucht,
ich spür den Ärger, tief im Bauch.
Nur – wenn ich wirklich ehrlich bin,
hatt ich nichts anderes im Sinn,
dies Ergebnis – ja, es war,
schon vor dem Spiel ganz sonnenklar.
Das Spiel, es lief an uns vorbei,
in Halbzeit 1, in Halbzeit 2,
wir liefen ständig hinterher,
dann fällt´s den Gegnern auch nicht schwer.
Der FC, er war schon immer,
die Aufbaumannschaft und der Dimmer,
für den, der sonst nicht siegen kann,
auf High gedreht – und schon geht’s ran.
Noch sind´s drei Punkte, heute noch,
und nächste Woche? Sagt´s mir doch:
Sagt, wer sitzt dann auf der Bank?
Dieser Geißbock macht mich krank.
Ich glaube, gegen Aspirin,
wird´s Finke auf das Bänkchen ziehn,
um zu retten, letzte Frist,
was hoffentlich – zu retten ist.
Ich glaube – stets das gleiche Lied,
dass der FC die Leine zieht:
Das Signal auf Rotes Licht,
auch, wenn Finke widerspricht.
Schäfer wird es nicht mehr sein,
vielleicht steh ich damit allein,
es ist nur Meinung – und kein Wille,
ein Blick durch die beschlagene Brille.
Was für ein tolles Osterfest,
wenn man sich Eier legen lässt,
ins eigene Nest bei Sonne pur,
Sonntagmittag – 16 Uhr.
Was die Mannschaft derzeit treibt,
welcher Platz am Ende bleibt,
das wüsste ich sehr gern schon jetzt,
auf jeden Fall – bin ich vergrätzt.
Doch manchen Söldnern – hat man Wahl?
Ist das am Ende sch…egal.
Ich hab schon Tickets – ach, wie dumm,
fürs Spiel in Frankfurt – sagt: Warum?
Eine Woche weiter leiden,
am Samstag dann ernüchtert bleiben?
Die Aspirin-Fraktion vom Rhein,
wird wohl zu schwer als Prüfstein sein. 24.04.2011
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Ostern 2011
So kurz jetzt vor dem Osterfest,
stellte ich verdrießlich fest,
dass ich nicht weiß – was mir sehr stinkt,
was der Osterhase bringt.
Drum fragte ich – ich bin ja schlau,
das liebste Weib, daheim im Bau,
ob sie mir verraten mag,
was aus meinem Nestlein ragt.
Sie schaut mich an, als sei ich dumm,
tippt mir an der Stirn herum,
und meint voll Ernst in dem Gesicht:
„Schmink´s dir ab – es gibt wohl nichts!“
Ich sei dafür ja wohl zu alt,
sie glaube wohl, sie steht im Wald,
dass ich mit dieser Frage kam,
sie findet´s dämlich, gar infam.
Was ich mir denn zu wünschen denke?
Was ich der Liebsten dann wohl schenke?
Sie schimpft mit mir… Halt, Stopp! Beschwerde!
Sodass ich klein und kleiner werde.
Ich macht als Vorschlag: Schöne Lilien,
braungebrannt und aus Brasilien…,
der Schlag, der mich im Reden traf,
schickt mich prompt in Schönheitsschlaf.
Als ich erwacht – so unter Druck,
den ein und anderen Zahn gespuckt,
nuschele ich: „Herz, ich versteh,
der Wunsch – dahin und schon passé.
Doch wie wär´s – ich zog nen Flunsch,
mit einem großen Herzenswunsch?
Drei Punkte – Sonntag dem FC…
und denk dran, so ein Schlag tut weh!“
Sie meint drauf, sie sei von den Söckchen,
Punkte bringen kann nur´s Böckchen,
denn von dieser Punkteplanung,
hat ein Hase keine Ahnung.
Doch soll ich nur nach Wolfsburg fahren,
vom Taschengeld ein wenig sparen,
das sie mir voller Großmut schenkt,
weil sie weiß, mein Herz, es drängt.
Ich fahre nicht – das spar ich mir,
bleib vorm TV – ich bleibe hier,
doch wenn man fest die Daumen drückt,
winkt (vielleicht) ein wenig Glück,
Und Euch wünsch ich ein tolles Fest,
das keine Wünsche offen lässt,
das Wetter scheint dazu bereit:
Habt eine schöne Osterzeit. 20.04.2011
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Vorbei
Schäfer geht – weil es ihm reicht.
Nachvollziehbar? Ja, vielleicht.
Doch ist am Schlimmsten, Mann oh Mann,
dass ich – mich kaum mehr ärgern kann.
Irgend sowas musste sein,
der FC – ein Traumverein,
im bunten kölschen Karneval,
doch schleichend nicht mehr ganz mein Fall?
Gernegroße, Pöstchenjäger,
Stets-am-Stuhl-des-Nächsten-Säger,
doch leider – das liegt auf der Hand,
agierend ohne viel Verstand.
Ich hab´s gehört – und kurz gelacht,
so etwas hat ich schon gedacht,
und das Wie und das Warum,
dreht Schäfers Meinung nicht mehr um.
Doch hab ich Sorge – ja, die bleibt,
dass der FC jetzt übertreibt,
und langsam sich ins Abseits stellt,
egal ob uns das jetzt gefällt.
Drei müde Punkte fehlen noch,
sonst droht der Sturz ins dunkle Loch,
in Wolfsburg gilt es jetzt zu beißen,
und sich nicht ins Hemd zu sch….n.
Was ewig bleibt, ist der Verein,
der Trainer, der kann sonst wer sein,
man trauert ihm kurz nach – nicht lang,
dann fängt die neue Ära an.
Vielleicht für Wochen oder Jahre,
die Karre in den Dreck zu fahren,
geht manchmal schneller als man denkt,
wenn es an ein paar Pünktchen hängt.
Ich wünsch Schäfer nur das Beste,
und bitte sammelt nun die Reste,
die man braucht, nicht liegenlassen,
zum Verbleib in diese Klasse.
Fan bin ich schon so viel Jahre,
und manche meiner grauen Haare,
hat mir der FC gebracht,
weiter so – und Gute Nacht.
Ein neuer Trainer – er wird kommen,
wird ernst (vielleicht auch nicht) genommen,
und kämpft erneut den gleichen Kampf:
Dummheit, Geld und Arroganz.
Ich bleibe Fan, das ist wohl amtlich,
wohl niemals schlau – das ist bekanntlich,
im Spiel um Punkte und um Siege,
doch sagt mir schnell: In welcher Liga? 19.04.2011
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Dummheit
Dummheit – anders seh ich´s nicht,
ist in Kölle scheinbar Pflicht,
Dummheit – und der stete Zwang,
zur Selbstkasteiung – schon so lang.
Dummheit von so manchen Stars,
jawohl, Petit – ich hoff, das war´s,
doch leider macht uns nicht nur der,
momentan das Leben schwer.
Dummheit und viel Unvermögen,
dann steht man halt man schnell im Regen,
so wie gestern – kurz und knapp,
wenn die Mannschaft Siesta macht.
Dummheit unserer Führungsriege,
die sich in den Armen liegen,
und plötzliche Skibbe groß hofieren,
was muss in Köln wohl noch passieren?
Dummheit auch vielleicht von Schäfer,
der auf dem Rücken, wie ein Käfer,
derzeit mit den Beinen strampelt,
weil er um die Verträge hampelt.
Dummheit einer Schiri-Pfeife,
man müsst ihn wecken, heftig kneifen,
damit er sieht – das wäre Pflicht,
was Elfer ist – und was halt nicht.
Doch verloren – wie ich meine,
haben wir dann ganz alleine,
wer so sich auf den Rasen stellt,
schaut dümmlich, wenn der Hammer fällt.
Vier Wochen und vier Spiele noch,
zum Krabbeln aus mentalem Loch,
doch frage ich mich nur seitdem:
Wo punkten wir, und wann, bei wem?
Ich habe Angst, jetzt abzustürzen,
und das alles noch zu würzen,
mit Platz 16 – wie ich´s seh,
gäb das ein großes Ach und Weh.
Vielleicht bin ich zu pessimistisch,
vielleicht macht´s unser Bock auch richtig,
dass es den Wölfen furchtbar graut,
doch gegen Dummheit – wächst kein Kraut.
Der erste Abstieg – der allein,
sollte doch schon Warnung sein,
bitte, macht´s nicht wieder so,
ich bin geängstigt, irgendwo.
Und jagt mir Skibbe weit davon,
dass der nicht ans „Regieren“ kommt.
Dummheit kann so furchtbar sein,
vielleicht gar heut zum Spiel mein Reim. 17.04.2011
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Worte
Manchmal – wenn´s mir danach ist,
dann reim ich gerne, wie Ihr wisst,
vom Hund, Familie, gutem Ton,
und manchmal gar – vom Stadion.
Oftmals – wenn´s mir danach ist,
dann nerve ich – oh, ganz gewiss,
und leidvoll macht Ihr die Erfahrung,
meiner steten Offenbarung.
Man sagt mir nach, man weiß pikiert,
ständig, was um uns passiert,
das ist fast wie ein Tagebuch,
für mich ganz nett – doch Euer Fluch.
Worte – nun, sie fließen ständig,
Sprache, manchmal ungebändigt,
gestern erst – und heute wieder,
denn mich machen Ängste nieder.
Nichts Schlimmes – doch für MICH ganz arg,
der letzte Nagel für den Sarg,
der wird dereinst der Geißbock sein,
heut erneut ein Grund zum Reim.
Denn am Samstag gibt’s die Schwaben,
die nur Eins im Sinne haben:
Uns das Sinnen zu erschweren,
unseren Punktestand zu mehren.
Stuttgart kommt mit Labbadia,
Stürmer, Trainer, Strippenzieher,
und ob der achte Heimsieg klappt?
Ich gebe keine Wetten ab.
Der Frust von Gladbach sitzt noch tief,
der Stachel, dass die Mannschaft schlief,
den zog man mir noch lange nicht,
und jetzt ist Überzeugung Pflicht.
Ich will ein kölsches Team, das rennt,
das auf diesen Matchball brennt,
ich will den 8. Heimsieg – jetzt,
dass es für Stuttgart Saures setzt.
Ich will den Reim zum Spiel gern schreiben,
erfüllt von guter Laune bleiben,
ich möchte etwas Ruhe – bald,
und pfeife im rot-weißen Wald.
Worte sind so wunderschön,
wenn sie leicht vom Herzen gehn,
dann schreibt der Reim sich von allein,
ach könnt es so doch ständig sein.
Zieht Stuttgart Samstag im Cacau,
besiegt sie bitte – Matt und Mau,
und lese ich dann achtunddreißig,
wart Ihr erfolgreich – und recht fleißig. 13.04.2011
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Schmach
Ich mag keine Niederlagen,
nicht danach die dummen Fragen,
doch Niederlagen sind normal,
wenn auch nicht Frequenz und Zahl.
Heut wegzusehn, wär zu bequem,
da steckt ein Fehler im System,
denn während Gegner Angriff blasen,
sind wir wie aufgescheuchte Hasen.
Zwar steht Ostern kurz bevor,
doch mag ich nicht in unserem Tor,
ein prall gefülltes Eier-Nest,
den Gegner freut´s – wenn man ihn lässt.
Und dass der Gegner Gladbach hieß,
dass man sie so agieren ließ,
das zeugt von Nerven und Blockade,
das war – gelinde – mehr als sch…ade.
Das war ne Schmach – der Mund zu voll,
nicht auf dem Platz – wo man es soll.
Vorher einen Sturm versprochen,
und nur ein Lüftchen ward gerochen.
War die Hose gut gefüllt?
Dann, wenn es mal Auswärts gilt,
zu bestehen, zu zementieren,
dann muss so was wohl passieren.
Gladbach war zuhause schwach,
so mancher Gegner hat gelacht,
nur wir – wir schleichen uns davon,
verprügelt dort im Stadion.
1:5 – den Schwanz gekniffen,
und mitten in den Dreck gegriffen,
der hinten ganz gehörig stinkt,
das gute Ende hätt gewinkt.
Meine Laune ist am Boden,
das ganze Weekend war sie oben,
und jetzt muss dieser Bocks-Verein,
der Schlüssel meines Absturz sein.
1:9 in grad zwei Spielen,
wie bitte soll ein Fan sich fühlen,
zieht man ihm, ganz frisch verloren,
das Fell der Geiß bis zu den Ohren.
Was wird jetzt nächste Woche? Zittern?
Nicht zu siegen, wäre bitter.
Sagt ruhig, ich sei ein Pessimist,
es ist halt leider, wie es ist.
Sofern wir unsere Klasse halten,
lasst dann nicht alles so beim Alten,
denn solch ein Heimsieg-Festival,
vergeht auch manchmal – viel zu schnell. 10.04.2011
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Auswärtsfluch
Und wieder winkt ein Auswärtsspiel,
Mönchengladbach – unser Ziel,
das seine Wurzeln, denkbar knapp,
gerade noch in Deutschland hat.
Ein Derby, das wie keines ist,
Mönchengladbachs Gnadenfrist,
verstreicht jetzt schneller, mehr und mehr,
doch schlau ist man erst hinterher.
Ein Sieg des Geißbocks, keine Furcht,
und ich denke, wir sind durch,
ein Sieg von Gladbach – und der Dreh,
verschiebt sich hin zum VFB.
Reus tönt lauthals, doch sehr bald,
wird es zum Pfeifen, tief im Wald,
und die eigenen Fans, welch Hohn,
zeigen Gladbach schon den Lohn.
So viele Plätze – ja das passt,
sind noch frei im Blechpalast,
und so wird vielleicht das Spiel,
zur Kölner Festung, welch ein Ziel.
Und doch – die Hoffnung stirbt zuletzt,
ein Derby hat nur ein Gesetz:
Dass es im Grunde keines gibt,
dass jedes Spiel Geschichte schrieb.
Vielleicht spielt Gladbach trotz des Frust,
wieder mal aus einem Guss,
vielleicht ist Köln beim Abpfiff froh,
wenn´s so sein soll – ist´s halt so.
Vielleicht macht aber Köln im Nu,
einfach unser Säckchen zu,
steckt Mönchengladbach tief hinein,
und fährt mit guter Laune heim.
Ich bin nicht da, ich kann nicht hin,
ich buchte Reisen – ohne Sinn,
und hab nicht auf den Plan geschaut,
mir ist so unwohl in der Haut.
Denn ich sitz grad dann im Flieger,
kürt man in Lachbach einen Sieger,
ohne Radio, Handy, Sky,
ohne Frust und Jubelschrei.
Ich setze mich ab 18 Uhr,
vor das Fernsehen – folg der Spur,
und hoffe ständig und nicht leis,
dass ich den Endstand dann nicht weiß.
Ein Kölner Sieg – das wär schon was,
FC, was macht der Geißbock Spaß,
gestern down – und morgen Top,
das passt zu mir – Ich bin bekloppt. 06.04.2011
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Nürnberg_7.Streich
Ich hab gewettert, hab geflucht,
Grund dafür gab es genug…
Und stimme doch bei Bap mit ein:
Der liebe Gott – muss Kölner sein.
Wie wär es sonst wohl zu erklären,
die Gebete zu erhören?!
Erlösung aus der Bitterkeit,
das Siegtor in der Nachspielzeit.
Ich hab gezittert, hab gebangt,
ein ganzes Spiel – und das war lang,
dann reißt es mich, glatt wie der Blitz,
am Ende wieder jäh vom Sitz.
Das 1:0 – von Milivoje,
heut Abend schlüpf ich in die Koje,
im Traum gefangen, im Moment,
der sich in meine Seele brennt.
Ich hatt´s fast fertig – innerlich,
den Reim, das Jammern, mein Gedicht,
da wirft das Tor mich weit zurück,
und weit nach vorn – ins pure Glück.
Auf meinem Handy gab es schon,
die SMS an meinen Sohn,
das 0:0 sei viel zu wenig,
doch plötzlich – war ich wieder König.
Die SMS ganz schnell storniert,
überholt – denn was passiert,
in unserem Stadion – Mal zu Mal,
das ist scheinbar ein Signal.
Ein Signal, stets abzuwarten,
der liebe Gott, er mischt die Karten,
das ist perfekt, das ist gewiss,
weil er halt ein Kölner ist.
Wie das Spiel am Ende lief,
ist mir egal – ganz plakativ,
es war recht seltsam und konfus,
eigentlich ein Grund zum Blues.
Wäre da nicht – kurz vor Ende,
das Tor gefallen – welche Wende,
und was mich vorher noch gestresst,
ist jetzt nur schnell entsorgter Rest.
Liegt´s an unserem Ritual?
Am Kuss auf Franks und meinen Schal?
Lasst mich dank meinem Aberglauben,
die Träume in den Himmel schrauben.
Schon nächstes Mal kann´s anders sein,
wie ich fühle – zeigt mein Reim,
jedoch, die Rettung, sie ist nah,
heut lässt mich jubeln, was ich sah. 03.04.2011
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Entschluss
Ich hab einen Entschluss gefasst,
merk, dass mein Ego nicht mehr passt,
und der Geißbock – allemal,
ist mir im Grunde ganz egal.
Wen kümmern Siege, Niederlagen?
Ich muss mich nicht mehr ständig fragen,
ob ein Spiel zum Zeitplan passt,
das Leben plätschert, ohne Hast.
Ich habe Zeit zur Ruhe, Lesen,
nie ist es so schön gewesen,
Samstagmittag – ab halb 4,
greif ich zur Feder und Papier.
Kein Kommentar, der ständig hetzt,
kein Spiel, das meinen Geist verletzt,
kein Frieren mehr im Stadion,
Zeit für Frau, den Hund, den Sohn.
Die Tochter und das Enkelkind,
ich schalte ab – die Zeit gewinnt,
so viel davon wird übrig sein,
gestählte Nerven – und kein Reim.
Und sollt ich dennoch was vermissen,
so lasse ich Euch jetzt schon wissen:
Brauch ich den Stress, die reine Feier,
gehe ich demnächst zu Bayer.
Vielleicht ja auch zum Bökelberg,
Ostholland – bitte aufgemerkt:
Statt rot und weiß des Wegs zu ziehn,
bin ich vielleicht dann dunkelgrün.
Ihr wisst Bescheid – mein Vorsatz steht.
Mich umzustimmen? Viel zu spät!
Und was ich grad noch sagen will:
„April! April! April! April!“
Meine Finger sind verkrampft,
mein Bock, was war das für ein Kampf,
die Worte wollten – glaubt es mir,
kaum zum Bildschirm, aufs Papier.
Es hat mich vor mir selbst gegraut,
mir war ganz unwohl in der Haut,
ein Aprilscherz – schön und gut,
doch DAS war bloßer Übermut.
Das war schon fast wie schlimmstes Lästern,
ich wollte meine Kräfte testen,
ich schau zum Spiegel, schweißesnass,
die Haut ganz fahl, entsetzlich blass.
Ich bin FC-Fan, bleib es immer,
mich zu entwöhnen – das geht nimmer,
und Sonntag jagt der Club vom Dom,
Nürnberg aus dem Stadion. 01.04.2011
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Sieben
Sieben – ach, wie war das gleich,
erschlug der Held auf einen Streich,
und daher denk ich mehr und mehr,
soll auch der 7. Heimsieg her.
Nürnberg kommt – ein Schlüsselspiel,
derer hatten wir schon viel,
und bisher lief es doch rund,
welch ein feiner Schlüsselbund.
Die dort oben liegen uns,
und grad zuhause grenzt´s an Kunst,
die Schmach von Hamburg, falls Ihr fragt,
hab ich schon lange abgehakt.
Noch eine Woche bis zum Hit,
und spielt der Pedro wieder mit,
steht die Abwehr wieder dicht,
für mich ist jetzt ein Heimsieg Pflicht.
Das Stadion voll, der Frühling da,
es werden kühnste Träume wahr,
und so träum ich vor mich hin,
von der Rettung – das macht Sinn.
Drei Punkte jetzt, dann Gladbachs Bauern,
so würd es nicht mehr lange dauern,
bis zum finalen Jubelschrei:
Auch nächstes Jahr wär´n wir dabei.
Ein kleiner Flirt mit Inter Mailand,
das klingt doch gut, oh, lieber Heiland,
kann es sein, dass sich was dreht,
dass sich das Rad für uns bewegt?
Fangt mich ein, holt mich zum Boden,
ich möchte nicht zu deutlich loben,
die Punkte erst in unseren Sack,
dann ist mein Traumbild auch intakt.
Lasst uns bitte gegen Franken,
die Kraft und bestes Ego tanken,
der Abstand hinten ist zu knapp,
bringt unseren Geißbock schnell auf Trab,
Eine Torflut braucht es nicht,
eins mehr als Nürnberg – das ist Pflicht,
doch werden es dann wieder vier,
so glaubt es gern – dann freut es… mir.
Deutsche Sprache wie Verona,
nun fallt mir bitte nicht ins Koma,
statt „mir“ heißt es natürlich „mich“,
doch passt das halt im Verse nicht.
Wen interessiert das letztlich schon,
gibt’s drei Punkte – feinster Lohn,
am ersten Sonntag im April,
weiß ein jeder – was ich will. 28.03.2011
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Bindung
Ob Speck wohl Optimismus bindet?
Ich merke, seit mein „Polster“ schwindet,
schau ich oftmals zur Tabelle,
und denk, ich trete auf der Stelle.
Früher hab ich dann gelacht,
mir selten einen Kopf gemacht,
doch heute schau ich trübe drein,
könnte das vom Fettschwund sein?
Oder liegt´s am 6:2,
nun gut, ich war zwar nicht dabei,
doch traf es mich bis tief ins Mark,
ich bin zwar groß – doch nicht sehr stark.
Jetzt rechne ich am Abakus,
bestimmt hab ich nen Sockenschuss,
ich schieb, addiere, subtrahiere,
derweil ich diese Zweifel spüre.
Was ich auch tu – ist für die Katz,
kein Knochenwurf, kein Kaffeesatz,
bringt mir Erkenntnis – wie´s wohl sei,
in der Tabelle, bald, im Mai.
Früher – Gott, wer glaubt das schon,
war ich die Ruhe in Person,
zog mich in mich selbst zurück,
genoss beim Essen stilles Glück.
Die Haut war dick, der Speck war dicht,
ich sah an jedem Punkt ein Licht,
und eines dieser „Lichter“ hieß,
dass Frankfurt aus der Liga schießt.
Jetzt kommt ein Neuer – Christoph Daum,
bringt er was? Naja, mal schau ‘n.
Doch habe ich – das macht mich krank,
das Ticket schon in meinem Schrank.
Ich dacht, ich könnt nach Frankfurt fahren,
die gestressten Nerven sparen,
sinnierte fast, wir seien durch,
was bleibt mir heute – Stress und Furcht.
Wenn es dort um alles geht,
ist Rettung für mich weit, zu spät,
ach hätte ich doch meinen Speck,
darunter war ich gut versteckt.
Nächste Woche gegen Franken,
vielleicht zum „Etwas Ruhe tanken“.
„Vielleicht“ ist solch ein schlimmes Wort,
nun wischt doch meine Zweifel fort.
Möcht wieder optimistisch sein,
„Ich bin so klein, mein Herz ist rein“,
Fett, es schwand, die Klarsicht auch,
ich fühl ein Grummeln – tief im Bauch. 22.03.2011
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HSV
Der HSV, ein Scherbenhaufen,
und während Fans die Haare raufen,
wär vielleicht für uns was drin,
auch wenn ich überheblich bin.
Wer so jetzt auseinanderbricht,
vergisst die Freude und die Pflicht,
und geht vielleicht gehemmt ins Spiel,
….vielleicht erwarte ich zu viel.
Drei Punkte, jetzt beim HSV,
das wär perfekt, das wär die Schau,
ein großer Schritt – Erhalt der Klasse…,
wie ich doch kühne Träume hasse.
Auswärts sind wir nicht die Krone,
und Hamburg sicher auch nicht ohne,
auch wenn das Karussell sich dreht,
und alles drunter, drüber geht.
Mag sein, es kehrt ein neuer Besen,
für Armin Veh ist´s das gewesen,
mag sein, es setzt dann Kräfte frei,
und alles strahlt wie einst im Mai.
Zu viel vielleicht, und zu viel wenn,
doch wie ich die Geschichte kenn,
ist da sicher etwas drin,
weil ich – nicht in Deutschland bin…
Dieses Omen hat genügt,
Aberglaube führt zum Sieg,
so war´s in der Vergangenheit,
nun ist´s erneut wohl an der Zeit.
Denn ich geb am Wochenende,
jede Pflicht in Eure Hände,
da ich in Barcelona bin,
erwarte ich den Punktgewinn.
Schau mir stattdessen Messi an,
und frag, ob ich ihn kaufen kann,
ein paar Euronen, wie ich seh,
sind in meinem Portemonnaie.
Mal schauen, was der Sonntag bringt,
ob was ich hoffe, wohl gelingt,
und klappt es dann am Ende nicht,
ist ein Sieg im Heimspiel Pflicht.
Ich geh den Flug mit Ruhe an,
da ich Euch vertrauen kann,
und komm ich Montag dann zurück,
schwelg ich im rot und weißen Glück.
Nur einen Reim, den wird´s nicht geben,
da ich nichts sehe, weiß ich eben,
nicht wie unser Spiel dort lief,
furchtbar oder attraktiv… 13.03.2011
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Aschermittwoch
Verlängerung des Karneval,
in Kölles schönstem Ziegenstall,
Aschermittwoch ist vorbei,
doch hier herrscht noch die Narretei.
4:0 – ich fass es kaum,
ist es real, ist es ein Traum?
FC – zuhause eine Macht,
ich spüre, wie mein Herzchen lacht.
Und statt mich jetzt ins Bett zu legen,
erhaltet Ihr nun meinen Segen,
ganz kurz noch vor der Geisterstunde,
macht mein Reim nun seine Runde.
In der ersten halben Stunde,
leckte ich nur meine Wunden,
Bock Rensing hielt uns noch im Spiel,
die Null dort hinten war das Ziel.
Dann dieses feine Freistoßtor,
Petit, er traf, und ja, ich schwor,
ich schimpfe nie mehr, bin ganz still,
grad so, wie es mein Mentor will.
Frank saß entspannt, dort hinter mir,
und meinte nur: „Ich sage dir,
mach dir keine Sorgen mehr,
das Spiel, das gibt der Bock nicht her.“
Doch beim Fußball zu relaxen,
das kann ich nicht – an meinen Texten,
seht Ihr doch, wie es mich quält,
jetzt wo jedes Pünktchen zählt.
Das 2:0 – die Last fiel ab,
doch immer noch war´s mir zu knapp,
das 3:0 – auf und davon,
ich küss das halbe Stadion.
Beim 4:0 – nicht übertrieben,
war ich ganz hoch, auf Wolke 7,
wann hat man das zuletzt erlebt,
dass vorne eine 4 mal steht?
Ein kölsches Fest und kölsche Lieder,
und endlich, endlich weiß ich wieder,
warum ich diesen Bock verehre,
ihm ein Leben lang gehöre.
Der neue Slogan sagt es klar,
was mir schon lang ein Thema war:
Für zwei Vereine, Fan und Traum,
reicht ein einzig Leben kaum.
Ich habe den FC gewählt,
bin fast wie mit dem Bock vermählt,
hoff, dass die Liebste das nicht liest,
Eifersucht macht sie zum Biest… 11.03.2011
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11
11 Punkte sind ein hehres Ziel.
Und Fußball ist doch nur ein Spiel…
Wer so spricht, hat keinen Schimmer,
von Seelenqualen – wie auch immer.
„11 Mann, die einem Ball nachlaufen,
was kann ich mir denn dafür kaufen…?“
So spricht nur der, der nie erlebte,
wie ein Fan vor Stolz erbebte.
Der nie erlebte, was es heißt,
wenn es dich von den Sitzen reißt,
das Herz kurz vor dem Exitus,
nach einem wohlplatzierten Schuss.
Ich tu´s erneut, welch ein Gefasel,
in Köln, der Eifel, selbst in Basel,
rauft man die Haare, wringt die Hände:
„Hat das wirklich nie ein Ende?“
Schminkt´s Euch ab – ich brauch die Worte,
sie sind für mich das Tor, die Pforte,
zu etwas mehr Gelassenheit,
zur Querung fußballfreier Zeit.
Ich spüre schon das leise Zwicken,
das Suchen und die ersten Blicke,
ständig hin auf meine Uhr,
wie viele Stunden sind´s denn nur?
Am Freitagabend kommt Hannover,
schickt sie heim – The game is over,
mit einem feinen Doppelpack,
die Punkte in den Kölner Sack.
Legt Hannover an die Leine,
Geschenke machen wir jetzt keine,
11 Punkte fehlen uns zum Ziel,
es klingt so wenig – doch ist´s viel.
Hannover – dieses Spiel wird schwer,
Zuhause siegen – ich will mehr,
3 Punkte für den Ziegenstall,
und seine Hüter – klarer Fall.
Schäfer, stimm die Herde ein,
ich träum von einem Match daheim,
das mich wieder fliegen lässt,
wie wär das schön – das wär ein Fest.
Die 40 käme spürbar näher,
sorgt nur dafür – ich bin der Späher,
zähl täglich an den Fingern ab,
der Punkte Abstand – noch zu knapp.
Vier Mal siegen – fangt jetzt an,
damit ich ruhiger schlafen kann,
am Freitagabend, Gänsehaut,
Flutlichtfeeling – Kommt und schaut. 09.03.2011
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Magnet
Ein Abend voller Glanzparaden,
fast, ja fast wollt ich´s so haben,
doch leider blieb uns nach dem Spiel,
die bloße Null – das ist nicht viel.
Ich hatte mir nicht viel erhofft,
denn auswärts holt uns leider oft,
das reale Denken ein,
Ihr wisst wahrscheinlich, was ich mein.
Doch Rensings Spiel war ein Genuss,
und es war mir zwar bewusst,
dass er ein wahrer Könner ist,
jedoch nicht so – nein, ganz gewiss.
Rensing, gestern wie magnetisch,
und ich werde fast pathetisch,
Talent und Trainings guter Lohn,
wann sieht man solch Paraden schon?
Ich wünschte nur, so heut am Tage,
ich könnt das auch von anderen sagen,
wo´s heute die Erkenntnis gibt,
dass vieles leider Stückwerk blieb.
Womit ich aber leben kann,
man trat beim Deutschen Meister an,
das ist von mir so klar gemeint,
wie jeden Tag die Sonne scheint.
Für uns gilt jetzt das Augenmerk,
auf Hannover – frisch ans Werk,
am Freitagabend, Flutlichtspiel,
was fürs Herz und fürs Gefühl.
Vor allen Dingen sieht´s so aus,
brauch nicht vier Stunden bis Zuhaus,
mit manchem Fluch, der mir entfloh,
Fahrt im Stau macht mich nicht froh.
Erst nachts um 2 in meinem Bett,
wie schön ich schon geschlafen hätt,
säh ich das Match entspannt auf Sky,
aber nein – bin gern dabei.
Ich brauch die Stimmung, das Gefühl,
die Gänsehaut, die Lust am Spiel,
das Fluchen, Jubeln, Drumherum,
haltet Ihr mich auch für dumm.
Ich brauch die Hymne, den Gesang,
ich denk, ein ganzes Leben lang,
die Pulsfrequenz, die Euphorie,
und leider auch den Frust heut Früh.
War gestern down, doch Schwestern, Brüder,
heute stimmt die Richtung wieder,
entspanne mich perfekt beim Reim,
man kann nicht immer Sieger sein. 05.03.2011
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Frohsinn
Was haben wir schon zu verlieren?
Lasst uns den Reiz des Frohsinns spüren,
und tragt ihn mit mir in die Stadt,
wo´s schwarz und gelbe Streifen hat.
Man führt dort die Tabelle an,
souverän, mein lieber Mann,
und doch – was heißt das vorher schon?
Ein Pünktchen wär ein feiner Lohn.
Ich bin dabei – vielleicht verrückt,
vielleicht von Schwarz und Gelb erdrückt,
doch unsere Brust ist stark und breit,
ein Auswärtssieg wär höchste Zeit.
Ich weiß, das ist jetzt Kokolores,
Dortmund lehrt uns sicher Mohres,
und doch – wer hätte schon gedacht,
dass man Daheim den Sack zumacht.
Für Bayer, Mainz gab´s wunde Nasen,
gerade jetzt, in diesen Phasen,
als man dachte – „Viel zu schwer“,
doch schlau ist man erst hinterher.
Endlich freue ich mich wieder,
auf jeden Samstag – Spiel und Lieder,
auf den Moment, kurz vom Kollaps,
ohne Bier und Wein und Schnaps.
Auf die Minuten, kurz vor Schluss,
auf einen Heber, satten Schuss,
auf den finalen Jubelschrei,
und ich bin mittendrin, dabei.
Das Stadion – der schönste Ort,
ist man(n) mal von zuhause fort,
mal schrei ich Zeter, Mordio,
mal bin ich glücklich, strahle froh.
Lasst Dortmund nur ruhig Meister werden,
1 Punkt für uns wird´s kaum gefährden,
und wären es der Punkte drei,
ich nähm sie gern, ich wäre high.
Ein bisschen Frohsinn kann nicht schaden,
grad jetzt an diesen tollen Tagen,
und doch ist Karneval nur müd,
wenn man solch tolle Spiele sieht.
Sang mir die Stimme aus der Kehle,
es strahlt die rot und weiße Seele,
wer das nicht kennt – zeigt mir ganz nobel,
und ganz deutlich einen Vogel.
Doch ehrlich – damit kann ich leben,
was kann es schließlich Schöneres geben,
als ein Teil vom Ganzen sein,
von unserem Bock und dem Verein. 28.02.2011
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Ode an die Freude
Die Südtribüne abgerissen,
nie möcht ich diese Stimmung missen,
und gleich auch wieder aufgebaut,
ich fühl mich wohl in meiner Haut.
Als alle, aus der Not geboren,
sich dachten: Hauptsach nicht verloren,
verwöhnt uns Poldis Geistesblitz,
und reißt uns alle jäh vom Sitz.
Das war ein Traumtor, feiner Heber,
solch ein Tor – das macht nicht jeder,
und so hab ich Anlass, heute,
zu einer Ode an die Freude.
Freude schöner Geißbockfunken,
noch Sonntag bin ich wie betrunken,
Tochter aus Elysium,
schaut solch ein Spiel – und wisst warum.
Noch heute bin ich wirklich selig,
wollt Ihr das auch – nun, dann empfehl ich:
Genießt den Geißbock-Karneval,
was Schöneres gibt´s kaum – klarer Fall.
Mit Ängsten zu dem Spiel gegangen,
gedacht, dass wir uns Tore fangen,
die Elf zu sehr ersatzgeschwächt,
nicht wirklich stark – doch auch nicht schlecht.
Doch gestern überzeugten jene,
wo ich´s nicht dachte – ja, ich schäme,
mich gehörig, geb gern zu,
manch Ersatz war gestern Clou.
Pezzoni, Andrezinho gar,
entschärften hinten die Gefahr,
mit dem Glück der Tüchtigen,
gestern traf´s die Richtigen.
Ob das Tor von Freiburg zählte,
der Schiri falschen Pfiff dort wählte,
ehrlich – ist mir sch…egal,
ich schwenke freudig meinen Schal.
Die Orgie in rot und weiß,
die Freude bebt im Spielerkreis,
tobt bei den Fans im weiten Rund,
solch Erlebnis hält gesund.
Es kommt mir vor – jetzt, etwas später,
als sprang ich hoch, so fast zwei Meter,
als sei ich plötzlich schwerelos,
der Bock ließ Emotionen los.
Freude schöner Geistesfunken,
Poldis Tor macht mich betrunken,
Elysium – so schön, so rein,
liegt hier bei uns – in Köln am Rhein. 27.02.2011
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Seuche
Hab ich gesündigt? Ganz bestimmt.
Ich war nicht nett, kein artig Kind,
denn die Seuche, die grassiert,
ist bestimmt Dank mir passiert.
Gestern schrieb ich überheblich,
von Geromel – und heut? Vergeblich!
Hätt ich mich zurückgehalten,
wär jetzt alles noch beim alten.
Versucht mich bitte nicht zu trösten,
heute ist mein Leid am größten,
ich bin ein echter Unglücksrabe,
glaubt es mir – wenn ich das sage.
Und weil ich abergläubisch bin,
beim Fußball – kommt´s mir in den Sinn,
beim Reimen mein Gehirn zu schalten,
die Finger streng gekreuzt zu halten.
Vorm Senden spuck ich übern Rücken,
denn ich kenn ab jetzt die Tücken,
malt man den Teufel an die Wand,
hat man sich ganz schnell verbrannt.
Steht plötzlich ohne Abwehr da,
ich weiß noch, wie´s in Pauli war,
ohne Pedro – Leute hört,
sind wir nur die Hälfte wert.
Jetzt gilt es für den Rest zu zeigen:
„Wir sind nicht nur ein Teil vom Reigen,
wir tragen auch mit Recht und Lust,
den Kölner Geißbock auf der Brust.
Egal wer dort auch immer fehlt,
wir kämpfen – denn der Wille zählt,
und für drei Spiele schafft man´s schon,
die Punkte winken uns als Lohn.“
Freiburg mag man sicher preisen,
doch sind sie nicht der Stein der Weisen,
sie sind nicht schlecht – doch wir Zuhaus,
da sieht die Welt schon anders aus.
Jetzt heißt es, sie zum Schwarzwald treiben,
und Samstag ungeschlagen bleiben,
am liebsten wäre mir ein Sieg,
da ein Pünktchen nicht genügt.
Es gilt, von Spiel zu Spiel zu denken,
wir haben sicher nichts zu schenken,
und daher, mit vereinter Kraft,
wird Samstag auch ein Sieg geschafft.
Die Tribünen stehen im Rücken,
es gilt erneut, uns zu verzücken,
wir sind bereit – der zwölfte Mann,
bis zum Anpfiff ist´s nicht lang. 23.02.2011
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Freiburg_260211
Freiburg kommt – und ich bin fröhlich,
erneut ein Sieg – ich wäre selig,
ich jammere, ich unke nicht,
ein Fan zeigt Stärke, das ist Pflicht.
Saß vorm TV, ein Marathon,
Bayers Sieg – ein karger Lohn,
denn bei jedem neuen Tor,
kam ich mir entsetzlich vor.
Stuttgart galt es da zu schlagen,
noch heute liegt´s mir schwer im Magen,
dass ich für Aspirin gebebt,
das musste sein – der Geißbock lebt.
Dann sah ich Schalke bei den Bauern,
die Klepper siegten – welch Bedauern,
und in meinem ersten Schock,
fühlte ich mich angeknockt.
Ich schüttete mein Herzleid aus,
saß allein, verstört Zuhaus,
und wartete, ganz tief geknickt,
dass man mir ein „Kopf hoch“ schickt.
Doch was kam, war ein Satz Feigen,
ich soll nicht jammern, ich soll schweigen,
ich solle mich als Fan beweisen,
den eigenen Club, nicht fremde preisen.
Und Stück um Stück kam es zurück,
die Freude und das Lebensglück,
ab heute denk ich positiv,
wie gut, dass ich nach Heilung rief.
Zur Buße hab ich schnell gebadet,
geweihtes Wasser – was nicht schadet,
ich sang die Hymne, schief und laut,
ich kann halt nicht aus meiner Haut.
Und heute weiß ich, wir gewinnen,
wahre Schönheit kommt von innen,
und wahre Stärke wächst dank Mut,
mein Bock – tut die Erkenntnis gut.
Fehlen uns auch wichtige Spieler,
so ändern sich nicht unsere Ziele,
3 Punkte – auf die 30 zu,
dann hat die Seele langsam Ruh.
Cissé mag gut sein – stark und schnell,
doch der FC hat Geromel,
und Poldi führt die Mannschaft an,
zieht uns in rot und weißen Bann.
Sagt es ruhig – Der Alte spinnt,
außen grau – und innen Kind.
Ich ward halt so, dank meiner Gene,
sollte ich mich dessen schämen? 22.02.2011
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Wahre Liebe
Wahre Liebe kann nicht rosten,
trifft der Gegner auch den Pfosten,
und Nova auch noch selbst ins Netz,
wahre Liebe stirbt zuletzt.
Verzweifelt auch Ibisevic,
juckt mich das am Ende nicht,
wenn´s nach mir ging – sag ich frech,
gäb´s dickere Pfosten – hab ich Recht?
Natürlich nur in unserem Tor,
kommt Euch das auch recht seltsam vor,
so verweis ich mit Bedacht,
auf diesen Schiri – Gute Nacht!
Auch den hab ich nicht oft kapiert,
was dort auf dem Platz passiert,
verstand der Referee nur allein,
im fernen, kalten Hoffenheim.
Rensing stand wie ein Magnet,
ich dachte schon – es sei zu spät,
da springt der Ball vom Holz zurück,
in seine Arme – das war Glück.
War´s Holz auch Aluminium,
reimt sich´s nicht – das wäre dumm,
drum lasst mir diese Freiheit, bitte,
ich darf das wohl – das ist so Sitte.
Mohamad packt´s Glück beim Schopf,
trifft zum Remis, mit seinem Kopf,
und dieser Punkt kann Gold wert sein,
beflügelt heute meinen Reim.
Novas Kopfball – 1:2,
im Ansatz stickt mein Jubelschrei,
vielleicht des Guten doch zu viel,
es war ein ausgeglichenes Spiel.
Ein feiner Pass, ein super Sprung,
die Reaktion – Erleichterung,
und Hoffenheim war plötzlich klar:
Der FC steht für Gefahr.
Natürlich hab ich auch geflucht,
oft und deutlich und genug,
Ballverlust im Mittelfeld,
das ist es, was mir nicht gefällt.
Egal – 1 Punkt in Hoffenheim,
sollt gestern nun mein Startschuss sein,
für ein schönes Wochenende,
nun auswärts auch die erste Wende.
Heute halte ich zu Bayer,
hass mich dafür – die alte Leier,
manchmal, da verbiegt man sich,
für den FC – das ist halt Pflicht. 20.02.2011
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Fieselgeiß
Es sprach das Fähnlein Fieselgeiß:
Es geht nach Hoppenheim – das heißt:
Herzblut gegen Portemonnaie,
das Herz, natürlich – der FC.
Onkel Dietmar-Dagobert,
hofft, dass er den Sieg einfährt,
dreht den Kreuzer dreimal um,
doch der Geißbock ist nicht dumm.
Kommt mit sehr gestärktem Rücken,
um uns vielleicht dort zu entzücken,
wer Mainz so aus dem Stadion drischt,
der fürchtet sich auch auswärts nicht.
Zwar ohne Gundel Gaukeley,
doch Poldi, Nova sind dabei,
und Christian Eichner bringt uns Glück,
fast lehn ich mich entspannt zurück.
Wäre da nicht der Aspekt,
dass im Detail der Teufel steckt,
und jedes Spiel bei null beginnt,
offen ist´s, wer da gewinnt.
Doch vielleicht fängt irgendwann,
auch auswärts mal die Zukunft an,
und St. Pauli ist passé,
dieses Spiel – das tat schon weh.
Diesmal fahre ich nicht mit,
mag sein, dass es dann Punkte gibt,
ich setz mich ruhig vor das TV,
und höre mal auf meine Frau.
Wobei das „ruhig“ ein Trugschluss ist,
wenn du bekloppt, wie ich´s bin, bist,
dann hält das „ruhig“, sprich die Gefahr,
nur bis zum Anpfiff – das ist klar.
Dann beiß ich wieder in die Lehnen,
wanke zwischen Strahlen, Tränen,
bin das reinste Nervenbündel,
verpackt in rot und weißer Windel.
Treff des iPhones Tasten nicht,
SMS zum Tor ist Pflicht,
doch wie kann ich die Tasten treffen,
wenn mich die Hormone stressen?
So hoffe ich – lasst Hoffenheim,
für mich ein Quell der Ruhe sein,
ein feiner Sieg wär zwar nicht schlecht,
selbst mit Remis käm ich zurecht.
Ich freu mich auf das Wochenende,
denke, dieser Reim spricht Bände,
wie´s um mein Seelenheil bestellt:
Herzblut gegen Gut und Geld. 16.02.2011
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Alaaf
Alaaf, Alaaf besiegt Helau,
Alaaf, Alaaf, welch eine Schau,
das Spiel gewonnen - hoch verdient,
der Mainzer Schwung hat ausgedient.
So ängstlich wie ich vorher war,
so fühle ich mich wunderbar,
nach dieser Leistung, diesem Biss,
da Köln noch nicht Geschichte ist.
Februar-Geburtstagskind,
welches dieses Spiel gewinnt,
weil man sich in den Rausch gespielt,
lang hab ich nicht so gefühlt.
Gestern hat sich schon gezeigt,
der Weg zum Glück ist gar nicht weit,
nimmt man nur den Steilpass auf,
ein Sieg, schon bist du obenauf.
Doch gerade da hätt ich geschworen,
Köln ist dazu nicht geboren,
zwei Siege - und die noch am Stück,
dafür denk ich weit zurück.
Wie schön - das ist Vergangenheit,
den Start in eine neue Zeit,
erlebten wir mit Bayern schon,
nun heute der verdiente Lohn.
Die Abstiegsränge sind verlassen,
vor zwei Wochen kaum zu fassen,
schaut Euch nur die Paarung an,
wie schnell man da versagen kann.
Poldi, Nova, Doppelpack,
schon zappelt Mainz ganz tief im Sack,
so wunderschön kann Fußball sein,
FC, mein Karnevalsverein.
Beileibe nicht Beleidigung,
nichts Arges, nicht Verteidigung,
dieser Name ist Programm
schaut Euch die Tribünen an.
Mein Gott, wie haben die gebebt,
das Publikum im Stadion lebt,
wenn einmal dieser Funke springt,
wenn man in eigener Lust ertrinkt.
LaOla und Geburtstagsständchen,
frohe Spieler, frohe Menschen,
eine Mannschaft, die so spielt,
steigt nicht ab - ein klares Ziel.
Leistungen - dann wird's nicht schwer,
der Weg bereitet - ich will mehr,
das nächste Match in Hoffenheim,
holt Euch erneut die Punkte heim. 13.02.2011
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Mainz
Mainz kommt kurz vor Karneval,
frohe Mienen überall,
doch auch Sorge – nebendrein,
es könnte wie nach Bremen sein.
Heute hui und morgen schwach,
heute Top und morgen… Ach,
ich will nicht zweifeln am Gewinn,
weil ich gern optimistisch bin.
Verloren haben wir schon heute,
Bochum sah uns an als Beute…
Falls das Gesetz der Serie stimmt,
sind wir nun auf Sieg getrimmt.
Mainz ist sicher auswärtsstark,
doch wir sind nicht aus magerem Quark,
und haben es zuletzt gezeigt,
wer bei uns die Fiedel geigt.
Die Pappnas weg – sie zählt jetzt nicht,
drei Punkte – das sei erste Pflicht,
und wie auf einer Wanderdüne,
rocken wir die Südtribüne.
Denn die Bewegung unserer Massen,
ist mit Sinnen kaum zu fassen,
man merkt, dass die Tribüne lebt,
dass sie tanzt, im Takt sich hebt.
Die Mannschaft ist der Dirigent,
spielt sie frei und nicht gehemmt,
dann fegen wir, mit einem Satz,
fast jeden Gegner schnell vom Platz.
Ich merk, mich greift der Übermut,
nein, das ist nicht wirklich gut,
und daher rudere ich ein Stück,
aus freiem Willen jetzt zurück.
Die Mainzer – kein Kanonenfutter,
noch längst nicht alles ist in Butter,
doch haben wir es in der Hand,
ein Heimsieg – ein perfektes Pfand.
In der Tabelle gilt´s zu klettern,
nach all dem Fluchen und dem Wettern,
sind wir jetzt auf gutem Weg,
der Grundstein wurde schon gelegt.
Die Mainzer bloß nicht unterschätzen,
das Pflänzchen Hoffnung nicht verletzen,
doch auch nicht allzu ängstlich sein,
dann gibt es einen Sieg daheim.
Die Wahrheit liegt – so ist es Sitte,
immer in der goldenen Mitte,
Köln feiert fröhlich Karneval,
nach eigenem Sieg – ein klarer Fall. 09.02.2011
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Geist
Der eine freut sich an dem Spiel,
an Stimmung und am Glücksgefühl,
und wenn es geht – an einem Sieg,
der andere hat nur Bock – auf Krieg.
„Geistesgrößen“ gibt es immer,
vom Miteinander keinen Schimmer,
im Kopf, dort oben, gibt’s zwar Licht,
doch findet man den Schalter nicht.
Wieso missbraucht man diese Bühne,
ohne Rücksicht, ohne Sühne,
wieso ziehen manche in den Dreck,
was doch nach purem Frohsinn schmeckt?
Ein Menschenleben zählt nichts mehr,
Verstand? Vielleicht ja hinterher.
Und die Erkenntnis, die dann steht:
Das war wohl nichts – vielleicht zu spät.
Liegt man am Boden – so sieht´s aus,
tritt man am besten noch mal drauf,
ohne Sinn, und auch Verstand,
Dummheit, deutlich eingebrannt.
Der Prozentsatz – so gering,
dem´s nach dem Spiel erneut gelingt,
Angst und Schrecken zu verbreiten,
nach guten Spielen und nach Pleiten.
Da gibt es keinen Unterschied,
immerzu dasselbe Lied,
Randale aus ganz freien Stücken,
um Frust und Ärger zu ersticken.
Schaltet da das Denken ab?
Ist es Vorsatz? Nicht zu knapp?
Anonym in grauer Masse?
Das hat schon ganz besondere Klasse.
Ich lasse mir den Spaß nicht nehmen,
doch manchmal gilt es, sich zu schämen,
für einen Haufen rüder Spinner,
ohne Hirn und Geist – wie immer.
Wahrscheinlich ist es kaum zu ändern,
man kann es drehen oder wenden,
manche sind entsetzlich fern,
unerreichbar – fremder Stern.
Herr, lass Hirn vom Himmel regnen,
lass sie dem Verstand begegnen,
nicht nur begegnen – auch empfänglich,
vielleicht wird Blödheit dann vergänglich.
Ich freu mich stets aufs nächste Spiel,
zeig Emotionen – doch bleib kühl,
hab Spaß daran – zeig Energie,
nur so soll´s sein – und anders… nie! 08.02.2011
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Nachklang
Ist das nicht komplett verrückt,
wie sehr D(m)ich dieser Sieg beglückt,
die ganze Welt scheint weiß und rot,
und alles ist perfekt, im Lot.
Den ganzen Abend wie auf Flügeln,
meine Freude – kaum zu zügeln,
nur weil mein Verein gewinnt,
sagt es ruhig – der Alte spinnt.
Hundertmal die Sportschau schauen,
voll Freude auf die Schenkel hauen,
und jedes mal der Meinung sein:
Der Sieg gehört mir ganz allein.
Kritiken lesen, noch im Bett,
die ersten schon im Internet,
und dann die Zeitung ruhig studieren,
noch ein Mal dieses Feeling spüren.
Karneval ist schön und gut,
Spaß, gepflegter Übermut,
doch gegen das, was jetzt geschah,
nur ein wenig Trallala.
Adrenalin – in hohen Dosen,
jeder schwelgt in Siegerposen,
und umarmt, was ganz gewiss,
bei Drei nicht auf den Bäumen ist.
Ich schlief mit einem Grinsen ein,
so wunderschön kann Fußball sein,
selbst wenn es nur ein „Ballspiel“ bleibt,
das halt seine Storys schreibt.
Nichts von Dauer, nichts Konkretes,
nur ein Fan – nur der versteht es,
und lässt sich fallen, weit und tief,
weil sein Club ihn wieder rief.
Da gibt es schließlich – gar nicht bang,
Verrückte, die im Überschwang,
auf den Geißbock Reime schreiben,
bekloppt – nun lasst uns sachlich bleiben.
Gestern schimpfend, morgen high,
auf jeden Fall – stets mit dabei,
die Pumpe, wenn der Torschrei schallt,
schlägt mir spürbar aus dem Hals.
Fußball hilft nicht wirklich weiter,
auch ein Sieg macht nicht gescheiter,
Fußball macht nicht wirklich heil,
Fußball ist – nur schön und geil.
Und daher klingt noch heute nach,
unser Sieg – und Bayerns Schmach,
verzeiht, dass ich Euch wieder stresse,
dass ich mich fast erneut vergesse. 06.02.2011
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Pfifferling
Ich gab keinen Pfifferling,
nach Halbzeit 1, dass das gelingt,
was ich nun erzählen darf,
Halbzeit 2 – war einfach scharf.
Zur Halbzeit war die Mannschaft tot,
Elend, allergrößte Not,
kein Kampf, kein Spielwitz – 0:2,
der Geißbock stand zum Abschuss frei.
Ich war enttäuscht und kurz davor,
zu flüchten aus dem Stadiontor,
da war der Knoten jäh geplatzt,
Karneval auf Rasenplatz.
Plötzlich ward der Kampf gesucht,
und was zuvor im Soll gebucht,
das schlug um zur Habenseite,
den Bayern eine volle Breite.
Clemens Tor war das Signal,
der Weg aus unserem Jammertal,
und zweimal Nova – herrlich, schön,
ach könnt es so doch immer gehn.
Die Bayern zeigten Angriffsfläche,
schauten dümmlich aus der Wäsche,
verstanden jetzt die Welt nicht mehr,
angeboten zum Verzehr.
In meiner Angst, der Ausgleich fällt,
zeigte Rensing, dass er hält,
was auf seinen Kasten kommt,
stets auf der Höhe, stark und prompt.
Dieser Sieg war zur Moral,
alles andere als egal,
drei Punkte, die so wichtig sind,
wenn man weiterhin gewinnt.
Das ist der Weg aus unserer Krise,
die einz´ge Richtung, Direktive,
sammelt fleißig Punkt für Punkt,
dann wird der Bock auch schnell gesund.
Fallt nicht in dieses alte Schema,
hoch gelobt – und dann bequemer,
legt den zweiten Sieg jetzt bitte,
hinterher – genug gelitten.
Das Stadion ein Tollhaus heute,
zum Samstagabend rechte Beute,
und Karneval, wohin man schaut,
ich hatte echte Gänsehaut.
Ich hätt beim Singen heulen können,
ich mag es gern beim Namen nennen:
Ich bin FC-Fan, bleibe es,
das war ein reines Fußballfest. 05.02.2011
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Lederhosen
Während Justitiare streiten,
und vielleicht das Feld bereiten,
für einen Wechsel – trotz Blamage,
schaue ich zur Chefetage.
Dort zog heut Volker Finke ein,
er soll der starke Mann jetzt sein,
der Schäfer auch den Rücken stärkt,
ich hoffe drauf – los, frisch ans Werk.
Denn was jetzt kommt, ist nicht von Pappe,
nicht mehr Stänkern – bitte, Klappe,
denn gegen starke Lederhosen,
siegt man niemals als Mimosen.
Geromel kommt endlich wieder,
Finke/Youssef sind wie Brüder,
vielleicht macht das Abwehr stark,
ich hoffe, bange bis ins Mark.
Und trotzdem weiß ich, tief da drin,
dass ich meist nur ein Träumer bin,
um im Spiel nicht abzusaufen,
muss alles letztlich für uns laufen.
Nova sollte endlich treffen,
Poldi manchen Frust vergessen,
vielleicht weiß gar das Mittelfeld,
wozu man´s auf den Rasen stellt.
Erfolgserlebnis wie nach Bremen,
danach würde ich mich sehnen,
mit Einsatzwillen und Gefühl,
gewinnt man auch ein solches Spiel.
Bitte jetzt den Bock nicht schlachten,
wie wir es in Hamburg machten,
seht nach hinten, und erkennt:
Die Klepper kommen, ja, es brennt.
Sie stehen uns fast auf den Sohlen,
um uns bald zu überholen,
ein, vielleicht zwei Pleiten noch,
dann stecken wir ganz tief im Loch.
Zeigt der Gamsbart-Spielfraktion,
gute Arbeit – denn als Lohn,
winken uns drei Punkte jetzt,
hochwillkommen, hochgeschätzt.
Das wär ein Start, wie ich ihn mag,
zeigt Einsatz – ich genieß den Tag,
will Stimmung nicht nur vor dem Spiel,
nein, bis ins ersehnte Ziel.
Hoff ich zu viel? Das mag wohl sein,
doch steh ich damit nicht allein,
holt Euch zur Hymne Gänsehaut,
und strengt Euch an – falls Ihr Euch traut. 01.02.2011
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Fax
Es saß Herr Choupo Eric Max,
sinnend, still vor seinem Fax:
„Soll ich? Oder soll ich nicht?“
Kurz vor knapp, beim letzten Licht.
„Schick ich Verträge durch den Äther?
Vielleicht, mag sein, vielleicht auch später.“
Und als er doch den Startknopf drückt…,
da spielt sein Fax komplett verrückt.
Das Fax bleibt stecken im Nirwana,
zwischen Kamerun und Ghana,
zwischen Hamburg, Köln am Rhein,
das passt zu uns – das musste sein.
Karneval im Januar,
klingt lustig – doch ist´s leider wahr,
unser Angriff – laue Luft,
der Stürmer bleibt in blauer Kluft.
Das ist erneut perfekte Posse,
ein Gassenhauer für die Gosse,
da morgen früh halb Deutschland lacht,
ein Fax, das einen Umweg macht.
Doch frag ich mich – und das ganz ehrlich,
wär solch Transfer nicht auch gefährlich?
Ein Spieler, der so lange braucht…,
solche Leute ham wir auch.
Vielleicht ein Poker an der Elbe?
Gestörtes Fax? Das glaubt mal selber.
Ich spekuliere, weiß es nicht,
die Politik – sie ärgert mich.
Jetzt muss es weiter Nova richten,
und ich muss weiter gramvoll dichten,
von Toren, die man nicht erzielt,
Fußball ist halt doch (k)ein Spiel.
Ob er uns geholfen hätte,
darauf schließ ich keine Wette,
doch bleibt der Zweifel, bleibt der Keim,
es könnte letztlich anders sein.
Ein Fax, das streikt – mir sträubt das Fell,
keine Gnade – DFL,
und ich frag mich ungeniert,
warum das stets in Köln passiert.
Am Ende bleibt uns doch die Panik,
Nova, Andrezinho, Lanig,
oder wie sie alle heißen,
zu fein, zum Kratzen oder Beißen.
Diese Story – fast historisch,
wird´s doch noch gut, bin ich euphorisch,
wär´s nicht so traurig, würd ich lachen,
that is life – was will man machen? 31.01.2011
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Leberwurst
Im kalten Hamburg arg gefroren,
dazu mit 0:3 verloren,
erbärmlich – doch nicht ungerecht,
wir waren einfach – mehr als schlecht.
Die Zecke zog den Bock am Schwanz,
der zeigte einen Eiertanz,
nahm das Spiel partout nicht an,
weshalb – man nicht gewinnen kann.
Die kalten Füße kaum gespürt,
der Fan, er wurde vorgeführt,
und demnächst gibt es wohl Haue,
in Cottbus, Koblenz oder Aue.
Der Abwehrturm heißt Geromel,
ohne Pedro wird’s nicht hell,
genau – ich hab es unterschätzt,
und weiß es nun, vielleicht zuletzt.
Derweil sitzt Mohamad Zuhaus,
heult sich seine Augen aus,
und spielt – gefangen tief im Frust,
das Stück der leidend Leberwurst.
Doch war´s die Abwehr nicht allein,
die ganze Mannschaft – wahre Pein,
bis hin zum Punkt der Peinlichkeit,
der Weg zum Abstieg – nicht mehr weit.
Herr Lanig glänzt durch Arroganz,
das Elend ist – der Junge kann´s,
doch fehlt der Wille, wird das nichts,
wie lang – bis es den Bock erwischt?
Ein Stürmer, der das Prädikat,
„Top“ einmal besessen hat,
der heut jedoch im Elend stirbt,
und nicht für hohe Schule wirbt.
Ein Poldi, der das Heft nicht nimmt,
ne Elf, in der´s zu selten stimmt,
scheinbar soll´s nicht anders sein,
wir sind – ein Karnevalsverein.
Ein Elfer, der doch keiner war,
ein Schiri, reichlich sonderbar,
jedoch das Spiel, die Niederlage,
unsere Schuld – gar keine Frage.
Nun kommt Mainz, und es kommt Bayern,
ich ahne – keinen Grund zu feiern,
außer, wenn Ihr jetzt versteht,
dass Fußball auch mit Einsatz geht.
Fanfreundschaft ward groß geschrieben,
in einer Kneipe – lang geblieben,
doch ändert´s nicht – mein letzter Satz:
Dass mir bald der Kragen platzt. 30.01.2011
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Baldrian
Stadtanzeiger
Mancher sucht den Stein der Weisen,
mancher sucht sein Glück auf Reisen,
und ich? Ich such – Verzweiflung pur -,
eines Artikels ferne Spur.
Gestern sprach mich jemand an,
ob ich mich erinnern kann,
an einen Reim, den er kurz sah,
im Stadtanzeiger – ich sprach „Ja“.
Er las den Reim, kurz im November,
ich grübele – und ich remember…,
dass ich am Ende – gar nichts weiß,
mir ward es kalt, und mir wird heiß.
Es sei was vom FC gewesen,
Meinung, Ärger, Freude, Thesen,
das Thema halt, das Euch oft blüht,
und das mir so am Herzen liegt.
Seitdem bin ich jetzt auf der Suche,
ich google fix, find nichts, und fluche,
hätt den Print so gern gesehen,
könnt Ihr das vielleicht verstehen?
Ich finde nichts, ich bin verwirrt,
mag sein, dass sich der Mann ja irrt,
in unserem Alter – kurz vor knapp,
in dem das Denken Lücken hat.
Mit Mitte 50 – ist halt so,
ist man beim Frühstück mehr als froh,
wenn man die Liebste noch erkennt,
das Bild im Spiegel - fast schon fremd.
Ich schau den Fremden an, recht scharf,
den ich ganz früh rasieren darf,
bin sicher dann – beim ersten Licht:
Mein lieber Gott, das bin ja Ich.
Das gibt mir Hoffnung – irgendwie,
das Denken ward nicht Theorie,
und such ich lang genug erst weiter,
werd ich fündig – nicht gescheiter.
Es macht vielleicht (?) ein wenig stolz,
sich selbst zu lesen – doch was soll´s,
ich finde nichts – und denke gerade,
ward ich verulkt? Das wäre schade.
Verzeiht mir meinen Höhenflug,
ich hör schon auf – es ist genug,
und ich bereite mich nun vor,
aufs Bremen-Match, auf Sieg und Tor.
Was lang nicht war, das soll heut werden,
ich will mich gern als toll gebärden,
schlägt der Bock den Club der Weser,
das wäre was – geneigte Leser. 22.01.2011
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Bremen_Gedanken vor dem Spiel
Bremen kommt nun übermorgen,
und ein Sieg vertreibt die Sorgen,
jedenfalls für kurze Zeit,
doch leider – ist´s noch nicht so weit.
Im Moment bleibt´s nur Gelaber,
zu viel Wenn – und zu viel Aber,
zu viel Traum und Konjunktiv,
viel Wasser, das zur Mündung fließt.
Und so warte ich still ab,
die einzige Chance, die ich hab,
dreh die Daumen – und verzweifle,
mir fehlt halt doch des Geistes Reife.
Was nützt es denn, sich aufzuregen,
kaum etwas kann ich bewegen,
ich mach nur meine Nerven blank,
und werd davon am Ende krank.
Ich hab´s begriffen, werd jetzt weise,
beweg mich nicht mehr stur im Kreise,
ab heute – so beschließ ich jetzt,
wird Contenance mir zum Gesetz.
Vielleicht ja noch ein letzter Blick,
zum Spielplan – das wirft nicht zurück,
damit ich weiß – das ist der Sinn,
ob ich schon geläutert bin.
Ich hab´s getan – tät´s besser nicht,
wie schnell ein guter Vorsatz bricht,
kaum tat ich einen Blick – und Zack,
hat mich die Sucht erneut gepackt.
Ich glaub, da gibt es keine Heilung,
nicht mit Ruhe, noch Beeilung,
da hilft noch nicht mal, wie ich´s seh,
Bayers Aspirin plus C.
Jetzt lese ich von weiteren Stürmern,
aus der Nase zieht man Würmer,
heute diesen, morgen den,
doch manchen will ich hier nicht sehn.
Die auf dem Platz, die soll´n begreifen:
Es reicht nicht ein Trikot zu streifen,
wenn nicht dabei der Wille steht,
zu ackern, bis fast nichts mehr geht.
Geht man als Mannschaft auf den Rasen,
hat man auch Chancen in den Phasen,
in denen man sich machtlos wähnt,
dass sage ich – ganz unverschämt.
Jagt die Bremer heim nach Norden,
dann ist mein Traum schnell wahr geworden,
3 Punkte aus dem nächsten Spiel,
ne, wat wör dat e Gefühl. 20.01.2011
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Kaiserslautern_160111
Kaiserslautern – Betzenberg,
Fahrt nach Kölle, Punkt, gestärkt,
doch war – und darin liegt der Sinn,
in diesem Spiel viel mehr noch drin.
Die Führung, sie war kurios,
und trotzdem war die Freude groß,
als Poldi, pflichtbewusst und brav,
ins Herz der Pfälzer Teufel traf.
Danach ein Wischer mit der Hand,
die Rote Karte – wie bekannt,
und trotzdem hab ich nicht frohlockt,
ich kenn die Pfälzer – und den Bock.
Besser hätt man durchgespielt,
die Pause hat uns abgekühlt,
und Kaiserslautern heiß gemacht,
ich sah´s mit Schrecken – Gute Nacht.
Dahin war jeder Kölner Schwung,
dahin Elan, Begeisterung,
im Spiel war ab der Halbzeit 2,
vieles Stückwerk – Stümperei.
Als der dumme Ausgleich fiel,
hatte ich ein klares Ziel:
Bitte pfeift das Spiel schnell ab,
da ich Versagensängste hab.
Doch ich wurde durchgequält,
Minuten voller Angst gezählt,
und ich sah im Geiste schon,
die Pfälzer Führung – wie gewohnt.
Dieser Schuss zum Lauterer Himmel,
Gero ohne Korn und Kimme,
da erstarb mir im Moment,
mein Jubelschrei, wie Ihr ihn kennt.
Dafür dann vor dem Kölner Tor,
Rensing, stärker als zuvor,
hielt uns das eine Pünktchen fest,
der Junge kann´s, wenn man ihn lässt.
Am Ende stand ich – groß und stark,
wieder kurz vor dem Infarkt,
weiß die Mannschaft eigentlich,
wie rüde sie mich stets erwischt?
Ja, bin mit dem Punkt zufrieden,
was ist mir bitte sonst geblieben,
statt der Taube auf dem Dach,
nehm ich den Spatz, der Pünktchen macht.
Wer weiß, ob dieser Punkt mal zählt,
und unsere Position einst stählt,
wer weiß, ob grad die zwei uns fehlen,
ich nicht – das will ich nicht verhehlen. 16.01.2011
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Schweinegrippe vor dem Betze
Ein viertel Kader Schweinegrippe,
das ist wahrlich eine Klippe,
vor dem nächsten schweren Spiel,
ein Sieg war mein erklärtes Ziel.
Nun liegt die Abwehr – gar nicht nett,
zum großen Teil schon brav im Bett,
von diesem Virus kalt erwischt,
Leute – das gefällt mir nicht.
Auch der Schwung nach vorne leidet,
Jajalo, statt Trikot-bekleidet,
erkrankte jetzt noch hintendrein,
so ein Mist – das glaubt kein Schwein.
Und der Betze freut sich diebisch,
plant auch Schäfer sehr akribisch,
ohne manches Personal,
wird das eher doch fatal.
Giannoulis – eher kein Problem,
bisher hab ich noch nicht gesehn,
dass der Spieler etwas taugt,
wer hätte das auch schon geglaubt.
Doch Mohammad, das tut schon weh,
McKenna auch – denn der FC,
greift beim Wechseln von der Bank,
nicht gerade in den vollen Schrank.
Also hilft erneut nur beten,
das Spiel gedanklich so antreten,
dass zwar alles möglich ist,
doch nur – falls uns das Glück auch küsst.
Vielleicht bin ich zu pessimistisch,
vielleicht sind unsere Neuen listig,
vielleicht wird es nur halb so schwer,
…ach wenn schon Sonntagabend wär.
Ich werde vor dem Kasten sitzen,
in meinen Ängsten kräftig schwitzen,
und die Daumen sind gedrückt,
auf dass es endlich wieder glückt.
Das Programm ist denkbar schwer,
Bremen kommt gleich hinterher,
und dann St. Pauli, Auswärtsspiel,
mal ist mir heiß, dann wieder kühl.
Wir haben doch konkrete Ziele,
bitte diese – nicht verspielen,
Punkte her – sonst zählt jetzt nichts,
Sieg um Sieg – das ist jetzt Pflicht.
Sagt mir bitte – das wär schön,
ich soll´s nicht so verbissen sehn,
sagt, wir umschiffen diese Klippe,
pfeift was auf die Schweinegrippe. 14.01.2011
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Kaiserslautern
Auch wenn ich jetzt nach Lautern kann,
kommt eher der Klabautermann,
als dass ich emsig mich nun rege,
den Hintern in die Pfalz bewege.
Ein Freund bot mir die Tage an,
dass ich nach Lautern reisen kann,
er habe just für dieses Spiel,
eine Karte noch zu viel.
Doch Lautern, Leute, mag ich nicht,
statt Freude stets nur bloße Pflicht,
denn immer auf dem Betzenberg,
fungieren wir als Fußballzwerg.
Ich war dabei – beim letzten Spiel,
und ich hatte das Gefühl,
wir schießen sie in Liga 3,
wie wär das schön – und ich dabei.
Doch kam es wie es immer kommt,
die Tore fielen, eher prompt,
und leider für die falsche Seite,
frustriert sucht ich als Fan das Weite.
Und das soll ich jetzt wieder sehen?
Erwartungsvoll zum Betze gehen?
Um mir – auf gar nicht leisen Sohlen,
eine Packung abzuholen?
Ich sagte meiner Frau ganz stolz,
ich sei aus ganz besonderem Holz.
Endlich einmal stark geblieben,
ein Mann – so recht zum herzen, lieben.
Da meinte sie: „Red dir nichts ein,
ich merke schon, bist du daheim,
so blutet dir bestimmt das Herz,
stell dir nur vor – ein Sieg… dein Schmerz.
Ihr habt doch jetzt vier neue Spieler,
und ganz sicher neue Ziele,
weg von dem Tabellenplatz,
bei dem dir stets der Kragen platzt….“
So machte sie mich wieder wanken,
soll ich fluchen, soll ich danken?
Soll ich sagen, ich fahr mit?
Das Wörtchen „Ja“ – ein kleiner Schritt.
Doch was, wenn wir erneut verlieren,
den Plan schnell ad adsurdum führen…
Das wäre so – wie jedes Jahr,
nicht ungewohnt, das ist schon wahr.
Noch… bin ich sehr stark geblieben,
noch…. Hab ich mich nicht entschieden,
noch…. Hoff ich auf den Fingerzeig,
ob besser – ich zuhause bleib. 02.01.2011
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Glücksspiel
Man sagt zum Glücksspiel ja bekanntlich,
dass es zur Sucht führt – das ist amtlich,
jedoch nach solchem Horror-Kick,
winkt kaum Gefahr – kein kleinstes Stück.
Hätt gestern jemand mich bedrängt,
hätt ich mein Ticket gern verschenkt,
mein Dauerkartenplatz verwaist,
Ihr wisst ja sicher, was das heißt.
Nach jedem Spiel ein bisschen mehr,
das Verständnis fällt so schwer,
grad in einer solchen Phase,
bricht man den Finger in der Nase.
Ich sitze da, begreif es nicht,
denk an Trennung, an Verzicht,
und schreie meine Wut heraus,
auf dem Platz der reinste Graus.
Auch ich hab sicher nicht erwartet,
dass unser Bock Raketen startet,
doch etwas Einsatz wär schon schön,
irgendetwas muss doch gehn.
Stattdessen seh ich all die Zeit,
Fehlpassorgien – tut mir leid,
lange Pässe, irgendwie,
das Ziel – das finden sie fast nie.
Es ging um Geld, um die Millionen,
das Weiterkommen konnt sich lohnen,
um endlich wieder anzugreifen.
Was blieb? Uns völlig abzuseifen.
Tagelang wird sich mokiert,
was später nach dem Spiel passiert.
Maulen über Weihnachtsfeiern,
kaum zu begreifen – faule Eier.
Ich hab geschlafen, ich war sauer,
auch noch heut – das ist von Dauer,
so langsam platzt der enge Kragen,
es liegt mir wie ein Stein im Magen.
Ich bin gespannt, wer unterschreibt,
wer wirklich bei der Stange bleibt.
Ich bin gespannt, ob Ehret noch,
mal spielen wird – ich glaub es doch.
Wär das schön, wär das ein Segen,
den Hebel einfach umzulegen,
zu sagen, was auch je passiert,
mich nicht wirklich interessiert.
Leider, leider kann ich´s nicht,
zumindest heut – ich armer Wicht,
doch steter Tropfen höhlt den Stein,
irgendwann wird es so sein. 23.12.2010
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Schalke_181210
Wenn Spieler mit beim Gegner mischen,
dann ist das Match kaum ausgeglichen.
Mancher schwach von Anfang an,
ein anderer, weil er´s halt nicht kann.
Unseren Abwehr-Fach-Strategen,
ist es wohl daran gelegen,
sich zu blamieren, deutschlandweit,
kurz vor Weihnacht – beste Zeit.
Der eine spielt die Bälle ab,
dass man entsetzt den Atem schnappt,
der andere schaut begeistert zu,
beim 0:2 – und jetzt kommst du.
Und vorne unser „Stürmer“ Freis,
der sicher vieles kann und weiß,
doch das Spiel mit einem Ball,
ist im Grunde nicht sein Fall.
Schau ich zur Bank, muss ich mich schämen,
diese Auswahl treibt die Tränen,
wenn man doch zweite Reihen hätte,
man legt sich selbst stets an die Kette.
Und S04 ließ Raúl kurz los,
mit Farfan, das war famos,
Köln ward fröhlich ausgeknockt,
ein Lehrstück für den kölschen Bock.
Drei Stunden Fahrt bei Eis und Schnee,
dann solch ein Spiel, das tut schon weh,
und ich frage mich erneut:
Bin ich eigentlich gescheit?
Ich könnt im warmen Zimmer sitzen,
bei heißem Tee, bei Kaffee schwitzen,
und statt solch ein Spiel zu sehen,
mit dem Hund spazieren gehen.
Aber nein, muss mich beweisen,
mit dem Club nach Sonst wo reisen,
um mir dann auf leisen Sohlen,
die nächsten Schläge abzuholen.
Jetzt soll also Finke kommen,
Sanou hat er schon mitgenommen,
obwohl das nicht die Spieler sind,
mit denen man ein Match gewinnt.
Der Name Finke lässt mich hoffen,
das Ergebnis bleibt zwar offen,
doch trau ich ihm – wenn nicht im Nu,
gewisse Kompetenzen zu.
Am Mittwoch kommt die Zebraherde,
ich hoffe, dass ich glücklich werde,
nach einem Sieg soll Weihnacht sein,
mein Lieblings-Kummer-Schrott-Verein. 19.12.2010
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Advent
Es ist Advent – drei Kerzen schon,
stellt heut noch eine auf im Dom,
auf dass dank Frieden auf der Erden,
daraus drei saubere Punkte werden.
Wir fahr´n nach Schalke, im Gefühl,
dass ein jedes Fußballspiel,
immer 0:0 beginnt,
wie schön, dass dieser Spruch stets stimmt.
Egal ob Raul, ob Huntelaar,
auch im Gefühl von Sturm, Gefahr,
sind wir nicht ohne Chancen hier,
ich hoffe, diese nutzen wir.
Die Fohlen haben uns – das schmeckt,
gestern schon ein Ziel gesteckt:
acht Punkte Abstand, ja, das passt,
zu Osthollands Blechpalast.
Drei Punkte – Mann, das wär ein Traum,
lägen unterm Weihnachtsbaum,
die Verpackung wär egal,
18, eine schöne Zahl.
Ich werde es heut live erleben,
ich werde dort mein Bestes geben,
schreie mich – wie immer – heiser,
ich werde einfach niemals leiser.
Sobald der Ball am Anstoß liegt,
hat mich die Emotion besiegt,
dann schalte ich mein Denken ab,
und bringe meinen Puls auf Trab.
Adrenalin, so mancher Liter,
mein Bock, was ist mein Zustand bitter,
wenn all mein Tun dann nicht gelingt,
und mich zu der Erkenntnis bringt….
… dass Spiele immer ähnlich starten,
dass wir auf die Erfolge warten,
und dass – nein, daran denk ich nicht,
Optimismus ist heut Pflicht.
Advent im Schalker Stadion,
seit ´93 gab´s kaum Lohn,
ach, wenn das heut doch anders wär,
FC-Fan sein – ist manchmal schwer.
Statistik interessiert am Rande,
zu verlieren – keine Schande,
doch träume ich von einem Sieg,
weil mir der Bock am Herzen liegt.
Bitte heute Daumen drücken,
die Tabelle geraderücken,
und mit Elan zum neuen Jahr,
drei Punkte wären wunderbar. 18.12.2010
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Missing Link
Wisst Ihr auch, wie schön das ist,
wenn man mein Geschwätz vermisst?
Und wenn dann gar ein Sieg gelingt,
fühl ich mich als der „Missing Link“.
Ich war in Dresden, sah den Zwinger,
fühlte mich als Unheil-Bringer,
und vermisste doch so sehr,
den Platz im Süden – das war schwer.
Da sprach ich lieb zu meiner Frau:
„Mein Herzblatt, Du weißt eins genau:
Ich hab Dich lieb, bin immer treu,
doch spielt mein Club – so ist´s vorbei.
Dann brauche ich, das weißt Du wohl,
ne Bar mit Sky, als Gegenpol,
sitz ich dort, seh Fußballdramen,
vergesse ich gar Deinen Namen.
Ich kann nicht anders, das sind Gene,
doch nur beim Spiel, das ist das Schöne,
danach bekommst Du mich zurück,
froh gestimmt – an einem Stück.“
Sie ließ mich ziehen – und ich sah,
die erste Halbzeit – schauderbar,
und in Gedanken hakte ich,
das Spiel schon ab, wie fürchterlich.
Ich zeterte, ich schlug Alarm,
ich schrie mich heiser, tobt mich warm,
da sprach besorgt ne ältere Frau:
„Denk an dein Herz – sei ruhig, und schau.“
Und ich schaute, ich verstand,
war plötzlich von dem Match gebannt.
Als Clemens traf – das muss so sein,
war Dresden plötzlich viel zu klein.
Ich holte Luft, ganz weit und tief,
das sind die Geister, die ich rief,
und als mein Urschrei jäh ertönt,
hab ich gedacht – wie ist das schön.
Das ist Fußball – sonnenklar,
im Grunde unberechenbar,
Schäfer findet grad den Schliff,
und hat die Herde wohl im Griff.
Lasst mir mein bisschen Aberglauben,
ich lasse mir die Lust nicht rauben,
und bin beim MSV dabei,
auf Schalke auch – wie ich mich freu.
Und wenn es auch nur Einer ist,
der mich und mein Gedicht vermisst,
so schmälert das auf keinen Fall,
ich kann genießen – überall. 13.12.2010
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Leverkusen_051210
Sackst du am Schluss 3 Punkte ein,
so mag das etwas glücklich sein,
doch eines weiß ich sehr genau:
Das interessiert dann keine Sau.
Die Mannschaft rackert und sie kämpft,
doch mancher ist halt sehr begrenzt,
und was man vorne exerziert,
wird hinten zum Schafott geführt.
Zwei Tore – grad mal auf die Schnelle,
dann war Lanig fix zur Stelle,
und plötzlich war die Hoffnung frisch,
1 Pünktchen auf dem Gabentisch.
Doch Poldi kann sich noch so mühen,
die Mannschaft mit nach vorne ziehen,
wenn vieles zu viel Stückwerk bleibt,
Dramen, die der Fußball schreibt.
So langsam reißt der Abstand ab,
wobei ich nicht erwartet hab,
vor diesem Spiel nen Punktgewinn,
auch wenn ich stets ein Schwaadlapp bin.
Jetzt nach dem Spiel bin ich enttäuscht,
man kämpft, man legt sich sehr ins Zeug,
und ein Remis – das sag ich gern,
das wär verdient, das lag nicht fern.
Es hat erneut nicht sollen sein,
tief geknickt, so fährt man heim,
und trauert immer mehr und mehr,
jedem Spiel brav hinterher.
Ich wünschte, ich könnt was bewegen,
Glück in meine Reime legen,
zuhause schrie ich jedenfalls,
mir die Lunge aus dem Hals.
Ich schau auf den Tabellenstand,
das Ergebnis ist bekannt,
Frankfurt kommt – es wird gehofft,
doch leider bleibt´s dabei zu oft.
Am Samstag bin ich nicht daheim,
läutet das die Wende sein?
Scheinbar bringe ich kein Glück,
sagt es ruhig: Ich bin verrückt.
Doch manchmal muss der Aberglauben,
am Ende auch zu Punkten taugen,
ist es so, dann tu ich´s gern,
und bleibe still dem Stadion fern.
Es ist so schwer in diesen Tagen,
FC-Fans nach Gefühl zu fragen.
Ich bin ein Fan, bin infiziert,
egal, was immer auch passiert. 05.12.2010
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Cicero
Das 1:1 schoss Cicero,
ein Fallrückzieher – ist halt so,
und schneller als ich es gedacht,
ward man um den Sieg gebracht.
1 Punkt – zum Leben viel zu wenig,
mit einem Dreier wär man König.
„Hätte“, „wenn“, „vielleicht“ und „aber“,
es hilft selbst nicht mal mein Gelaber.
Ich sah ne Kölner Elf mit Mut,
Mensch, mancher Spielzug war echt gut,
ich sah ne Mannschaft, die auch will,
nicht wie zuletzt nur Schrott und Müll.
Vielleicht am Schluss zu defensiv,
vielleicht leicht ängstlich und zu tief,
doch solche Tore fallen halt,
das wird besser – ich glaub, bald.
Schäfer hat sie gut im Griff,
es schwankt, doch sinkt nicht, unser Schiff,
und mit Verstärkung, da und dort,
klappt das – nehmt mich ruhig beim Wort.
Auch ich spür die Enttäuschung sehr,
ich wollte ganz bestimmt viel mehr,
ich war, und ich bin noch geknickt,
solch Szenen machen mich verrückt.
Mal dachte ich, dass nichts passiert,
dann hatt ich Angst, dass Wolfsburg führt,
ein stetes Auf, ein stetes Ab,
wie gut, wenn man die Nerven hat.
Ich hab sie nicht, kein bisschen – nein,
am besten bliebe ich daheim,
mit einem Cocktail in der Hand,
mit Baldrian – sehr wohl bekannt.
Jetzt geht’s zum Aspirin-Palast,
mit wenig Hoffnung – doch das passt,
wo man die Fans sich selber zieht,
im Reagenzglas – frisch gebrüht.
Vielleicht ist dort ja was zu holen,
vielleicht wird´s uns den Ar… versohlen,
doch gehe ich in jedes Spiel,
mit neuer Hoffnung, und Gefühl.
Wenn sie, so wie heute wollen,
dann starten wir bald in die Vollen,
dann holen wir die Punkte bald,
ich pfeif nicht nur im dunklen Wald.
Warum ich mir da sicher bin?
Keine Ahnung – nehmt´s so hin.
Mal gibt es Licht, mal Dunkelheit,
alles hat halt seine Zeit. 28.11.2010
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Heim
Holt uns bitte Helmes heim.
Sind wir auch nicht die Macht am Rhein,
so ist das nur Momentansicht,
den wahren Fan, den juckt das nicht.
Auf der Seite, hin zum Dschungel,
verkommt Talent im Spielertunnel.
Helmes – das wär ein Signal,
zum Schritt aus unserm Jammertal.
Der Junge ist dort unzufrieden,
wird ignoriert, vielleicht gemieden.
Ein kleiner Schritt, hin zum Zuhaus,
und die Welt säh heller aus.
Wer von Köln nach Bayer geht,
dem hat Geld den Kopf verdreht,
käm er zurück – so wär ich froh,
verzeiht mir bitte – ist halt so.
Statt täglich Aspirin zu lutschen,
fahr ich ihn mit goldenen Kutschen,
hin zur Seite, das wär fein,
wo auch bei Regen Sonne scheint.
Das gäb Schwung in den Aktionen,
solch ein Wechsel könnt sich lohnen,
und doch ist´s nur rot-weißer Schaum,
Spinnerei, ein kühner Traum.
1 Tor – der Wechsel wär vergessen,
lasst mich träumen – ist´s vermessen?
Ein Typ wie Helmes in der Stadt,
da weiß man sicher, wen man hat.
Das wär ein Sturm, nicht laue Luft,
das wär perfekter Geißbock-Duft,
das wär so manches Pünktchen wert,
der Einsatz auf das richtige Pferd.
Haltet mich für einen Spinner,
ich bin halt einfach – so wie immer,
haltet mich für durchgeknallt,
ich pfeif mal gern im dunklen Wald.
Und wenn ich auch bescheuert scheine,
ich bin damit nicht ganz alleine,
das hilft mir zwar nicht wirklich weiter,
und macht mich auch kein Deut gescheiter.
Doch weiß ich, dass man mich versteht,
für mich ist Heilung längst zu spät,
schreibt jemand Reime auf den Bock,
ist er schon eh total bekloppt.
Nimmt man mich denn noch für voll?
Mein Chef, er schaut schon sorgenvoll.
Und trotzdem brauch ich das Gefühl,
der FC – ist nicht nur Spiel! 23.11.10
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Strafstoß
Schön, dass man mich Lügen straft,
schön, dass man das Tor heut traf.
Wenn auch der Strafstoß keiner war,
das Ergebnis – wunderbar!
War´s Petit, nach langer Zeit?
War´s Mondragon, der uns befreit,
mit Präsenz und den Paraden,
die uns den Ar… gerettet haben?
Ein Geromel – so kam´s mir vor,
der keinen Zweikampf heut verlor.
Podolski, der getroffen hat,
mit Wucht, mit Schmackes, das lief glatt.
Ich liebe diesen Mist-Verein,
könnt´s so wie heut doch immer sein,
eine Mannschaft, die stets kämpft,
und sich nicht laufend selbst begrenzt.
War´s ein Strafstoß? Eher nicht.
Auch nicht im zweiten Tageslicht,
jedoch – ich find das nicht fatal,
im Grunde ist es mir egal.
Gestern Pech, und heute Glück,
nach Siegen schau ich kaum zurück,
ich freu mich einfach am Gewinn,
wie schön, dass ich FC-Fan bin.
Gestern down – und morgen oben,
lasst mich die Mannschaft heute loben,
das kommt derzeit nicht häufig vor,
weil ich zu oft den Spaß verlor.
Heute schlug mir jedenfalls,
das Herz am Ende aus dem Hals,
der Puls gefühlt dreihundertzehn,
das kann ein Nicht-Fan kaum verstehn.
Das Baldrian wird literweise,
mir zu meiner liebsten Speise,
gespickt mit reichlich Valium,
wärt Ihr wie ich – wisst Ihr, warum.
Der eine trinkt, der nächste raucht,
das alles hab ich nie gebraucht,
doch ich begrenz wohl Zeit und Kraft,
dank rot-weißer Leidenschaft.
Das war heut ein 6-Punkte-Spiel,
hab´s nicht geglaubt – doch war´s mein Ziel,
ich fühl mich wohl in meiner Haut.
Wird jetzt darauf nun aufgebaut?
Wolfsburg kommt – Zuhaus ein Sieg,
Ihr wisst, wie´s mir am Herzen liegt.
Strengt Euch an – ich bin bereit,
zum Flug in die Glückseligkeit. 21.11.2010
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Gedanken vor Stuttgart
Ich frage mich, was man nur schreibt,
dort wo nichts zu sagen bleibt,
wo das Entsetzen an mir frisst,
was aus dem Club geworden ist.
Ein Vorstand, der nichts hören will,
wie die drei Affen: Stumm und Still,
der nichts sieht, nichts weiß, nichts hört,
und den der Unmut scheinbar stört.
Da dreht man sich doch besser um,
schaut konsterniert, bleibt eher stumm,
und schmeißt kurz Phrasen in den Raum,
FC – das ist ein schlechter Traum.
Doch wird’s den Herren auch leicht gemacht,
Fragen aufs Tapet gebracht,
dass man sich eher wundern muss.
Manches klingt doch sehr nach Stuss.
So denke ich, ich hab gespürt,
dass sich wohl nichts ändern wird,
ein jeder klebt an seinem Platz,
und alles Reden – für die Katz.
Der Fahrstuhl gleitet ohne Halt,
das Pfeifen in dem dunklen Wald,
verdient wohl einen Ehrenpreis,
weil man wohl kaum mehr weiter weiß.
Am Sonntag geht’s nach Schwaben jetzt,
na klar, die Hoffnung stirbt zuletzt,
doch bin ich eher Pessimist,
dass man dort unsere Fahne hisst.
Überrascht mich! Zeigt jetzt Mumm!
Spielt und handelt nicht so dumm,
habt endlich Ar… in Eurer Hose,
und nicht nur braun gefärbte Soße.
Noch sind die Punkte zu vergeben,
ein Erfolg hält uns am Leben,
doch dazu muss auch Willen her,
ansonsten wird´s unsagbar schwer.
Rettet uns zur Winterpause,
siegt gegen Wolfsburg dann zuhause,
dann sind wir in der Weihnachtszeit,
für Wunder offen und bereit.
Wer hat die Nase jetzt als Scout?
Ich habe Angst – oh ja, mir graut,
dass man uns wieder Spieler bringt,
denen kaum ein Pass gelingt.
Die Kassen leer, das Mundwerk voll,
wenig Dur – und zu viel Moll,
und trotzdem hoffe ich mit Macht,
dass auch uns das Glück mal lacht. 18.11.2010
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Offenbarungseid
Heute war es nun so weit,
das Spiel – ein Offenbarungseid.
Noch früh genug? Vielleicht zu spät!
Und die Erkenntnis – dass nichts geht.
Das Menu komplett verwässert,
auch unter Schäfer nicht verbessert,
worin nun die Erkenntnis liegt,
dass man sich stets selbst besiegt.
Entschuldigungen gibt’s nicht mehr,
ich bin erschüttert, fühl mich schwer,
und frage mich – sehr kummervoll,
ob ich mich nicht trennen soll.
Seit Jahren nur für dumm verkauft,
kein Konzept, kein Geradeaus,
nur Phrasen, Labern und Geschwätz,
das merk auch ich – vielleicht zuletzt.
Am Mittwoch steigt die JHV,
die Zukunft düster, dunkel, grau,
und das wird für Overath,
ein Seiltanz, hin bis zum Spagat.
Ich denk, dass Schäfer gehen muss,
doch ist das kaum der Weisheit Schluss,
ich denk, dass Meier sich verzieht,
überfällig wenn´s geschieht.
Unser Torwart? Fliegenfänger!
Und Mondragon wird wohl nicht länger,
still außer Betrieb gestellt,
ganz egal, ob´s uns gefällt.
Nur Punkte helfen, das ist klar,
doch ist es leider offenbar:
Diese Mannschaft ist zu schwach,
zu wenig Feuer unterm Dach.
Die 2. Liga lässt schon bitten,
kommt näher mit sehr großen Schritten,
die Flucht der Fans hat klar gezeigt,
wir sind es endlich, endlich leid.
Ein Verein zum Spott geführt,
Ehre dem, dem sie gebührt,
wer den Schuh gut tragen kann,
der ziehe ihn sich bitte an.
Ich liebe diesen Schottverein,
könnt niemals nicht für Gladbach sein,
nicht für Bayer, BVB,
doch was ich sehe, tut mir weh.
Das Stadion voll – die Fans ganz stumm,
und keiner weiß den Grund, warum.
Verjagt Ihr so das „Kapital“?
Scheinbar sind wir Euch egal! 13.11.2010
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Leibgericht
Futterzeit im Ziegenstall,
der Anhang hungrig – klarer Fall,
denn was kommt Samstag auf den Tisch?
Ponyhack – mein Leibgericht.
Den großen Ofen vorgeheizt,
das Ponyfleisch perfekt gebeizt,
in einem Sud aus Kampf und Spiel,
aus purem Willen und Gefühl.
Bei 180 Grad geht’s los,
der Appetit ist riesengroß,
und bleibt die Temperatur konstant,
wird die Haut schön kross gebrannt.
Ein Koch soll´s sein, der Richtung zeigt,
der Rest der Küche folgt bereit,
denn vieler Köche Einerlei,
verdirbt auch mal den schönsten Brei.
Da ist es gut, für den Geschmack,
wenn man, was nicht recht passt, kurz packt,
zur Kühlung an die Seite stellt,
ein Schnitt, der mir sehr gut gefällt.
Filet vom Pony, ja, das passt,
gereift im Bauern-Blechpalast,
und im Ziegenstall verzehrt,
das hat den ganz besonderen Wert.
Lasst uns schlemmen, lasst uns schmausen,
lasst den Sturm, den Angriff brausen,
schenkt uns drei Punkte, einen Sieg,
ja, selbst ein 1:0 genügt.
Es geht um Plätze, um die Ehre,
wie wunderschön das Leben wäre,
wenn der Derbysieg gelingt,
wie schön der Reiz des Sieges klingt.
Und selbst Schiri Gagelmann,
ändert nichts, nein, gar nichts dran,
dass man bei uns die Ponys jagt,
der Samstag wird ein schöner Tag.
Gladbach ist das Spiel der Spiele,
und da ich mich als Kölner fühle,
schlaf ich die Nacht zum Samstag kaum,
Derbyzeit – das ist ein Traum.
Nur hoffe ich, das kölsche Gen,
ist auch bei unserer Elf zu sehn,
dass ein jeder es versteht,
worum´s bei diesem Derby geht.
Dann wird uns das Menu zum Fest,
wir sind ein Team – wenn man uns lässt,
wir haben alles, selbst Talent,
wenn nur das Feuer emsig brennt. 10.11.2010
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Murmeltier
Wieder einmal Krisengipfel,
wieder Sturm in allen Wipfeln,
wieder einmal abgeschmiert,
und täglich grüßt das Murmeltier.
Erneut der Trainer in der Frage,
kaum gibt’s die erste Niederlage,
ist alles schlecht, was gestern stimmt,
die Nerven flattern - wild und dünn.
Die Rückendeckung, die´s nicht gab,
trägt man heut vielleicht zu Grab,
immer wieder schließt der Kreis,
wenn man sich nicht zu helfen weiß.
Und doch erkennt man ja vielleicht,
dass die Mannschaft halt nicht reicht,
dass jeder sich nach einem Sieg,
schon jubelnd in den Armen liegt.
Ein Quäntchen Überheblichkeit,
die starke Brust zur falschen Zeit,
und die Erkenntnis, die nicht reicht,
zu viel „mag sein“, zu viel „vielleicht“.
Die Presse lobt – und kanzelt ab,
mit ihrer Ansicht, kurz vor knapp,
kürt zum Riesen Martin Lanig,
und zum Danke – spielt er tranig.
Mohammad – sagt, wer´s versteht,
spielt, als ob´s um nichts mehr geht,
die Abwehr, die einst Prunkstück war,
spielt heute nur noch sonderbar.
Kein Mittelfeld und auch kein Sturm,
und oben von des Domes Turm,
schlägt Dicke Pitter mahnend an:
2 vor 12 – schon ganz knapp dran.
Das neue Jahr kommt schnell herbei,
noch habe ich Termine frei,
jedoch – den Montag will ich nicht,
ein Ar…tritt wär jetzt erste Pflicht.
In Nürnberg – das war ein Bankrott,
kein Punkt, kein Spaß, kein Blumenpott.
Herr Präsident, de Woosch jepack,
sonst geht hier alles aus dem Lack.
Die Bauern – nächstes Wochenende,
Neubeginn? Vielleicht das Ende?
Ihr habt jetzt eine Woche Zeit.
Zeigt Einsicht und Entschlossenheit.
Dass Schäfer in der Ziegenherde,
endlich wirklich heimisch werde.
öffnet mit Erfolg die Tür,
Sonst grüßt erneut das Murmeltier. 07.11.2010
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Küsse
Wisst Ihr alle wie das ist,
wenn man fremde Menschen küsst?
Wenn man sich sogar erbarmt,
und seinen größten Feind umarmt?
Falls nein, habt Ihr noch nicht erlebt,
wie unser Stadion jäh erbebt,
wenn zum Sieg der Schlusspfiff tönt,
mein Bock – wie ist der Fußball schön.
Vergessen alles – im Moment,
was an Frust dort nagt und brennt,
rundherum nur Strahlen pur,
für die Seele eine Kur.
Der FC lag strampelnd wie ein Käfer,
auf dem Rücken – dann kam Schäfer,
und gestern hat man nun gespürt,
dass die Mannschaft funktioniert.
Podolski ging mit Kampf voran,
die pure Lust, von Anfang an,
der Wille, etwas zu bewegen,
dergestalt ein wahrer Segen.
Novakovic mit Dreierpack,
stopft Hamburg in den roten Sack,
der alte Nova, neu erwacht,
hat uns den Spaß zurückgebracht.
Hamburg, stark ersatzgeschwächt,
führte trotzdem, war nicht schlecht,
ich denke, vor zwei Wochen noch,
wirft uns die Führung tief ins Loch.
Doch gestern kam der Bock zurück,
schenkt uns dank Toren tiefstes Glück,
das war ein Sieg für die Moral,
und für Nürnberg ein Signal.
Zwischendurch, so kurz vor Schluss,
dacht ich, dass ich sterben muss,
Pitroipa, der im Strafraum fällt,
jedoch Rafati – ist mein Held.
War es ein Elfer? Ja, vielleicht!
Wenn Lufthauch schon zum Fallen reicht.
Der Schiri hielt die Übersicht,
und zeigte zu dem Punkt – halt nicht.
Ich hab gezittert nach dem Spiel,
die Nerven – viel zu viel Gefühl,
ich traf des Handys Tasten kaum,
gefangen im rot-weißen Traum.
Wer weiß, wie es in Nürnberg geht,
wie´s dort am Schluss des Spieles steht,
ich hoffe, dass das Glück uns lacht,
und ich nicht aus dem Traum erwach. 31.10.2010
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Platt
Der Samsdaach kütt – de Bud is voll,
e Heimspill, dat is immer doll,
und wenn dobei ne Sieg jelingt,
wat jlöövt Ihr, wie me Hätzje singt.
Hück Nomendaach der HSV,
die Färve, die sin weiß un blau,
und doch will ich nur Fähnche luure,
in rut un wieß – uns kölsche Buure.
Ich will en Mannschaft sin, die kämpft,
voll jepump mit schärpem Senf,
die – ich hoff jo, dat dat jeht,
Hamburg us dem Stadion weht.
Ich will danze, singe, springe,
un ich will vor allen Dingen,
drööme noch, de janze Naach,
un morje och der halven Daach.
Diss Naach wiird jo de Uhr verstellt,
ich jlööv, dat mir dat jot jefällt,
denn hätt de Naach e Stündche mieh,
dat pass perfekt für Phantasie.
Wie schön is dat, so dann und wann,
wenn ene Fan ens drööme kann,
un jrad als Jeeßbock, der jern hofft,
hätt me dat net allzu oft.
Schenkt mir höck zwei nette Stündche,
so wie Diensdaach, 60 Münche,
mat mir Hamburg höck paraat,
dat wör schön wie Prummetaat.
Jetz ham mer jo zwei kölsche Jonge,
als Trainer – ich find dat jelonge,
weil jetzt der Trainer och versteht,
woröm et enem Kölsche jeht.
Der künnt sojar der Reim verston,
künnt ich nur Kölsch, so möht dat jon,
doch jlööven ich, dat is n Panne,
Ihr schlaat de Häng op m Kopp zosamme.
Dat nächste Mol – dat is versproche,
ich hoff jo noch, in dieser Woche,
jubel ich in hohem Deutsch,
un verzapp ming dummes Zeuch.
FC, dat is en Religion,
ich bin verröck, ich jlööv dat schon,
un bitte bitte seht mir noh,
die Quälerei der kölsche Sproch.
Do, wo ich sonst janz kuurt nur sitze,
moht ich fast es Stündche schwitze,
nur öm zu zeije, irjendwann,
dat ich in Kölsch och leiden kann. 30.10.2010
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Schäfer´s Stündchen
Ich sah die Liebste mutig an,
wie ich´s nur an den Tagen kann,
an denen mich mein Club erbaut,
sonst hätt ich mich das nie getraut.
Ich sprach: „Ich geh zu Schäfer´s Stündchen,
heut im Pokal mit ´60 München…..“
Kaum stieß ich dieses Wort heraus,
blies sie mir mein Lämpchen aus.
„Aha, der Herr, zum Schäferstündchen!?!
Der Herr, er würde sich noch wünschen,
dass er nie geboren ist,
dessen bin ich ganz gewiss.“
Und während sie die Hand erhebt,
ob Missverständnis Zornerbebt,
da flüchte ich schnell durch die Tür,
weil ich den Zug zum Geißbock spür.
Schäfer´s Stündchen – erstes Spiel,
3:0 – doch mein Gefühl,
sagt mir, dass heut die Leistung reicht,
doch nächsten Samstag? Nur vielleicht.
Das war ein Anfang, mehr auch nicht,
das war viel Schatten, und das Licht,
welches mich jetzt noch erfüllt,
verfälscht trotz Toren klar das Bild.
Ne Runde weiter, das ist schön,
doch kann es so nicht weitergehn,
und viel, viel Arbeit wartet noch,
beim Krabbeln aus dem tiefen Loch.
Mancher Spieler, der kaum stattfand,
Jajalo, der nicht in sein Spiel fand,
und daher habe ich mir auch,
mein graues Haar sehr oft gerauft.
Geistig im Elfmeterschießen,
sah ich mich Liter Schweiß vergießen,
da fiel plötzlich Tor auf Tor,
und plötzlich jubelt man(n) im Chor.
Plötzlich die Erleichterung,
plötzlich Mut und frischer Schwung,
was vorher fast unmöglich schien,
erscheint auf einmal hoch verdient.
Am Samstag kommt der HSV,
und wenn ich so auf heute schau,
weiß ich, das wird furchtbar schwer,
doch schlau ist man erst hinterher.
Vielleicht war´s heut ein Schritt ans Licht,
vielleicht, mag sein, vielleicht auch nicht,
doch eines weiß ich ganz genau:
Daheim, da wartet meine Frau… 27.10.2010
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Aap
Blamiert, verloren, ausgelacht,
und wieder mal zur Aap gemacht,
ein jeder Fan lacht Deutschlandweit,
dank kölscher Überheblichkeit.
Wir sind FC – das geht schon gut,
das klappt – auch wenn man gar nichts tut,
irgendwie wird es schon langen,
et hätt noch immer jotjejange.
Jedoch – der Fan schaut fassungslos,
der Hals ist dick, der Frust ist groß,
und scheinbar ist Herrn Präsident,
sein eigener Club auf einmal fremd.
Voll Spannung schau ich auf den Tag,
wobei man sich verbissen fragt,
ob wieder nur Gerede folgt,
Schweigen ist angeblich Gold.
Vielleicht fliegt Soldo – oder nicht,
vielleicht geht Meier aus dem Licht,
vielleicht sitzt Dienstagabend schon,
ein neuer Trainer auf dem Thron.
Und doch – die Mannschaft bleibt die gleiche,
wird das für die Zukunft reichen?
Was sie dort an der Leine bot,
war Elend, allergrößte Not.
Die Abwehr, die einst Prunkstück war,
sorgt heut für Kummer und Gefahr,
ein Mittelfeld ist kaum zu sehen,
wohin wird uns der Sturm noch wehen?
Wie lang, bis Poldi resigniert,
und innerlich den Dienst quittiert?
Liga 2 – sie winkt mit Macht,
das geht viel schneller als gedacht.
Auf unseren beiden Außenbahnen,
wie immer sind´s die gleichen Dramen,
unfähig, die Taschen voll,
sprich Meier, wo das enden soll.
Oder besser, sprich jetzt nicht,
verlass die Brücke, räum das Schiff.
Tatsächlich ist die Sicht von außen,
geeignet, sehr schnell wegzulaufen.
Lauft ganz schnell und lauft sehr weit,
3 vor 12 – und höchste Zeit,
geht Dienstag so nicht zum Pokal,
das Ergebnis wär fatal.
Ich würd´s vielleicht nicht besser machen,
darf ich trotzdem den Frust entfachen?
Ob´s besser wird – wer weiß das schon,
doch gestern war´s der blanke Hohn. 24.10.2010
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Fragezeichen
Gehofft, gespannt, gebrüllt, gelitten,
gejubelt, dann im Frust gestritten,
doch letztlich alles einerlei,
auch knapp daneben – ist vorbei.
Wieder mal mit leeren Händen,
wo bitte soll und kann das enden,
wird es für die Klasse reichen?
Alles wird zum Fragezeichen.
So steht nun das Präsidium,
ohne Plan – Wieso, Warum,
wieder einmal an der Schwelle,
seit Jahren an der gleichen Stelle.
Ein Poldi, der den Mund aufmacht,
der Leistung bringt - doch tiefe Nacht,
herrscht noch immer im Verein,
soll das des Bockes Zukunft sein?
Das Stadion wieder voll gefüllt,
rot und weiß, ein schönes Bild,
wie lange noch wird das so gehn,
ich kann und will´s kaum mehr verstehn.
Am Ende den Erfolg verschenkt,
und wenn nun meine Seele hängt,
so liegt´s an diesem 1:2,
Schlusspfiff – und erneut vorbei.
Was wird passieren? Eher nichts!
Auszusitzen – erste Pflicht,
und vor der Kamera, unverhohlen,
gibt´s wieder einmal nur Parolen.
Das wird schon besser, wenn man wartet,
ich weiß nicht, was Ihr alle dachtet,
Wunder gibt´s doch immer wieder,
mir schwillt der Kamm, mir platzt das Mieder.
Die JHV, sie steigt nun bald,
bis dahin pfeift man laut im Wald,
in Zeiten tiefer Dunkelheit,
bringt einen das entsetzlich weit.
Auch die Abwehr schwächelt jetzt,
und wer hat Ehret dort gesetzt,
wo er fast ständig untergeht?
Ob´s der Trainer nicht versteht?
Ich war mit einem Punkt zufrieden,
dann das Entsetzen, tief im Süden,
einfach wieder grenzenlos,
Präsidium, handle! Nimm den Kloß…
… den ich so tief im Hals jetzt habe,
nicht erneut nur das Gelaber.
Ändert etwas – und zwar bald,
die Saison wird ganz schnell alt. 16.10.2010
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Westderby
2 Assists, 1 sauberes Tor,
das kommt mir so weit fern heut vor,
so unglaublich, mehr als schön…,
FC-Fans sind halt nicht verwöhnt.
Was in der Nationalelf klappt,
das liegt in Kölle lang schon matt,
und Optimismus, der mich treibt,
ging mir abhanden in der Zeit.
Da liest man vom Vertragsgeschiebe,
für – sorry – einen Durchschnittsspieler,
der den Beweis noch schuldig blieb,
für das, was man wohl in ihm sieht.
Ich geh am Freitag sicher wieder,
und dennoch wird die Hoffnung trüber,
dass sich mal was zum Guten wendet,
nicht alles im Fiasko endet.
Schau ich mal schielend zur Tabelle,
verstecke ich mich, auf die Schnelle,
und bin trotzdem – das ist halt so,
am Freitag fiebrig, irgendwo.
Auch wenn uns jedes Spiel vertreibt,
ein Funken Hoffen, nun, der bleibt,
sonst grüb ich meine Dauerkarten,
3 Meter tief in meinem Garten.
Selbst mit rosaroter Brille,
zerstäubt mir langsam die Idylle,
und doch – ich habe keine Lust,
auf trübe Reime – voller Frust.
Daher – nun jetzt den Ar… aufreißen,
Kratzen, Kämpfen, Fighten, Beißen,
und sollt es dann ne Klatsche geben,
dann muss ich einfach damit leben.
Doch wer nicht wagt, der nie gewinnt,
je länger jetzt die Zeit verrinnt,
desto schwerer wird das doch,
steckt man einmal tief im Loch.
Ein bisschen Mut und auch Elan,
dann ist der Anfang schnell getan,
lasst Mondragon jetzt außen vor,
stellt Varvodic doch mal ins Tor.
Ob es hilft? Wer weiß das schon?
Vielleicht straf ich mich selber Hohn.
Doch hab ich Angst, es wird zu spät,
und dass der Bock an Krücken geht.
Schießt die Westfalen Knall auf Fall,
aus unserem schönen Ziegenstall,
gebt mir meine Hoffnung wieder,
oh, wie ich diesen Club doch liebe…. 13.10.2010
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Grauen
Manchmal geht auch mir vor Graus,
einfach mal die Puste aus,
und was sonst aus den Fingern fliegt,
ist plötzlich still und fast versiegt.
Schau ich in mich, seh ich Leere,
ach wenn das doch ganz simpel wäre,
übte ich jetzt still Verzicht,
jedoch – das kann ich einfach nicht.
Erneut wird alles totgeschwiegen,
statt anzupacken, bleibt es liegen,
und daher, wie´s fast jeder weiß,
dreht der FC sich nur im Kreis.
Man freut sich an dem Testspielsieg,
und weiß, dass man sich selbst belügt,
denn wenn demnächst nun Dortmund kommt,
geht’s wieder abwärts, steil und prompt.
Ich wünschte mir nen Tusch, Alaaf,
dass man mich bitte Lügen straft,
doch nach dem Match im Schwarzen Wald,
läuft´s mir im Rücken – bitterkalt.
Alles könnt nach Hoffenheim,
ein Zeichen für den Aufschwung sein.
Könnte, Wäre, Möglich, Aber,
doch was nur bleibt – ist mein Gelaber.
Sah nichts von Freiburg, fühlte Scham,
beim Reisen auf der Autobahn,
und fand mich auf der Fahrt gefangen,
zwischen Missmut, Hoffen, Bangen.
Doch statt zu sagen: Jetzt erst recht,
nach dem Ausgleich – spielt man schlecht,
und holt sich ab, nicht unverhofft,
das Gegentor – wie viel zu oft.
Wenn nur drei Spieler Leistung bringen,
wie soll dann bitte mehr gelingen?
Und selbst nach vier, fünf Tagen noch,
häng ich mental ganz tief im Loch.
Ein anderer Torwart, Soldo weg?
Ich erkenn kaum Sinn und Zweck,
denn dies Theater spielen wir,
schon jahrelang – nicht heut und hier.
Für den Moment geht es nach oben,
ein jeder lässt sich trefflich loben,
und reißt dann mit dem Hintern ein,
was vorn gebaut – so soll´s wohl sein.
Und trotzdem geh ich weiter hin,
weil ich wohl unbelehrbar bin,
das Grauen zieht mich einfach an,
weil ich wohl gar nicht anders kann. 07.10.2010
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90elf
Urlaubsende – und es naht,
der nächste Samstag, lange Fahrt,
die Autobahn gehört nun mir,
bis Daheim, fast vor die Tür.
Kein Fernsehen, kein Empfang, kein Sky,
und live bin ich ja nicht dabei,
die Dreisam ist so weit, so fern,
und die A1 ein anderer Stern.
Während schrill der Anpfiff tönt,
steh ich im Stau – das wär nicht schön,
ja, der Gedanke lässt kaum los,
und die Entfernung ist so groß.
Doch weiß ich endlich jetzt Behelf,
wofür gibt´s schließlich 90elf?
Das ist als sei man live dabei,
Samstagmittag, kurz nach Drei.
Mein Ohr, es klebt dann fest im Äther,
Verkehr beachten? Das folgt später!
Und jeder, der mich überholt,
meint, ich sei wohl falsch gepolt.
Da sitzt ein Spinner, dort im Wagen,
dem klopft das Herz bis in den Magen,
und andauernd reißt er sich,
die Hände stumm vor sein Gesicht.
Der Puls schlägt sicher Kapriolen,
ich will in Freiburg Punkte holen,
und was ist schneller, frag ich mich,
der Tacho – oder Puls und ich.
Doch sollten wir tatsächlich führen,
werden es die anderen spüren,
ich bin FC-Fan, voll und ganz,
sodass mein Auto Tango tanzt.
Simsen bei der Fahrt, die naht,
wie Telefon streng untersagt,
doch 90elf – das ist ein Tanz,
das ist einfach Stimulans.
Ich hoffe, dass kein Funkloch naht,
vielleicht im schönsten Torschuss grad,
oh Gott, das wäre fürchterlich,
mein Bock, oh bitte, denk an mich.
Fahr ich daheim in die Garage,
hab ich vielleicht in der Bagage,
3 Punkte fröhlich im Gepäck,
ich wäre einfach – hin und weg.
In Freiburg, fern im Schwarzen Wald,
erhält mein Traum vielleicht Gestalt,
und die A1 wird zur Arena,
dank 90elf wird Reisen schöner. 30.09.2010
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Kardiologe
Nach diesem Match bin ich am Boden,
ein klarer Fall – für´n Kardiologen,
dieses Spiel war Spannung pur,
mein lieber Chef, ich muss zur Kur.
1 Punkt gewonnen? 2 verloren?
Heut maul ich nicht, hab ich geschworen,
so schön kann manchmal Freude sein,
nach dem Remis mit Hoffenheim.
Der FC hat heut gezeigt,
dass da auch mehr als Schweigen bleibt,
wenn man Erfolg erst wirklich will,
dann spielt man nicht nur tumben Müll.
Der Sprecher hat mich heute Nacht,
mit seinen Schreien fast umgebracht,
ich klebte nah am Radio,
dass ich noch lebe – macht mich froh.
Mein Puls schlug den Radetzky-Marsch,
mein Blutdruck war komplett im … Eimer,
überlebt dank Baldrian,
den ich in Litern zu mir nahm.
Lanig hätte treffen müssen,
ich hab mir in den Po gebissen,
beziehungsweise hätte ich….,
hätt mich nicht der Krampf erwischt.
Doch auch auf Seiten Hoffenheim,
schlug der Ball zum Glück nicht ein,
und so denke ich bei mir,
dass ich zumindest Aufwind spür.
Denn was ich heut erwartet habe,
war der FC, ganz nah am Grabe,
eine Klatsche – hausgemacht,
die Lichter aus, und Gute Nacht.
Die Mannschaft stark in der Kritik,
nur Clemens fiel ganz leicht zurück,
ich hoffe, dass das wirklich stimmt,
dank Radio war ich recht blind.
Wir haben halt kein Glück mit Jokern,
das ist ein wenig so wie Pokern,
wobei ich aber nicht recht weiß:
Warum wird´s laufend Spieler Freis?
Egal, der Punkt ist eingesackt,
mein Herz schlägt wieder ruhig im Takt,
und den Termin beim Kardiologen,
hab ich nach dem Spiel verschoben.
Jetzt geht’s nach Freiburg – das sehr bald,
3 Punkte aus dem Schwarzen Wald?
Kaum stimmt er halbwegs, unser Lauf,
fühl ich mich wieder – obenauf. 24.09.2010
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Beton
Soldo rührt erneut Beton,
doch was bleibt am Schluss davon?
Ein 0:2 und das Gefühl:
Das war erneut – kein Fußballspiel.
Mainz versohlt uns fix den Ar…,
und spielt uns den Narhalla-Marsch,
im Karneval hält Köln wohl mit,
im Fußball fehlt ein großer Schritt.
Beton mag gut sein, dann und wann,
sofern man es auch anders kann,
doch hat sich heut erneut bewiesen:
Im Spiel nach vorn geht uns die Düse.
Kreativ – gleich Null, und kleiner,
anzufangen weiß fast keiner,
etwas mit dem Ball im Spiel,
nur zerstören – hilft nicht viel.
Und als dann Mainz die Luft ausgeht,
passiert, was kaum ein Fan versteht,
da wechselt unser Trainer aus,
mit Verstand? Mich hat´s gegraust…
Ich bin kein Fachmann, sicher nicht,
als Fußballfan ein kleines Licht,
doch manches wird nicht mir allein,
auf immer ein Geheimnis sein.
Warum kommt Holtby, Knall auf Fall,
beim 1:0 so frei zum Ball?
Und warum klebte Mondy stumm,
auf der Linie? Ja, warum?
Mainz ist lange ungeschlagen,
und trotzdem mag ich es nicht wagen,
daraus den Grund zu konstruieren,
gegen wen will man denn führen?
Am Freitag gegen Hoffenheim?
Ich müsste schon ein Träumer sein,
würd ich auf einen Heimsieg wetten,
wie ist der Bock denn nur zu retten?
Ein Geromel – das weiß ich nun,
wird sich das nicht lang antun,
und ein Podolski, bitte sehr,
läuft nicht dauernd hinterher.
So langsam wird mir alles fremd,
ob jemand noch die Richtung kennt?
Wenn man die Fans verärgern will,
produziert man weiter – Müll.
Freiburg, Dortmund, Hoffenheim,
was fahren wir an Punkten ein?
Wohl nicht sehr viel, auf diese Weise,
FC – wohin geht Deine Reise? 21.09.2010
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Oktoberfest
O´zapft ist – Oktoberfest,
und die Bayern stellen fest,
dass der FC – wie man´s auch dreht,
besser als die Römer steht.
Ein 0:0 – zwar destruktiv,
doch heißt´s am Ende plakativ,
dass der Bock nen Punkt verbucht,
nicht mehr, nicht weniger – doch genug.
Ich starb am Radio tausend Tode,
nur Hören – wird mir nie zur Mode,
und schau ich mich im Spiegel an,
erschreck ich – wie man altern kann.
Eben noch erholt, ein Stück,
wirft mich dieses Match zurück,
so alt, wie ich mich derzeit fühle,
verdanke ich dem Fußballspiele.
Die Taktik, sie gleicht einem Igel,
seh ich sie an, so wird mir übel,
und trotzdem zählt nur nach dem Spiel,
der eine Punkt – das war das Ziel.
Ein Mondragon, der hält was kam,
Geromel, der Ängste nahm,
als er, so wie man ihn halt kennt,
stets dort köpfte, wo es brennt.
Und Brecko, der dann beinah noch,
den Ball ins Münchner Netz einlocht,
das hätte – auch wenn´s mir gefällt,
das Spiel grad auf den Kopf gestellt.
So lasst jetzt heut genervte Bayern,
gerne ihre Wiesn feiern,
wir feiern und wir singen auch,
in rot und weiß, ein Kölner Brauch.
Ich freue mich – auf jeden Fall,
auch am Crash im Ponystall,
vorgeführt mit 0:7,
wie gern hab ich das jetzt geschrieben.
Nach dem 6:3 bei Bayer,
ging mir die Häme auf die… Nerven,
jetzt drehe ich das gerne um,
die Ponys wiehern leidend, stumm.
Heute trifft´s den einen, morgen andere,
das Glück im Fußball, es muss wandern,
denn das Feixen, ab und an,
erhöht nun mal den Spaß daran.
Am Dienstagabend geht’s nach Mainz,
unlösbar? Nun, wie es scheint,
klingt es zwar entsetzlich schwer,
doch abgerechnet – wird nachher. 18.09.2010
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Pauli
Habt Ihr Ahnung, wie das ist,
wenn du fern der Heimat bist,
und nur hörst, jedoch nichts siehst,
wenn der Schweiß in Strömen fließt?
Die erste Halbzeit klang enorm,
Livebericht in bester Form,
und nach dem Tor kam Hoffnung auf,
aufs 2:0, auf guten Lauf.
Poldi, Clemens – Mann oh Mann,
das hörte sich gewaltig an,
doch ich hab mich still gefragt:
Ist die Hoffnung zu gewagt?
Und so fieberte ich mit,
kenn doch meinen Bock am Schritt,
und leider war´s in Halbzeit 2,
wieder mal nur Plackerei.
Der FC zieht sich zurück,
und suchte nicht im Sturm sein Glück,
ich schaute ständig auf die Uhr,
von Entspannung keine Spur.
Die Zeiger schienen wie gemeißelt,
weshalb wird man als Fan gegeißelt?
Im Radio klang es oft nach Grusel,
und am Ende – auch nach Dusel.
Denn als man laut im Radio schreit:
„Tor für Hamburg“ – tut mir leid,
da habe ich geflucht, verstört,
manch Wort – das hier nicht hingehört.
Gut, es war Abseits – Gott zum Glück,
und doch fühl ich mich arg bedrückt,
dass solche Spiele, hilflos, blind,
trotz des Siegs wohl Standard sind.
Vielleicht war es ein erster Schritt,
in höhere Sphären – ich geh mit,
doch jetzt in München, dann in Mainz,
schwere Spiele – ja, so scheint´s.
Drei Punkte sind jetzt auf dem Konto,
macht mehr daraus, oh bitte pronto,
denn sonst steh ich in Dänemark,
bei jedem Spiel kurz vorm Infarkt.
Ein Fußballspiel im Radio,
ist für die Nerven der Ko,
vor allem dann – das ist gewiss,
wenn man(n) schon etwas älter ist.
Die Lebensjahre – wie infam,
die der FC bis heute nahm,
bekomme ich nie mehr zurück,
und doch – der Sieg bringt heute Glück. 12.09.2010
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Verwaist
Vielleicht schließt sich ja heut der Kreis,
denn mein Platz, er bleibt verwaist.
Da meine Frau nicht gönnen kann,
hör ich mir´s heut im Radio an.
Gestern noch mimt sie viel Liebe,
heut frag ich mich, wo das wohl bliebe,
denn als ich aus dem Schlaf erwacht,
war ich im Norden – letzte Nacht.
Sie sprach mit einem Gläschen „Prost“,
ein schneller Kuss, ein schneller Toast,
im Nachhinein, da frag ich mich:
Bin ich im Grunde noch ganz dicht?
Denn ein Rudel Schlaftabletten,
ich würde meine Seele wetten,
schickte mich in tiefsten Schlaf,
da sie nun die Entscheidung traf.
Und während Ihr – ich träum davon,
Freude spürt im Stadion,
schau ich hier in die Dünen, stur,
ab heute Mittag 17 Uhr.
Ich hoffe, dass mein Handy zeigt,
dass in Köln die Party steigt,
dass der Geißbock sich erholt,
und Hamburg flott den Ar… versohlt.
Auf dem Weg nach Dänemark,
machte ich die Kölner stark,
und hielt ganz kurz in Hamburg an,
man tut ja schließlich, was man kann.
Vielleicht, dass es ja etwas bringe,
zeigt ich St. Pauli meinen Finger,
jedoch nicht den – falls Ihr versteht,
der mittenmang im Zentrum steht.
Denn ich hab ja Contenance,
und drum FC, wahr Deine Chance,
fang einfach mit dem Siegen an,
dass Dänemark gelingen kann.
Es gilt ja schließlich abzuschalten,
verliert Ihr, bleibt es wohl beim Alten,
ach, könnte ich das Spiel doch sehn,
mein Bock – wie wär das wunderschön.
St. Pauli, später Hoffenheim,
ich werde fern der Heimat sein,
genieße Dünen, Sand und Meer,
in Dänemark fällt das nicht schwer.
Doch tausch ich heut die Sonne ein,
würden wir nur Sieger sein,
und das verstehen – das ist halt so,
nur wahre Fans – gleich wann und wo. 12.09.2010
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Ich
Heut fragt´ mich jemand nebenbei,
ob ich nicht zu belehren sei,
noch immer hoffe ich darauf,
der Weg des Geißbocks führt hinauf.
Da bleibe nur, das Haupt zu schütteln,
denn es gebe nichts zu rütteln,
an dem Fakt, das sei gewiss,
dass diese Hoffnung grundlos ist.
Ich sah ihn an, sehr tief und lang,
er wurde kleiner, ihm ward bang,
und dann sprach ich, ganz überlegt,
von dem, was einen Fan bewegt.
„Wenn hier einer maulen darf,
dann bin das ich – ich sag das scharf,
weil das, was ich noch heut zerreiß,
morgen Große Liebe heißt.
Fan zu sein, das ist wie Ehen,
und das kann man nur verstehen,
wenn der Virus dich gepackt,
du bist schutzlos, völlig nackt.
In schlechten Zeiten, wie in guten,
soll das Herz rot-weiß nur bluten,
das gilt auch, wenn der Kragen platzt,
nach einem Start, der so verpatzt.
Ich gehe mit, kann nichts dafür,
da ich ihn fast magnetisch spür,
diesen Zug zum Stadion,
ich singe stets mein Lied davon.
Und wird es in die Hose gehen,
werd ich das Ergebnis sehen,
doch im Moment, so sag ich still,
ist alles Bangen doch noch Müll.
Zwei Spiele, die sind grad gespielt,
vielleicht wird ja ein Sieg erzielt,
im nächsten Spiel, beim nächsten Mal,
ein Schritt aus diesem Jammertal.
Noch mache ich es wie die Bibel,
und halte still bei allem Übel,
auch noch die andere Wange hin,
weil ich leicht masochistisch bin.
Ich bin halt so, kann nichts dazu,
bin heut erfreut, feel morgen blue,
heut himmelhoch, und morgen down,
heut Kritik und morgen Clown.
Und funktioniert das Hoffen nicht,
so löscht der letzte Fan das Licht,
ganz still und heimlich, ganz allein,
und dieser Mensch - werd ich dann sein.“ 05.09.2010
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Gewissenskonflikt
Manchmal möcht man(n) sein Gewissen,
gern für ein paar Tage missen,
denn ich fahr nach Dänemark,
das macht mich frisch und frei und stark.
Wenn da nicht der Umstand wäre,
dass ich meiner Lust entbehre,
fahre ich mit Sack und Pack,
am Samstagmorgen – wie vertrackt.
In der Nacht geht es auf Reise,
ausgeschlafen, still und leise,
mit der Liebsten im Gepäck,
Tür verschlossen – ab und weg.
Und alles lass ich hinter mir,
manche Sorgen bleiben hier,
nur nehme ich auf jedem Schritt,
meinen kölschen Geißbock mit.
Denn was an meinem Herzen nagt:
Die DFL hat nicht gefragt,
beim Sortieren der Termine,
ob ich das denn wohl verdiene?
St. Pauli kommt am Sonntag erst,
und ich denk mir: Wenn du fährst,
ist einsam dort mein Platz, verwaist.
Wisst Ihr denn wirklich, was das heißt?
Ja, ich hör Euch jubilieren:
„Der Alte fährt – da wird´s passieren,
der erste Heimsieg, er steht an,
da Er das nicht verhindern kann.
Der Reimer weilt in Dänemark,
das macht den Geißbock eher stark,
da Er ja wohl den Hemmschuh gibt….“
Niemand, der mich wirklich liebt.
Und doch - da ist ein Fünkchen Hoffen,
der Start der Reise, er ist offen,
denn schaff ich meine Arbeit nicht,
fahr ich erst Montag – erst die Pflicht!
Was dann wohl bedeuten würde,
(welches Unheil, schwere Bürde),
dass ich dann doch ins Stadion muss,
natürlich hab ich keine Lust….
Jedoch, was tut man(n) denn nicht alles,
man(n) ist bereit – im Fall des Falles,
und mein Gewissen – juckt mich kaum,
so ein Heimsieg – wär mein Traum.
Mal schauen, was die Woche bringt,
ich bin verrückt – doch mich durchdringt,
dieses Virus, siedend heiß,
von dem ich keine Heilung weiß. 04.09.2010
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Über Nacht
Gestern hab ich nicht geschrieben,
weil die Dinge, die ich liebe,
ich manchmal gar zu schonen weiß,
… bevor ich´s in der Luft zerreiß.
Ich hab geschlafen – eine Nacht,
und hab in meinem Wahn gedacht,
ich würde heute kaum mehr fluchen,
doch was mir blieb – ist Pustekuchen.
Ich bin verwirrt wie lange nicht,
ich werde/bin kein Masochist,
und wälze die Gedanken still,
ob ich das alles wohl noch will.
Mitgliedschaft und Dauerkarten,
Hoffen, Bangen, Fluchen, Warten,
dass endlich mal der Knoten platzt,
Ich will nicht mehr – mit einem Satz.
Gestern stand ich stumm in Bremen,
und mancher Spieler sollt sich schämen,
wenn Geld für diese „Leistung“ steht,
dann weiß ich, was mir stets entgeht.
Ein Sturm, der wahrlich keiner ist,
ein Mittelfeld, das oft vergisst,
wozu es auf dem Platz sich quält,
auf dem doch wohl die Leistung zählt.
Wird´s besser, wenn die Abwehr steht?
Ich hoffe sehr, dass da was geht,
ändert sich nichts, lieber Mann,
tu ich mir das nicht weiter an.
Und werft Ihr mir jetzt lauthals vor,
dass den Schwur ich oft schon schwor,
dann sag ich jetzt – Ich bin soweit,
alles hat halt seine Zeit.
Seit ´76 Lust und Last,
ich habe kaum ein Spiel verpasst,
und manches Jahr war da nicht ohne,
doch den FC – juckt´s nicht die Bohne.
Ob ich dabei bin, ob´s mich traf,
bringt den FC kaum um den Schlaf,
ich steck voll gegorenem Frust,
und stetig schwindet meine Lust.
Mein Sitzplatz wird sehr schnell besetzt,
und der Nächste tief verletzt,
von dem, was auf dem Platz passiert,
von der Seuche, die grassiert.
Ich weiß nicht weiter, sicher nicht,
seh im Tunnel kaum ein Licht,
vielleicht sieht´s Montag anders aus,
dieser Reim, der musste raus. 29.08.2010
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Regen in Bremen
Regen fällt im Fischbassin,
sorgt vielleicht für frischen Teint,
da zu viel Sonne dargebracht,
die Haut wohl eher knittrig macht.
Mich stört der Regen eher nicht,
das ist halt so – bin Tierkreis Fisch,
jedoch die Liebste sagt bewusst,
dass sie das Wetter „not amused“.
Und wie ich´s dachte, kam es dann,
sie sprach zu mir: „Mein lieber Mann,
sorgst du nicht für Trockenheit,
endet morgen deine Zeit.
Dann hat es sich schnell ausgeBockt,
mit falschem Wort ward ich gelockt,
du versprachst mir Sonnenschein,
schön sollt´s an der Weser sein.
Nun schau nach draußen – sag mir schnell,
wann wird es mal wieder hell,
und während Tor um Törchen fällt,
werd ich im Kaufhaus abgestellt.
Dort spiel ich mit der Mastercard,
wofür wird bitte noch gespart,
wenn der feine Herr entschied,
er trägt´s zum Fußball – altes Lied.
Nun sprich kein Wort – sei besser still,
(da ich dich heut nicht schlagen will),
und hör, was deine Frau dir sagt,
streng dich an – auf Nacht folgt Tag.
Tanz den Anti-Regentanz,
bete still den Rosenkranz,
schieb die Wolken schnell beiseite,
klappt das nicht… so such das Weite.“
Da stand ich nun, begossener Pudel,
ein armes Schwein, und das im Rudel,
Daumen drückend – ach, oh je,
für das Wetter – den FC.
Nur eines ist mir ganz bewusst,
und das verengt des Mannes Brust,
dass ich nichts – welch übler Bann,
mit den Daumen ändern kann.
So schaff ich eher den Spagat,
von heut auf morgen 30 Grad,
als den Geißbock siegbereit,
alles hat halt seine Zeit.
Und so leg ich, das spricht Bände,
mein Schicksal in der Liebsten Hände,
Sonne und verdienter Lohn,
was morgen kommt – wer weiß das schon. 27.08.2010
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Kaiserslautern_210810
Und täglich grüßt das Murmeltier,
immer Samstag – ab halb 4,
so fühlt man sich dann, ohne Reife,
gefangen in der Endlosschleife.
Warum gibt man nicht kurz und knapp,
den Betzen gleich die Punkte ab?
So spart man sich, ja, mein Kalkül,
bei der Hitze solch ein Spiel.
Der FC – gut für Rekorde,
ein weiterer ist wahr geworden,
Mohamad – Dein erster Preis,
das war der schnellste Platzverweis.
So spielt man dann mit 10, sehr früh,
und Belohnung für die Müh?
Nun, die gibt es leider nicht,
wenn dann spät das Glück zerbricht.
Ein frühes Tor, da denkt man noch:
Ein Treffer! Seht, es geht wohl doch.
Wobei sehr klar war, irgendwann,
geht das schief – mit nur 10 Mann.
Eine Abwehr, die gefühlt,
in dieser Form wohl nie mehr spielt,
und dann im Match, so mittendrin,
manch Wechsel ohne rechten Sinn.
Vielleicht versteh ich nicht sehr viel,
vom Fußball – ist halt nur ein Spiel,
doch warum musste Yalcin raus?
Dafür Pezzoni – welch ein Graus.
Vielleicht war´s richtig – oder nicht,
ich sah heut Schatten – doch auch Licht,
und wenn der Kampf auch morgen steht,
dann denke ich, dass da was geht.
Ich will die Mannschaft nicht verfluchen,
sie soll erneut ihr Glück versuchen,
denn wirklich schlecht, so sag ich mir,
war sie nicht – nicht heut, nicht hier.
Am Schluss schlich sich manch Fehler ein,
natürlich musste das nicht sein,
doch war das, ich hab´s gespürt,
gegen Lautern programmiert.
Köln und Lautern jedes Jahr,
der gleiche Mist, und heut sogar,
spielt Mohamad uns selber aus,
so fährt man(n) voller Frust nach Haus.
Und doch – ich werde mich nicht schämen,
fahr ich Samstag nun nach Bremen,
so lange meine Hoffnung steht,
ist´s zum Siegen nie zu spät. 21.08.2010
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Träume
Vergangene Nacht hab ich geträumt,
dass für uns die Sonne scheint,
dass alles kommt, wie ich´s gern mag,
einfach – ein perfekter Tag.
Lang geschlafen, nicht geweckt,
Kaffee duftet, Frühstück schmeckt,
und die Waage… ach egal,
tönt mir heut kein Warnsignal.
Die Liebste spricht: Mein lieber Mann,
ich tu für dich, was ich nur kann,
lehn dich zurück, was immer sei,
das ist dein Tag – du hast heut frei.
Sie reicht mein Buch und ein Getränk,
wahre Liebe – ein Geschenk,
dann huscht sie, einer Elfe gleich,
auf leisen Sohlen durch mein Reich.
Sie fragt, was sie mir bringen soll,
ein solcher Samstag – wundervoll,
und als der Schlaf mich neu entdeckt,
legt sie sanft die Brille weg.
Später, gleich am Nachmittag,
schickt sie mich dann – ungefragt,
hin nach Köln, zum großen Ball,
dort sei ich gerne, klarer Fall.
Und im Traum, da schlagen wir,
die roten Teufel – ab halb 4,
nehmen sie per Bock aufs Horn,
heute beginnt´s erneut von vorn.
Endlich wieder Bundesliga,
dann wird sogar ein müder Krieger,
so wie ich, gleich wieder jung,
ich sag nur eins: Erleichterung.
Ein Sieg, gleich heut, das wär doch was,
so macht der Samstag richtig Spaß,
und die Punkte – ja, ich spür,
bleiben endlich wieder hier.
Ein volles Haus und Stimmung pur,
bitte auch nach 17 Uhr,
und am Ende – das wär fein,
nennt man uns die „Macht am Rhein“.
So träumte ich, so träum ich noch,
ich merk, die kölsche Seele kocht,
und wird davon ein wenig wahr,
bin ich heut, gefühlt, ein Star.
Und den Traum – von meiner Frau,
den nehme ich nicht so genau,
wenn der FC nur siegen möcht,
dann komme ich auch so zurecht. 21.08.2010
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Erste Pokalrunde
Jedes Jahr das gleiche Lied,
Klasse, die man selten sieht,
wenn David gegen Goliath,
das größte Match des Lebens hat.
Da kann man sich fast nur blamieren,
denn zu oft wird es passieren,
dass der Große jäh entdeckt,
wie viel Kraft im David steckt.
Bock sei Dank – das ist der Clou,
gehört der Geißbock nicht dazu,
und Dank zweifach Jubelschrei,
sind wir mit in Runde 2.
Und trotzdem war das reichlich schwach,
zu viel Weh und zu viel Ach,
Torwart Mondy hielt perfekt,
und zeigte, was noch in ihm steckt.
Doch was mir fehlte, bis zum Ziel,
ist immer noch ein flottes Spiel,
kreativ im Mittelfeld,
das wäre es, was mir gefällt.
Ja, so mancher Ballverlust,
sorgte für ne enge Brust,
da fragte ich mich nicht allein:
Musste das schon wieder sein?
Doch dann schau ich an die Leine,
Erfolgsgeschichte – gab es keine,
und auch St. Pauli an der Elbe,
wie in Hannover – ganz dasselbe.
Drum freue ich mich an zwei Toren,
wir sind weiter, nicht verloren,
und nun sind wir schon gespannt,
wen man uns als Gegner fand.
Nach Berlin ist es noch weit,
4 Siege noch, welch lange Zeit,
die Daumen sind schon jetzt gedrückt,
beim Losen – ein klein wenig Glück.
Ein Heimspiel – ja, das wäre was,
ein Gegner, der uns liegt und passt,
damit ich weiter feiern kann,
die Spielzeit fängt ja grad erst an.
Nächsten Samstag Bundesliga,
vielleicht sind wir auch dann der Sieger,
denn eines ist bestimmt gewiss,
dass nächstes Spiel das schwerste ist.
Endlich Ende – welche Sause,
diese lange Sommerpause,
ist seit heut für uns vorbei,
wie ich mich doch am Leben freu. 14.08.2010
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Sampdoria
Genua Sampdoria,
ohne Glanz und Gloria,
ohne Spielwitz! Ohne Lust?
Vielleicht sogar ja auch bewusst.
Bremen schaute sicher rein,
und steht man schon mit einem Bein,
in Europa, im Pokal,
wär sich zu zeigen fast fatal.
Vielleicht ist´s so, vielleicht auch nicht,
egal – ich lass heut gutes Licht,
an unserer Leistung, dem FC,
denn zuletzt….tat´s eher weh.
Lanig fand ich heute klasse,
Jajalo hob sich aus der Masse,
und mal schauen, ob Stürmer Freis,
nach diesem Tor sich neu beweist.
Die 1. Halbzeit machte Spaß,
liebe Jungs, das war doch was,
schöne Züge, reichlich Schwung,
da wird der Fan fast wieder jung.
Was kann man aus nem Testspiel lesen?
Nichts – denn ist es schlecht gewesen,
findet man gleich 1.000 Gründe,
um sie lautstark zu verkünden.
War es gut – nun ja, wie heute,
strahlt man freudig in die Meute,
doch letztendlich bringt es wenig,
freu ich mich heut auch wie ein König.
Ich hab Spaß an kleinen Dingen,
an solchen Szenen, die gelingen,
die ich zuletzt fast gar nicht sah,
gebt mir Recht – denn es ist wahr.
Ein 2:0 in Meuselwitz,
reißt mich demnächst bestimmt vom Sitz,
und könnt es gar noch höher sein,
nehm ich´s gerne mit nach heim,
Endlich ist die Zeit vorbei,
des Wartens und der Maulerei,
demnächst, wenn Kaiserslautern spielt,
wird der Reiz erneut gefühlt.
Ich merke, ich bin eingerostet,
zu lang vom Nichtstun wohl gekostet,
doch ab heute – Gnade? Keine!
Gibt´s zum FC die neuesten Reime.
Manchmal freudig, manchmal Frust,
mal voller Pep, dann ohne Lust,
wie´s eben grad im Spieltag geht,
ich hoffe, dass Ihr mich versteht. 07.08.2010
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Morgen
Ich sitze hier im leichten Hemd,
die Zunge schon im Winkel klemmt,
und der Bleistift ist gespitzt,
morgen ist das Ding geritzt.
Dann kann ich endlich wieder planen.
Warum??? Ihr werdet es wohl ahnen.
Morgen gibt’s per DFL,
die Spieltagsplanung – es wird hell.
Vorbei die ach, so lange Zeit,
das Licht vertreibt die Dunkelheit,
es winken Freude und auch Dramen,
ich nehm es hin – in Bockes Namen.
Das Filofax liegt aufgeschlagen,
auf dem Tisch seit vielen Tagen,
und wenn ich es nun füllen kann,
bin ich einfach glücklich dran.
Freuen auf so manche Paarung,
ich mein des Fußballs(!) Offenbarung,
der Hinweis sei mir unbenommen,
bevor die Zeigefinger kommen….
St. Pauli, eine Reise wert,
auch München – das wär nicht verkehrt,
Dortmund, Schalke, Werder Bremen,
dem FC gilt all mein Sehnen.
Doch vor allem – jetzt zuhause,
Erfolge – endlich, ohne Pause?
Ich denke, dass da was entsteht,
und auch – dass da noch etwas geht.
Endlich kann ich Urlaub buchen,
meine Frau wird mich verfluchen,
wenn ich zu jeder einzelnen Reise,
auf den Spielplan strikt verweise.
Verweisen kannst Du, sagt sie prompt,
doch wenn da noch ein Muckser kommt,
erlebst Du – das wär nicht das Wahre,
den nächsten Spieltag auf der Bahre.
So beuge ich mich der Gewalt,
Fußball lässt die Liebste kalt,
und hoffe, unsere Urlaubsziele,
streifen nicht die Schlagerspiele.
Noch einmal schlafen, dann, ja dann,
fängt mein Leben endlich an,
wie aus einem Winterschlaf,
erwache ich – ein altes Schaf.
Ich bin so gierig, bin gespannt,
das erste Heimspiel – dann durchs Land,
wann und wo, warum und wie,
die Spieltagsplanung: Poesie. 04.07.2010
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England
Football´s coming home? Vielleicht!
Drum hoff ich heute, dass es reicht,
zum Rückflugticket für das Team,
das bis heut bezwingbar schien.
In Englands Presse herrscht schon „Krieg“,
ein bloßes Fußballspiel genügt,
und schon dreht alles dort am Rad,
jetzt, da das große Match heut naht.
Zwei Mal das Elfmeterschießen,
ließ England nur von ferne grüßen,
dieser Stachel sitzt noch tief,
in der Haut, in Englands Beef.
Ein Torwart, der sich schon blamierte,
der schon die Schmach am Leibe spürte,
und eine Mannschaft, die bisher,
noch steckenblieb im Linksverkehr.
Jedoch – auch wir sind ja nicht ohne.
Perfekt? Nein, sicher nicht die Bohne.
Und daher fängt ein jedes Spiel,
an bei Null – mit klarem Ziel.
Am Schluss zu siegen – sei´s auch knapp,
Jungens kämpft, denn nun geht´s ab,
heut Nachmittag ab 16 Uhr,
bringt den Sieg jetzt in die Spur.
Vielleicht trifft Poldi dieses Mal,
vielleicht auch Klose – ganz egal,
doch legt uns nicht die Nerven blank,
Elfmeterschießen? Abgedankt!
Siegt in regulärer Zeit,
den Kopf tragt hoch, die Brust sei breit,
und jagt des Fußballs Mutterland,
nach Hause an den Nordseestrand.
Dort dürfen sie sich dann verstecken,
in Ruhe ihre Wunden lecken,
und ich? Ich bin schon raderdoll,
nehme meinen Mund recht voll.
Doch mit dem Startpfiff werd ich still,
ein Sieg ist alles, was ich will,
und so zittere ich – oh je,
ist es auch nicht – der FC.
Ab heute geht es ums Ko,
dann leide ich, das ist halt so,
so lange der FC nicht spielt,
verteile ich halt hier Gefühl.
Südafrika, wir sind im Achtel,
setzt ihn an, den großen Spachtel,
und macht den Weg zum Viertel glatt,
dass man(n) noch was zu reimen hat… 27.06.2010
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Prognose
Ich las kürzlich die Prognose,
es geh die Zukunft in die Hose,
und dass der Homo Sapiens,
in 100 Jahr´n durch Abschied glänzt.
So sprach nun heut die Wissenschaft,
Hort des Wissens und der Kraft,
ich las es emsig, interessiert,
und weiß schon jetzt, wohin das führt:
100 Jahre Bundesliga,
für Verlierer, Bock und Sieger,
100 Jahre noch auf Erden,
zum endlich Deutscher Meister werden.
Doch was ich les, treibt mir den Schweiß,
irgendwo schließt sich der Kreis,
Gerüchte sprießen, noch und noch,
ansonsten gähnt das Sommerloch.
Es kommen ständig neue Namen,
und gehen schneller, als sie kamen,
weil´s beim FC – nun ja, vielleicht,
von den Finanzen her nicht reicht.
Doch noch ist Zeit, noch mancher Tag,
und daher brech ich nicht den Stab,
über das, was kommen kann,
vielleicht fängt man ja morgen an.
Wer schließlich kommt, wird angenommen,
so schlimm wird es vielleicht nicht kommen,
wie es heute mir noch scheint,
und wenn doch – wird heiß geweint.
Verteidigung und Mittelfeld,
es tut sich nichts – liegt es am Geld?
Maniche ist fort, und Tosic auch,
so langsam grummelt´s arg im Bauch.
Jedoch, die Hoffnung stirbt zuletzt,
auch wenn das Warten furchtbar ätzt,
ich beweise nun Geduld,
wer´s nicht tut, ist selber schuld.
Denn, sich ständig aufzuregen,
bringt auch nicht den erhofften Segen,
ich zeig Stärke, bin ein Mann,
auch wenn ich das – partout nicht kann.
Ständig seh ich Kommentare,
doch klick ich drauf – ist´s nicht das Wahre,
weil sich das Neueste, früh bis spät,
immer nur im Kreise dreht.
Acht Wochen noch sind es zum Start,
Langeweile, furchtbar hart,
jedoch, wie spricht die Wissenschaft:
In 100 Jahren – ist´s geschafft. 21.06.2010
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Meuselwitz
Wenn auf der Brust von Meuselwitz,
ein rot und weißer Streusel sitzt,
so fiel dem Dichter, in der Pein,
gerade mal nichts Besseres ein.
Verzeiht mir diese Exkursion,
wen interessiert´s am Ende schon,
wenn man in Thüringen beweist,
dass der FC-Fan gerne reist.
Reisen, um den Sieg zu sehen,
doch leider kann so viel geschehen,
und selbst die Elf von Meuselwitz,
beweist sich als geölter Blitz.
Zu oft hat sich der Bock blamiert,
zu oft sind wir schon abgeschmiert,
als dass ich schon frohlocken kann,
ein jedes Spiel fängt erst mal an.
Wenn auch der Name ulkig klingt,
so hoff ich, dass der Sieg gelingt,
der Gegner ist nur 4. Liga,
da geht der Bock vom Platz – als Sieger.
Wie schön, es füllt sich mein Kalender,
Termine, Deutschland, ferne Länder,
und endlich wieder Fußballzeit,
ist auch der Anpfiff noch sehr weit.
Doch winkt der DFB-Pokal,
und ist´s Budget auch reichlich schmal,
so wär es gerade nicht verkehrt,
wenn man(n) mal zum Finale fährt.
Jetzt hat man endlich Billigflieger,
für rot und weiße Fan-Mitglieder,
doch wo will ich denn derzeit hin?
Ohne Bock macht´s wenig Sinn.
Das ist der erste Schritt von sechsen,
ach, könnt ich zaubern, könnt ich hexen,
so hätten wir, zum fernen Ziele,
nur daheim noch unsere Spiele.
Ist das richtig? Ach, oh weiah,
zuletzt gelang uns kaum ne Feier,
und im eigenen Ziegenstall,
waren wir ein schwerer Fall.
Vielleicht wird´s besser, keine Frage,
wir haben noch genügend Tage,
ne Elf zu formen, die versteht,
wobei es so beim Fußball geht.
Ich freue mich auf Meuselwitz,
auf dass die erste Garde sitzt,
wie schön, wenn man(n) so dann und wann,
völlig sinnlos reimen kann. 06.06.2010
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Schachmatt
Ich sitz dumm rum, der Kopf ist leer,
das Reimen fällt entsetzlich schwer,
da der Dichter, Schach und matt,
nicht das geringste Thema hat.
Keine Meldung des FC,
stille dümpelt nur der See,
nichts, wo ich mal jammern kann,
was fang ich mit den Stunden an?
Sanierung meines Hofes winkt,
doch eins hab ich mir abgeschminkt:
Im Altstadtpflaster ein Emblem:
Das des Geißbocks – das wär schön.
Der Liebsten hab ich es erklärt,
ich war im Rausch, rot-weiß verklärt,
ich fand den Knopf zum Stillsein nicht,
nun hab ich Pflaster…. Im Gesicht.
Sie sprach zu mir, ich sei verrückt,
durchgeknallt, nicht nur zu dick,
und bevor sie mich erhör,
geht der Bock durchs Nadelöhr.
Nun sitz ich hier – ja, immer noch,
und starre auf das Sommerloch,
so lang, so breit, so leer und tief,
so entsetzlich – heul und schnief.
Ich rufe ein Mal kurz hinein,
irgendwo muss Ende sein,
doch was mir da entgegen hallt,
ist nur mein Echo, leis und kalt.
Da winkt zwar kurze Zeit darin,
Südafrika – es spricht mein Sinn:
Wir werden zügig eingenetzt,
und doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wär doch schon der Spielplan raus,
dann säß ich nicht so dumm Zuhaus,
könnte schon – Ihr werdet´s ahnen,
Termine und die Fahrten planen.
Nach St. Pauli, Bayern gar,
in Städte, wo ich noch nicht war,
jedoch, da bleiben nur allein:
Mainz und Hoppes Hoffenheim.
Ich bräuchte Euch nicht mehr zu quälen,
mit Reimen, die nur eins erzählen:
Dass ich nichts zu berichten habe,
abgehakt – ist es auch schade.
Vielleicht bringt nächstes Wochenende
Pokalauslosung nun die Wende,
bis dahin meinen guten Rat:
Lest nicht meinen Frust-Salat. 03.06.2010
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Pflicht
Wo ist Schatten, wo ist Licht,
als Opa kennt man seine Pflicht,
und meldet drum, sofern man kann,
sein Enkelkind als Mitglied an.
Was zur Kinderzeit versäumt,
das wird nun heute aufgeräumt,
weist die Erziehung Lücken auf,
die Fehler nehm ich streng in kauf.
Ich hab zu oft, das war verrückt,
die Augen schweigend zugedrückt,
so ist es leider nun passiert,
dass Nichtbeachtung hier grassiert,
Ich legte Wert aufs Schreiben, Lesen,
wie bin ich doch so dumm gewesen,
zu selten sprach ich von der Geiß,
vom Glücksgefühl in Rot und Weiß.
Ich knüpft im Hirn nicht die Synapsen,
„Nachtigall – ick hör dir trapsen“,
was beim Kinde falsch gepolt,
wird heute schwerlich nachgeholt.
Da hilft auch nicht der Rosenkranz,
kein Böckchen- und kein Regentanz,
vorbei ist einfach halt vorbei,
ich hoffe, dass man mir verzeih.
Jedoch das liebe Enkelkind,
wie schön, wenn sie noch formbar sind,
nächsten Monat wird sie 2,
und ab jetzt ist sie dabei.
Ich weiß nicht, was das Leben bringt,
ob mein Tun denn auch gelingt,
jedoch – wie ich´s voll Hoffnung seh,
ich wies den Weg ihr – zum FC.
Ostholland wird sie sicher nicht,
schon das allein ist meine Pflicht,
und auch nicht Fan vom Bayerkreuz,
nicht gestern, morgen, auch nicht heut.
Das Kind wird mir einst dankbar sein,
hat nun voll Stolz noch ein Daheim,
in der Familie einen Platz,
wie glücklich ist der kleine Spatz.
Mein Bock, kommt erst die Lesezeit,
das Geißbockecho liegt bereit,
Rotkäppchen in reinster Form,
mein Bildungsauftrag ist enorm.
Mein Herz lässt für den Geißbock werben,
und einstmals kann sie vielleicht erben,
meinen Platz, mein Heiligtum,
im Süden – es gibt viel zu tun. 28.05.2010
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Trauma
Grad zwei Wochen mal vorbei,
und schon wird es zur Quälerei,
ohne seine Bundesliga,
wird der Mann zum lahmen Tiger.
Samstagmittag – 15 Uhr,
was mach ich mit den Stunden nur?
Ich schaue stumm die Wände an,
und weiß, dass das kaum helfen kann.
Ich beweg mich stumm im Kreise,
die Liebste meint, ich hätt ne Meise,
versteht halt meine Nöte nicht,
wie bin ich doch ein armer Wicht.
Heute Abend Fußball feiern?
Nun gut – doch trotzdem, ´s sind die Bayern,
da schaut man zu, das ist auch schön,
doch ohne richtig mitzugehn.
Kein Puls, der 1:1.000 schlägt,
kein Nerv, der an dem Aste sägt,
auf dem ich meine Sinne bette,
kein stetes Schwitzen – jede Wette.
Und auch demnächst Südafrika,
entlockt mir selten das Trara,
wie zwei Stunden Schuld und Sühne,
auf meiner kölschen Südtribüne.
Haltet mich für durchgedreht,
für Heilung ist es eh zu spät,
ich bin halt einfach, wie ich bin,
nehmt es einfach schaudernd hin.
Seit Tagen schon verfolg ich ständig,
Transfergerüchte – bin lebendig,
wenn mir ein starker Zugriff deucht,
und werde dennoch oft enttäuscht.
Jedoch, vielleicht wird´s diesmal was,
Namen schwirren schon en masse,
ich warte einfach lauernd ab,
noch ist ja Zeit – und nicht zu knapp.
Da dreht sich dieser Reim im Kreise,
noch so viel Wochen, welche Reise,
da hilft kein Jammern und kein Beten,
auch kein Nagen an Tapeten.
Am besten, man(n) wird eingefroren,
von den Füßen zu den Ohren,
und erst zum Neustart aufgetaut,
wie mir doch vor der Pause graut.
Sommerpause – welch ein Trauma,
und dann ist ja noch meine Frau da,
die mir auch noch den Vogel zeigt,
niemand teilt mit mir mein Leid. 22.05.2010
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Saisonabschluss 2009/2010
Und wieder ne Saison vorbei,
wieder oft genug dabei,
wieder oft genug frustriert,
doch das Fieber – es grassiert.
Es grassiert auch weiterhin,
weil ich zwar Tierkreis Fische bin,
doch mein Aszendent allein,
kann im Prinzip nur Geißbock sein.
Ist man erstmal so geboren,
rot-weiß vom Fuß bis zu den Ohren,
ändert keiner was daran,
auch nicht… wenn man kaum siegen kann.
Ich fuhr der Kilometer viel,
und immer nur mit einem Ziel:
Ein Sieg dort auf des Gegners Feld,
3 Punkte sind die halbe Welt.
Doch oft genug kam ich zurück,
ohne Punkte, ohne Glück,
und was vielleicht noch schlimmer war,
ich stritt mit Freunden – es ist wahr.
Vielleicht aufgrund der rosa Brille,
Herr, mein allerletzter Wille:
Schenk mir Klarheit, reinen Blick,
und Ruhe – wird mein Hals zu dick.
Weiß die Mannschaft eigentlich,
von ihren Fans und vom Verzicht?
Von Strapazen, purem Wahn?
Von Stunden auf der Autobahn?
Von vielem Geld für wenig Spaß?
Vom Ballett auf grünem Gras?
Ich glaube fast, das kann nicht sein,
sonst käm ich nicht verärgert heim.
Ich nahm mir lang schon Nürnberg vor,
und das Ergebnis? Man verlor!
Die Saison war abgehakt,
wozu hab ich mich nur geplagt?
Manches gut, nicht alles schlecht,
irgendwie kam man zurecht,
und doch denk ich, verzeiht es mir,
dass ich die Leidenschaft nicht spür.
Jedes Jahr denk ich erneut,
jetzt endlich sei es mal so weit,
dass ich mir meine Augen reibe,
jedes Match ne Augenweide.
Lasst mich träumen, weckt mich nicht,
wie gesagt, ich bin halt Fisch,
oft versponnen, oft verträumt,
wenn schlafend meine Hoffnung keimt. 10.05.2010
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Nürnberg_080510
Nürnberg ruft – wir reisen mit,
weil es fast nichts Schöneres gibt:
Entspannung auf der Fantribüne,
und für die Franken – Schuld und Sühne.
Wir sind gerettet – dieses Jahr,
vorbei sind Elend und Gefahr,
wir hoffen auf ein Spiel voll Lust,
der Bock, er hockt auf Nürnbergs Brust.
Denn der Abstieg ist noch nah,
und Köln reist an, mit viel Hurrah,
so wartet bei der Niederlage,
vielleicht Platz 16, harte Tage.
Doch liebe Franken, grämt Euch nicht,
ich denk der Bock zeigt das Gesicht,
welches ich verflixt nicht mag:
Die Elf, die weder spielt noch wagt.
Da denk an Lautern ich zurück,
letzter Spieltag, doch kein Glück,
weil man dort auf dem Betzenberg,
dem Gegner froh den Rücken stärkt.
So zieht das Jahr stets seine Kreise,
und ich mach so manche Reise,
quer durch unsere Republik,
ich bin halt einfach Bock-verrückt.
Hör ich den Sound von vollen Rängen,
lass ich mich nicht lange hängen,
wo ein freier Platz noch winkt,
dort bin ich – wer wagt, gewinnt.
Die 40, diese Zahl wär magisch,
und klappt es nicht – ist´s auch nicht tragisch,
jedoch wünsch ich mir sie so sehr,
drum bitte, einen Dreier her.
Mein Sohn, er schaut noch sehr betrübt,
sah noch nie nen Auswärtssieg,
vielleicht, vielleicht, ja dieses Mal,
ich gebe dort das Startsignal.
Wenn wir auch ohne Abwehr spielen,
möcht ich mich dort als Sieger fühlen,
vielleicht bringt unser Sturm Gewinn,
Poldi, Nova, hört gut hin.
Zu oft habt Ihr uns nur enttäuscht,
jetzt legt Euch bitte mal ins Zeug,
und macht, dass ich mal jubeln kann,
es wird mal Zeit – mein lieber Mann.
Nürnberg – Traum von einer Stadt,
die so viel zu bieten hat,
doch die Punkte – so soll´s sein,
gehören jetzt nach Köln am Rhein. 05.05.2010
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Heimspiele
Wenn ich mir etwas wünschen kann,
irgendwie und irgendwann,
dann bestell ich – bei der Fee,
Heimspielstärke zum FC.
Dass wie früher – Weh und Ach,
uns das Herz im Leibe lacht,
wenn der Geißbock uns verwöhnt,
zuhause unser Schlachtruf tönt.
Gestern war ich guter Dinge,
nach Tosics Führung sollt´s gelingen,
doch was dann von der Mannschaft kam,
war minderwertig und sehr arm.
Natürlich ging´s um gar nichts mehr,
doch Fans vergraulen fällt nicht schwer,
im allerschönsten Sonnenschein,
gibt´s auf dem Rasen Not und Pein.
Und lese ich dann Sonntagfrüh,
die Elf braucht neues Blut, wie nie,
dann sage ich, mein Hals wird dick,
Jung, schau auf Dich selbst zurück.
Auch sogenannte Leistungsträger,
am Ast-auf-dem-ich-sitze-Säger,
verstehen nicht, was stets und prompt,
von uns, von den Tribünen kommt.
Da schwappt LaOla durch die Ränge,
frohe, laute Fangesänge,
man meint, die Elf, sie feiert mit,
doch scheinbar fehlt die Lust zum Schritt.
Da lässt man sich, zum Haare raufen,
von Freiburg noch den Schneid abkaufen,
und ist dann beim Remis noch froh,
ich bin sauer – ist halt so.
Da freut man sich, an diesem Tag,
dass Lachbach in den Wehen lag,
1:6, Ostholland weint,
wie gern hätt ich jetzt froh gereimt.
Doch macht´s der Geißbock ja kaum besser,
drum wetze ich auch heut die Messer,
und hoffe, das sei völlig klar,
auf Besserung im nächsten Jahr.
Welcher Trainer? Ganz egal!
Zuhause gab´s nur Jammertal,
egal ob Soldo oder Daum,
im Heimspiel nur gebremster Schaum.
Nun bietet sich Herr Polster an,
irgendwie – ja, irgendwann,
Namen kommen – eh und je,
was ewig bleibt – ist der FC. 02.05.2010
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Freiburg_010510
Bevor ich diesen Reim verfasst,
spielte ich den Doppelpass,
mit mir selbst – um aufzutanken,
las ich vom Hinspiel die Gedanken.
Damals habe ich geträumt,
von dem, was heute möglich scheint,
20 Punkte – die mal 2,
mit 40 sind wir gut dabei.
Verjagt sind Angst und die Gespenster,
ich schaue friedlich aus dem Fenster,
denn ich weiß, wir sind ja wieder,
auch nächstes Jahr noch 1. Liga.
Ein letzter Heimsieg, jetzt am Schluss,
wie vom Böckchen grad ein Kuss,
vergessen wär so manches Leid,
Frust, besiegt von Raum und Zeit.
Und wenn die 4 dann vorne steht,
denk ich, dass auch in Nürnberg geht,
was ich mir wünsch, mit Fug und Recht,
Auswärts siegen – wär nicht schlecht.
Die Elf kommt aus dem Schwarzen Wald,
gebt gut Acht, doch macht nicht halt,
und zeigt uns Leistung, bitte sehr,
zieht Freiburg flott aus dem Verkehr.
Lasst uns feiern, lasst uns jubeln,
Glücksgefühl, rot-weißer Trubel,
wie wäre es doch wunderschön,
strahlend mal nach Haus zu gehn.
Ich weiß, es ist nur der Moment,
denn wer das Leid des Fans gut kennt,
weiß – und das macht mich so bang,
im August fängt´s wieder an.
Drum schenkt uns die Erholungsphase,
Sommer, schlummernd auf dem Grase,
kein Rechnen, Schätzen und Tabellen,
kein Reim, um ihn ins Netz zu stellen.
Dann hat die liebe Seele Ruh,
Auszuspannen ist der Clou,
und doch – ich kenne mich genau,
schon im Juli spricht die Frau:
„Ich hoffe auf die Bundesliga,
dann geht mein Alter endlich wieder,
frohgemut zum Stadion,
gewinnt, verliert – was macht das schon?
Hier zuhause? Stilles Glück?
Glaubt mir – Er macht mich verrückt…“
… auch wenn ich es nicht hören möcht:
Die Liebste hat wohl völlig Recht! 27.04.10
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Bremer Recht
3 Mal, das sei Bremer Recht,
doch selbst 1 Mal – das ist schlecht,
ich glossiere sachlich, kühl:
geht es um ein Fußballspiel.
Meine Nerven, lang schon blank,
da gab man mir den Schierlingstrank,
und der Wunsch nach dem Remis,
löst sich auf in Phantasie.
Ein Handspiel ohne jeden Sinn,
schenkt Werder nun den Punktgewinn,
und wir stehen – leider, ja,
mit völlig leeren Händen da.
Doch ärgern, nein, das kann ich nicht,
ist´s als Fan vielleicht auch Pflicht.
Denn ob der Leistung war es schön,
erhobenen Haupts nach Haus zu gehn.
Einer schöner Tag, in schöner Stadt,
der nicht das schönste Ende hat.
Ein Remis wär uns wohl lieber,
doch wie sagt man? Schwamm darüber.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel,
Freiburg unser nächstes Ziel,
und trotzdem – liebe Leute, hört,
war der Tag die Reise wert.
Schöne Viertel, schmale Gassen,
Stadt im Norden, mit viel Klasse,
Stimmung, Herz und auch Esprit,
Ihr seht, das spornt zur Poesie.
Ein langer Abend an der Weser,
das wäre was, Ihr lieben Leser,
und so sprach die Liebste mir:
Demnächst sind wir mal wieder hier.
Perfekt durch diese Stadt geführt,
wie´s uns als Kölner wohl gebührt,
ein Dank von hier, nun virtuell,
der Tag verflog fast viel zu schnell.
Denn für uns ging es nach Plan,
am Abend auf die Autobahn,
ohne Pünktchen im Gepäck,
abgehakt – und einfach weg.
Ich bin zwar jenseits schon der 50,
doch werd ich sicher nie vernünftig,
so lange ich das mag und kann,
häng ich mich wie ein Fähnchen an.
Und flattere von hier nach dort,
ein neuer Samstag, neuer Ort,
ich brauche diesen Reiz stets neu,
… wie ich mich schon auf Nürnberg freu. 25.04.2010
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Trikot
Ein Mann, ein Fan – das ist halt so,
braucht irgendwann auch ein Trikot,
um zu zeigen – ungeniert,
welch Virus er tief in sich spürt.
Gedacht, geplant und dann bestellt,
doch scheitert´s nicht an Gut und Geld,
sondern… könnt Ihr es schon ahnen,
am Stretch der fein vernähten Bahnen.
Ach, die Enttäuschung war so groß,
als SIE mich rief, wohl leicht erbost,
und zu mir sprach – das war nicht nett:
„He, Alter, du bist wohl zu fett.“
Es gibt am Body eine Stelle,
die macht mich halt zur Wurst in Pelle,
da sitzt das Trikot reichlich knapp,
weil ich… zu viel gegessen hab.
Es gibt, das muss ich Euch nun sagen,
feine Trikots aus den Tagen,
als ich ein schlanker Hänfling war,
sie sind zu klein – es ist ja wahr.
Ich hätt es jetzt in schwarz gebraucht,
das Auswärts-Hemd kaschiert den Bauch,
doch wo ein Wille, welch ein Segen,
gibt es schließlich auch noch Wege.
Ich hab nach vielen bangen Stunden,
nun endlich ein Trikot gefunden,
das mich umschmeichelt, sanft umhüllt,
Man in Black – welch herrlich Bild.
Das trage ich nun stolz nach Norden,
ausgezeichnet, wie mit Orden,
begleite nun nach Grün und Weiß,
unsere heiß geliebte Geiß.
Stark ist Bremen, eine Macht,
doch bang sein gilt nicht, habt gut Acht,
Auswärts waren wir oft froh,
und wenn jetzt nicht – dann ist´s halt so.
Die ausgerufenen 40 Zähler,
auf dem Weg, durch Berge, Täler,
holen wir – so mein Gefühl,
Zuhause dann, im nächsten Spiel.
Nur stelle ich noch für mich fest,
sofern man mich das sagen lässt:
Bleibt „Ostholland“ hinter uns,
wär das Hommage zur Fußballkunst.
Neue Spielzeit, neues Glück,
der Blick nach vorn, und nicht zurück,
und ich – im Outfits neuen Glanz:
Auf FC, zum Siegerkranz. 18.04.2010
__________________________________________________Eruptionen
Ganz Europa blieb am Boden,
nur Köln allein schwebt ganz weit oben,
weil jeder Fan in unserer Stadt,
jetzt rot und weiße Flügel hat.
Nun sitze ich heut froh Zuhaus,
die Welt sieht plötzlich heiter aus,
und was mich letzthin noch bedrückt,
ist jetzt weit fort – das ist verrückt.
Endlich nicht der zweite Sieger,
denn wir ließen nun den Tiger,
endlich nicht in seinem Tank,
ein feiner Sieg – dem Bock sei Dank.
Tosic macht den Unterschied,
der uns den Raum für Träume gibt,
ein drittes Jahr nun Bundesliga,
bitte, bitte, immer wieder.
Zwei Mal solch ein Zuckerpass,
zwei Mal macht er den Gegner nass,
zwei Treffer – sprich, ein Doppelpack,
und Bochum steckte tief im Sack.
Nach dem Spiel herrscht Karneval,
frohe Mienen überall,
und die paar Schals in blau und weiß,
die fraß heut unsere kölsche Geiß.
Heut seh ich Konferenz auf Sky,
mein graues Haupt ist völlig frei,
weiß ich uns doch im Hinterkopf,
auch nächstes Jahr im Ligatopf.
Der erste Heimsieg dieses Jahr,
der glatt eine Erlösung war,
Eruptionen von Gefühlen,
keine Angst – wir woll´n nur spielen.
Wir trüben nicht den Luftverkehr,
der Stopfen flog, so groß und schwer,
kein Wölkchen, das den Himmel trübt,
begrenzt gefeiert – das genügt.
Jetzt wäre es nur wunderschön,
ihn auch nächstes Jahr zu sehn,
Tosic, der von Manu kam,
und das Gespenst des Abstiegs nahm.
Was nun kommt, das weiß ich nicht,
doch im Moment herrscht helles Licht,
so mach ich mich, wie eh und je,
auswärts nunmehr auf Tournee.
Ich fliege hoch – doch nicht allein,
ich denk, Ihr werdet mit mir sein,
und während Deutschlands Flotte steht,
fliegt Köln im Glückssog – ja, das geht. 17.04.2010
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Bochum_160410
Bochum kommt zum nächsten Spiel,
fragt mich nur nicht, wie ich fühl,
denn nach dem letzten Auswärtssieg,
hat der Schwung uns nicht genügt.
Sie sollten rennen, stark die Brust,
mit Spaß am Spiel, mit neuer Lust,
doch was das End vom Heimspiel war,
weiß auch der letzte, das ist klar.
Jetzt kommt Bochum, blau und weiß,
um sich zu messen, mit der Geiß,
hell erleuchtet, klarer Fall,
ist unser kölscher Ziegenstall.
Zuhause hält mich gar nichts mehr,
ab Nachmittag fällt´s Stillsein schwer,
und die Liebste sehnt ab 3,
spätestens, das Spiel herbei.
Dann weiß sie mich gut aufgehoben,
auf der Tribüne, um zu toben,
wenn das Match im Frust ersäuft,
und nicht nach meinem Willen läuft.
Doch siegen wir – so bricht der Bann,
dann werde ich zum Supermann,
und könnt ich fliegen, ganz bestimmt,
so legte ich mich in den Wind.
3 Punkte jetzt im Freitagsspiel,
das ist mein klar umrissenes Ziel,
dann lehn ich Samstag mich zurück,
und genieß mein stilles Glück.
Das halbe Stadion flott umarmt,
das hat doch was, ja, das hat Charme,
und wer mir bis dahin noch fremd,
wird mir, als ob er mich lang kennt.
Jeder wird mir dann zum Freund,
wenn rot und weiß dat Sönnche scheint,
und vielleicht, weil ich´s gern mag,
ist ja Freitag solch ein Tag.
40 Punkte – welch ein Ziel,
zwei Mal gibt´s zuhaus ein Spiel,
und zwei Mal auswärts – nebenbei:
Ich bin bei jedem Spiel dabei.
Erst in Bremen, dann in Franken,
um noch einmal aufzutanken,
für die Zeit der Sommerpause,
ganz schwere Zeit bei uns zuhause.
Dann sehnt die Liebste sie zurück,
die Bundesliga, Fußballglück,
mein froher Gang zum Stadion,
ein wenig Ruhe ist ihr Lohn. 12.04.2010
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Blank
Was schreib ich nur? Wem sag ich Dank?
Ich hab gestichelt, hab gezankt,
und erkenne nach dem Spiel:
Auswärts finden wir das Ziel.
Meine Nerven, nur noch Dreck,
30 Stränge werf ich weg,
sie sind beim Spiele durchgeschmort,
ich hab gezittert – oh, my lord.
Die 1. Halbzeit – mehr als matt,
und sicherlich kein Ruhmesblatt,
ein Festival der falschen Pässe,
abzuhaken, schnell vergessen.
Ich habe nur mal kurz gelacht,
als Hoffenheim den Striptease macht,
ein Griff zur Botz, der Spieler wankt,
und zog kurz vor der Kamera blank.
An Pässen – kurz, dann wieder steil,
freu ich mich – doch ´s Hinterteil,
tu ich mir auch bei Sky nicht an,
auf keinen Fall – von einem Mann.
In der Pause durchgeschnauft,
das Haar geglättet – denn gerauft,
ist´s nicht so lieblich anzusehn,
so kann man nicht zum Fußball gehn.
So kam ich zum TV zurück,
das 0:1 – dank Matuschyk,
und plötzlich sah ich nicht mehr grau,
nein, rot-weiß, oh, welche Schau.
Mein Puls, der vorher lahmgelegt,
hat sich spontan nach vorn bewegt,
und plötzlich hatt ich das Gefühl,
die Uhr ständ still, in diesem Spiel.
Wie eingegossen in Acryl,
standen die Minuten still,
so kam es mir – kurz nach dem Tor,
jedenfalls ganz grässlich vor.
Erst nach Matu´s zweitem Treffer,
ging es mir erheblich besser,
und ich frage mich schon heut,
wie man uns nun Daheim erfreut.
Gibt´s Freitag den Befreiungsschlag?
Ein neues Spiel, ein anderer Tag,
Bochum aus dem Ruhrgebiet,
mal schauen was Zuhaus passiert.
Auf jeden Fall, und das steht fest,
tu ich als Fan nur stets my best.
Und ins Büro – ja, Leute, glaubt,
geh ich mit hoch erhobenem Haupt. 10.04.2010
Man versprach mir Baldrian,
vergangene Woche – ganz spontan,
damit ich jetzt am Millerntor,
nicht im eigenen Safte schmor.
Man sorgte sich – ganz alldieweil,
angeblich um mein Seelenheil,
denn falls der Geißbockclub nicht trifft,
sind meine Nerven reinstes Gift.
Nun fahr ich morgen, fahr ich ohne,
und niemand interessiert´s die Bohne,
dass ich so völlig schutzlos fahr,
das ist mein Schicksal – ist doch wahr.
Der Kicker spricht vom letzten Hemd,
Abwehrnotstand – dass es brennt,
doch die Presse übertreibt,
weil letztlich nur wer schreibt, auch bleibt.
Christian Eichner wird es richten,
wird St. Paulis Angriff lichten,
und Makinos erstes Spiel,
wird perfekt – sagt mein Gefühl.
Das Werder-Match, mit diesem Schwung,
fühle ich mich wieder jung,
wie ´78, einst im Mai,
das 5:0 – ich war dabei.
Das Spitzenspiel im tiefen Keller,
nach einem Sieg wird es schon heller,
doch vor Erfolg – wer weiß das nicht,
steht ganz oben erst die Pflicht.
Bin heut gespannt schon, wie ein Bogen,
spür schon das Kribbeln, ungelogen,
Jungens, legt Euch gut ins Zeug,
dann werden wir auch nicht enttäuscht.
Vielleicht gibt’s ja noch Perspektive,
auf neuen Stürmer – Kopfballriese,
einen Knipser, der uns fehlt,
dann werden wir auch vorn beseelt.
Auf Helmes habe ich gehofft,
doch kam es so, wie leider oft:
Es fehlte Geld – und Völlers Ja,
keine Chance auf ein Hurra.
Kein Baldrian, kein Valium,
doch bin ich helle, gar nicht dumm:
Wird´s eng – mach ich die Augen zu,
was ich nicht seh – ist fort im Nu.
Als kleines Kind hat´s funktioniert,
so denke ich, dass nichts passiert,
unsere Böcke werden´s richten,
freu mich schon mächtig auf das Dichten. 28.01.2011
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St. Pauli vor dem Match
Ein weiser Mann – gar fit im Job,
und noch dazu – wie ich – bekloppt,
vom Geißbockvirus infiziert,
hat mich heute instruiert.
Er sprach zu mir: „So sorge nicht,
ich seh im Tunnel helles Licht,
und weiß, es winkt dir großes Glück,
mit 3 Punkten geht’s zurück.
Wirst du auch im Stadion beben,
meinst, du kannst nicht überleben,
so glaub mir doch, am Millerntor,
rückt der FC ein Stück weit vor.
Klettert froh in der Tabelle,
kein Angst, nun sei recht helle,
freu dich auf die Fahrt zur Elbe,
am TV – fühl ich dasselbe.“
Nun ist mir wohl in meiner Haut,
dies Gespräch hat aufgebaut,
brauch weder den Melissengeist,
noch Valium – und wie´s so heißt.
Weder frischen Baldrian,
noch Beistand im rot-weißen Wahn,
ich brauch es nicht – der Stand ist: Heute,
doch am Samstag – bin ich Beute.
Dann weiß ich, dass der Wahnsinn greift,
dann bin ich wieder überreif,
dann beiß ich – von dem Spiel gefangen,
in jede nahe Eisenstange.
Dann bin ich wieder ratsch bekloppt,
mal down, mal obenauf und Top,
dann schau ich ständig auf die Uhr,
Fußball ist für mich Tortur.
Meine Nerven liegen blank,
der FC, er macht mich krank,
doch ohne ihn – so muss ich´s sehn,
wär mein Leben halb so schön.
Ich freu mich auf das ferne Ziel,
ist Hamburg auch im Winter kühl,
wird es mir im Stadion heiß,
liegt der Ball im Anstoßkreis.
So drückt dann alle fest die Daumen,
lasst mich fiebern, lasst mich staunen,
und lasst mich ausgelassen sein,
mit einem Sieg – fahr ich gern heim.
In Hamburg wird’s ein Schlüsselspiel,
nach unten Abstand – welch ein Ziel,
und wieder mal bin ich dabei,
Fußballfieber – Zankerei. 24.01.2011
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3:0
3:0 sagt alles aus,
3:0 – da beißt die Maus,
nicht den kleinsten Faden ab,
wie schön, dass ich´s gesehen hab.
Ich war nicht sicher, tief im Sinn,
ob ich noch in der Lage bin,
froh zu reimen – mit viel Schwung,
doch heut spür ich Erleichterung.
Wann hab ich das zuletzt erlebt,
wann hat der Stall zuletzt gebebt?
Wann sangen wir zuletzt, mit wem:
Oh mein Bock, wie ist das schön.
Wann habe ich zuletzt gelacht,
mich nach dem Spiel fast nass gemacht,
in der Erkenntnis, dass was geht,
wenn man den Sinn des Spiels versteht.
Wann gab´s zuletzt, ich träum davon,
vum Trömmelche, der kölsche Song,
wann sangen wir, ganz ohne Halt,
das Alaaf, dass es nur schallt.
Spieler, die heut Leistung zeigen,
dass ich mir fast die Augen reibe,
Ehret, Andrezinho gar,
das war einfach wunderbar.
Poldi hat das Spiel gelenkt,
er ist der Motor, der stets denkt,
traf zweimal – macht uns schier verrückt,
der i-Punkt auf dem Kölner Glück.
Die Neuen sind Bereicherung,
schlagen ein, Erleichterung,
es herrscht heut einfach Freude pur,
in Köln am Rhein – seit 19 Uhr.
Vielleicht hat jeder auch gewusst,
dass man heute siegen muss,
das war heut ein 6-Punkte-Spiel,
Erhalt der Klasse ist das Ziel.
Nächste Woche, Millerntor,
ich bin dabei – im kölschen Chor,
sing mir die Seele aus dem Leibe,
wenn ich Euch auch damit vertreibe.
Doch in des Sieges Überschwang,
frag ich mich auch ein wenig bang:
Was das jetzt Momentaufnahme?
Macht nicht, dass ich jetzt Böses ahne.
Ich will mich freuen, weiter so,
erst fröhlich reimen, das macht froh,
schenkt uns Punkte ohne Ende,
dann kommt sie fast von selbst – die Wende. 22.01.2011
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